Ehebruch

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Anprangerung eines des Ehebruchs für schuldig befundenen Paares im alten Japan

Ehebruch wird in der Ethnologie und der Anthropologie als das Eingehen gesellschaftlich nicht geduldeter außerehelicher Beziehungen definiert.

Vor allem in Gesellschaften mit patrilinearen Gesellschaftsordnungen wird Ehebruch der Frau streng bestraft. In matrilinearen Gesellschaften hingegen, in denen der biologischen Vaterschaft keine große Bedeutung beigemessen wird, gilt der Ehebruch meist als minder schweres Delikt.

In derselben Gesellschaft können unterschiedliche, teilweise sogar sich gegenseitig ausschließende Konzepte des Ehebruchs vorkommen.[1] Trotz mitunter sehr schwerer Strafen kommt Ehebruch in allen von Anthropologen untersuchten Gesellschaften vor.[2] Gegen Ehebruch zu sein, lässt nicht auf ein Bekenntnis zur Monogamie und gegen Polygamie schließen.[3]

Aussagen in der Bibel zum Ehebruch

Matthäus 19,9: "Ich sage Euch: Wer sich von seinem Weibe scheidet, außer wegen Unzucht, bricht die Ehe, wenn er ein anderes Weib nimmt" (Übersetzung Emil Bock)[4][5]"Außer wegen Unzucht" ist nach Aussagen der Bibelforschung[6] keine authentische Aussage Jesu bzw. des Matthäus, sondern eine spätere Hinzufügung in den Text. Sofern der Zusatz "außer wegen Unzucht" Gültigkeit hätte, eräbe sich daraus die Frage, ob sich dann ein Mann, wie beim Witwertum, respektive die Frau, ein neues Weib oder einen Mann nehmen dürfe, und dies dann gemäß der Überlieferung kein Ehebruch sei, wie es nicht als Ehebruch gilt, eine Witwe oder einen Witwer zu heiraten (Röm. 7,3).

Zum gleichen Thema gibt es die Frage der Anwendung des sechsten Gebotes auf auf Verfehlungen wie Wollust, Unkeuschheit usw. Matthäus 5, 27,28: "Ihr habt das Wort gehört, das zu den Menschen der Vergangenheit gesprochen worden ist: 'Du sollst nicht die Ehe brechen'. Aus dem Ich heraus jedoch sage ich euch: Schon wer ein Weib mit begierdevollem Blick betrachtet, hat sich in seinem Herzen[7] mit ihr ehebrecherisch verbunden." (Übersetzung Emil Bock)[8]. (vgl. auch Markus 10,11; Lukas 16,18, Matthäus 5,32)[9]. Vgl. dazu auch die Parallele zum 5. Gebot Matthäus 5,21-22: Eine Verletzung des 5. Gebotes ist nach Jesu Wort bereits durch zornige Erregung gegenüber einem Nächsten gegeben.

Die Unterscheidung zwischen natürlichem Verlangen[10], Begierde, Wollust, Unzucht[11] und Ehebruch ist auch insofern unklar, als es Wollust und Unzucht in den gegebenen Bestimmungen als Empfindung und Verhalten auch unabhängig von der Ehefrage und so definiertem Ehebruch gibt[12]. Auch Johannes 4,16-18 bringt darüber keine Klarheit:

In Johannes 4,16-18 sagt Jesus am Brunnen zu der Samariterin: "Geh, rufe deinen Mann, und komm dann wieder her. Da sprach die Frau: Ich habe keinen Mann. Jesus spricht: Du sagst mit Recht, du habest keinen Mann. Fünf Männer hattest du, und der, den du jetzt hast, ist nicht dein Mann." (Übersetzung Emil Bock).

Es ist zwar nach dem Sinn nicht ausgeschlossen, daß einer der vier vorherigen Männer der Samariterin ihr Ehemann gewesen sei. Wenn das aber so gewesen wäre, warum wird dann von Jesus der Samariterin ein Ehebruch nicht vorgehalten?[13]

Vgl. zur Thematik Ehebruch, Begierde, Keuschheit auch: Matth. 19,6-12 Matth. 22,30 Mk 4, 19 Luk 14,20, Luk 18,28-30 Luk 20,34-36

1.Kor 5,1-13 1.Kor 6,12-20 1.Kor 7 1.Kor 9,25-27 Gal 5, 13-26 Eph 5,1-20 Kol 3,1-7 Röm 1,27 Röm 6,12 Röm 7,8 Röm 7,22-24 Röm 8,5-12 Röm 13,11-14 Röm 14,4-5 1. Thess. 4,3-8 2.Petr 1, 4 2.Petr 2, 9-22 Jak 1,13-15 1.Joh 2,15-17 Hebr. 13,4 Tim 5,6 Tim 4,3

Rudolf Steiner über den Ehebruch

In den Vorträgen über die 10 Gebote äußert sich Rudolf Steiner dahin gehend, daß die Ehe nicht gebrochen werden solle, weil die Ehe ein Zentrum der Ichkraft sei:

