Donald D. Hoffman

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Donald D. Hofmann

Donald David Hoffman (* 29. Dezember 1955 in San Antonio, Texas) ist ein US-amerikanischer Kognitionswissenschaftler, Hochschullehrer und Sachbuchautor.

Leben

Hoffman wurde 1955 im Armee-Hospital von San Antonio in Texas geboren. Er studierte an der University of California und machte 1978 seinen Bachelor of Arts in quantitativer Psychologie. 1983 machte er seinen [[[Ph.D.]] bei David Marr und Whitman Richards am Massachusetts Institute of Technology (MIT) und war danach kurzzeitig wissenschaftlicher Mitarbeiter am Artificial Intelligence Laboratory des MIT. Noch im selben Jahr wurde er Assistenz-Professor am Department of Cognitive Sciences der University of California, wo er seitdem immer noch tätig ist. Von 1995-1996 verbrachte er ein Sabbatical-Jahr am Zentrum für Interdisziplinäre Forschung der Universität Bielefeld.

Forschungsschwerpunkte

Hoffmans Forschungschwerpunkte liegen in den Bereichen Bewusstsein, visuelle Wahrnehmung und evolutionäre Psychologie auf Grundlage mathematischer Modelle und psychophysischer Experimente. So untersuchte er etwa die Attraktivität von Gesichtern, die Wahrnehmung von Gestalten, Bewegungen und Farben und beschäftigte sich mit der Evolution der Wahrnehmung und dem Leib-Seele-Problem.

Hoffman vertritt einen Bewusstseins-Realismus und entwickelte die Theorie der Multimodalen Benutzeroberfläche (eng. Multimodal User Interface, kurz: MMUI).

„Die multimodale Theorie der Benutzeroberfläche der Wahrnehmung besagt, dass Wahrnehmungserfahrungen nicht mit den Eigenschaften der objektiven Welt übereinstimmen oder ihr angenähert sind, sondern eine vereinfachte, artspezifische Benutzeroberfläche für diese Welt bieten. Der bewusste Realismus besagt, dass die objektive Welt aus bewussten Agenten und ihren Erfahrungen besteht; diese können mathematisch modelliert und empirisch in der normalen wissenschaftlichen Weise erforscht werden.“

Donald D. Hoffman: Conscious Realismand the Mind-Body Problem[1]

Eine ähnliche Theorie vertritt Thomas W. Campbell in seinem 2007 veröffentlichten Buch „My Big T.O.E.“ (Theory of Everything). Beide Theorien beruhen auf der Simulationshypothese der Realität und einer erweiterten Evolutionstheorie.

Schriften

  • B. Bennett, D. Hoffman, C. Prakash: Observer Mechanics: A formal theory of perception, Academic Press, New York 1989
  • W.W. Norton, D. Hoffman: Visual intelligence: How we create what we see, 1998
  • B. Wördenweber, J. Wallaschek, P. Boyce, D. Hoffman: Automotive lighting and human vision, Springer Verlag 2007
  • D. Hoffman: Conscious Realism and the Mind-Body Problem, in: Mind & Matter Vol. 6(1), 2008, pp. 87–121 pdf
  • D. Hoffman: Consciousness and the Interface Theory of Perception pdf
  • D. Hoffman: The Case Against Reality: Why Evolution Hid the Truth from Our Eyes, W. W. Norton & Company 2019, ISBN 978-0393254693

Einzelnachweise

  1. „The multimodal user interface theory of perception states that perceptual experiences do not match or approximate properties of the objective world, but instead provide a simplified,species-specific, user interface to that world. Conscious realism states that the objective world consists of conscious agents and their experiences; these can be mathematically modeled and empirically explored in the normal scientific manner.“
    D. Hoffman: Conscious Realism and the Mind-Body Problem, in: Mind & Matter Vol. 6(1), 2008, pp. 87–121 pdf