Jesuiten

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Il Gesù in Rom, Mutterkirche des Jesuitenordens

Als Jesuiten werden die Mitglieder der katholischen Ordensgemeinschaft Gesellschaft Jesu (Societas Jesu, Ordenskürzel: SJ) bezeichnet, die am 15. August 1534 von einem Freundeskreis um Ignatius von Loyola gegründet wurde. Neben den üblichen drei Ordensgelübden – Armut, Ehelosigkeit und Gehorsam – verpflichten sich Ordensangehörige durch das vierte Gelübde zu besonderem Gehorsam gegenüber dem Papst. Der Orden wurde 1773 auf Druck der absolutistischen Könige vom Papst aufgehoben, 1814 aber wieder zugelassen. Die Bezeichnung Jesuiten wurde zunächst als Spottname gebraucht, später aber auch vom Orden selbst übernommen.

Allgemeines

Die Jesuiten gehören zu den Regularklerikern. Sie haben keine besondere Ordenskleidung und kein gemeinsames Chorgebet. Mitglieder des Ordens tragen hinter ihrem Nachnamen den Namenszusatz SJ (Abkürzung für Societas Jesu).

Symbol des Ordens ist das Monogramm IHS (die ersten drei Buchstaben des Namens Jesus in griechischer Schrift), das oft auch als Iesum Habemus Socium (Wir haben Jesus als Gefährten) oder Iesus Hominum Salvator (Jesus, der Erlöser der Menschen) gedeutet wurde. Motto des Ordens ist die lateinische Wendung: Omnia Ad Maiorem Dei Gloriam (Alles zur größeren Ehre Gottes), oft abgekürzt OAMDG oder AMDG.

Die Exerzitien des Ignatius von Loyola bilden den Kern der Spiritualität des Ordens. In diesen 30-tägigen Geistlichen Übungen betrachtet der Exerzitant (derjenige, der die Übungen macht) im Gebet und in der Meditation sein Leben und das Leben Jesu und wird dabei von jenem, der die Exerzitien gibt, begleitet. Heutzutage werden ignatianische Exerzitien auch von Laien und anderen Orden gemacht und gegeben.

Der Orden hat zum 1. Januar 2011 insgesamt 17.906 Mitglieder, davon 12.737 Priester, 2.850 Scholastiker (Mitglieder zwischen dem ersten und dem endgültigen Gelübde), 1.535 Brüder und 784 Novizen, die in 125 Ländern leben und tätig sind. Das Durchschnittsalter beträgt weltweit 57,49 Jahre. Eine große Zahl von Jesuiten weltweit arbeitet in Schulen und Universitäten. Wichtige andere Tätigkeitsfelder sind die Begleitung von Exerzitien, die Sozial- und Flüchtlingsarbeit und die Medienarbeit.

Geschichte

Ordensgründung

Regimini militantis Ecclesiae
Ignatius von Loyola

Der Orden der Jesuiten wurde von Ignatius von Loyola gegründet und wesentlich gestaltet. Ignatius (geboren 1491) stammte aus baskischem Adel, war zunächst Offizier, bis ihm im Alter von dreißig Jahren eine Kriegsverwundung den weiteren Aufstieg in dieser Karriere versperrte. Mystische Erfahrungen nach diesem Lebenseinschnitt brachten auf einen religiösen Lebensweg. In seinem Pilgerbericht bezeichnet er sich als Der Pilger und beschreibt, wie ihn in allem Gott geführt habe. Nach teils abenteuerlichen, teils fruchtbaren Vorstufen studierte er an verschiedenen Orten, seit 1528 in Paris, wo er 1535 zum Magister Artium promoviert wurde. In Paris sammelte er auch Gefährten (wie Francisco de Xavier und Peter Faber) um sich und verband sich mit ihnen am 15. August 1534 (Tag Mariä Himmelfahrt) auf dem Montmartre durch gemeinsame Gelübde. Die gelobte Wallfahrt und Seelsorgearbeit in Jerusalem erwiesen sich als undurchführbar. Statt dessen stellte sich die Gruppe Ende 1537 in Rom Papst Paul III. zur Verfügung. Dieser genehmigte drei Jahre später mit der Bulle Regimini militantis ecclesiae vom 27. September 1540 das bis 1762 geheime Grundstatut der Gemeinschaft (Constitutiones). Damit war die Gemeinschaft als Orden anerkannt. Ignatius wurde zum ersten Oberen gewählt und leitete den rasch wachsenden Orden von Rom aus bis zu seinem Lebensende am 31. Juli 1556.

Von den Ordensmitgliedern wurde die Unterwerfung unter die Heilige Schrift und die Lehre der katholischen Kirche erwartet. So erklärte Ignatius: „Ich werde glauben, dass Weiß Schwarz ist, wenn es die Kirche so definiert.“ In anderer Fassung ist übersetzt: „Wir müssen, um in allem das Rechte zu treffen, immer festhalten: ich glaube, dass das Weiße, das ich sehe, schwarz ist, wenn die Hierachische Kirche es so definiert."[1]

Aufgrund des absoluten Gehorsams, seiner straffen Hierarchie und einer größtmöglichen persönlichen Flexibilität und Unabhängigkeit (ignatianisch: Indifferenz) konnte der Orden schnell wachsen und in vielen Ländern aktiv werden.