"Und weiter liegt allen folgenden Gesetzen zugrunde, daß die Ich- Kraft des Menschen erhöht wird durch die richtige Anwendung des Ich-Impulses, daß sie aber durch seine falsche Anwendung zugrunde gerichtet wird. Das fünfte Gebot sagt etwas, was eigentlich im richtigen Sinne nur aus der Geheimwissenschaft heraus zu verstehen ist. Alles, was mit Töten, mit der Vernichtung fremden Lebens zusammenhängt, schwächt die selbstbewußte Ich-Kraft im Menschen. Man kann dadurch im Menschen die schwarzmagischen Kräfte erhöhen; da erhöht man aber nur unter Umgehung der Ich-Kraft die astralischen Kräfte im Menschen. Was als Göttliches im Menschen ist, das wird vernichtet durch jedes Töten. Daher spielt dieses Gesetz nicht nur auf etwas Abstraktes an, sondern auch auf etwas, wodurch dem Menschen in seinem Ich-Impuls okkulte Kraft zuströmt, wenn er Leben erhöht, Leben gedeihen macht, Leben nicht vernichtet. Das wird als ein Ideal für die Erhöhung der individuellen Ich-Kraft hingestellt, und nur auf weniger stark betonten Gebieten wird dasselbe gefordert im sechsten und siebenten Gebot. Durch die Ehe wird ein Zentrum für die Ich-Kraft begründet. Wer die Ehe zerstört, wird daher in demjenigen geschwächt, was der Ich-Kraft zufließen soll. Ebenso schwächt derjenige seine Ich-Kraft, der etwas von des anderen Ich-Kraft nehmen und durch Wegnehmen, Stehlen und so weiter Besitztum erwerben will. Es liegt auch da durchaus der führende Gedanke zugrunde, daß das Ich sich nicht schwächen soll. Und jetzt wird in den letzten drei Geboten sogar darauf hingewiesen, wie der Mensch durch eine falsche Richtung seiner Begierden seine Ich-Kraft schwächt. Das Begierdenleben hat eine große Bedeutung für die Ich-Kraft. Die Liebe erhöht die Kraft des Ichs, die Mißgunst, der Haß läßt die Ich-Kraft verdorren. Wenn also der Mensch seinen Mitmenschen haßt, wenn er seinen Wert herabsetzt, indem er etwas Falsches von ihm sagt, so schwächt er dadurch die Ich-Kraft, macht alles, was um ihn herum ist, an Gesundheit und an Lebenskraft geringer. Ebenso ist es mit der Mißgunst auf das Besitztum des anderen. Schon die Begierde nach dem Gute des Nächsten macht seine Ich-Kraft schwach. Und ebenso ist es im zehnten Gebote: wenn der Mensch neidisch hinschaut auf die Art und Weise, wie der andere sein Fortkommen sucht, und nicht nach der Liebe zum andern strebt und dadurch seine Seele erweitert und die Kraft seines Ichs hervorsprießen läßt." (Lit.: GA 107, S. 128)f. (1908)

In einem Brief aus dem Jahre 1913 äußert sich Rudolf Steiner zur Ehefrage wie folgt:

"In Ihrem Rundschreiben geht die erste Frage dahin, ob man die Meinung haben könne, daß eine Krise in der Ehefrage bestehe, die nach Reformen drängt. Die Antwort auf diese Frage hängt davon ab, welche Vorstellungen man über die Bedingungen hat, unter welchen von der Ehefrage überhaupt gesprochen werden kann. Diese Bedingungen sind dadurch gegeben, daß der Mensch sich durch die Ehe nach zwei Richtungen hin in ein Ganzes der Menschheit hineinstellt. Deshalb kann er sich keineswegs das volle Recht zusprechen, über die Ehefrage nach persönlichen Gesichtspunkten Forderungen zu stellen. Das eine Ganze, in das sich der Mensch durch die Ehe hineinstellt, ist der soziale Zusammenhang, in dem er lebt: Religionsgemeinschaft, Staat usw. Nicht allein der Mensch, welcher die Ehe schließt, hat ein Interesse, daß die Ehe zu seinem Gedeihen sei, sondern auch dieser Zusammenhang. Indem der Mensch diesem Zusammenhange dienen will, muß er in der Lage sein, mit Institutionen, welche er eingeht, dem Ganzen Opfer zu bringen. Daher ist jede Diskussion über die Ehefrage unmöglich, wenn nur die individuellen Interessen der Eheschließenden in diese Frage einbezogen werden. Die sozialen Zusammenhänge aber werden z.B. ein Interesse daran haben müssen, daß die Ehe, die ihrem Wesen nach so eng mit der Aufrechterhaltung dieser Zusammenhänge verbunden ist, als ein stabiles Verhältnis gelten könne, mit dem gerechnet werden kann, wenn es einmal besteht. Gewiß können die individuellen Interessen mit den allgemeinen in Konflikt kommen; die Lösung der Frage liegt aber dann doch darinnen, daß der einzelne seine Interessen nicht über diejenigen seines sozialen Zusammenhanges stellt. Das zweite Ganze, in das sich der Mensch durch die Ehe hineinstellt, ist die Familie, und damit in die ganze Entwicklung der Menschheit. Das Normale ist doch, daß die Ehe mit den Kindern zur Familie führt. Deshalb ist das Verhältnis des Mannes zur Frau nur ein Teil dessen, was für die Ehefrage in Betracht kommt; der wesentlichere ist, normalerweise, die Sorge um die Familie, also um folgende Generationen. Damit aber wird die Ehefrage zur Familienfrage. Wer nun die Kräfte richtig beurteilt, welche in dieser Beziehung in der Gegenwart walten und wohl auch für eine ferne Zukunft walten werden, dem wird klar, daß mit dem Kinde, an dem des Mannes und der Frau Herzen in gleicher Weise hängen sollten, ein Band gegeben ist, das zurückwirkt auf die Stabilität der Ehe; und diese zweifellos fordert. Etwas anderes aber kann ich in der modernen Ehefrage überhaupt nicht sehen, als die Frage nach größerer oder geringerer Festigkeit und Unauflöslichkeit des Bandes. Alle anderen Fragen gehen doch immer auf diese zurück, wenn man sich auch dessen nicht in allen Fällen bewußt ist. Und sobald die Ehe in ihren notwendigen Zusammenhang hineingestellt wird, zeigt sich, daß sowohl der soziale wie der Familienzusammenhang immer dazu zwingt, die Stabilität anzuerkennen, wie auch die persönlichen Interessen zu anderem neigen mögen. In solchen Dingen kann der Mensch nicht nach individuellen Bedürfnissen Institutionen gestalten; er muß diese Institutionen dem Bestände des Ganzen anpassen. Wer so denkt, dem kann die «Krise in der Ehefrage» gar nicht als eine solche erscheinen, die für sich aus sozialen, historischen Gründen usw. beurteilt werden kann. Die Sache ist vielmehr so, daß die Gegenwart den Menschen auf vielen Gebieten in einen gewissen Gegensatz bringt zwischen dem Ganzen eines Zusammenhangs und seinem individuellen Erleben. Dieser Gegensatz wirkt in viele Verhältnisse der Gegenwart hinein, und nur eines dieser Verhältnisse ist die Ehe-Institution. Was nun aus dieser Tatsache für viele Ehen folgt, hängt gar nicht von dem Wesen der Ehe ab, sondern von Dingen, welche außerhalb dieses Wesens liegen. Es können z.B. Ehen unglücklich verlaufen; aber dieses Unglück braucht gar nicht von der Ehe abzuhängen, sondern davon, daß der eine oder beide Gatten überhaupt nicht zur Verträglichkeit erzogen sind. Hier ergibt sich der Blick von einer einzelnen Institution auf die großen Geistes- und Kulturfragen der Gegenwart." GA 39, S. 450

