Elementarwesen der Geburt und des Todes

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Die Elementarwesen der Geburt und des Todes leben in jenem Bereich der geistigen Welt, der unmittelbar an die physisch-sinnliche Welt angrenzt. Es handelt es sich dabei um Wesen, die eigentlich dem physischen Plan feindlich sind. Und doch ist eine eherne Notwendigkeit, dass sich die Götter solcher Wesenheiten bedienen, damit sich der Mensch durch die Geburt auf Erden inkarnieren kann und sie mit dem Tod wieder verlässt.

„Ich will heute von einer Klasse dieser Wesenheiten zu Ihnen sprechen, und zwar von derjenigen Klasse, welche im Weitenzusammenhange ihre Aufgabe hat bei der Geburt und bei dem Tode des Menschen. Man soll nur ja nicht glauben, daß Geburt und Tod des Menschen das sind, als was sie sich der äußeren sinnlichen Beobachtung darstellen. Wenn der Mensch hereintritt aus der geistigen Welt in diese physische Welt und wenn er wiederum heraustritt aus dieser physischen Welt in die geistige Welt, dann wirken bei diesen Vorgängen geistige Wesenheiten mit. Nennen wir sie heute, um Namen zu haben, die Elementargeister der Geburt und des Todes. Es war wirklich so, daß diejenigen Persönlichkeiten, die bisher in die Mysterien eingeweiht waren, es als ihre strengste Aufgabe betrachtet haben, in weiterem Umkreise den Menschen gerade von diesen Elementarwesen der Geburt und des Todes nicht zu sprechen. Denn spricht man von ihnen, von der ganzen Art und Weise, wie diese Elementargeister der Geburt und des Todes leben, dann spricht man von einem Gebiete, das dem Menschen, so wie er sich nun einmal geistig-seelisch entwickelt hat bisher in der nachatlantischen Zeit, doch vorkommt wie glühende Kohle. Man könnte auch einen andern Vergleich wählen. Lernt der Mensch genauer und mit vollem Bewußtsein das Wesen dieser Elementargeister der Geburt und des Todes kennen, so lernt er eigentlich Kräfte kennen in diesen Wesen, die dem Leben hier auf dem physischen Plan feindlich sind. Schon das muß für eine einigermaßen normal empfindende Seele eine erschütternde Wahrheit sein, wenn sie hört, daß die die Weltengeschikke lenkenden göttlich-geistigen Wesenheiten, um Geburt und Tod des Menschen in der physischen Welt zustandezubringen, sich solcher Elementargeister bedienen müssen, die eigentlich feindlich gesinnt sind allem, was hier auf dem physischen Plan der Mensch als sein Wohlergehen, als seine Wohlfahrt sucht und begehrt. Würde nur alles das bewirkt werden, was der Mensch gerne mag: daß es ihm hier bequem gehe auf dem physischen Plan, daß er gesund wachen und schlafen, gesund seine Arbeit verrichten kann, würde es nur Wesen geben, die diesem bequemen Verlauf des Lebens vorstehen, so würden Geburt und Tod nicht Zustandekommen können. Die Götter brauchen schon einmal, um Geburt und Tod zustandezubringen, solche Wesenheiten, die eigentlich in ihrer ganzen Gesinnung und ihrer ganzen Weltauffassung einen Drang haben, dasjenige zu zerstören, zu verwüsten, was dem Menschen seine Wohlfahrt hier auf dem physischen Plan bewirkt.“ (Lit.:GA 177, S. 65f)

Der Mensch begegnet den Elementarwesen von Geburt und Tod, sobald er die Schwelle der geistigen Welt übertritt. Das Wissen um ihre Existenz wurde in den alten Mysterien streng geheim gehalten, denn ein Missbrauch ihrer Kräfte zu egoistischen Zwecken könnte in der physischen Welt schreckliche Zerstörungen anrichten.

