Öffentliche Meinung

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Die öffentliche Meinung umfasst die Gesamtheit aller in einer Gesellschaft vorherrschenden, meist wertenden Urteile bzw. Vorurteile zu verschiedensten Themen und grenzt sich dadurch von der individuellen Meinung einzelner Personen ab, die damit im Einklang oder Widerspruch stehen kann. Sie hat sich in ihrer heutigen, seit der Erfindung des Buchdrucks vor allem durch die vielfältigen Medien omnipräsenten Form erst in der Neuzeit, d.h. mit dem aufsteigenden Bewusstseinsseelenzeitalter herausgebildet.

Die öffentliche Meinung steht nach Rudolf Steiner unter der Herrschaft zurückgebliebener luziferischer Wesenheiten, die durch das Mysterium von Golgatha noch nicht die Fähigkeit erkangt haben, in freier Weise Lenker und Leiter der Menschen zu werden. In das Leben zwischen Tod und neuer Geburt kann die öffentliche Meinung nicht mitgenommen werden - man muss sie im Kamaloka abstreifen, was aber oftmals sehr schwierig ist. Ein Gegengewicht dazu wurde die von Christian Rosenkreutz angeregte Mission des Buddha auf dem Mars geschaffen, die sich im Jahre 1604 erfüllte. Ab diesem Zeitpunkt konnten auch die Rosenkreuzer erstmals durch die Schriften des Johann Valentin Andreae an die Öffentlichkeit treten.

„Nicht alle Geister, welche an der Führung des Menschen beteiligt waren, haben wirklich durch das Mysterium von Golgatha die Fähigkeit erlangt, in freier Weise Lenker und Leiter der Menschen zu werden. Es sind von diesen Wesenheiten der höheren Hierarchien welche zurückgeblieben, haben luziferischen Charakter angenommen. Und zu dem, was einzelne von ihnen ausleben, gehört zum Beispiel das, was wir heute öffentliche Meinung nennen. Öffentliche Meinung wird nicht bloß von Menschen gemacht, sondern auch von einer gewissen Art auf der untersten Stufe stehender luziferischer Geister, zurückgebliebener Engel, Erzengel. Diese beginnen erst ihre luziferische Laufbahn, sind noch nicht sehr hoch gestiegen in der Rangordnung der luziferischen Geister; aber luziferische Geister sind es. Man kann mit Seherblick verfolgen, wie gewisse Geister der höheren Hierarchien die Entwickelung nach dem Mysterium von Golgatha nicht mitmachen, wie sie sich verhärten in der alten Art der Führung und daher nicht unmittelbar an die Menschen herankommen können. Die, welche die Entwickelung mitgemacht haben, können in einer regulären Weise an den Menschen herankommen; die sie nicht mitgemacht haben, können nicht heran, und sie wirken in einer verschwommenen, durcheinanderflutenden Gedankenmacht der öffentlichen Meinung. Man versteht auch die Funktion der öffentlichen Meinung nur, wenn man weiß, daß sie in dieser Art in die Menschheit hineinkommt.

So also haben wir unmittelbar unter uns die Erscheinung, daß sich Wesenheiten aus einer regulären Entwickelung herausbegeben und luziferischen Charakter annehmen. Es ist wichtig, daß man das weiß. Denn jene luziferischen Wesenheiten, welche wir schon kennengelernt haben, und die größere Macht haben, sie haben ja auch «im kleinen» begonnen. Das ganze Heer der luziferischen Wesenheiten hat im kleinen begonnen. Allerdings gab es auf dem alten Mond keine öffentliche Meinung, aber etwas, was sich damit vergleichen läßt, gab es auch, eine Art Führung der Menschen. Und wenn wir dieses Heer der luziferischen Geister ins Auge fassen - was wir sonst als luziferische Geister angeführt haben, sind mächtige, bedeutende Wesenheiten, zum Beispiel die, welche Geister der Form sind und an den Menschen so heranschwirren, daß sie sein Wachstum aufhalten - , wenn wir aber von den anderen jetzt sprechen, von dem Heer der luziferischen Geister, so sind das gleichsam erst die Rekruten; aber es beginnt da etwas mit der Karriere der luziferischen Geister, was erst später ganz andere Dimensionen annehmen wird, weil die Geister, die da eingreifen, immer mächtiger und mächtiger werden. Die öffentliche Meinung, welche da an den Menschen herantritt und die gelenkt und geleitet wird von gewissen luziferischen Wesenheiten niederster Natur, die muß, weil sie sozusagen der Mensch aufnimmt zwischen Geburt und Tod, auch ihr Gegengewicht haben in dem Leben zwischen Tod und neuer Geburt. Das heißt: der Mensch muß, weil er in dem Leben zwischen Geburt und Tod in eine solche Strömung eingefangen wird, wie sie jetzt charakterisiert worden ist, ein entsprechendes Gegengewicht erleben zwischen Tod und neuer Geburt. Denn würde er das nicht erleben, so würde sich das Folgende zutragen.

