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Schmierstoff

Aus AnthroWiki
Verschleiß- und Schmierstoff-Prüfmaschine in einem Labor der Automobilindustrie (1945)

Schmierstoffe (auch: Schmiermittel) werden zur Schmierung eingesetzt und dienen zur Verringerung von Reibung und Verschleiß sowie zur Kühlung, Schwingungsdämpfung, Dichtwirkung und dem Korrosionsschutz.[1]

Allgemeines

Prinzipiell bestehen alle Schmierstoffe aus einer Basisflüssigkeit (meistens Grundöl) sowie aus weiteren Inhaltsstoffen, welche man Additive nennt.

Schmierstoffe unterliegen verschiedenen Einflüssen:

  1. mechanische Einflüsse (Druck- und Scherspannungen an der Schmierstelle)
  2. thermische Einflüsse (Wärmezu- bzw. -abfuhr)
  3. chemische Wechselwirkungen mit anderen Stoffen (Blow-by-Gasen, Nitrierung durch Kraftstoffe, Reibpartnern, Dichtungen …) und der Umgebung (zum Beispiel Luft, Wasser, Luftfeuchtigkeit)
  4. Schmierstoffalterung

Einteilung

Die folgende Einteilung unterscheidet nach dem Aggregatzustand des Schmierstoffes:

Kennwerte

Wichtige physikalische Kennwerte von Schmierstoffen sind u. a.:

Quelle: [2]

Anwendungsbeispiele

Sehr bekannt ist das Motoröl. Es verringert die Reibung in Hubkolbenmotoren, sorgt gleichzeitig für eine bessere Abdichtung zwischen Kolben und Zylinder und übernimmt oft umfangreiche Kühlaufgaben. Einige Fahrzeuge sind deshalb mit zusätzlichen Ölkühlern ausgerüstet.[3]

Eine hygienisch einwandfreie industrielle Verarbeitung von Lebensmitteln bedingt für alle lebensmittelberührenden Teile von Maschinen eine Schmierung mit physiologisch verträglichen Schmierstoffen, z. B. natürlichen Fetten und Ölen mit einer Zulassung der US-amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) bzw. des Department of Agriculture. Diese Forderung ist in den Regelwerken International Food Standard (IFS) und des British Retail Consortiums (BRC) enthalten.[4][5]

Eine weitere industrielle Anwendung von Schmierstoffen ist die Verwendung als Umformschmierstoff in verschiedenen Ausführungen. Hier gibt es Emulsionen, die vorwiegend in der Zerspanung als Kühlschmierstoff eingesetzt werden. Hier wird ein Schmierstoffkonzentrat in einer 3–10-%-igen Emulsion mit Wasser erzeugt und dieses über Umwälzpumpen dem Zerspanungsprozess immer wieder zugeführt.

Ein weiterer Einsatzbereich ist die Blechumformtechnik. Hier werden Umformschmierstoffe in verschiedenen Formen als mineralölbasierte Umformöle mit verschiedenen Additivierungen eingesetzt.[6] Weiterhin kommen Esteröl-basierte Umformöle mit Hochleistungs oder EP-Additivierungen zum Einsatz, die bei anspruchsvolleren Umformaufgaben eingesetzt werden. Im Bereich der einfacheren Umformung großflächiger Teile werden auch gerne verflüchtigende lösemittelhaltige Schmierstoffe eingesetzt, die verdunsten, wenn Teile weiterverarbeitet werden. Als Alternative zu den lösemittelhaltigen Schmierstoffen gibt es Bio-Polymer-Schmierstoffe, die mineralölfreie Lösungen auf Basis von biogenen Polymeren sind. Diese werden mit einem Korrosionsschutz und einer wasserlöslichen Additivierung für die Anforderungen der Blechumformung ausgestattet. Bei diesen Schmierstoffen ist bei der Weiterverarbeitung, wie auch bei der verflüchtigenden Schmierstoffen auch kein Waschen der Teile mehr erforderlich, da nach der Umformung nahezu nur noch der Korrosionsschutz auf dem Bauteil verbleibt.[7]

Siehe auch

Literatur

  • Wilfried J. Bartz (Hrsg.): Biologisch schnell abbaubare Schmierstoffe und Arbeitsflüssigkeiten. Expert Verlag, Böblingen 1993, ISBN 3-8169-0810-1.
  • Uwe J. Möller, Jamil Nassar: Schmierstoffe im Betrieb. Band 2, Springer Verlag, Berlin / Heidelberg 2002, ISBN 978-3-642-62620-2.

Weblinks

Commons: Schmierstoffe – Weitere Bilder oder Audiodateien zum Thema

Einzelnachweise

Dieser Artikel basiert auf einer für AnthroWiki adaptierten Fassung des Artikels Schmierstoff aus der freien Enzyklopädie de.wikipedia.org und steht unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike. In Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.