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Devas

Aus AnthroWiki
(Weitergeleitet von Deva (Gott))
Devi in Angkor Wat, Kambodscha

Die Devas (Sanskrit, देव, deva, [devə], etymologisch verwandt mit dem ebenfalls aus der indogermanischen Sprachfamilie stammenden lateinischen Wort divinus, welches soviel wie „himmlisch“ oder „göttlich“ bedeutet) sind nach indischer Überlieferung die „Gott dienenden“ Götter, und sind somit ganz allgemein Engelwesen der Dritten Hierarchie. Als solche stehen sie nach buddhistischer Auffassung nicht außerhalb des Kreislaufs der Wiedergeburten (Samsara), wobei aber ihre „Wiedergeburten“ bei regelrechter Entwicklung nicht auf Erden, sondern im obersten der sechs Daseinsbereiche erfolgen. Ihre weibliche Erscheinungsform wird Devi (Sanskrit, f., देवी, devī, „Göttin“) genannt.

Devas aus der Hierarchie der Urengel (Geister der Persönlichkeit) werden auch als Suras bezeichnet. Das Wort Sura bedeutet im Sanskrit soviel wie "Lichtwesen" und leitet sich vom Namen des indischen Sonnengottes Surya ab.

Die Gegenspieler der Devas und insbesondere der Suras sind die Asuras, die zu Widersachermächten gewordene Geister der Persönlichkeit sind.

„Wollen wir die Stellung des geistigen Evolutionsprinzips begreifen, müssen wir eine bedeutungsvolle Begebenheit in der Zeit der atlantischen Wurzelrasse feststellen. Diejenigen, die im Anfang [weisheitsvolle] geistige Wesen waren, die erschienen nun als die Empörer, als die Aufrührer, die sich jetzt ihre Unabhängigkeit erobern wollten. Suras wurden jetzt zu Asuras; bis zu diesem Zeitpunkt waren sie latent auf der Erde. Es sind diejenigen Mächte, welche gerade in der gegenwärtigen Epoche die intellektuelle und geistige Seite der Menschheit vertreten.“ (Lit.: GA 89, S. 125)

„Zur Orientierung müssen wir einen kurzen Einblick gewinnen in zwei Strömungen innerhalb unserer fünften Wurzelrasse, die als verborgene Kräfte in den Gemütern lebendig sind und vielfach miteinander streiten: die eine Strömung findet sich am reinsten und klarsten ausgeprägt in dem, was wir die ägyptische, indische und südeuropäische Weltanschauung nennen. Alles spätere Judentum und auch das Christentum enthält etwas davon. Das hat sich aber andererseits in unserem Europa wiederum vermischt mit der anderen Strömung, die in derjenigen Weltanschauung lebt, die wir im alten Persien finden und die wir - wenn wir nicht auf das hören, was uns die Anthropologen und Etymologen sagen, sondern wenn wir auf die Sache tiefer eingehen - wiederfinden können von Persien westwärts sich hinziehend bis zu den Regionen der Germanen.

Von diesen zwei Strömungen möchte ich behaupten, daß sie auf zwei wichtige, zwei große spirituelle Intuitionen hindeuten, die ihnen zugrunde liegen. Die eine ist am reinsten aufgegangen den uralten Rishis. Ihnen ging auf die Intuition höhergearteter Wesen: der sogenannten Devas. Wer eine okkulte Schulung durchgemacht hat, wer forschen kann auf diesem Gebiete, der weiß, was Devas sind. Diese rein spirituellen Wesenheiten, die im Astral- und Mentalraum leben, haben eine zweifache Natur, während die Menschen eine dreifache Natur haben. Denn der Mensch besteht aus Leib, Seele und Geist. Die Devanatur aber besteht - soweit wir sie verfolgen können - nur aus Seele und Geist. Sie mag noch andere Glieder haben, aber wir können sie selbst mit okkulter Schulung nicht verfolgen. Ein Deva hat in seinem Inneren unmittelbar den Geist. Der Deva ist ein seelenbegabter Geist. Was Sie beim Menschen nicht sehen können, nämlich die Begierden, Triebe, Leidenschaften und Wünsche, die in ihm leben, die aber für den, der seine spirituellen Sinne erschlossen hat, wahrnehmbar sind als Lichterscheinungen, diese Seelenkräfte, dieser Seelenleib des Menschen, der für den Menschen sein Inneres ist und getragen wird von unserem physischen Leib, das ist der unterste Leib der Devas. Wir können ihn als ihren Körper ansehen. Die indische Intuition ging vorzugsweise auf die Verehrung dieser Devas. Der Inder sieht diese Devas überall. Er sieht sie als die schaffenden Kräfte, wenn er hinter die Kulissen unserer Welterscheinungen blickt. Diese Intuition liegt dem südlichen Weltanschauungsgürtel zugrunde. In der Weltanschauung Ägyptens kommt sie groß und gewaltig zum Ausdruck.