Aufmerksamkeit verdient die konservative Bewertung der Ehe als soziale Institution, deren Anforderungen sich persönliche Interessen unterzuordnen haben:

"Etwas anderes aber kann ich in der modernen Ehefrage überhaupt nicht sehen, als die Frage nach größerer oder geringerer Festigkeit und Unauflöslichkeit des Bandes. Alle anderen Fragen gehen doch immer auf diese zurück, wenn man sich auch dessen nicht in allen Fällen bewußt ist. Und sobald die Ehe in ihren notwendigen Zusammenhang hineingestellt wird, zeigt sich, daß sowohl der soziale wie der Familienzusammenhang immer dazu zwingt, die Stabilität anzuerkennen, wie auch die persönlichen Interessen zu anderem neigen mögen."

Diese Herleitung der Unauflöslichkeit, oder nötigen Stabilität der Ehe aus den Gründen der Reproduktion, der Erziehung der Kinder usw., sowie andererseits aus der Notwendigkeit für den sozialen Organismus, in der Ehe eine stabilisierende Einrichtung zu haben, ist schwierig mit der Begründung im Vortrag über die 10 Gebote, weshalb die Ehe nicht gebrochen werden solle, in Einklang zu bringen. Im Sinne des sechsten Gebotes soll die Ehe nach Aussage Steiners nicht gebrochen werden, weil die Ehe ein Zentrum der Ichkraft sei. In dem Brief wird die Unauflöslichkeit, bzw. sinngemäß der gesellschaftliche Sinn des sechsten Gebotes mit den Pflichten der Ehepartner gegenüber sozialer Gemeinschaft und den aufzuziehenden Kindern begründet.[14] Zudem wird die "moderne Ehefrage" auf dieses Problem der Unauflöslichkeit bzw. Stabilität reduziert.

Im Kontrast zu diesen erstaunlich konservativen Äußerungen Steiners zur Ehefrage in dem Brief aus dem Jahre 1913 zeigt sich der russische Philosoph Wladimir Solowjew zumindest vollständiger als Steiner mit dem "modernen Eheproblem" bekannt, als er den eigentlichen Sinn der Ehe im modernen Verständnis gerade nicht nur in ihrem Wert als Stütze der Gesellschaft und als Basis der Kinderaufzucht ansieht, sondern in der geschlechtlichen Liebe zwischen Mann und Frau, die in ihr zur Verwirklichung kommen kann:

Solowjew kommt in seinem Aufsatz über den Sinn der Geschlechtsliebe zu folgender Auffassung: "Ein nicht betäubtes Gewissen und ein nicht verrohtes ästhetisches Gefühl verurteilen unbedingt in voller Übereinstimmung mit dem, was philosophisches Nachdenken ergibt, jedes geschlechtliche Verhältnis, das auf einer Abtrennung und Absonderung der niederen, animalischen Sphäre des menschlichen Wesens von der höheren beruht." (Lit.: S. 242)

