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Sedimentbecken

Aus AnthroWiki
Satellitenaufnahme der Nordsee
Satellitenaufnahme des Persischen Golfs
Das rautenförmige Wiener Becken, das sich in der Bildmitte im Übergangsbereich zwischen Ostalpen und Westkarpaten in der Bildmitte deutlich abzeichnet.

Ein Sedimentbecken ist eine großräumige eingetiefte geologische Struktur im obersten Teil der Lithosphäre, die zumeist durch Senkungsbewegungen der Erdkruste entsteht und in der über längere Zeiträume hinweg Sedimente abgelagert werden. Diese Sedimente entstehen durch die Verwitterung und den Erosionsprozess von Gesteinen und werden durch Flüsse, Wind, Gletscher oder andere Transportprozesse in das Becken transportiert. Sedimentbecken sind nicht nur von entscheidender Bedeutung für das Verständnis geologischer und klimatischer Prozesse, sondern auch von großem wirtschaftlichem und politischem Interesse, da sie wichtige Rohstoffe wie Erdöl, Erdgas und Kohle enthalten, die durch die Ablagerung von organischem Material in sauerstoffarmen Umgebungen und der nachfolgenden Umwandlung unter hohen Druck- und Temperaturbedingungen über Millionen von Jahren entstehen.

Geologische Bedeutung

Sedimentbecken sind wertvolle Archive der Erdgeschichte. In den Sedimentschichten finden sich Hinweise auf vergangene Klimata, Meeresspiegelveränderungen, biologische Entwicklungen und tektonische Aktivitäten. Die Analyse von Bohrkernen aus Sedimentbecken ermöglicht es Geologen, die Entwicklungsgeschichte der Erde zu rekonstruieren und Einblicke in die Umweltbedingungen zu gewinnen, die vor Millionen von Jahren herrschten.

Ein Beispiel für ein bedeutendes Sedimentbecken ist das Pariser Becken in Frankreich, das umfangreiche Informationen über die Entwicklung von Meeres- und Festlandsedimenten während der Erdneuzeit liefert. Auch das Nordsee-Becken ist von großer Bedeutung, da es eine wichtige Rolle in der Entstehung von Erdöl- und Erdgaslagerstätten spielt. Das Becken des Persischen Golfs enthält einige der größten Erdölvorkommen der Welt. Auch das Amazonasbecken ist ein bedeutendes Sedimentbecken, das große Mengen an Sedimenten aus dem Amazonasfluss aufnimmt und eine wichtige Rolle für die Wasserregulierung und das Klima in der Region spielt.

Rudolf Steiner hat insbesondere anhand einer Betrachtung des Wiener Beckens darauf hingewiesen, wie das, was in der Erde geologisch vorhanden ist, sich in den Gemütern der dort lebenden Menschen widerspiegelt:

„Geologisch gehört das sogenannte Wiener Becken zu den interessantesten Gebieten der Erde. Da findet man gewissermaßen wie in einem irdischen Mikrokosmos, wie in einer kleinen Erde, alles zusammengetragen, was aufeinander wirkt, aber einem auch versinnbildlicht dasjenige, was einem erklären kann das, was sonst ausgebreitet ist in der Erdoberfläche. Und tief anregend ist die Betrachtung dieses Wiener Beckens mit den zahlreichen Geheimnissen der Erdentstehung, die man da studieren kann, für denjenigen, der für naturwissenschaftliche Betrachtungen Interesse und Verständnis hat. Man möchte sagen, schon die Erde selbst entwickelt da in der Mitte Europas eine Mannigfaltigkeit, die zu einer Einheit verbunden ist. Und das, was da in der Erde geologisch vorhanden ist, spiegelt sich im Grunde genommen nur in dem, was über diesem Erdboden in den Gemütern der Menschen sich abspielt.“ (Lit.: GA 65, S. 344f)

„Es entspricht wohl einer tiefen Notwendigkeit, daß dies bei der großen Persönlichkeit des Wiener Geologen Eduard Sueß, vielleicht eines der größten Geologen aller Zeiten, der Fall ist, dem das Studium der Verhältnisse des Wiener Beckens zu verdanken ist. Gerade der Anblick dieses Wiener Beckens mit seiner ungeheuren Mannigfaltigkeit, die sich zu einer wunderbaren Einheit wiederum verbindet, könnte in einem instinktiv aufgehen lassen eine große, gewaltige geologische Idee, die in diesem Manne zum Vorschein kommt und von der man sagen muß, daß sie sich nun wirklich aus dem österreichertum heraus - denn Eduard Sueß ist in seinem ganzen Wesen eine ur-österreichische Persönlichkeit -, aus dem österreichischen Wesen heraus entwickeln konnte: diese Einheit in der Mannigfaltigkeit, ich möchte sagen, dieser mikroskopische Abdruck der ganzen Erdengeologie in dem Wiener Becken. Das tritt uns wiederum darin entgegen, daß Eduard Sueß in unserer Zeit, das heißt im letzten Drittel des neunzehnten Jahrhunderts, den Entschluß fassen konnte, wirklich in seinem dreibändigen großen Werke «Das Antlitz der Erde» ein Buch zu schaffen, in dem alles dasjenige, was in der Erde geologisch wirkt und lebt und wirkte und lebte, zu einem bedeutenden, abgerundeten Bilde im Großen gefügt wird, so daß einem die Erde überschaubar wird. Überall wird die Sache exakt behandelt, aber wenn man das ganze Antlitz der Erde erblickt, wie es Sueß geschaffen hat, so erscheint einem die Erde gleichwohl als ein Lebendiges, so wiederum, daß man unmittelbar sieht: Die Geologie kommt aus der Erde. Wenn man Sueß weiter verfolgte, würde etwas geschaffen, wobei der Planet unmittelbar angefügt würde an den ganzen Kosmos. Sueß bringt die Erde in dieser Beziehung so weit, daß gewissermaßen die Erde lebt und man nur das Bedürfnis hat, weiter zu fragen: Wie lebt jetzt diese Erde im ganzen Kosmos, nachdem man sie geologisch verstanden hat?“ (Lit.: GA 65, S. 346f)

Siehe auch

Sedimentbecken - Artikel in der deutschen Wikipedia

Literatur

Literaturangaben zum Werk Rudolf Steiners folgen, wenn nicht anders angegeben, der Rudolf Steiner Gesamtausgabe (GA), Rudolf Steiner Verlag, Dornach/Schweiz Email: verlag@steinerverlag.com URL: www.steinerverlag.com.
Freie Werkausgaben gibt es auf steiner.wiki, bdn-steiner.ru, archive.org und im Rudolf Steiner Online Archiv.
Eine textkritische Ausgabe grundlegender Schriften Rudolf Steiners bietet die Kritische Ausgabe (SKA) (Hrsg. Christian Clement): steinerkritischeausgabe.com
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Hilfreiche Werkzeuge zur Orientierung in Steiners Gesamtwerk sind Christian Karls kostenlos online verfügbares Handbuch zum Werk Rudolf Steiners und Urs Schwendeners Nachschlagewerk Anthroposophie unter weitestgehender Verwendung des Originalwortlautes Rudolf Steiners.