Tarnkappe

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Die Tarnkappe (von ahd. tarni „heimlich“ und kappa „Kapuzenmantel“, von lat.cappa im 9. Jahrhundert entlehnt[1] [2]) ist ein imaginatives Bild für die Fähigkeit des Eingeweihten oder Magiers, sein wahres Wesen zeitweise unsichtbar zu machen und unerkannt durch die Welt zu gehen.

„Die Tarnkappe ist das Symbol des Magiers - und zwar sowohl des weißen wie des schwarzen Magiers -, der sichtbar unter uns wandelt, aber als solcher unsichtbar ist.“ (Lit.:GA 92, S. 127)

„Diejenigen Brüder, welche die eigentlichen höchsten Hüter des Weisheitsschatzes der Menschheit sind, befinden sich in dieser Welt. Sie gehen vielleicht unter uns herum, wir können ihnen begegnen. Aber für die gewöhnliche Menschheit tragen sie eine Tarnkappe. Sache der anderen ist es, sie zu erkennen. Sie selber geben sich nie zu erkennen.“ (Lit.:GA 96, S. 92)

Ein solcher Eingeweihter war auch Siegfried, der die Tarnkappe von dem Zwerg Alberich erringen konnte, der nach dem Nibelungenlied den Nibelungenhort bewachte.

„Seinen eigentlichen Menschen kann der Eingeweihte dadurch unkenntlich machen, daß er die Tarnkappe besitzt; sie macht den Besitzer dieser höheren okkulten Fähigkeiten für die Außenwelt unbemerkbar. Diese okkulten Fähigkeiten haben die Besitzer des Nibelungenhortes gehabt. Sie stammten von der atlantischen Rasse ab, und insbesondere die Eingeweihten der atlantischen Wurzelrasse besaßen diese Fähigkeiten; sie waren aber auch bei den Eingeweihten der fünften Wurzelrasse und daher auch bei Siegfried vorhanden.“ (Lit.:GA 92, S. 88)

„So ist Siegfried der Eingeweihte der germanischen Vorzeit, der die niedere Natur, den Drachen überwindet, der hinaufsteigt und sich das Anrecht erwirbt, wie jeder Eingeweihte hineinzusehen in die Welt, welche die Menschen betreten werden, wenn sie die Pforte des Todes durchschreiten. Solche Eingeweihte waren immer für das physische Auge der Menschen unsichtbar; sie hatten immer eine Tarnkappe auf. Es ist für jeden ohne weiteres ersichtlich, daß wenn heute in irgendeiner modernen Stadt ein Eingeweihter wie zum Beispiel der Christus Jesus aufträte, er als solcher ziemlich verborgen bliebe. Denn würde man ihn auch nicht einsperren, so würde man doch das, was nur mit geistigem Auge wahrzunehmen ist, mindestens als etwas ganz Unerhörtes empfinden.“ (Lit.:GA 54, S. 422f)

„Wir wissen, daß Kriemhildens Bruder, Günther, werben will um Brunhilde, daß Brunhilde aber schwer, schwer zu erringen ist, und Günther ist nicht die Persönlichkeit, die Brunhilde erringen kann. Aber Günther verspricht Siegfried vom Niederrhein, daß er ihm Kriemhilde zur Gattin geben wolle, wenn Siegfried ihm, Günther, behilflich sein würde in der Werbung um Brunhilde. Und Siegfried ist - davon werden wir noch später sprechen - der starke Held, der im Kampfe die schier unbezwingliche Brunhilde überwinden kann. Siegfried ist aber auch der, man möchte sagen, von okkulten Kräften umwobene Held, und dadurch kommt es zustande, daß, als im Kampfe Günther sich erwerben soll Brunhilde, Siegfried, ihr unsichtbar gemacht durch okkulte Mittel, die Tarnkappe, ihm beistehen kann, und daß Siegfried es eigentlich ist, der Brunhilde überwinden kann. Und Günther, der als der Uberwinder gilt, weil man an seiner Seite Siegfried, den wirklichen Sieger nicht gesehen hat, kann Brunhilde heimführen nach Worms.

Und noch einmal ist es, daß Günther zu kämpfen hat mit Brunhilde, als sie schon sein Weib ist. Aber wiederum muß Siegfried für ihn eintreten, und entwunden wird Brunhilden Ring und Gürtel durch Siegfried, während sie glauben muß, durch Günther seien sie ihr entrungen worden. Das aber wird die Veranlassung dazu, daß heftigste Eifersucht ausbricht zwischen den beiden, zwischen Kriemhilde und Brunhilde.“ (Lit.:GA 161, S. 174)

Anmerkungen

  1.  Dudenredaktion (Hrsg.): Duden, Das Herkunftswörterbuch. Etymologie der deutschen Sprache. In: Der Duden in zwölf Bänden. 4. Auflage. Band 7, Dudenverlag, Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2006, ISBN 978-3-411-04074-2., Seite 390.
  2.  Friedrich Kluge, bearbeitet von Elmar Seebold: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 24., durchgesehene und erweiterte Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2001, ISBN 978-3-11-017473-1, DNB 965096742. Seite 469.

Literatur

  1. Rudolf Steiner: Die Welträtsel und die Anthroposophie, GA 54 (1983), ISBN 3-7274-0540-6 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  2. Rudolf Steiner: Die okkulten Wahrheiten alter Mythen und Sagen, GA 92 (1999), ISBN 3-7274-0920-7 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  3. Rudolf Steiner: Ursprungsimpulse der Geisteswissenschaft, GA 96 (1989), ISBN 3-7274-0961-4 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  4. Rudolf Steiner: Wege der geistigen Erkenntnis und der Erneuerung künstlerischer Weltanschauung, GA 161 (1999), ISBN 3-7274-1610-6 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
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