Obwohl von Ignatius der Satz überliefert ist, dass er gerne aus dem Volk Jesu stammen würde, wurden Christen jüdischer Abstammung ab 1593 am Ordenseintritt gehindert. Diese Regelungen wurden wiederholt modifiziert und von ihnen in Einzelfällen dispensiert, doch erst 1946 wurde sie endgültig und vollständig abgeschafft.

Mary Ward gründete 1609 das Institut der Englischen Fräulein. Diese Organisation, die auf den Regeln des Ignatius von Loyola aufbaut, gilt inoffiziell als Orden der Jesuitinnen. Seit 2004 trägt sie den Namen Congregatio Jesu, das Abkürzungssigel CJ erinnert an das ähnliche SJ der Jesuiten. Die Congregatio Jesu konnte im Jahr 2004 nach langem Bemühen die Konstitutionen, die Ignatius für die Gesellschaft Jesu schrieb, übernehmen. Sie versteht sich seither als weiblicher Zweig des Ordens.

Gegenreformation und Barock

In Europa hatten Jesuiten bedeutsamen Anteil an der Gegenreformation, der katholischen Reaktion auf die von ihr als Häresie betrachtete protestantische Reformation. Der Orden gründete dazu in für den katholischen Glauben gefährdeten Ländern zunächst Ordenshäuser. Wo dies nicht möglich war, wie zum Beispiel in Irland, England oder in einer Anzahl deutscher Territorien, wurde das entsprechende Ordenshaus in Rom eröffnet, und die Patres reisten zum Teil illegal ins Land. Da der Orden keine verbindliche Tracht hatte, konnte das oft unbemerkt gelingen.

Von den Ordenshäusern aus entfalteten die Jesuiten eine rege Tätigkeit, die vor allem die Predigt und die Seelsorge einschließlich der Beichte umfasste. Hier entwickelten sie eine besondere Kasuistik, die bei der Zumessung von Bußen für Sünden auch die mildernden Umstände bei der Begehung berücksichtigten. Da sie häufig die Seelsorger und Beichtväter von Königen und Fürsten waren, übten sie auch einen gewissen politischen Einfluss aus.

Ein weiteres wichtiges Arbeitsfeld der Jesuiten war ihrem Gelübde gemäß die Bildung der Jugend: Die von den Jesuiten gegründeten Schulen und Universitäten wie z. B. die Universitäten in Ingolstadt und im damals polnischen Wilna sollten Gewähr dafür bieten, dass kommende Generationen fest verwurzelt im katholischen Glauben heranwuchsen.

Die Jesuiten setzten sich dafür ein, den katholischen Glauben durch prunkvolle Zeremonien zu zelebrieren, förderten in diesem Kontext auch die barocke Baukunst. Im Zuge der gegenreformatorischen Propaganda förderten sie das Barocktheater und entwickelten mit dem Jesuitentheater eine eigene Tradition.

Als größter Erfolg der gegenreformatorischen Anstrengungen des Ordens wird Polen angesehen. Die adelige Oberschicht des Landes, die Szlachta, hatte sich bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts in nicht unbedeutendem Maße dem Protestantismus zugewandt, die Bürger einiger Städte waren sogar mehrheitlich evangelisch geworden, wenngleich die Zersplitterung zwischen Lutheranern, Calvinisten, Böhmischen Brüdern und Unitariern groß war. Hierbei hatte die traditionelle polnische Toleranz ebenso eine Rolle gespielt wie der Einfluss der Hussiten hundert Jahre zuvor. Gleichwohl hielten insbesondere die polnischen Könige am katholischen Glauben fest. König Stephan Báthory (1533–1586) gestattete die Errichtung jesuitischer Ordenshäuser in Polen, angefangen 1564 mit Braunsberg, dann 1567 in Vilnius, 1574 in Posen usw. Von hier begannen die Jesuiten, die durch ihren höheren Bildungsstand und ihre straffere Disziplin den anderen Orden und den Weltgeistlichen überlegen waren, mit Predigten, Seelsorge, Armenpflege und nicht zuletzt durch ihre Bildungsarbeit gerade in der Oberschicht die Rekatholisierung des Landes. Stephans Nachfolger König Sigismund III. Wasa (1586–1632) war bereits von Jesuiten erzogen worden, tolerierte ihre immer aggressivere gegenreformatorische Arbeit und ernannte nur noch Katholiken zu Senatoren. Beim Erfolg der Gegenreformation in Polen spielte neben den jesuitischen Bemühungen aber auch eine Rolle, dass die Landbevölkerung vom Protestantismus nur zu geringen Teilen erfasst worden war und Sigismunds Kriege gegen das protestantische Schweden und das orthodoxe Russland den Katholizismus quasi als Nationalreligion erscheinen ließen. In dieser Zeit kam es auch zu gelegentlichen Brandstiftungen und Zerstörungen evangelischer Kirchen, die ein durch jesuitische Predigten aufgestachelter Mob verübte, z. B. 1603–16 in Posen, 1591 in Krakau, 1611 in Vilnius. Diese zunehmend intolerante Religionspolitik fand ihren Abschluss, als der Sejm 1717 den Neubau evangelischer Kirchen verbot und alle seit 1632 erbauten niederzureißen befahl; für den Abfall vom katholischen Glauben war nun die Todesstrafe vorgesehen. Den Jesuiten war es in gerade einmal einem halben Jahrhundert gelungen, den Katholizismus dauerhaft im Land zu verankern.

