Erdkruste

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Stark vereinfachte Darstellung einer konvergenten Plattengrenze mit Subduktion ozeanischer Lithosphäre unter kontinentale Lithosphäre
Konturierte Karte der Dicke der Erdkruste (Zahlenangaben in Kilometern)

Die Erdkruste oder Erdrinde ist die oberste feste Schicht der Erde. Sie ist durchschnittlich spezifisch leichter als der darunter liegende Erdmantel. Mit der äußersten Schicht des oberen Erdmantels zusammen bildet sie die steinerne Hülle der Erde, die Lithosphäre, die sich in sieben große und weitere kleinere Lithosphärenplatten gliedert, die der Plattentektonik unterliegen. Nach ihrer chemischen Zusammensetzung und nach ihren physikalischen Eigenschaften müssen zwei unterschiedliche Arten der Erdkruste unterschieden werden:

  • Die kontinentale Erdkruste mit einem hohen Anteil an Aluminiumsilikaten (SiAl) mit einer relativ geringen Dichte von etwa 2,7 g/cm³. In ihrer mineralischen Zusammensetzung entspricht sie überwiegend dem Granit bzw. dem Gneis als dessen metamorphem Umwandlungsprodukt. Die kontinentale Kruste hat eine durchschnittliche Mächtigkeit von 40 km, reicht aber insbesonders unter den großen Gebirgsketten noch tiefer, unter dem Himalayamassiv sogar bis zu 70 km. Wegen ihrer geringeren Dichte „schwimmen“ die Kontinentalschollen höher auf dem Erdmantel als die ozeanische Kruste und werden nur an den Subduktionszonen tiefer als diese in den Mantel hinabgedrückt.
  • Die ozeanische Erdkruste mit einem hohen Anteil an Magnesiumsilikaten (SiMA) und einer höheren Dichte von rund 3 g/cm³. Sie besteht hauptsächlich aus basaltähnlichem Gabbro, der sich aus dem basischen Magma bildet, das durch das Auseinanderdriften der Lithosphärenplatten an den an den mittelozeanischen Rücken beständig austritt. Die ozeanische Kruste hat eine vergleichsweise geringe Dicke von meist nur 5 - 7 km, nur in wenigen Bereichen von mehr als 10 km.

Die Erde unterscheidet sich durch die Gliederung in kontinentale und ozeanische Kruste nach heutigem Wissenstand von allen anderen Planeten und Monden unseres Sonnensystems, die über keine kontinentale Kruste und damit auch über keine Plattentektonik verfügen. Ihre oberste Schicht gleicht weitgehend der ozeanischen Kruste der Erde. Der dadurch angedeutete höhere Entwicklungsgrad der Erde dürfte eine wesentliche Voraussetzung für die Entfaltung des irdischen Lebens gewesen sein.

Siehe auch

Literatur

  1. Johann Wolfgang von Goethe, Dankmar Bosse (Hrsg.): Die Metamorphose des Granits. Substanz- und Gestaltbildung des Erdorganismus, Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 1994 (Hrsg.) ISBN 978-3772505485
  2. Walther Cloos: Lebensstufen der Erde. Beiträge zu einer organischen Gesteins- und Mineralkunde, Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 1984 ISBN 978-3772504853
  3. Wolfhard Wimmenauer: Zwischen Feuer und Wasser: Gestalten und Prozesse im Mineralbereich, Urachhaus Verlag, Stuttgart 1992 ISBN 978-3878389453
  4. Dankmar Bosse: Die gemeinsame Evolution von Erde und Mensch: Entwurf einer Geologie und Paläontologie der lebendigen Erde, Verlag Freies Geistesleben, Stuttgat 2002, ISBN 978-3772515934
  5. Dankmar Bosse: Die Lebenssphäre der Erde: Ihre Evolution in den geologischen Phänomenen, Rudolf Steiners Forschungen und in Goethes Studien, Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2012. ISBN 978-3905919370
  6. Dankmar Bosse: Goethes Initiation und die Ursphäre der Erde, Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 1995 ISBN 978-3772500701