Im Zuge der Erörterung einiger Absonderlichkeiten wie Fetischismus stellt Solowjew fest, daß das "Abnorme eines solchen Fetischismus (..) offensichtlich darin [besteht], daß ein Teil an die Stelle des Ganzen gesetzt wird, ein Zubehör an die Stelle des Wesens. Wenn aber die den Fetischisten erregenden Haare oder Füße Teile des weiblichen Körpers sind, so ist doch auch dieser Körper selbst, in seinem genzen Bestand, nur ein Teil des weiblichen Wesens; indessen werden die so zahlreichen Liebhaber des weiblichen Körpers an sich nicht Fetischisten genannt, nicht als verrückt anerkannt und keinerlei Krankenbehandlung unterworfen. Worin besteht denn hier der Unterschied?" (Lit.: S. 242)

"Die vielfältigen Entartungen des geschlechtlichen Instinktes, mit denen sich die Psychiater befassen, sind bloße seltsame Abarten der allgemeinen und alles durchdringenden Entartung dieser Beziehungen in der Menschheit - jener Entartung, durch die die Herrschaft der Sünde und des Todes erhalten und verewigt wird. Obwohl alle drei für den Menschen als Ganzes natürlichen Beziehungen oder Verbindungen zwischen den Geschlechtern, und zwar die Verbindung im animalischen Leben - nach der niederen Natur -, dann die der alltäglichen Moral - die Verbindung unter dem Gesetz -,, und schließlich die Verbindung im geistigen Leben - die Vereinigung in Gott -, obwohl alle diese drei Beziehungen in der Menschheit bestehen, so werden sie doch auf widernatürliche Weise verwirklicht, nämlich getrennt voneinander, in einer ihrem wahren Sinn und ihrer wahren Ordnung entgegengesetzten Reihenfolge und in ungleichem Maß.

An erster Stelle erscheint in unserer Wirklichkeit das, was in Wahrheit an der letzten stehen müßte - die animalische, physiologische Vereinigung. Sie wird als die Grundlage der ganzen Liebesbeziehung anerkannt, während sie nur ihre äußerste Vollendung sein sollte. Für viele fällt hier die Grundlage mit dem Abschluß zusammen; sie gehen über die tierischen Beziehungen nicht hinaus; für andere erhebt sich auf dieser breiten Grundlage der sozial-sittliche Überbau des gesetzlichen Familienbundes. Hier wird eine Mittelstufe des Alltagslebens für den Gipfel des Lebens überhaupt genommen, und das, was der ewigen Einheit im zeitlichen Ablauf als freier, sinnvoller Ausdruck dienen soll, wird zum nicht frei gewollten Strombett eines sinnleeren materiellen Lebens. Schließlich bleibt als seltene und außerordentliche Erscheinung für wenige Auserwählte die rein geistige Liebe übrig, der aller wirkliche Inhalt schon im voraus durch die zwei anderen, niedrigeren Verbindungen weggenommen ist, so daß sie sich mit einer träumerischen und unfruchtbaren Empfindsamkeit, ohne jede reale Aufgabe, ohne ein lebensvolles Ziel, begnügen muß. Die unglückliche geistige Liebe erinnert an die kleinen Engel der alten Malerei, die nur den Kopf, die Flügelchen und sonst nichts haben." (Lit.: S. 246f.)

Der Brief Steiners richtet sich allerdings an eine einzelne Person, auf deren Frage er eingeht, und muß eine Bewertung in solchem Kontext erfahren, die auch die Möglichkeit, daß ein bestimmter Aspekt scheinbar einseitig herausgehoben wird, aufgrund einer persönlichen Zwiesprache, einschließt.

Die Interpretation des sechsten Gebotes Steiners im Hinblick auf die Förderung oder Schwächung der Ichkraft ist jedenfalls von der Stellungnahme Solowjews insofern nicht so weit entfernt, als ja die Ichkraft im sozialen Zusammenhang, - und das sechste Gebot betrifft Soziales -, nur eine Stärkung erfährt durch das Wort und die Gegenwart Christi, die bei denen ist, die in seinem Namen zusammen kommen. Solowjew spricht von der Verbindung im geistigen Leben, der Vereinigung in Gott. Diese soll dem Gebot bzw. Ideal nach auch die seelische und physische Liebe zwischen den Geschlechtern umfassen.

Ethische Aspekte

Aus der anthroposophischen Perspektive überzeugt nicht die spärliche Aussage von Rudolf Steiner zum sechsten Gebot, im Kontrast zu den Verlautbarungen in der Bibel, daß wer sich mit einer Hure zusammentut, mit ihr "ein Fleisch" werde. Diese Problematik ist, wenn sie mit den Aussagen zur "Ichkraft" mit bestimmt sein soll, doch sehr vage durch die Aussagen Rudolf Steiners bestimmt. Die teilweise scheinbar etwas überzogenen Worte von Paulus[15] zum Thema geben ebenfalls keine ethische bzw. moralische Stütze.-

Das Verständnis der Bedeutung des sechsten Gebotes ist erschwert durch korrespondierende in der Traditon gewachsene soziale Gesetze oder überkommene Regeln bezüglich Erbfolge, Sorge für den Aufwuchs usw. Diese eher dem Überleben einer sozialen Gruppe dienenden Regeln, es kann sich dabei auch um das Überleben einer Affenhorde handeln, können nicht direkt, als ein Grund für die allgemeine Geltung des sechsten Gebotes angenommen werden. Es ist allerdings im Interesse der Kinder, die aus einer fleischlichen Verbindung entstehen, ethisch etwa die Scheidung zu bedenken. Aber die Rücksichtnahme auf den Nachwuchs hat nichts zu tun mit einem sog. Ehebruch, wie er in der Bibel, und sonst wo definiert ist.

