Wollust

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Jakob Matham, Kupferstich einer der sieben Todsünden: Luxuria (um 1600)

Wollust (lat. Voluptas „Lust, Genuss, Vergnügen“ oder Libido „Begehren, Begierde“ ) ist das mit Willen betriebene Handeln zur sexuellen Steigerung der Lust. Gegenbegriffe sind Keuschheit oder Askese. Als Luxuria (lat. „Üppigkeit“) gilt die Wollust in der römisch-katholischen Kirche als eines der sieben Hauptlaster.

Wollust beschreibt das Kultivieren einer Empfindung, die als drängend und lustvoll gilt, früher auch als ruchlos und frevelhaft. Wollust ist nicht nur körperliches Verlangen, sondern setzt auch erotische Fantasien frei. Hinter der Wollust stehen mit den damit verbundenen Fantasien starke Triebkräfte und Verlockungen. In diesem Sinne ist ein Gegenbegriff die Frigidität.

Im katholischen Christentum ist Wollust theologisch eines der sieben Hauptlaster, aus denen Sünden entstehen können (Wurzelsünden). Der Vorwurf der Wollust gehörte auch zu den typischen Anklagepunkten, die im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit kirchlicherseits gegen Ketzer und vermeintliche Hexen vorgebracht wurden (siehe auch Inquisition bzw. Hexenverfolgung). So wurde häretischen Gruppen zum Beispiel sehr oft pauschal ein sittenloser, unmoralischer Lebenswandel oder freie Liebe unterstellt, obgleich solche Praktiken zwar bei einzelnen Sekten vorkamen, meist aber eher genau das Gegenteil der Fall war und sich die Mehrzahl der vom Kirchenglauben abweichenden Gruppen durch eine besonders rigide Moral und zum Teil sogar (Katharer) durch eine explizit körper- und sexualfeindliche Einstellung auszeichneten. Später warf man so genannten Hexen häufig vor, dass sie aufgrund ihrer übergroßen Wollust Geschlechtsverkehr mit dem Teufel trieben (Teufelsbuhlschaft) oder auf ihren Hexensabbaten Orgien feierten. Umgekehrt war (und ist zum Teil heute noch) die begründete oder unbegründete Vorstellung vom unkeuschen Leben des Klerus ein typisches Motiv in der Kirchenkritik.

Wollust ist Muslimen während des Ramadans bei Tageslicht durch die Saum verboten.

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