Basalt

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Olivin-Basalt
Basaltsäulen am Svartifoss, Island
Basaltsäulen: Herrenhausfelsen (Panska Skala) bei Kamenický Šenov (Steinschönau) im Lausitzer Gebirge (Tschechien)
Gabbro, das plutonische Äquivalent des vulkanischen Basalts.

Basalt ist ein meist dunkelgraues bis schwarzes basisches Ergussgestein, das arm an Siliciumdioxid ist und aus einer Mischung von Eisen- und Magnesium-Silikaten, Pyroxen, Plagioklas (Kalkfeldspat) und meist auch Olivin besteht. Bei verzögerter Abkühlung entstehen die typischen, oft meterlangen, meist sechseckigen Basaltsäulen. Die praktisch gleiche Zusammensetzung hat auch das Tiefengestein Gabbro, das vorwiegend in der ozeanischen und nur selten in der kontinentalen Erdkruste zu finden ist.

Die sog. Grünsteingürtel, die sich typischerweise in den archaischen Kernen der Kontinente, den Kratonen, finden, bestehen mehrheitlich aus Basalten (Diabas).

Aus extrem dünnflüssiger basaltischer Lava enstehen Flutbasalte, die im ebenen Gelände weit ausgebreitete, relativ geringmächtige, oft treppenartig gestufte (Trapp) Lavadecken bilden können, wie z.B. das etwa 500.000 km2 große Dekkan-Plateau in Indien (Dekkan-Trapp), das vor rund 66 Millionen Jahren am Übergang der Lemuria zur Atlantis entstand und möglicherweise mit der Feuerkatastrophe zusammenhängt, durch die Lemurien zugrunde ging.

Der Basalt entstand laut Rudolf Steiner, als sich in der lemurischen Zeit der Mond von der Erde abgelöst hatte und damit die verhärtenden Mondenkräfte aus der Erdentwicklung ausgeschieden wurden. Für den okkulten Blick erscheinen die Basaltbildungen als Überreste jener reinigenden Kräfte, die den Erdkörper erschütterten, als die Mondenabtrennung erfolgte. Damals verdichtete sich die noch flüssige Erde soweit, dass der mineralische Kern entstand.

"Mächtige Katastrophen erschütterten die Erde, und für den Okkultisten erscheinen die Basaltbildungen als Überreste jener reinigenden Kräfte, die dazumal den Erdenkörper erschütterten, als der Mond sich von der Erde trennen mußte. Das war aber auch die Zeit, in der sich immer mehr verdichtete der Wasserkern der Erde, und in der allmählich der feste, mineralische Kern entstand. Die Erde wurde auf der einen Seite verdichtet durch den Herausgang des Mondes, auf der anderen Seite gaben jedoch die oberen Partien ihre schwereren, gröberen Substanzen an die unteren Partien ab, und oben entstand immer mehr und mehr das, was zwar noch immer von Wasser durchsetzt war, was aber nach und nach ähnlich wurde unserer Luft. So bekam die Erde allmählich einen festen Kern in der Mitte, und Wasser war darum herum. Zuerst war der Nebel noch undurchdringlich für die Sonnenstrahlen, aber dadurch, daß der Nebel Substanzen abgab, wurde er immer dünner und dünner. Später, erst viel später ist Luft daraus geworden, und allmählich konnten die Sonnenstrahlen, die früher die Erde selbst nicht erreichen konnten, allmählich konnten sie durchdringen." (Lit.: GA 106, S. 73)

Basaltstreit

Ende des 18. Jahrhunderts war der Basalt Gegenstand des sog. Basaltstreits zwischen Plutonisten und Neptunisten. Letztere gingen unter Führung von Abraham Gottlob Werner davon aus, das sich der Basalt als eine Art Sedimentgestein aus einem Urozean abgesondert hätte. Im Hintergrund stand dabei der Schöpfungsbericht der Genesis , wonach sich die Erde ursprünglich in einem rein flüssigen Zustand befunden hätte (Und die Erde war wüst und leer, und es war finster auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte auf dem Wasser. 1 Mos 1,2 LUT). Nach Rudolf Steiner schildert die Genesis allerdings nicht das physische Schöpfungsgeschehen, sondern stellt die Geschehnisse dar, die sich zuvor in der kosmischen Seelenwelt abgespielt haben (vgl. GA 122).

Die Plutonisten, angeführt von dem schottischen Naturforscher und Geologen James Hutton (1726-1797), vertraten hingegen die Auffassung, dass der Basalt vulkanischen Ursprungs sei. Diese Ansicht hat sich letztlich durchgesetzt. Hutton entwickelte auch schon eine erste Vorstellung von dem Kreislauf der Gesteine und gilt heute als einer der Begründer der modernen, allerdings materialistisch gefärbten Geologie.