Mission

Höllensturz - Gemälde des jesuitischen Chinamissionars Giuseppe Castiglione, 18. Jh.

Hauptartikel: Jesuitische Mission

Jesuiten arbeiteten als Missionare in China, Japan, Indien, Amerika. Die Briefe des Jesuitenmissionars Franz Xaver fanden weite Verbreitung und weckten bei vielen Katholiken eine neue Begeisterung für die Mission. Im 18. Jahrhundert prägten Jesuiten in erheblichem Maße das kulturelle Leben am chinesischen Kaiserhof, wo sie u. a. als Maler und Astronomen tätig waren.

In Paraguay bestand von 1610 bis 1767 ein Jesuitenstaat, in welchem die Jesuiten unter den Ureinwohnern ein christliches Sozialsystem eingeführt hatten. Auf diese Art konnten die Indianer in so genannten Reduktionen unabhängig von den spanischen und portugiesischen Kolonialherren und in relativer Sicherheit leben. Da aus den Guarani auch eine bis zu mehreren tausend Mann starke Armee rekrutiert wurde, welche zeitweise die einzige Verteidigung der Kolonisten gegen feindliche Indianer und Angriffe anderer Kolonialmächte bildete, hatten die jesuitischen Reduktionen auch eine stark stabilisierende Wirkung auf das spanische Kolonialreich.

Die jesuitische Mission in Lateinamerika wurde in Europa kontrovers beurteilt, besonders von Spanien und Portugal, wo man sie als Behinderung für die kolonialen Unternehmungen der eigenen Regierungen ansah. 1767 wurden die Jesuiten von den Spaniern aus Paraguay vertrieben.

Kritik kam auch aus dem Klerus. Der Bischof von Puebla, Juan de Palafox, berichtete an den Papst mit Abscheu vom materialistischen Profitstreben jesuitischer Unternehmungen. Er beschwerte sich über riesige Haziendas, mehrere große Zuckerplantagen sowie Fabriken und Läden, welche vom Handel mit den Philippinen profitierten und mit Hilfe schwarzer Sklavenarbeit betrieben wurden. Zugute kam den Jesuiten dabei auch die Steuerbefreiung durch das spanische Kolonialreich. Nach Ansicht des britischen Historikers Henry Kamen zählten die Jesuiten zu den größten Sklavenhaltern Südamerikas in der Mitte des 18. Jahrhunderts.[2]

Die Jesuiten und ihr Kampf um den Papstthron

Nachdem die Jesuiten in der katholischen Kirche die Rolle einer Elite eingenommen hatten, wurden auch Bestrebungen sichtbar, dem Orden das Papstamt zu verschaffen. Dies scheiterte jedoch zunächst - und zeitweise verbot das Papsttum den Jesuiten-Orden wegen dessen undurchsichtiger Geheimpolitik sogar.

Obwohl dem Orden durch das Opus Dei bereits im 20. Jahrhundert eine ernsthafte Konkurrenz erwachsen war, gelang es am 13.03.2013 erstmalig mit Franziskus I. (Jorge Mario Bergoglio), einem gebürtigen Argentinier, das höchste Amt der katholischen Kirche mit einem Ordensangehörigen der Societas Jesu zu besetzen. "Nie zuvor war ein Mitglied des Jesuitenordens Papst."[3]

Rudolf Steiner über die Jesuiten

"Die Jesuiten bekämpfen selbstverständlich aufs wütendste die freimaurerischen Gemeinden, die freimaurerischen Gemeinden bekämpfen aufs wütendste die Jesuiten-Gemeinden; aber Obere der Freimaurer und Obere der Jesuiten-Gemeinde gehören den höheren Graden einer besonderen Bruderschaft an, bilden einen Staat im Staat, der die anderen umfaßt. Denken Sie sich, was man in der Welt wirken kann, wenn man so wirken kann, daß man auf der einen Seite zum Beispiel der Obere einer freimaurerischen Gemeinde ist, die also als Instrument dient, um zu wirken, und man sich verständigen kann mit dem Oberen einer Jesuiten-Gemeinschaft, um eine einheitliche Handlung vorzunehmen, die nur vorgenommen werden kann, wenn man einen solchen Apparat zur Verfügung hat: Auf der einen Seite läßt man los die Brüder Freimaurer, die durch alle Kanäle irgend etwas furchtbar stark vertreten. Das muß vertreten werden. Wenn man aber nur auf der einen Seite die Stiere losläßt, dann, nicht wahr, wird es nichts. Man muß auf der anderen Seite die Sache bekämpfen lassen mit demselben Feuer, mit demselben Enthusiasmus. Denken Sie, was man wirken kann, wenn man einen solchen Apparat zur Verfügung hat! In einer besonders wirksamen Weise zum Beispiel ist gewirkt worden mit einem solchen Apparat, der zu gleicher Zeit Jesuiten und Freimaurerisches in Bewegung setzte, ohne daß man auf der Jesuitenseite und ohne daß man auf der freimaurerischen Seite etwas wußte davon, in einem gewissen Lande, das ja so etwa im Nordwesten von Europa liegt, zwischen Holland und Frankreich. Da waren besonders starke Wirkungen ausgegangen — nicht in der allerletzten Zeit, aber lange Zeit hindurch —, die sich sowohl der einen wie der anderen Strömung bedienten und die gar mancherlei wirken konnten." (Lit.: GA 167, Vierter Vortrag).