Es gibt andere Aspekte zum Thema, die hier nicht weiter zu erörtern sind. Fakt ist, daß es in einer gesellschaftlichen Wirklichkeit explizit oder indirekt Gebote gibt, die das Geschlechterverhältnis, Familie, usw. regeln. Dies war auch zur Zeit Jesu so, aber es scheint kaum möglich, ein "Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist", auf heute eins zu eins zu übertragen.

Ehe und Ehebruch im Zeitalter der Bewußtseinsseele

Gemeinhin gibt es die Ansicht, daß mit ein Grund für die heutigen Schwierigkeiten, eine Ehe zu führen, der moderne Individualismus bzw. die Individualisierung sei. Will man Herbert Kretschmer folgen [Lit.: Ehe und Famlie], ist es genau umgekehrt:

"Das Wort Geschlechterkrieg (...) weist in diese Richtung. Stehen sich die beiden Ehepartner nur als Gattungswesen (Gatte - Gattin) gegenüber, verharren sie in ihren Geschlechtsrollen, können sie letztlich nicht mehr zueinander finden, sich nicht mehr verstehen, erleben sie sich isoliert, vereinsamt. Ohne getragen zu sein von der Gemeinschaft, ohne feste Rollenvorgaben - was notwendig ist, um zur Individualität, zur Freiheit zu kommen -, bleibt letztlich nur die Trennung, oder, wenn man zusammenbleibt, der tägliche (Klein)Krieg. (...) Die Paarbeziehung weist hier in eine Richtung, die Johannes in der Apokalypse für die gesamte Menschheit beschreibt: als Krieg aller gegen alle. (S. 32)"

Die zukünftige Einfleischwerdung der Geschlechter

Abgesehen von den schon genannten Aspekten, was ein Ehebruch sei, ist auch zu erwähnen, daß praktizierte Ehe auch die zukünftige Werdung der Einfleischlichkeit bewirkt. Wie Paulus sagt, wer sich mit einer Hure verbinde, werde "ein Fleisch" mit ihr.

Diese Problematik der Einfleischwerdung ist scheinbar nicht unmittelbar mit der Erläuterung Rudolf Steiners, man solle die Ehe nicht brechen, weil sie ein Zentrum der Ichkraft sei, in Zusammenhang zu bringen.

Ehebruch, Begattungstrieb und Fortpflanzung im Kontrast zur Ernährung, und Essen zum Selbsterhalt

Die natürliche Gemeinsamkeit von Ernährung und Begattung ist unmittelbar klar, ebenso der Unterschied im Hinblick auf das Soziale.

Soweit der soziale Aspekt außer Acht bleiben kann, ist der Vergleich von Sexualität und Ernährung sehr weit führend. Beides sind Grundbedürfnisse, die, wenn sie in frühen Jahren nicht gerecht befriedigt werden, oder auf falsche Bahnen gelenkt sind, ähnliche, um nicht zu sagen Fehlentwicklungen, so doch von der Normalität abweichende, oft aber nur eingebildete, Versorgungsschwierigkeiten des Individuums, bewirken, wenn nicht eine Psychotherapie oder entsprechende Selbstheilungsprozesse dem entgegen wirken.

Wer als Kind Hunger litt, wird vielleicht nicht so leicht eine gewisse Gier, und entsprechendes Verhalten, wieder los. Auch wenn Nahrung überreichlich vorhanden ist, so kann doch in vielen Situationen ein nicht verarbeitetes Entbehrungstrauma hoch kommen und eine "gierige" Reaktion bewirken, z.B. wenn an einem gemeinsamen Mittagstisch auf der Tafel zugelangt werden darf.[16]

Ehe und romantische Liebe

Während früher die Ehe (mit) wirtschaftlich bestimmt war, so ist sie heute kulturell bestimmt, d.h. sie will "romantische" Liebe sein. Die Einheit von Ehe und romantischer Liebe ist aber ein ganz moderner Versuch. Sowohl die Sehnsucht danach, und die Schönheit des Gelingens, und die Trauer über das Scheitern haben im sechsten Gebot keine Abbildung, noch scheint aus der Überlieferung der scheinbar harten Worte aus jener Zeit ein Stichwort gegeben zu sein.

Zum Begriff und Wort Ehe"bruch"

Es gibt wohl viele Untersuchungen, was eigentlich eine Ehe sei. Über die Frage, was mit "Brechen" oder "Bruch" gemeint sei, im Unterschied etwa zu einer allmählichen Entfremdung, oder Aufhebung von Illusionen bei näherer Bekanntschaft, wo dann oft gleichwohl die Ehe fortgesetzt wird, trotzdem die Voraussetzungen des Zusammenkommens, wie subjektiv wahrgenommen, inszwischen obsolet wurden - Wie sieht es da aus? Zudem scheint Ehebruch nicht identisch mit Treuebruch zu sein. Weder im 6. Gebot, noch in den anderen 10 Geboten ist der Treuebruch ein Thema (außer insofern natürlich, als die Gebotsverletzung einer Untreue gegenüber Gott gleichkommt, und wenn man "Gott" und "Ichkraft" gleichsetzen will, es sich dann um eine Untreue gegenüber der "Ichkraft" handeln mag).

