Bundeslade

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Die Überführung der Bundeslade durch den singenden und tanzenden David (anonym, 16. Jh.)

Die Bundeslade (hebr. אָרוֹן הָבְּרִית‎ ʔārōn hābrīt) war nach der biblischen Überlieferung des Alten Testaments ein zentraler Kultgegenstand, der den Bund Gottes mit dem Volk der Israeliten repräsentierte. Die aus Akazienholz gefertigte Truhe mit den ungefähren Maßen von 130 × 80 × 80 cm war außen mit Gold überzogen und war mit zwei Tragebalken versehen, die durch je zwei goldene Ringe geführt wurden. Auf dem abnehmbaren Deckel thronten zwei Cherubim mit einander entgegen gestreckten Flügeln.

„10 Macht eine Lade aus Akazienholz; zwei und eine halbe Elle soll die Länge sein, anderthalb Ellen die Breite und anderthalb Ellen die Höhe. 11 Du sollst sie mit feinem Gold überziehen innen und außen und einen goldenen Kranz an ihr ringsherum machen. 12 Und gieß vier goldene Ringe und tu sie an ihre vier Ecken, sodass zwei Ringe auf der einen Seite und zwei auf der andern seien. 13 Und mache Stangen von Akazienholz und überziehe sie mit Gold 14 und stecke sie in die Ringe an den Seiten der Lade, dass man sie damit trage. 15 Sie sollen in den Ringen bleiben und nicht herausgetan werden. 16 Und du sollst in die Lade das Gesetz legen, das ich dir geben werde. 17 Du sollst auch einen Gnadenstuhl machen aus feinem Golde; zwei und eine halbe Elle soll seine Länge sein und anderthalb Ellen seine Breite. 18 Und du sollst zwei goldene Cherubim machen. Als getriebene Arbeit sollst du sie ausführen an beiden Enden des Gnadenstuhls, 19 sodass ein Cherub sei an diesem Ende, der andere an jenem. Aus dem Gnadenstuhl sollt ihr die Cherubim herausarbeiten an seinen beiden Enden. 20 Und die Cherubim sollen ihre Flügel nach oben ausbreiten, dass sie mit ihren Flügeln den Gnadenstuhl bedecken und eines jeden Antlitz gegen das des andern stehe; und ihr Antlitz soll zum Gnadenstuhl gerichtet sein. 21 Und du sollst den Gnadenstuhl oben auf die Lade tun und in die Lade das Gesetz legen, das ich dir geben werde. 22 Dort will ich dir begegnen und mit dir reden von dem Gnadenstuhl aus, der auf der Lade mit dem Gesetz ist, zwischen den beiden Cherubim, alles, was ich dir gebieten will für die Israeliten.“

2. Buch Mose: 25,10-22 LUT

„Nun wohnt ja der Mensch in seiner physischen, ätherischen und astralischen Hülle mit seinem Ich, durch das er diese dreifache Natur so umwandeln soll, damit die drei höheren Prinzipien hier auf der Erde ihren entsprechenden Wohnplatz erhalten und sich heimisch fühlen können. Dafür sollte der alte Bund sorgen. Er sollte durch die Künste des Kainsgeschlechtes Menschensöhne in die Welt bringen und durch diese Menschensöhne sollte alles Äußere geschaffen werden, was dem physischen, ätherischen und astralischen Leibe dient. Was ist das alles ?

Was dem physischen Leib dient, ist zunächst alles, was durch die technischen Künste eingerichtet wird zur Befriedigung des physischen Leibes und zu seiner Behaglichkeit. Was wir dann an gesellschaftlichen, staatlichen Einrichtungen und Organisationen haben in bezug auf das Zusammenleben der Menschen, was sich auf Ernährung und Fortpflanzung bezieht, dient zum Aufbau des Lebensleibes. Und auf den Astralkörper wirkend haben wir das Gebiet der sittlichen Vorschriften, der Ethik, was die Triebe und Leidenschaften in Ordnung bringen, die astralische Natur regeln und auf eine höhere Stufe heben soll.

So bauten die Kainssohne den ganzen alten Bund hindurch diesen dreistufigen Tempel auf. Er ist, so wie er sich zusammensetzt aus unseren äußeren Einrichtungen - Sie können dabei an unsere Wohnungen, Werkzeuge, an das Gesellschafts- und Staatswesen, die sittlichen Einrichtungen denken -, in allem diesem ist er der Bau der Kainssohne, der den unteren Gliedern der menschlichen Natur dient.

Daneben arbeitete die andere Strömung, welcher die Göttersöhne, ihre Schüler und ihre Nachfolger vorstehen. Von dorther haben wir die Diener der göttlichen Weltordnung, die Diener der Bundeslade. In ihnen haben wir etwas, was als eigene Strömung hergeht neben den Dienern der Welt. Sie nahmen eine besondere Stellung ein. Erst als der Salomonische Tempel errichtet war, sollte ja die Bundeslade hineingestellt werden, das heißt, alles andere sollte gleichsam hingeordnet werden zu der Bundeslade, sich um sie gruppieren. Alles was früher weltlich war, sollte ein äußerer Ausdruck, ein Bau werden für das, was die Bundeslade für die Menschheit bedeutet. Derjenige wird sich am besten den Tempel Salomos vorstellen, der sich ihn vorstellt als etwas, was äußerlich, als Physiognomie zum Ausdruck bringt, was die Bundeslade als Seele sein soll.“ (Lit.:GA 93, S. 157f)

„Solange die Menschen nicht reif waren, die Gesetze innerlich aufzunehmen, solange in dem Gesetz der Stab des Moses vorhanden ist, der die Menschen unter ein Joch zwang, so lange lag das Gesetz in der Bundeslade. Bis dann das paulinische Prinzip, das Prinzip der Gnade über die Menschen kam und er die Möglichkeit bekam, frei zu werden vom Gesetz. Darin liegt die Tiefe der paulinischen Auffassung, daß sie einen Unterschied macht zwischen Gesetz und Gnade. Wenn das Gesetz von Liebe durchglüht ist, wenn sich die Liebe mit dem Gesetz verbunden hat, dann ist es die Gnade. So ist der paulinische Unterschied zwischen Gesetz und Gnade aufzufassen.“ (Lit.:GA 93, S. 167)

Literatur

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