"Nun gibt es noch eine ganz andere Sorte von auch okkult zu nennenden Verbrüderungen, welche das gleiche befolgen, aber auf einem anderen Felde, welche auch mit der Art und Weise, wie sie wirken, tiefer in den Menschen hineinkraften und welche es verstehen, tiefer in den Menschen hineinzukraften. Zu okkulten Verbrüderungen solcher Art gehört zum Beispiel der Orden der Jesuiten. Denn der Orden der Jesuiten beruht durchaus auf Okkultismen. Ich habe das ausgeführt in dem einmal in Karlsruhe gehaltenen Vortragszyklus, wo ich direkt beschrieben habe die Übungen, die der Jesuitenschüler zu machen hat, um eben Jesuit werden zu können. Diese Übungen bewirken nun, daß der Mensch, der mitteilt oder Kultushandlungen bewirkt, statt in den Ätherleib des Menschen einzugreifen, in den astralischen Leib eingreift. Alle Schulung des Jesuitismus geht darauf hinaus, dem Jesuiten Kraft zu geben, seine Worte so zu stellen, die Art und Weise, wie er redet, so zu fügen, daß dasjenige, was er vorbringt oder was er tut, sich hineinstiehlt, möchte ich sagen, in die astralischen Impulse des Menschen." (Lit.: GA 167, Neunter Vortrag).

"Nun ist jesuitische Wirksamkeit nicht einerlei mit dem Vorhandensein der Jesuiten da oder dort. Denn es gibt Kanäle im menschlichen Leben, durch welche man wirken kann auch an Orten, wo es einem verboten ist sich aufzuhalten. Und man soll nicht glauben, daß, wenn man im Jesuitismus gewisse Gefahren wittert, man schon alles dagegen getan hat dann, wenn man den Jesuiten den Aufenthalt in irgendeinem Territorium verbietet. Das zeigt nur, daß man nicht recht weiß, worauf es ankommt. Und man wird erst wissen, worauf es ankommt, wenn man diese Kenntnisse haben wird, die nur die Geisteswissenschaft geben kann. Aber man kann ja nicht so leicht zeigen, wie Jesuitismus wirkt, wenn man auf allerlei unbekannte Kanäle hinweisen muß. Die Leute glauben es einem auch nicht recht, wenn man auf unbekannte Kanäle hinweist." (Lit.: GA 167, Neunter Vortrag).