Die paulinische Auffassung ist, daß der Ehepartner (der Tendenz nach jedenfalls) in Konkurrenz zu Gott steht. Demgegenüber hat Solowjeff einen Begriff der Ehe bzw. der Geschlechtsliebe gegeben (Lit.: Solowjeff, Werke Bd. VII: Der Sinn der Geschlechtsliebe, Bd. VII, S. 201-272) , wo nur erst allein durch die Fokusierung auf den einen Ehepartner, die Liebe Gottes erst wirklich konkret praktisch werden kann, gegenüber einer diffusen Liebe zu jedem und allem, die sich dann gefühlvoll mit sich selber beschäftigt, ohne konkreten Gegenstand, wie es der einzige Partner einer Ehe oder Liebe ist. Über diesen Fokus kann dann die Liebe sich wieder weiten, auf die Kinder, das soziale Netz, die Verwandtschaft usw. Das ist die Auffassung Solowjeffs, gegen Paulus. Man soll die Ehe nicht brechen, weil sie ein "Zentrum der Ichkraft" sei, wie Rudolf Steiner sagt: Solowjeff gibt die Erläuterung dazu. Die Ehe ist nach ihrem Ideal ein Fokus der Liebe. Solche Zentren der Liebe mögen wohl leicht zerbrechlich sein. Das 6. Gebot ist dann möglicherweise dahingehend zu verstehen, daß, wenn es solche Zentren der Liebe gibt, man die nicht kaputt machen soll, sondern sie nach bestem Vermögen schützen und fördern soll. In einer in der GA unveröffentlichten Vortragsmitschrift formuliert Rudolf Steiner (bzw. die Mitschrift lautet so): "Brich nicht Ehe, d.h. greif nicht ein in die Gemeinschaft, die der Andere eingegangen ist." (Öffentlicher Vortrag in Kassel, 26. Febr. 1909, einsehbar über http://www.bdn-steiner.ru, Menüpunkt GA-unveroeffentlicht)

Mit dem Aufkommen des romantischen Ideals der Liebe kommt auch eine Ambivalenz, sogar eine Verwirrung, was der Unterschied zwischen einem Ehebruch und einem Treuebruch sei, zum Vorschein. Die vorstehend angeführte Ansicht, implizit interpretiert, daß auch ein begehrender Blick schon ein Bruch sei (der Tendenz nach), verweist anscheinend weniger auf die Ehe, als auf ein Treueversprechen.

Abgesehen von der Bewertung einer begehrlichen Regung, oder einem Flirt[17], die eventuell, je nach der seelisch-geistigen Qualität, will man Aussagen der Bibel (die freilich interpretationsbedürftig sind) und denen Rudolf Steiners folgen[18], eine Verletzung des sechsten Gebotes, also Ehebruch sind, ist eine moderne Problematik auch die des Treuebruches, und die ist sehr stark belastet durch die überkommenen Aussagen bezüglich der Unauflöslichkeit der Ehe.

Es gibt m.W. z.B. keine plausible (exoterische) Erklärung, weshalb nach überlieferter Auffassung, ein Witwer und eine Witwerin eine weitere Ehe eingehen dürfen, jedoch Geschiedene dies nicht dürften, um nicht das sechste Gebot zu verletzen. Sofern tatsächlich da ein Unterschied gemacht werden muß, ist dieser weder im sechsten Gebot, noch aus den Verlautbarungen Rudolf Steiners wie zitiert zum sechsten Gebot begreifbar.

Ein sozialethisch verstehbarer Grund liegt sicher darin, daß mit der Erlaubnis für die Witwen, sich wiederzuverheiraten, einem Versorgungsproblem entgegen gewirkt wurde. Bei der formellen Härte des Gesetzes will das als alleiniger Grund aber nicht so recht überzeugen. Es muß einen höheren, esoterischen Grund für den Unterschied geben. Diesen kennt aber niemand, bzw. es ist ein Geheimnis.

Zu diesem Unterschied kommt der oben schon genannte hinzu: "Außer wegen Unzucht". Es findet sich dieser Zusatz allerdings nur im Mätthäus-Evangelium, und die Bibelforschung nimmt an, daß es sich um einen späteren Zusatz handle. Mal angenommen, trotzdem sei dieser Zusatz: "Außer wegen Unzucht" gültig für die Interpretation des Gebotes, die Ehe nicht zu brechen. Was folgt daraus? "Außer wegen Unzucht" heißt wohl nichts anderes als Untreue des Partners? Mein Partner war untreu, somit kann ich mich scheiden lassen, und mit einem anderen Partner eine neue Ehe begründen? Dann werde ich untreu, treibe Unzucht: Da darf sich dann mein Partner scheiden von mir, und eine neue Ehe begründen? Wie ja auch die Witwe oft früher sterben mag als der Partner, der sie heiratete. Dieser ist nun Witwer, und kann eine neue Ehe begründen, ohne Ehebruch zu begehen?

Das Alte Testament erlaubt sowohl Polygamie (ein Mann konnte mehrere Frauen haben), als auch die Scheidung von Seiten des Mannes (Scheidebrief). Die entlassene Frau durfte wieder heiraten. Die außereheliche Beziehung eines Mannes zu einer anderen Frau, die nicht verlobt oder verheiratet war, galt nicht als Ehebruch[19].