Johann Wolfgang Goethe hat den Basaltstreit öfter thematisiert, nicht zuletzt im zweiten Teil seiner Faust-Tragödie in den Szenen der klassischen Walpurgisnacht. Goethe schwankte zeitweise zwischen den Fronten, neigte aber zunächst eher dem Neptunismus zu. Erst unter dem Eindruck der Berichte Alexander von Humboldts über den Vulkanismus wechselte er später das Lager.

"Nun aber hat man nicht immer so gedacht, und es hat sich diese Denkweise nur ganz allmählich herausgebildet. Denn zum Beispiel zur Zeit, als sich Goethe mit Geologie beschäftigte, tobte in einer gewissen Weise ein Streit über die Entstehung unserer Erde, den man den Streit der Plutonisten und der Neptunisten nennt. Einer der hauptsächlichsten Vertreter der letzteren war der mit Goethe auch bekannte Geologe Werner. Dieser war der Anschauung, daß sich im wesentlichen alles, was wir an Schichtungen innerhalb unseres Erdbodens zu schauen haben, nicht auf irgendwelche Feuerwirkungen zurückführen läßt, sondern daß alles, was man erforschen kann, darauf hinweist, daß die Erde im Grunde genommen doch nur aus einem wässerigen Elemente, einer wässerigen Gestaltung unseres Planeten sich herausgebildet habe. Daß selbst die ältesten Schichtungen Ablagerungen aus dem Wasser seien, daß also auch der Granit nicht durch das brodelnde Feuer sich herausgebildet habe, sondern ebenfalls aus dem Wasser sich abgelagert habe und nur durch die späteren Vorgänge im Laufe der Zeit sich so umgeändert habe, daß heute sein Wasserursprung nicht mehr so klar erscheint. Alles ist sozusagen aus dem Wasser entstanden - das war eine Grundanschauung der Neptunisten und namentlich Werners. Dagegen stand die Anschauung der Plutonisten, die davon ausging, daß unsere Erde mit unserem ganzen Planetensystem sich aus einem gasförmigen, mit hoher Temperatur behafteten Weltennebel herausgebildet, sich durch Abkühlung herausgesondert und weiter durch Ausstrahlung der Wärme in den Weltenraum abgekühlt habe. Daß dann Verhältnisse eingetreten sind, wo durch die Wärmewirkungen der Granit und vielleicht ähnliche Gesteinsarten haben entstehen können, daß aber durch die Ausstrahlung der Wärme nur die Oberfläche der Erde abgekühlt worden sei, während das Innere nodi immer feurig-flüssig wäre, und daß die Vulkanausbrüche und die Erscheinung der Erdbeben lebendige Zeugen dafür seien, daß der Erdboden Reste eines feurigflüssigen Zustandes in seinem Innern berge. Die Anhänger der Neptunistischen Schule sahen dagegen in allen vulkanischen Erscheinungen nur solche Vorgänge zugrunde liegend, welche gewissermaßen durch Druck oder durch chemische Verhältnisse im Innern der Erde, das sie sich durchaus nicht feurig dachten, es möglich machten, daß sich gewaltige innere Katastrophen abspielten, die sich nach außen entladen, so daß wir erst jetzt solche Vorgänge haben, die sich nach oben so ausleben, daß sie ganze Gebirgsmassive aus dem Innern der Erde hervorschieben.

Kurz: wir haben es noch in der ersten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts mit einem sehr interessanten Streit zwischen derjenigen Anschauung zu tun, die man kurz einmal mit dem Worte bezeichnen kann, das Goethe im «Faust» gebraucht: «Alles ist aus dem Wasser entsprungen», und derjenigen Anschauung, nach welcher im Grunde genommen doch allen Erdbildungen die Vorgänge von Feuerwirkungen zugrunde liegen. Dann muß gedacht werden, daß sich oben an der äußersten Schale, die sich zum Innern wie die Eischale zum Eidotter verhält, etwas abgespielt hat, wodurch eine ganz dünne Schicht als Abkühlungsschicht geblieben ist, die sozusagen die Erde als Bedeckungsschicht des mächtigen Erdvulkanes umgibt, der unser Erdplanet, auf dem wir herumwandeln, wäre." (Lit.: GA 60, S. 324ff)

In anderer Form geht Rudolf Steiner aufgrund seiner geisteswissenschaftlichen Forschungen ebenfalls von einem ursprünglich flüssigen Zustand der Erde aus, der allerdings keineswegs mit dem heutigen Wasser vergleichbar ist. Vor allem war die Erde damals noch kein toter Körper, sondern als Ganzes ein lebendiger Organismus. Erst mit dem Austritt des Mondes aus der Erde in der lemurischen Zeit habe sich die Erde zum festen kristallinen Zustand verdichtet. Damit begann aber auch schon der Zerfallsprozess der Erde. Dieser hat aber nicht rein physische, sondern primär geistige Ursachen.