"Und diese ahrimanischen, unsichtbar unter uns webenden Wesen, die haben ihre eigenen Methoden und müssen ihre eigenen Methoden haben gegenüber denen, die zum Beispiel die Jesuiten im Paraguay-Staate anwendeten im siebzehnten und achtzehnten Jahrhundert. Denn bei diesen Indianern konnte man auf den astralischen Leib wirken, und ihr physischer Leib war weich. Jetzt muß man anders wirken. Jetzt muß man namentlich in Aussicht nehmen, muß sich dessen bewußt sein, daß man das Denken der Menschen als solches beeinflußt, daß man sich mit den Kräften so in die Gedankenrichtungen der Menschen hineinbegibt, daß sie es nicht merken. Ich sage nicht, Menschen tun das: Durch Menschen wird das meistens getan, von ahrimanischen Wesenheiten geht das aus, die sich in die Gedankenrichtungen der Menschen hineinbegeben. Die Menschen glauben dann, wenn sie ein Urteil übernehmen, daß sie dieses aus ihrer Überzeugung übernehmen. An der Oberfläche ist das auch richtig. In den Tiefen ist es aber nicht richtig, sondern die Sache verhält sich anders. Wenn das Urteil so gleichsam schwirrt im öffentlichen Leben, daß es gewissen Gefühlsrichtungen, gewissen Empfindungsströmungen sich — verzeihen Sie den trivialen Ausdruck — einschmiert, dann glauben die Leute, mit dem Verstände hätten sie es begriffen. In Wahrheit haben sie es nur in ihre Denkgewohnheiten aufgenommen, in die es sich hineingeschmiert hat. Und dann haben die Leute selbstverständlich die Meinung, daß sie nun etwas ganz ohne irgend einen Autoritätsglauben aufgenommen haben, während sie eben gerade die Art und Weise, wie es sich in ihre Seele hineingestohlen hat, ganz und gar nicht merken. Wie geschieht so etwas? Nun, sehen Sie, so etwas geschieht zum Beispiel auf folgende Weise: Es bildet sich im Laufe der Zeiten durch alle möglichen Denkgewohnheiten — denn wenn Sie geschichtlich der Sache nachgehen, werden Sie schon sehen, daß es wahrhaftig nicht aus dem Verstände heraus sich gebildet hat — so eine Urteilrichtung über das, was wissenschaftlich ist, was wissenschaftliche Methode sein muß, was strenge Wissenschaft ist. Dann gesellt sich, wiederum auf dieselbe Weise, zu diesem Urteil über das, was strenge Wissenschaft ist, im Laufe der Zeit hinzu, daß diese strenge Wissenschaft von einem geheimnisvollen Orte ausgehen muß: Universität oder ähnlichem. Was nicht von dorther weht, das schmiert sich in die Gedankengewohnheiten doch nicht so hinein, nicht wahr? Dann aber schmieren sich in diese Gedankengewohnheiten allerlei Namen hinein. Man glaubt nicht an eine Autorität, selbstverständlich; aber man glaubt auch an alles andere nicht, höchstens an das, was die berühmte Persönlichkeit darüber gesagt hat. Und aus allen solchen Elementen setzt sich ein solcher Strom von Urteilen zusammen. Das ist richtig ein Flußbett für den Ahriman, ein Fluß für den Ahriman! Da kann nun Ahriman seine Kräfte hineinfließen lassen. Denn ins bewußte Leben, ins wirklich bewußte Leben kann ja Ahriman nicht herauf. Wenn man Wache hält vor seinem Bewußtsein, dann kann Ahriman nicht herein. Aber wenn man nicht Wache hält und auf diese Weise, wie ich es geschildert habe, sich in den Strom der Denkgewohnheiten hinein aufnehmen läßt, dann kann der Ahriman überall herein und einen zurichten. Und man ist besonders wenig geschützt vor dieser Zurichtung, wenn man sich so recht mit seiner ganzen Persönlichkeit in diesen Strom hineinbegeben hat, wenn man zum Beispiel von frühester Jugend auf dressiert worden ist auf «strenge Wissenschaft». Nehmen wir also einmal an, jemand wäre in unserer Zeit dressiert worden von frühester Jugend auf auf die strenge psychologische Methode. Psychologie ist ja in unserer Zeit etwas ganz Besonderes geworden. Eduard von Hartmann hat 1901 eine Geschichte der modernen Psychologie geschrieben. Darinnen hat er gleich im Anfang auch von dem geredet, wovon diese moderne Psychologie nicht mehr redet, weil das wissenschaftlich überwunden ist, weil es nicht mehr zur Wissenschaft gehört, über solche Dinge zu reden. Er sagt zum Beispiel: «Nur in der ersten Hälfte des zu besprechenden Zeitraums» — nämlich der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts — «halten noch einige theistische Philosophen wie an der Unsterblichkeit einer selbstbewußten Seelensubstanz so auch an einem Rest indeterministischer Freiheit fest, begnügen sich dann aber meistens damit, die wissenschaftliche Möglichkeit dieser Herzenswünsche begründen zu wollen.» — Aber in der neuesten Zeit hat das ganz aufgehört. Es ist selbstverständlich, daß man sich in der Psychologie weder mit der Unsterblichkeitsfrage befaßt noch mit der Frage, ob es eine menschliche Freiheit gibt; das sind keine wissenschaftlichen Fragen mehr! Nun, so wird man hineindressiert in dasjenige, was eigentlich wissenschaftliche Methode ist. Man gründet psychologische Gesellschaften, in denen selbstverständlich so dummes Zeug wie die Geisteswissenschaft gar nicht besprochen werden darf, denn das entspricht keiner wissenschaftlichen Richtung." (Lit.: GA 167, Neunter Vortrag).

"Aber ich frage Sie: Wie viele Menschen wissen heute davon, daß Parteimeinungen Abschattungen sind von Wesenhaftem in der geistigen Welt? Manche wissen es, und die richten dann das, was sie tun, nach diesem Wissen ein. Ich kann Sie hinweisen auf solche, die so etwas wissen. Nehmen Sie die Jesuiten, die wissen das. Glauben Sie nicht, daß die Jesuiten meinen, wenn sie zum Beispiel in ihren Blättern jetzt gegen Anthroposophie schreiben, daß sie mit ihren Gründen da irgend etwas besonders träfen, was nicht widerlegt werden könnte. Aber auf Widerlegungen kommt es dabei nicht an. Und was man schließlich einwenden kann gegen solche Widerlegungen, das wissen die Jesuiten sehr gut, denn den Jesuiten kommt es nicht darauf an, mit Gründen für oder wider zu fechten, sondern ihnen kommt es darauf an, Anhänger zu sein eines gewissen Wesens, das ich aber heute noch nicht bezeichnen will, das sie aber ihren Anführer Jesus nennen, dem sie zugehören. Mag dieses Wesen sein, was immer, sie nennen es Jesus. Ich will nicht auf den Tatbestand genauer hinweisen; aber sie bezeichnen sich als Soldaten, ihn als den Anführer, und sie kämpfen nicht, um zu widerlegen, sie kämpfen, um Anhänger zu werben für die Kompanien, für das Heer des Jesus, das heißt desjenigen Wesens, das sie Jesus nennen. Und sie wissen ganz genau, daß, sobald man über die Schwelle hinaufschaut, es nicht auf abstrakte Kategorien, nicht auf logische Zusagen oder Widerlegungen ankommt, sondern daß es da ankommt auf die Heerfolge des einen oder des andern Wesens, während es unten auf der Erde sich um Redensarten handelt." GA 199, S. 24f.

