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Supervenienz

Aus AnthroWiki

Supervenienz (von lat. super „über“, „zusätzlich“ und venire „kommen“) ist ein vor allem in der Philosophie des Geistes und der Metaethik verwendeter Begriff, der sich auf das Verhältnis bezieht, das Gruppen von Eigenschaften zueinander haben. Der Begriff, der schon seit Anfang des 17. Jahrhunderts in allerdings abweichender Bedeutung bekannt ist, wurde von Donald Davidson in seinem 1970 verfassten klassischen Aufsatz „Mental Events[1] in die Philosophie des Geistes eingebracht.

Eine Menge von Eigenschaften superveniert genau dann über einer Menge von Eigenschaften, wenn eine Änderung in eine Änderungen in bedingt, jedoch nicht notwendigerweise umgekehrt[2], kurz gesagt: wenn sich ändert, ändert sich auch . In der Philosophie des Geistes bedeutet das im Fall einer materialistische Theorie des Bewusstseins, dass mentale Zustände über physischen Zuständen supervenieren [3]. Das heißt, dass sich der mentale Zustand einer Person nur ändert, wenn sich gleichzeitig ein physischer Zustand verändert. Ebenso supervenieren die biologischen Eigenschaften eines Organismus über seinen physischen, sofern sich eine biologische Eigenschaft nur verändert, wenn sich zugleich auch eine physische Eigenschaft ändert.

Terence Horgan (* 1948), ein Schüler von Jaegwon Kim (* 1934), hat allerdings darauf hingwiesen, dass Supervenienz allein für den Materialismus nicht hinreichend ist, da auch dualistische Theorien mit der Supervenienz vereinbar seien.[4]

Literatur

Einzelnachweise

  1. Donald Davidson: Mental Events. In L. Foster & J. W. Swanson (eds.), Essays on Actions and Events. Clarendon Press (1970). pp. 207-224 pdf
  2. Paul Hoyningen-Huene: Reduktion und Emergenz. In: Andreas Bartels, Manfred Stöckler (Hrsg.): Wissenschaftstheorie. mentis Verlag, Paderborn, 2009, S. 180
  3. Terence Horgan: Supervenience and Microphysics. In: Pacific Philosophical Quarterly. 63, 1982, S. 29–43.
  4. Terence Horgan: From Supervenience to Superdupervenience: Meeting the Demands of a Material World. In: Mind. 102, 1993, S. 555–586 pdf