Diejenigen Geister, welche da zurückgeblieben sind und die öffentliche Meinung machen, haben gar keine Bedeutung, gar keine Gewalt mehr für das Leben, das der Mensch durchmacht zwischen Tod und neuer Geburt. Sie haben sich dieser Macht, dort zu wirken, vollständig begeben, weil sie schon hier auf dem physischen Plan wirken, auf geistige Art wirken, und zwar auf eine Art, wie es nur als öffentliche Meinung möglich ist. Von der öffentlichen Meinung kann der Mensch nichts mitnehmen in die geistige Welt. Alles, was er davon mitnehmen wollte, würde sich höchst deplaciert ausnehmen, wenn wir es anwenden würden nach dem Tode. Es muß schon gesagt werden, trotzdem es manchem sehr sonderbar erscheinen wird: alle die öffentlichen Urteile, alles, was den Menschen in bezug auf sein Urteil verhältnismäßig sehr früh einlangt, macht ihm sein Leben im Kamaloka schwierig, wenn er an diesen Dingen hängt und sie ihm lieb geworden sind. Und besonders solche Menschen, welche innerhalb der öffentlichen Meinung glauben, daß man sein eigenes Urteil hat - denn das hat man da nie -, machen sich höchstens ihr Kamaloka schwierig. Aber nach dem Kamaloka hat die öffentliche Meinung gar keine Bedeutung mehr. Und für die Zustände nach dem Tode hat es wahrhaftig nicht den geringsten Wert, ob selbst solche Nuancen der öffentlichen Meinung die Menschen haben wie liberal oder konservativ, radikal oder reaktionär. Das ist etwas, was für die Gliederung der verschiedenen Gruppierung der Menschen keine Bedeutung hat, und was auch nur auf der Erde begründet wird, um die Menschen von dem Fortschritt abzuhalten, den sie machen sollen zur Erhellung des Bewußtseins, das nach dem Tode wirkt. Diese Wesenheiten, die hinter der öffentlichen Meinung stehen, wollten zurückbleiben hinter dem Fortschritt, der durch das Mysterium von Golgatha geschehen ist. Für die Erdentwickelung aber wird das Mysterium von Golgatha eine immer größere und größere Bedeutung gewinnen. Und wir müssen uns durchaus klar sein, daß die Zukunft der Erdentwickelung nicht etwa so geschehen kann, daß man diese Dinge - öffentliche Meinung und dergleichen -, die eine Notwendigkeit in der Entwickelung darstellen, verbessern kann. Besser können die Menschen in ihrem Innern werden. Daher muß die Entwickelung immer mehr und mehr in das Innere eingreifen; so daß der Mensch in der Zukunft viel mehr einer öffentlichen Meinung gegenüberstehen wird, aber sein Inneres wird stärker geworden sein. Das kann nur durch die Geisteswissenschaft geschehen. Aber daß der Mensch immer mehr und mehr denjenigen Geistern gewachsen sein kann, die als Rekruten der luziferischen Wesen sich jetzt geltend machen und deren Geltendmachen sich jetzt ausdrückt in der öffentlichen Meinung, das wird nur dadurch möglich sein, daß der Mensch auch zwischen Tod und neuer Geburt etwas durchmacht, was wieder sein Inneres stärker macht, was dasjenige in ihm stärker macht, das unabhängig ist vom Erdenleben. Während er sich gerade durch die öffentliche Meinung vom Erdenleben abhängiger und abhängiger macht, muß er zwischen dem Tode und der neuen Geburt etwas aufnehmen, was ihn im nächsten Erdenleben immer freier und freier von der öffentlichen Meinung macht.