"Eine solche Gruppe habe ich Ihnen ja gestern bereits angeführt, die Gruppe der Jesuiten. Sie läßt sich auf die Kinderei von Parteiprogrammen nicht ein. Lesen Sie eben jenen Vortragszyklus, den ich unter dem Titel «Von Jesus zu Christus» in Karlsruhe gehalten habe [ GA 131 ], und der ja unserer hiesigen Klerisei ausgeliefert worden ist, dann werden Sie die Übungen verfolgen können, welche der Jesuit zu machen hat, um auf seinem Posten der rechte Mann zu sein. Dem überträgt man kein Parteiprogramm, dem kleidet man nicht irgendwelche abstrakte Forderungen in abstrakte Formeln, sondern dem zeigt man in Übungen, wie er dem geistigen Führer nachzufolgen hat; den erzieht man dazu, sich in der Gefolgschaft gegenüber einem übersinnlichen Wesen zu wissen." GA 199, S. 33

"Den entgegengesetzten Weg gingen durch eine Reaktion auf manche andere Geistesströmungen innerhalb Europas diejeni-gen, die gewöhnlich mit dem Namen Jesuiten bezeichnet wer-den. Das ist der radikale, der Grundunterschied zwischen dem berechtigt christlich zu nennenden Geistesweg und dem jesuiti-schen Geistesweg, der das Jesus-Prinzip einseitig überspannt: dass der jesuitische Weg überall auf den Willen direkt zu wir-ken beabsichtigt, überall den Willen direkt, unmittelbar ergrei-fen will. Das drückt sich schon bedeutsam aus in der Art und Weise, wie der Zögling des Jesuitismus herangebildet wird. Der Jesuitismus ist deshalb nicht leicht zu nehmen, nicht bloß exo-terisch, sondern auch esoterisch, weil er im Esoterischen wur-zelt. Aber er wurzelt nicht im Geistesleben, das ausgegossen ist durch das Symbol der Pfingstfeier, sondern er will unmittelbar wurzeln in dem Jesus-Element des Sohnes, das heißt in dem Willen; und dadurch überspannt er das Jesus-Element des Wil-lens. Das wird sich ergeben, wenn wir auf das eingehen, was das Esoterische im Jesuitismus genannt werden muss: auf die verschiedenen geistigen Übungen. Wie sind dieselben eingerichtet? Das ist ja das Bedeutsame, dass jeder einzelne Zögling des Jesui-tismus Übungen durchmacht, die in das okkulte Leben, aber in den Willen hineinführen, und den Willen innerhalb des okkul-ten Feldes in eine strenge Zucht, man könnte sagen Dressur nehmen. Und das ist das Bedeutsame, dass diese Zucht des Wil-lens nicht nur aus der Oberfläche des Lebens hervorquillt, son-dern aus einem Tieferen, weil der Zögling in das Okkulte - aber eben in der angedeuteten Richtung - hineingeführt wird. Wenn wir jetzt absehen von den Gebetsübungen, die vorberei-tend sind für alle jesuitischen esoterischen Übungen, und auf diese okkulten Übungen, wenigstens in ihren Hauptsachen, selbst eingehen, so müssen wir sagen: Da hatte sich der Zögling zunächst eine lebendige Imagination hervorzurufen von dem Christus Jesus als dem Weltenkönig - wohl gemerkt: eine Ima-gination! Und keiner wurde zugelassen zu den eigentlichen Graden des Jesuitismus, der nicht solche Übungen durchge-macht hatte und der nicht in seiner Seele erfahren hatte die Umwandlung, die solche Seelenübungen für den ganzen Men-schen bedeuten. Aber diesen imaginativen Vorstellungen des Christus Jesus als Weltenkönig musste noch etwas anderes vor-hergehen. Da hat sich der Mensch vorzustellen - und zwar in tiefer Einsamkeit und Abgeschlossenheit - das Bild des Men-schen, wie er in die Welt hereingeschaffen ist und der Sünde verfällt und damit der Möglichkeit der furchtbarsten Strafen. Und streng wird vorgeschrieben, wie das Bild eines solchen Menschen, wenn er sich selbst überlassen ist, den Qualen aller möglichen Strafen verfallen muss. Die Vorschriften sind außer-ordentlich streng; und ohne dass andere Begriffe und Ideen in seine Seele einziehen, muss fortwährend in der Seele des kom-menden Jesuiten das Bild des gottverlassenen, den furchtbarsten Strafen ausgesetzten Menschen leben, und das Gefühl: Das bin ich, indem ich in die Welt hineingetreten bin und Gott verlas-sen habe und mich der Möglichkeit der furchtbarsten Strafen ausgesetzt habe! - Das muss hervorrufen Furcht vor dem Gott-verlassensein, Abscheu vor dem Menschen, wie er seiner bloßen Natur nach ist. Dann soll in einer weiteren Imagination dem Bilde des verworfenen, gottverlassenen Menschen gegenüber-treten das Bild des erbarmungsvollen Gottes, der dann zum Christus wird, und durch seine Taten auf der Erde dasjenige sühnt, was der Mensch durch das Verlassen des göttlichen Pfa-des angerichtet hat. Entgegentreten soll der Imagination des gottverlassenen Menschen all das Erbarmende, das Liebende der Christus-Jesus-Wesenheit, der einzig und allein es zuzuschrei-ben ist, dass der Mensch nicht allen auf die Seele wirkenden Strafmöglichkeiten ausgesetzt ist. Und ebenso lebendig, wie sich vorher das Gefühl der Verachtung gegenüber dem Verlassen des göttlichen Pfades in der Seele des Jesuitenzöglings festsetzen muss, so muss jetzt in ihm Platz greifen das Gefühl der Demut und Zerknirschung gegenüber dem Christus. Wenn diese zwei Empfindungsqualitäten in dem Zögling hervorgerufen sind, dann muss die Seele mehrere Wochen hindurch in strengen Exerzitien leben, indem sie sich alle Einzelheiten der Bilder des Jesuslebens - von der Geburt bis zum Kreuzestode und bis zur Auferstehung - in der Imagination vormalt. Und alles das ent-steht dann in der Seele, was entstehen kann, wenn der Zögling so, mit Ausnahme der notwendigen Essenszeit, in strenger Ab-geschlossenheit lebt und nichts auf die Seele wirken lässt als die Bilder, die das Evangelium von dem erbarmenden Jesusleben