Sonnenorakel

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Das Sonnenorakel war die größte und erhabenste der sieben atlantischen Orakel. Von hier aus wurde unter der Führung des Manu die Tätigkeit aller anderen Orakelstätten geleitet. Damals hatten die meisten Menschen noch ein dämmerhaftes Hellsehen, aber noch eine wenig ausgebildete eigene Urteilsfähigkeit. Als die Atlantis unterging, führte der Manu jene Menschen, Urteilsfähigkeit schon am stärksten erwacht war, zunächst in die Nähe des heutigen Irland und dann weiter nach Asien in die Gegend des Tarimbeckens geführt, um von hier aus die nachatlantische Kultur zu begründen.

„Die atlantischen Völker waren in Gruppen geteilt und mit der ganzen Entwickelung hing es zusammen, daß eine Gruppe der Menschen insbesondere regiert werden mußte mit den Kräften, die man gewinnen konnte durch Erkenntnis des Mars. Eine andere Gruppe war zu regieren mit den Kräften, die man gewinnen konnte mit den Erkenntnissen des Jupiter oder mit denen der Venus, des Merkur und so weiter. Es gab ja in der alten Atlantis das, was man nennen konnte Jupitermenschen oder Marsmenschen. Sieben Orakelstätten gab es, weil das Leben der Atlantis nach den verschiedenen Merkmalen der Rassenbildung in sieben Gruppen zerfiel. Es gab das Mars-, Venus-, Merkur-, Jupiterorakel und so weiter: alles Namen, die später geprägt wurden, aber anwendbar sind auf diese Orakelstätten. Und die Führerschaft, gleichsam die Oberherrschaft über sie hatte das Orakel, das wir bezeichnen können als das uralte atlantische Sonnenorakel. Was an Orakeln nach der atlantischen Zeit in Griechenland, Ägypten und so weiter war, alles das, was in Asien an Orakeln war, waren Nachzügler der großen atlantischen Orakel. Das Apolloorakel Griechenlands war ein Nachzügler des Sonnenorakels der atlantischen Zeit. Der Eingeweihte, der an der Spitze des Sonnenorakels stand, war der Träger der tiefsten Geheimnisse unseres Sonnensystems. Er hatte mit seinen Untergebenen zu erforschen, was das geistige Leben der Sonne selbst war. Alle die Geheimnisse unseres ganzen Planeten-Sonnensystems hatte er damit als Botschaft zu verkünden der atlantischen Menschheit und er hatte die Oberherrschaft über die andern Orakelstätten auszuüben.

Diesem Eingeweihten des Sonnenorakels fiel eine ganz besondere Aufgabe zu. Ihm fiel die Aufgabe zu, die Menschheit so zu leiten und zu führen, damit sie sich, wenn die große atlantische Katastrophe, die mit dem Untergange der Atlantis endete, vorüber sein würde, in die nachatlantische Zeit hinein fortpflanzen und begründen könne die Kulturen, die wir öfter als die nachatlantischen besprochen haben. Also es hatte der große Eingeweihte des Sonnenorakels die Aufgabe, die Menschen schon während der atlantischen Zeit so vorzubereiten, daß in der nachatlantischen die altindische, altpersische, ägyptischbabylonisch-jüdische, die griechisch-lateinische Kultur kommen konnte, daß geeignetes Menschenmaterial dazu vorhanden sei.“ (Lit.:GA 109, S. 43f)

