Buddhistische Ethik

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Die Grundlage buddhistischer Ethik ist die Haltung des Nicht-Schädigens (ahimsa), insbesondere gegenüber allen fühlenden Wesen (die sogenannte Ich-Person mit eingeschlossen), aber auch der gesamten belebten und unbelebten Mitwelt (Natur) gegenüber. Dieser nicht nur respektvolle, sondern liebevolle, mitfühlende Umgang ist auf tiefe Einsicht begründet, insbesondere auf der Einsicht von Shunyata, dass alles mit allem verbunden ist, alles von allem abhängt. So gehören neben den Fünf Silas und dem ethischen Teil des Achtfachen Pfades (den Schritten 2-5), die Brahmavihara (Die Vier Unermesslichen: Metta, Karuna, Mudita, Upekkha) zu den Grundlagen buddhistischer Ethik. Der Begriff der Dreifachen Übung (Sila, Samadhi, Panna) sieht das rechtschaffene, ethische Verhalten als unabdingbare Grundlage für Vertiefung und Weisheit.

Die fünf Silas (Pancasila)

Hauptartikel: Silas (Buddhismus)

  1. Kein Lebewesen töten oder verletzen.
  2. Nichtgegebenes nicht nehmen.
  3. Keine unheilsamen sexuellen Beziehungen pflegen und sich im rechten Umgang mit den Sinnen üben.
  4. Nicht lügen oder unheilsam reden.
  5. Sich nicht durch berauschende Mittel das Bewusstsein trüben.

Begründung ethischen Handelns

Ursachen des Leidens

Ausgangspunkt ist die Einsicht, dass Leiden durch Gier und Verblendung entsteht. Dies bezieht sich auf das Individuum selbst als auch auf seine Umwelt. Das Individuum kann, nach dem buddhistischem Verständnis, seiner Umwelt (Mitmenschen bzw. „Mitlebewesen“) kein Leid zufügen, ohne nicht sich selbst dabei zu schädigen und sein eigenes Leid zu vergrößern. Schlechtes Handeln führt jedoch nicht sofort zu Leid. Deshalb ist der Reinkarnationsgedanke zentrales Element buddhistischer Ethik. Wiedergeburt (vor allem in schlechteren Existenzformen, wie z.B. als Hungergeist) ist das Resultat schlechten Handelns und nicht erstrebenswert. Der Achtfacher Pfad ist als ethischer Leitfaden zu verstehen um das Leiden zu beenden und den Kreislauf der Wiedergeburt zu durchbrechen und schon aus Eigeninteresse ihm zu folgen.

Gedanken, Worte und Werke

Im Buddhismus wird der Motivation (den Gedanken), dem Gesprochenden und dem Getanen, gleiche Gewichtung gegeben.

Ein Gleichnis von Buddha beschreibt es sinngemäß so: Schlechte Motivation mit einer (zufällig/ungewollt) guten Tat, ist wie ein schönes Gefäß auf dem Markt mit ekelhaften Inhalt. Niemand wird es kaufen wollen. Ein hehrer Gedanke/Motivation aber eine (auch ungewollt) schlechte Ausführung/Tat, ist wie ein schlecht gepflegtes Gefäß (auf dem Markt): hässlich anzusehen und niemand wird sich den Inhalt ansehen, geschweige denn es kaufen.

Das Gesprochene und das Beabsichtigte werden ethisch bewertet.

Gelübde oder Gebote

Im Buddhismus gibt es keine Gebote. Die Fünf, acht und zehn Silas sind ein selbst auferlegtes Gelübde, das man vor dem Buddha und sich selbst ablegt. Es gilt nicht lebenslang und kann jederzeit wieder aufgelöst werden. Da es nur ein Gelübde ist und kein auferlegtes Gebot, ist dem Buddhismus der Gedanke auch fremd, diese als Gesetzesgrundlage für einen „Gottesstaat“ zu verwenden, wie im Christentum oder dem Islam (vgl. Scharia).

Administrative Gewalt

Im Buddhismus wird jede Form der Gewalt als leidverursachend angesehen. Auch die administrative Gewalt. So stellte Buddha klar, dass ein Soldat, der mit Gewalt eine Stadt vor Plünderung und Mord schützt, seine Bevölkerung vor Leid bewahrt, aber selber schlechtes Karma auf sich lädt und früher oder später dafür leiden wird. Es gibt also im Buddhismus keine „schuldfreie Tötung“. Einzig das ungewollte unvermeidbare Töten mit friedlicher uneigennütziger Haltung hat keine negativ karmische Wirkung, z.B. das ungewollte Zertreten von kleinen Tieren auf dem Weg. Bei Regenzeit wo viele Tiere an die Oberfläche kommen, dürfen die (buddhistischen) Mönche deshalb auch nur in allerdringlichsten Fällen auf Wanderschaft gehen (Patimokkha).

Siehe auch

Weblinks


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