schildert. Das aber wird nicht bloß in Gedanken und Begriffen vorgestellt, sondern muss in lebendigen, vollsaftigen Imaginati-onen auf die Seele wirken. Nur der, der eben weiß, wie die menschliche Seele umgewan-delt wird durch die Imaginationen, die in aller Lebendigkeit wirken, der weiß auch, dass in der Tat unter solchen Bedingun-gen aus der Seele etwas anderes gemacht wird. Und zwar wird durch solche Imaginationen, weil sie in der intensivsten Weise einseitig, erstens auf den sündigen Menschen, zweitens auf den nur erbarmenden Gott und dann nur auf die Bilder des Neuen Testamentes sich erstrecken, durch das Gesetz der Polarität ge-rade ein gestärkter Wille hervorgerufen. So dass unmittelbar durch diese Bilder gewirkt wird; denn jedes Nachdenken und so weiter über diese Bilder muss pflichtgemäß ausgeschlossen sein. Da gibt es nur ein Sichvorhalten der Imaginationen, wie sie eben charakterisiert worden sind. Was dann folgt, ist dies: In den weiteren Exerzitien wird der Christus Jesus - und jetzt kann man sagen, nicht mehr der Christus, sondern ausschließlich Jesus - als der Welten allge-meiner König vorgestellt, und damit wird das Jesus-Element überspannt. Der Jesus ist nur ein Element dieser Welt. Denn da-durch, dass der Christus in einem menschlichen Leibe inkar-niert sein musste, hat zwar das rein Geistige Anteil genommen an der physischen Welt, aber diesem Anteilnehmen an der phy-sischen Welt stehen monumental und bedeutungsvoll die Worte gegenüber: «Mein Reich ist nicht von dieser Welt!» Man kann das Jesus-Element überspannen, indem man den Jesus zu einem König dieser Welt macht, indem man ihn zu dem macht, was er geworden wäre, wenn er dem Versucher nicht widerstanden hätte, der ihm geben wollte «alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeiten». Dann hätte der Jesus von Nazareth ein König werden müssen, der zum Unterschiede von den anderen Köni-gen, die alle nur ein Stück der Erde besitzen, die ganze Erde zu seinem Wirkensbereich gehabt hätte. Man denke sich also die-sen König so vorgestellt, die Königskraft so erhöht, dass die gan-ze Erde zu seinem Reiche gehört: dann hätte man ihn in der Tat in jenem Bilde vorgestellt, das nun folgen muss auf die anderen Exerzitien, die schon den Willen der eigenen Persönlichkeit des Jesuitenzöglings genug gestärkt haben. Und um vorzubereiten dieses Bild des ‚Königs Jesus‘, dieses Herrschers über alle Reiche der Erde, muss vorgestellt werden in einer Imagination: Babylon und die Ebene rings um Babylon, als lebendiges Bild, und thro-nend auf dem babylonischen Feld Luzifer, mit der Fahne des Luzifer. Dieses Bild muss ganz genau vorgestellt werden, denn es ist eine mächtige Imagination: der König Luzifer mit seiner Fahne und seinen Scharen von luziferischen Engeln, sitzend in Feuer und Rauchqualm, wie er aussendet seine Engel, um zu erobern die Reiche der Erde. Und die ganze Gefahr, die von der «Fahne des Luzifer» ausgeht, muss zunächst für sich allein ima- giniert werden, ohne einen Blick zu werfen auf den Christus Jesus. Ganz muss die Seele aufgehen in die Imagination der Ge-fahr, die von der Fahne des Luzifer ausgeht. Die Seele muss empfinden lernen als die größte Gefahr des Weltendaseins die, welche heraufbeschworen würde, wenn die Fahne des Luzifer siegen würde. Und wenn dieses Bild gewirkt hat, dann muss die andere Imagination, die «Fahne des Christus», an ihre Stelle tre-ten. Dazu muss der Zögling sich vorstellen: Jerusalem und die Ebene um Jerusalem, den König Jesus, seine Scharen um ihn, und das Bild, wie er seine Scharen aussendet, wie er überwindet und vertreibt die Scharen des Luzifer und sich zum König der ganzen Erde macht - der Sieg der Fahne Christi über die Fahne des Luzifer! Das sind die stärkenden Imaginationen für den Willen, die vor die Seele des Jesuitenzöglings geführt werden. Das ist das, was seinen Willen ganz und gar verwandelt, was ihn so macht, dass in der Tat in diesem Willen - weil er auf okkulte Weise heranerzogen ist - ein Absehen von allem Übrigen ist, und ein Hingegebensein an die Idee: Der König Jesus muss zum Herr-scher auf der Erde werden! Und wir, die wir zu seinem Heere gehören, wir haben alles anzuwenden, was ihn zum Herrscher auf Erden macht. Das geloben wir, die wir zu dem Heere gehö-ren, das auf der Ebene von Jerusalem versammelt ist, gegenüber dem Heere des Luzifer auf der Ebene von Babylon. Und die größte Schande für einen Soldaten des Königs Jesus ist es, die Fahne zu verlassen! Das in einen einzigen Willensentschluss zusammengefasst, ist etwas, was allerdings dem Willen eine gewaltige Stärke geben kann. Wenn wir es uns charakterisieren wollen, müssen wir fragen: Was ist denn in dem Seelenleben unmittelbar angegrif-fen worden? Das Element, das als das unmittelbar heilige gelten soll, wo man nicht hineingreifen soll: das Willenselement! Inso-fern bei dieser Schulung des Jesuitismus in das Willenselement eingegriffen wird, indem der Jesus ganz eingreift in das Willens-element, insofern ist der Begriff des Jesustums in der gefährlichsten Weise überspannt, - gefährlich deshalb, weil dadurch der Wille so stark wird, dass er auch unmittelbar auf den Willen des anderen wirken kann. Denn wo der Wille so stark wird durch die Imaginationen, das heißt durch okkulte Mittel, da erwirbt er auch die Fähigkeit, unmittelbar auf den anderen hinüberzuwirken. Daher auch alle die übrigen okkulten Wege, zu denen ein solcher Wille seine Zuflucht nehmen kann." (GA 131, S. 44ff.)