Soziale Frage und Ehebruch (Ehescheidung)

In der Regel verhält es sich so, dass der Ehebruch und meist auch die Scheidung von dem wirtschaftlich stärkeren Ehepartner ausgeht. Die Folgen sind für das wirtschaftlich schwächere Glied meistens drastisch. Der tiefe Fall in Sozialhilfe und Hartz IV ist dabei eigentlich die Normalität. Unter diesem Gesichtspunkt gewinnt die Ethik der Ehetrennung und -scheidung noch einmal eine gänzlich neue Perspektive. Derjenige, der den wirtschaftlich Schwächeren aus Eigennutz von sich stößt, der macht sich eines karmischen Vergehens schuldig. (Lit.: M. Heinen-Anders)

Siehe auch

Ehe

Partnerschaft

Scheidung

Paulinisches Privileg (Betrifft Auflösung einer Ehe zwischen Christ und Nichtchrist)

Petrinisches Privileg (Betrifft Auflösung einer Ehe, wo ein Partner nicht getauft ist)

Ehenichtigkeit_(Kirchenrecht)

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Helmut Lukas, Vera Schindler, Johann Stockinger (1993). Ehebruch. Interaktives Online-Glossar: Ehe, Heirat und Familie. Universität Wien. Abgerufen am 29. März 2013.
  2.  Helen Fisher: Anatomy of Love – A natural History of Mating, Marriage, and why we stray. Random House, New York 1992, ISBN 0-449-90897-6 (S. 87: „There exists no culture in which adultery is unknown, no cultural device or code that extinguishes philandering.“).
  3. Boris Kálnoky (4. Juni 2011). Wie türkische Frauen unter der Vielweiberei leiden. Die Welt. Abgerufen am 29. März 2013.
  4. Luther: "Ich aber sage euch, wer sich von seinem Weibe scheidet, (es sei denn um der Hurerei wegen), und freiet eine andere, der bricht die Ehe. Und wer die Abgeschiedene freiet, der bricht auch die Ehe".
  5. Elberfelder 1905:"Ich sage euch aber, daß, wer irgend sein Weib entlassen wird, nicht wegen Hurerei, und eine andere heiraten wird, Ehebruch begeht; [und wer eine Entlassene heiratet, begeht Ehebruch.]"
  6. http://www.lectiobrevior.de/2011/09/ehescheidung-neutestamentliche.html
  7. Der Hinweis auf das Herz mag wohl sehr wesentlich sein
  8. Luther: "Ihr habt gehört, daß zu den Alten gesagt ist: Du sollst nicht ehebrechen. Ich aber sage euch: Wer ein Weib ansiehet, ihrer zu begehren, der hat schon mit ihr die Ehe gebrochen in seinem Herzen:"
  9. vgl. auch Schiller, Ästhetische Briefe für eine moderne Interpretation.
  10. Wunsch nach Beiwohnung, Begattungsinteresse, Sehnsucht nach einem Kind usw., auch der begehrliche Blick aus dem Bewußtsein, einer Ergänzung durch die ergänzende, bessere Hälfte bedürftig zu sein, sind natürlich veranlagt und haben wohl nichts mit Ehebruch usw. zu tun.
  11. Obwohl Unzucht ein Begriff ist, der sich auf Verhalten bezieht, sind nach anthroposophischer und allgemein esoterischer Auffassung auch Gedanken und Gefühle Verhalten bzw. Handlung mit objektiven, tatsächlichen Wirkungen in der Welt. Ein unzüchtiger Gedanke fällt also dem Wesen nach unter den gleichen Begriff, wenn zwar die gesellschaftliche Sanktionierung von Unzucht darauf zielt, daß ein Verhalten unterlassen wird.
  12. Auch wenn eine sinngemäße Übersetzung sprachlich möglich sein könnte, was Jesus damit meinte; so kann die Aussage doch nicht auch für uns heute ohne weiteres gelten, ohne etwa die Differenz, was denn eine begehrliche Regung im Altertum bedeutete, im Vergleich zu solchen Vorkommnissen bei uns heutigen, zu untersuchen. Zudem muß auch der patriachalistische Aspekt beachtet werden, der zwar nicht den Worten Jesu selbst zuzuschreiben ist, aber dem Gesamtkontext der Bibel, der so, wie er überliefert ist, bekanntlich patriarchalische Auffassungen transportiert.
  13. Eine andere oder zusätzliche tiefere Bedeutung wird von Rudolf Steiner u.a. in GA 103, S. 98 erläutert.
  14. Es gibt allerdings erheblichen Interpretationsspielraum. Steiner spricht in dem Brief nicht von Ehebruch, sondern von einem Erfordernis der Unauflöslichkeit bzw. Stabilität der Ehe. Im Zeitalter der Homoehe und der Leihmütter, der Patchworkfamilien und einem großen Prozentsatz kinderloser Ehen, sowie auch Fernbeziehungen, in denen Partner aus unterschiedlichen kulturellen Kontexten kommen, deren sozialer Zusammenhalt als solcher unabhängig ist vom dem ehelichen Verhalten, ist die Relevanz der Steinerschen Argumentation fraglich. Auf der anderen Seite bleiben manche Ehepartner "um der Kinder willen zusammen", was dann dem Erfordernis der Stabilität um der Aufzucht der Kinder willen entsprechen würde, auch wenn keine Ehe im eigentlichen Sinne mehr geführt wird, sondern nur noch der Form nach. Somit ist tatsächlich fraglich, ob das sechste Gebot (sofern es sozialgenetisch nicht gerade doch seinen Ursprung in den Erfordernissen, wie sie Steiner in dem Brief anführt, hat) in Steiners Interpretation im Hinblick darauf, daß die Ehe ein Zentrum der Ichkraft sei, zumal in der gesteigerten Form, sich keine unkeuschen Regungen etc. zu erlauben, überhaupt etwas mit der Ehe als gesellschaftlicher Institution und den Bedingungen eines gesunden Familienlebens zu tun habe?
  15. Paulus rät übrigens, von anderen problematischen Aussagen abgesehen, dazu, daß wer allein sei, nicht die eheliche Verbindung suchen solle. Als Grund gibt er an, daß der oder die Partnerin (sinngemäß) konkurrierend ist im Hinblick auf die völlige Hingabe zu Gott. So fraglich das ist, ist andererseits genug bekannt, daß es nicht gut ist, daß der Mensch allein sei. Thomas von Aquino empfhielt die Ehe auch um Unzucht zu vermeiden.
  16. Vergleiche dazu auch die Elementallehre Daskalos'
  17. (gemeint ist ein Flirt mit gewissen Absichten). Aber auch der geregelte Flirt als Spiel ist unter Fremden, weil das Spielverständnis des Gegenüber nicht vorausgesetzt werden kann, wodurch es in der Folge zu Mißverständnissen kommen kann, problematisch. An sich ist der Flirt eine soziale Institution, die, wenn die Rollen auch ausgefüllt werden können, eine Sublimierung in Richtung der Freude am Schönen bedeutet, ähnlich wie der Gesellschaftstanz, bei dem es auch erlaubt ist, eine andere Frau als die eigene anzufassen (als Tanzpartnerin), und ihr ein Lächeln usw. zu schenken.
  18. die übrigens auch von Daskalos bestätigt werden (Vgl. Markides: Feuer des Herzens, S. 228ff., Ausgabe Knaur TB, und Daskalos: Esoterische Lehren, Knaur TB, S. 162, (hier sogar mit Einbezug des nächtlichen Traumlebens), vgl. auch die kenntnisreiche Erörterung von William Loader (wibilex): https://www.bibelwissenschaft.de/de/stichwort/53967/
  19. Die Ehe im Alten Testament - Eintrag im Bibellexikon www.wibilex.de