Damit hängt zusammen, daß gerade in der Zeit, als die öffentliche Meinung heraufkommt und eine Bedeutung gewinnt, begründet wird - was hier in unseren Vorträgen in der Weihnachtszeit dargestellt worden ist - das Buddha-Reich auf dem Mars, so daß der Mensch zwischen Tod und neuer Geburt durchgeht durch das Buddha-Reich auf dem Mars. Christian Rosenkreutz hatte dem Buddha die Mission gegeben, in besonderer Weise auf dem Mars zu wirken. Und das, was hier auf der Erde nicht taugen würde: das Fliehen-Wollen, das Loskommen- Wollen von den irdischen Verhältnissen, das muß der Mensch durchmachen zwischen Tod und neuer Geburt, während er die Mars-Sphäre durchläuft. Da wird unter anderm das errungen, daß er die Hülle der nur für die Erde taugenden öffentlichen Meinung wieder abstreift. Denn noch viel drückendere Dinge werden in der Zukunft kommen, und noch viel notwendiger wird es sein, das durchzumachen, was der Mensch als Schüler des Buddha auf dem Mars durchmachen kann. Hier auf der Erde können die Menschen nur Schüler des Buddha sein, wenn sie nicht mitwollen mit dem fortgeschrittenen Teil der Erdbevölkerung. Aber zwischen Tod und neuer Geburt entfaltet der Buddha das, was aus seiner Lehre geworden ist, was er hier geltend gemacht hat - daß der Mensch frei werden soll von den Verkörperungen -, als eine Lehre, die nicht dem Leben auf der Erde dient, welches von Verkörperung zu Verkörperung fortgehen soll. Was er damals gab, war mit der Anlage versehen für den Menschen im entkörperten Zustand. Die fortgeschrittene Buddha-Lehre ist die richtige für die Zeit zwischen Tod und neuer Geburt. Und wie Buddha erschienen ist im astralischen Leibe des Lukas-Jesusknaben, so wiederum führt der Christus selber die Menschen zwischen Tod und neuer Geburt, indem er sie durch die Mars-Sphäre geleitet, damit sie die fortgeschrittene Buddha-Lehre aufnehmen können. So daß die Menschen in der Sphäre des Mars frei werden können von dem, was sie - untauglich für ihren weiteren Fortschritt auf der Erde - durch das Uniformierende der öffentlichen Meinung aufnehmen. Und wenn der Mars tatsächlich in früheren Zeiten bezeichnet wurde als der Planet der kriegerischen Tugenden, so hat allerdings der Buddha nach und nach die Aufgabe, diese kriegerischen Tugenden so im Menschen zu verwandeln, daß sie freien, unabhängigen Sinn in der heute notwendig gewordenen Art begründen. Während der Mensch heute sein Freiheitsgefühl hinzugeben geneigt ist an das, was als öffentliche Meinung die Menschen immer mehr fesseln will, wird er gerade auf dem Mars zwischen Tod und neuer Geburt das Streben haben, sich diesen Fesseln zu entwinden und sie nicht wieder in das Leben der Erde hereinzubringen, wenn er wieder zur neuen Verkörperung kommt.“ (Lit.:GA 141, S. 128f)

Literatur

  1. Rudolf Steiner: Das Leben zwischen dem Tode und der neuen Geburt im Verhältnis zu den kosmischen Tatsachen, GA 141 (1997), ISBN 3-7274-1410-3 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
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Literaturangaben zum Werk Rudolf Steiners folgen, wenn nicht anders angegeben, der Rudolf Steiner Gesamtausgabe (GA), Rudolf Steiner Verlag, Dornach/Schweiz
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Eine textkritische Ausgabe grundlegender Schriften Rudolf Steiners bietet die Kritische Ausgabe (SKA) (Hrsg. Christian Clement): steinerkritischeausgabe.com
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Hilfreiche Werkzeuge zur Orientierung in Steiners Gesamtwerk sind Christian Karls kostenlos online verfügbares Handbuch zum Werk Rudolf Steiners und
Urs Schwendeners Nachschlagewerk Anthroposophie unter weitestgehender Verwendung des Originalwortlautes Rudolf Steiners.
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