"Und diese Leute wissen auch sehr gut, warum sorgfältig vermieden wird, der katholischen Laiengemeinschaft zu sagen, daß es auch zu den inneren Lehren der katholischen Kirche gehören müßte, den Christus als einen Sonnengeist anzusehen. Dasjenige, was von dieser Seite vorliegt, ist nämlich dieses, daß in dieser Charakteristik des Christus, die von der Anthroposophie gegeben wird, die Wahrheit liegt. Das wissen diese Leute, aber ihr Bestreben besteht darin, die Wahrheit zu verhüllen, sie nicht unter die Leute kommen zu lassen." (GA 255b, S. 68)

Literatur

  • Rudolf Steiner: Gegenwärtiges und Vergangenes im Menschengeiste, GA 167, Dornach 1962
  • Rita Haub: Die Geschichte der Jesuiten. Primus Verlag, Darmstadt 2007, ISBN 978-3-89678-580-0.
  • Jonathan Wright: Die Jesuiten. Mythos – Macht – Mission. Magnus Verlag, Essen 2005, ISBN 3-88400-430-1.
  • Peter Claus Hartmann: Die Jesuiten. Beck’sche Reihe 2171. C.H. Beck, München 2001, ISBN 3-406-44771-6.
  • Charles William Heckethorn: Geheime Gesellschaften, Anaconda Vlg., Köln 2007, S. 290 - 296
  • Heinz Pfeifer: Brüder des Schattens. Vom Wirken verborgener Widersachermächte, 4. vollständig überarbeitete Auflage, Lochmann-Vlg., Basel 2010, S. 42 - 53

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Ignatius von Loyola: Die Exerzitien. 13. Auflage. Johannes Verlag Einsiedeln, Freiburg 2005, ISBN 3-89411-028-7, Randziffer 365.
  2. Henry Kamen: Empire, How Spain Became a World Power. Perennial, 2004, ISBN 0-06-093264-3.
  3. Argentinier ist Franziskus I., Kölner Stadt-Anzeiger vom 14.03.2013, S. 1
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Eine textkritische Ausgabe grundlegender Schriften Rudolf Steiners bietet die Kritische Ausgabe (SKA) (Hrsg. Christian Clement): steinerkritischeausgabe.com
Die Rudolf Steiner Ausgaben basieren auf Klartextnachschriften, die dem gesprochenen Wort Rudolf Steiners so nah wie möglich kommen.
Hilfreiche Werkzeuge zur Orientierung in Steiners Gesamtwerk sind Christian Karls kostenlos online verfügbares Handbuch zum Werk Rudolf Steiners und
Urs Schwendeners Nachschlagewerk Anthroposophie unter weitestgehender Verwendung des Originalwortlautes Rudolf Steiners.
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