Literatur

  • Herbert Kretschmer: Ehe und Familie. Die Entwicklung von Ehe und Familie im Laufe der Geschichte. Angaben Rudolf Steiners zu Ehe und Familie, Verlag am Goetheanum (1988) (Ein Aufsatz (überarbeiteter Vortrag) Kretschmers, mit einem Literaturverzeichnis und einer stichwortartigen Sammlung von Angaben Rudolf Steiners zu Ehe und Familie)
  • Rudolf Steiner: Geisteswissenschaftliche Menschenkunde, GA 107 (1988), ISBN 3-7274-1070-1 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  • Rudolf Steiner: Briefe Band II: 1890 – 1925, GA 39 (1987), ISBN 3-7274-0390-X pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  • Ulrike Bauer, Bodo Kirchhoff (HG.): Unaufhaltsame Entzweiung. Ein Lesebuch., Suhrkamp-TB, 1996, ISBN 351838452X
  • Niklas Luhmann: Liebe als Passion: Zur Codierung von Intimität, Suhrkamp, 1982 (Luhmanns schönstes Buch, heißt es. Untersucht die Genese (bzw. die Genese des Ideals) der romantischen Liebe)
  • Wladimir Solowjew: Werke, Deutsche Gesamtausgabe, Bd. VII: Erkenntnislehre, Ästhetik, Philosophie der Liebe, Erich Wewel Verlag, Freiburg, 1953
  • Kyriacos C. Markides: Feuer des Herzens, Knaur TB, 2001, ISBN 3426042681 (enthält Äußerungen Daskalos' zum Thema)
  • Daskalos Stylianos Atteshlis: Esoterische Lehren, Knaur TB, München 1991, ISBN 3426042797
  • Michael Heinen-Anders: Mein Weg nach unten: Von der Mittelschicht ins Prekariat durch Scheidung und Hartz IV, BOD, Norderstedt, 2. erweiterte Auflage 2015
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Email: verlag@steinerverlag.com URL: www.steinerverlag.com. Freie Werkausgaben gibt es auf fvn-rs.net, archive.org und im Rudolf Steiner Online Archiv.
Eine textkritische Ausgabe grundlegender Schriften Rudolf Steiners bietet die Kritische Ausgabe (SKA) (Hrsg. Christian Clement): steinerkritischeausgabe.com
Die Rudolf Steiner Ausgaben basieren auf Klartextnachschriften, die dem gesprochenen Wort Rudolf Steiners so nah wie möglich kommen.
Hilfreiche Werkzeuge zur Orientierung in Steiners Gesamtwerk sind Christian Karls kostenlos online verfügbares Handbuch zum Werk Rudolf Steiners und
Urs Schwendeners Nachschlagewerk Anthroposophie unter weitestgehender Verwendung des Originalwortlautes Rudolf Steiners.
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