Zentralkräfte

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Die Gravitationskraft im Planetensystem ist eine typische Zentralkraft.

Als Zentralkräfte, zentripetale Kräfte oder Potentialkräfte bezeichnet Rudolf Steiner alle physischen Kräfte, deren Wirkung von einem räumlichen Zentrum ausgeht, wobei sich die Stärke der Kraft mit dem Abstand LaTeX: r vom Zentrum ändert und dadurch ein Zentralpotential entsteht, das es ermöglicht, physikalische Arbeit aus dem Kraftfeld, dem Zentralfeld, zu gewinnen [1].

Die Zentralkräfte als raumerfüllende Druckkräfte

Ihrem Wesen nach sind die Zentralkräfte raumerfüllende Druckkräfte. Diese Kräfte sind eine Wirkung Luzifers, so wie hinter dem Stoff Ahriman als wirkende Macht steht:

"Da wo die Kraftlinien sind, die man heute zeichnet in der Physik, da ist nichts; aber ringsumher ist das luziferische Element. Wenn also im 19. Jahrhundert ein Buch geschrieben worden ist: «Kraft und Stoff», wo Kraft und Stoff als die das Weltenall konstituierenden Dinge dargestellt sind, so muß das 20. Jahrhundert an die Stelle setzen: Luzifer und Ahriman. Dasjenige, was als Kraft und Stoff erklärt werden kann, wird in Wirklichkeit als Luzifer und Ahriman erklärt." (Lit.: GA 176, S. 239f)

Gegenwärtig werden vier Grundkräfte der Physik unterschieden, die alle Zentralkräfte im Sinne Steiners sind: die starke Wechselwirkung, die elektromagnetische Wechselwirkung, die schwache Wechselwirkung und die Gravitation.

Die gegensätzliche Wirkung der raumentleerenden Universalkräfte

Siehe auch: Universalkräfte

Entgegengesetzt wirken die ätherischen Universalkräfte, die ohne Potential gestaltend als raumentleerende Saugkräfte vom kosmischen Umkreis hereinwirken. In der Natur wirken stets beide Arten von Kräften zusammen:

"Nun habe ich Ihnen hier hübsch auseinandergeschält alles, was auf Potential- und Zentralkräfte zurückführt und was auf Universalkräfte hinführt. Aber draußen in der Natur ist das nicht so auseinandergeschält. Sie können die Frage aufwerfen: Wo ist etwas vorhanden, wo nur Zentralkräfte wirken nach Potentialen, und wo ist das andere vorhanden, wo Universalkräfte wirken, die nicht nach Potentialen sich berechnen lassen? Man kann eine Antwort darauf geben, aber diese beweist sogleich, auf welche wichtigen Gesichtspunkte man dabei rekurrieren muß. Man kann sagen: Alles das, was der Menschan Maschinen herstellt, was aus den Elementen der Natur heraus kombiniert ist, dabei findet man rein abstrakt Zentralkräfte nach ihrem Potential. Was aber, auch Unlebendiges, in der Natur draußen ist, läßt sich trotzdem nicht restlos nach Zentralkräften beobachten. Das gibt es nicht, das geht nicht auf. Sondern es handelt sich darum, daß überall, wo man es zu tun hat mit nicht künstlich vom Menschen Hergestelltem, ein Zusammenfluß stattfindet zwischen Zentralkraftwirkungen und Universalkraftwirkungen. Man findet im ganzen Reich der sogenannten Natur nichts, was im wahren Sinn des Wortes unlebendig ist, außer dem, was der Mensch künstlich herstellt, sein Maschinelles, sein Mechanisches.

Und das war, ich möchte sagen, in einem tiefen Naturinstinkt für Goethe etwas, was ihm durchaus klar-unklar war, weil es bei ihm Naturinstinkt war, worauf er aber seine ganze Naturanschauung baute. Und der Gegensatz zwischen Goethe und dem Naturforscher, wie er repräsentiert wird durch Newton, besteht eigentlich darinnen, daß die Naturforscher nur dieses betrachtet haben in der neueren Zeit: die äußere Natur durchaus im Sinn der Zurückführung auf Zentralkräfte zu beobachten, aus ihr gewissermaßen alles das hinauszuwälzen, was sich nicht durch Zentralkräfte und Potentiale feststellen läßt. Goethe wollte solch eine Betrachtung nicht gelten lassen, weil für ihn dasjenige, was man unter dem Einfluß dieser Betrachtung Natur nennt, nur eine wesenlose Abstraktion ist. Für ihn ist ein wirklich Reales nur das, in das hineinspielen sowohl Zentralkräfte wie peripherische Kräfte als Universalkräfte. Und auf diesen Gegensatz ist im Grunde genommen auch seine ganze Farbenlehre aufgebaut." (Lit.: GA 320, S. 40ff)

Zentralkräfte und Umkreiskräfte in der Technik

Die derzeit gebräulichen Maschinen, von der Dampfmaschine bis zum Kernkraftwerk, bedienen sich praktisch ausschließlich der Zentralkräfte. Es bleibt einer künftig noch zu entwickelten Technik überlassen, auch die Universalkräfte mit einzubeziehen. Eine Andeutung davon ist mit dem von Rudolf Steiner in seinen Mysteriendramen beschriebenen Strader-Apparat gegeben und wohl auch mit dem in okkulten Kreisen berühmt gewordenen Keely-Motor [2]. Ihr Funktionsprinzip beruht, ganz vage ausgedrückt, auf dem Zusammenklang von Kräften bzw. Schwingungen.

Siehe auch

Literatur

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Literaturangaben zum Werk Rudolf Steiners folgen, wenn nicht anders angegeben, der Rudolf Steiner Gesamtausgabe (GA), Rudolf Steiner Verlag, Dornach/Schweiz
Email: verlag@steinerverlag.com URL: www.steinerverlag.com. Freie Werkausgaben gibt es auf fvn-rs.net, archive.org und im Rudolf Steiner Online Archiv.
Eine textkritische Ausgabe grundlegender Schriften Rudolf Steiners bietet die Kritische Ausgabe (SKA) (Hrsg. Christian Clement): steinerkritischeausgabe.com
Die Rudolf Steiner Ausgaben basieren auf Klartextnachschriften, die dem gesprochenen Wort Rudolf Steiners so nah wie möglich kommen.
Hilfreiche Werkzeuge zur Orientierung in Steiners Gesamtwerk sind Christian Karls kostenlos online verfügbares Handbuch zum Werk Rudolf Steiners und
Urs Schwendeners Nachschlagewerk Anthroposophie unter weitestgehender Verwendung des Originalwortlautes Rudolf Steiners.
Ausführliche bibliografische Informationen mit Volltextsuche in allen derzeit verfügbaren Online-Ausgaben bietet die Steinerdatenbank.de.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Dabei nimmt die Entropie des System zu oder bleibt höchstens gleich; das ist gleichbedeutend damit, dass die Zahl der Mikrozustände, durch die sich der beobachtete Makrozustand des Systems realisieren läßt, zunimmt (höchstens gleich bleibt) - zugleich steigt (oder bleibt höchstens gleich) die Dynamik und Flexibilität des Systems. Es rückt dadurch näher an den Zustand des Chaos heran und verliert seinen mikrokosmischen Charakter.
  2. Der genannte Motor wurde von John Worrell Keely (1827 - 1898) entwickelt, soll auf der Anwendung von Ätherkräften beruht haben und ließ sich nur vermittels gewisser psychischer Kräfte in Bewegung setzen.