„Wir haben hervorgehoben, daß die Atlantier gewisse innere Kräfte der Natur beherrschten, zum Beispiel die Samenkräfte der Pflanzen, daß sie damit ebenso ihre Fahrzeuge lenkten, wie heute der Mensch mit den Kräften der Steinkohle seine Fahrzeuge lenkt. So waren diejenigen, die die Führer der atlantischen Kultur waren, nicht wie Menschen von heute, die durch die Urteilskraft die Geheimnisse der Welt zu erforschen suchen, sondern diejenigen, die die größten Hellseher und Magier waren, die gingen an der Spitze. Und jene Menschen, die die allerersten Entwickelungskeime hatten zum Rechnen, Zählen, Kombinieren, verstandesmäßigen Urteilen, waren in einer gewissen Beziehung durch ihre Schlichtheit verachtet, gehörten nicht zu dem, was die Aristokratie der Kultur ausmachte. Aber gerade diese Menschen, die die allerersten Anfänge dieser nachatlantischen Fähigkeiten hatten, die am wenigsten hatten von dem Hellsehen, von den magischen Kräften, die sammelte sich der große Führer des Sonnenorakels aus allen Gegenden zusammen. Es waren die schlichtesten, in einer gewissen Beziehung verachtetsten Leute der alten Atlantis; die sammelte er sich. Mit ihnen hatte er ja gerade das zu begründen, was nachatlantische Kultur werden sollte. Das, was an der Spitze der atlantischen Kultur marschierte, was das dämmerhafte Hellsehen am meisten beherrschte, war kein brauchbares Material, um hinübergeführt zu werden über die große atlantische Katastrophe. An die schlichten Leute der Atlantis, die zuerst die intellektuellen Fähigkeiten entwickelten, erging der Ruf des großen Eingeweihten des Sonnenorakels.

Nur nebenbei sei erwähnt, daß wir heute in einer ähnlichen Zeit leben, daß heute wiederum ein ähnlicher Ruf an die Menschheit ergeht; allerdings so, wie es heute, wo die Menschheit nur äußerlich, nur auf dem physischen Plan sieht, sein muß: Aus unbekannten Geistestiefen heraus, welche die Menschheit nach und nach kennenlernen wird, ergeht der Ruf an die Menschheit, wiederum vorzubereiten etwas, was als neue, von hellseherischen Kräften wieder durchzogene Kultur der Zukunft dastehen soll. Eine Katastrophe wird kommen, ähnlich der atlantischen, und dann wird eine neue Kultur mit spirituellen Fähigkeiten aufgehen, die verknüpft sein wird mit dem, was wir die umfassende Bruderschaftsidee der Menschheit nennen.

Auch heute kann nicht der Ruf an diejenigen ergehen und verstanden werden, welche an der Spitze unserer Kultur stehen. Die Stellung, welche die atlantischen Hellseher und Magier eingenommen haben, die dazu bestimmt waren sozusagen auszusterben mit ihrer Kultur, dieselbe Stellung nehmen heute diejenigen ein, die an der Spitze der Gelehrsamkeit und des äußeren industriellen Lebens stehen, die großen Erfinder und Entdecker der Gegenwart. So viel sie auch noch zu tun haben, sie nehmen dieselbe Stellung ein. Sie sehen verachtungsvoll herunter auf diejenigen, die etwas zu fühlen beginnen von dem spirituellen Leben, das folgen soll. Dieses Bewußtsein muß sich derjenige in die Seele pflanzen, der heute in seiner Mitarbeiterschaft gestärkt werden soll in den theosophischen Arbeitsgruppen. Wenn mit Verachtung geblickt wird auf die kleinen Konventikel von Seiten der Führer der heutigen Kultur, so muß der, welcher fleißig in seiner Seele mitarbeitet an der Vorbereitung eines Zukünftigen, sich sagen: Auf diejenigen, die heute an der Spitze stehen mit ihrer intellektuellen Kraft, auf die ist nicht gerechnet. Gerade die, die von ihnen verachtet werden, von denen gesagt wird, daß sie nicht auf der Höhe der heutigen Gelehrsamkeit stehen, gerade diese Menschen werden heute gesammelt - so wie gesammelt worden sind die schlichten Leute der alten Atlantis von dem Führer des Sonnenorakels -, um vorzubereiten eine künftige Kultur, um die Morgenröte zu sein derselben, während in der Gelehrsamkeit die Abendröte der heutigen Kultur vor uns steht.“ (S. 44ff)

Literatur

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