Die andere Intuition liegt der alten persischen Mystik zugrunde und führte zur Verehrung von Wesenheiten, die auch nur zweifacher Natur sind: den Asuras. Diese haben auch das, was wir Seele nennen; aber in großartiger, titanenhafter Weise haben sie ausgebildet den physischen Leib, der ein Seelenorgan einschließt. Die indische Weltanschauung, die an der Devaverehrung festhält, sieht diese Asuras als etwas Untergeordnetes an, während diejenigen, die sich zum nördlichen Weltanschauungsgürtel bekannten, mehr an den Asuras hingen, an der physischen Natur. Daher hatte sich auch hier besonders der Drang ausgebildet, die Welt der Sinneserscheinungen in materieller Weise zu beherrschen, die Welt der Wirklichkeit durch die bis ins Höchste gehende Vervollkommnung der Technik, durch physische Künste und dergleichen zu beherrschen. Heute gibt es keine Menschen mehr, die an der Asuraverehrung festhalten; aber viele unter uns gibt es noch, die etwas von dieser Natur in sich haben. Von daher rührt der Zug nach der materiellen Seite des Lebens und das ist der Grundzug des nördlichen Weltanschauungsgürtels. Wer sich zu rein materialistischen Grundsätzen bekennt, kann sicher sein, daß er in seiner Natur etwas hat, was von diesen Asuras herrührt.

Innerhalb der Bekenner der Asuras entwickelte sich dann ein eigentümliches Grundgefühl. Es sproßte zuerst im persischen Geistesleben auf. Die Perser bekamen eine Art Furcht vor der Devanatur. Furcht, Scheu und Grauen bekamen sie vor dem, was rein geistig-seelisch ist.

Das bewirkte, daß wir heute den großen Gegensatz erblicken zwischen der persischen und der indischen Anschauung. In der persischen Weltanschauung wurde oft gerade das angebetet, was die indische Richtung als schlecht, als etwas Untergeordnetes betrachtete, und geradezu gemieden, was der Inder als verehrungswürdig betrachtet. Innerhalb des persischen Weltgefühles entstand also diese eigentümliche Grundempfindung gegenüber einer Wesenheit, die eigentlich Devanatur hat, die aber innerhalb dieser Weltanschauung gemieden, gefürchtet wird. Kurz, es ist das Bild des Satans, das in dieser Weltanschauung auftritt. Luzifer, der Geistig-Seelische, wird ein mit Schauder erfüllendes Wesen. Darin haben wir den Ursprung zu suchen von dem, was als Teufelsglaube existiert. Diese Grundempfindung ist auch in die moderne Weltanschauung übergegangen; namentlich im Mittelalter wurde der Teufel eine gefürchtete und gemiedene Figur. Luzifer wurde also förmlich gemieden.“ (Lit.: GA 93, S. 23ff)

Literatur

Literaturangaben zum Werk Rudolf Steiners folgen, wenn nicht anders angegeben, der Rudolf Steiner Gesamtausgabe (GA), Rudolf Steiner Verlag, Dornach/Schweiz Email: verlag@steinerverlag.com URL: www.steinerverlag.com.
Freie Werkausgaben gibt es auf steiner.wiki, bdn-steiner.ru, archive.org und im Rudolf Steiner Online Archiv.
Eine textkritische Ausgabe grundlegender Schriften Rudolf Steiners bietet die Kritische Ausgabe (SKA) (Hrsg. Christian Clement): steinerkritischeausgabe.com
Die Rudolf Steiner Ausgaben basieren auf Klartextnachschriften, die dem gesprochenen Wort Rudolf Steiners so nah wie möglich kommen.
Hilfreiche Werkzeuge zur Orientierung in Steiners Gesamtwerk sind Christian Karls kostenlos online verfügbares Handbuch zum Werk Rudolf Steiners und Urs Schwendeners Nachschlagewerk Anthroposophie unter weitestgehender Verwendung des Originalwortlautes Rudolf Steiners.