"Es zeigt sich nämlich, daß diesen Prozessen — gleichsam des Aussonderns der Gesteinsmaterialien - innerhalb des Erde-Lebewesens vorausgegangen ist ein solcher Prozeß, den wir nun mit einem heutigen Vorgang bezeichnen können, wenn wir auf unseren eigenen Innenvorgang hinweisen, der ja für die äußere Wissenschaft wenig bekannt ist, der aber auch in diesen Vorträgen - ich kann das auch nur andeutungsweise sagen - durch die Geisteswissenschaft bereits ein wenig beschrieben worden ist, - auf jenen Vorgang, der sich den ganzen Tag über in unserem eigenen Leibe abspielt, wenn wir durch Arbeit, durch die Begriffe, die der Geist schafft, unsere Muskeln, die Werkzeuge unseres Gehirns, überhaupt unsern ganzen Leib anstrengen. Da spielt sich der Prozeß ab, den wir als Ermüdung bezeichnen. Das ist im wesentlichen eigentlich eine Art Zerstörungsprozeß des Organismus. Deshalb können wir sagen: Während wir heute vom Morgen bis zum Abend unser waches Tagesleben führen, indem wir denken, fühlen und wollen, spielen sich in uns Zerstörungsprozesse ab, die wir dann als Ermüdung fühlen. Solche Prozesse geistig-seelischer Art, die aber in die Materie hineinwirken, wird als äußere Naturwirkungen eine naturwissenschaftliche Weltanschauung gewiß nicht leicht zugeben wollen. Aber sie waren in jenem großen, gewaltigen Organismus vorhanden, der einst die Erde war. Und als sich die Erde dem Zeitpunkt näherte, wo sich der Granit und ähnliches abgesondert hat, wurde sie von lauter solchen Zerstörungsprozessen ergriffen, die so wirkten, daß ein Geistig-Seelisches an einem Materiellen arbeitete. In jenen Organismus, in den früher hineingearbeitet waren nicht nur die Stoffe, die heute der pflanzliche, tierische und menschliche Organismus hat, sondern auch die Stoffe, welche heute unser Erdmassiv ausmachen, ergoß sich alles, was von solchen durch geistig-seelische Vorgänge bewirkten Zerstörungsprozessen vorhanden war. Diese Zerstörungsprozesse leiteten in dem großen Lebewesen Erde dasjenige ein, was dann herbeiführte, daß dasjenige - gleichsam durch einen Absonderungsprozeß - ausgestoßen wurde, was wir heute an chemischen Stoffen im Aufbau unserer Erde haben, was wir nicht in den organischen Leibern finden.

So werden wir durch die Geisteswissenschaft zu der Erde zurückgeführt als zu einem Organismus — nicht zu einem Urzustand unserer Erde, in welchem sie sozusagen tote Masse war, sondern wo die Erde ursprünglich ein großer Organismus war. Im Sinne der Geisteswissenschaft muß man nämlich eine Frage, die heute ganz falsch gestellt wird, geradezu umdrehen. Keine Wissenschaft wird - wenn sie annimmt, daß unsere Erde einstmals eine tote Kugel war, worin nur chemische und physikalische Prozesse sich abgespielt haben - in der Lage sein, erklären zu können, wie aus dieser toten Kugel heraus das Leben hat entstehen können. Das ist eine große Streitfrage, aber sie wird in der Regel ganz falsch gestellt. Denn man fragt gewöhnlich: Wie hat sich aus dem Leblosen Leben entwickeln können? - Aber so ist es nicht: nicht dem Lebendigen geht das Leblose voran, sondern umgekehrt, dem Leblosen geht das Lebendige voran. - Das leblose Mineral ist ein Absonderungsprodukt, wie unsere Knochen eine Absonderung unseres Organismus sind. So ist alles Gestein ein Absonderungsprodukt unseres Erdenorganismus, und geistig-seelische Prozesse sind es - wenn auch zunächst Zerstörungsprozesse -, die bewirkt haben, daß unser Erdenorganismus zu solchen Absonderungen kam." (Lit.: GA 60, S. 331ff)

Siehe auch

Literatur

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