„Man muß sich schon mit der Idee bekanntmachen, daß die Welt nicht so eingerichtet ist, wie sie die Menschen gern haben möchten, sondern daß es in der Welt das gibt, was in den ägyptischen Mysterien die eherne Notwendigkeit genannt wurde. Und zu dieser ehernen Notwendigkeit gehört es, daß die Götter sich solcher, dem physischen Weltengange feindlicher Wesenheiten bedienen, damit Geburt und Tod des Menschen Zustandekommen können. Da blicken wir hin auf eine Welt, die unmittelbar an die unsere angrenzt, die auch täglich, stündlich mit der unsrigen zu tun hat, denn auf der Erde geschehen täglich, stündlich die Vorgänge der Geburt und des Todes. Und in dem Augenblick, wo der Mensch die Schwelle überschreitet zu dieser Welt, da kommt er in eine Regsamkeit, in ein Leben von Wesen hinein, die zerstörerisch für das gewöhnliche physische Leben des Menschen in ihrem ganzen Gebaren, in ihrem Begehren und in ihrer Weltanschauung sind. Hätte man bisher außerhalb der Mysterien die Menschen im weitesten Umfange bekanntgemacht damit, daß es solche Wesenheiten gibt, hätte man dem Menschen Begriffe beigebracht von diesen Wesenheiten, es würde ganz gewiß das folgende geschehen sein. Die Menschen, die durchaus nicht zurechtkommen mit ihren Instinkten und ihren Trieben, mit ihren Leidenschaften, die würden, wenn sie gewußt hätten: fortwährend sind um uns zerstörerische Wesenheiten -, die würden sich der Kräfte dieser zerstörerischen Wesenheiten bedient haben - nun nicht wie die Götter sich ihrer bedienen bei Geburt und Tod, sondern innerhalb des physischen Lebens. Wenn die Menschen Lust gehabt hätten, auf diesem oder jenem Gebiete zerstörerisch zu wirken, wäre ihnen reichlich Gelegenheit geboten gewesen, diese Wesenheiten zu ihren Dienern zu nehmen, denn man kann leicht diese Wesenheiten zu seinen Dienern nehmen. Damit das gewöhnliche Leben bewahrt bleibt vor den zerstörerischen Wesen der Elementargeister der Geburt und des Todes, wurde geschwiegen von dieser Weisheit.“ (S. 66f)

Im gegenwärtigen Bewusstseinsseelenzeitalter kann über diese Wesenheiten nicht mehr geschwiegen werden, denn sie wirken auch in der Technik, die der Mensch heute immer schneller hervorbringt. Mit voller Verantwortung wird er diese nur weiter entwickeln und benutzen können, wenn er weiß, dass er damit nun Kräfte, über die einst nur die Götter verfügen durften, in seinen Dienst stellt.

„Nun sind diejenigen Elementargeister, welche seit dem 18. Jahrhundert unserer Kultur die Impulse geben, von derselben Art wie die, welcher sich die Götter bedienen, um Geburt und Tod herbeizuführen. Das ist eines der Geheimnisse, mit denen sich der Mensch in der Gegenwart bekanntmachen muß. Und das weltgeschichtliche Gesetz, wie ich es genannt habe, besteht darin, daß die Entwickelung so vor sich geht, daß immer auf einem gewissen Gebiete von elementargeistigen Wesenheiten zuerst die Götter herrschend sind, und nachher kommen die Menschen selbst in dieses Gebiet hinein und bedienen sich dieser elementargeistigen Wesenheiten. Während also in älteren Zeiten die Elementargeister der Geburt und des Todes im wesentlichen Diener der göttlich-geistigen Weltenlenker waren, werden von unserer Zeit an - es ist ja schon einige Zeit her, daß das im Gange ist - diese Elementargeister der Geburt und des Todes die Diener von Technik, Industrie, von kommerziellem Menschenwesen. Das ist wichtig, daß wir diese erschütternde Wahrheit in aller Stärke und Intensität auf unsere Seele wirken lassen.“ (S. 68f)

„Wir stehen erst am Anfange jener Tätigkeit der Technik, der Industrie, des Kommerziums, in die hinein die Elementargeister der Geburt und des Todes ihre Wirkung treiben. Das wird immer stärker und stärker werden, das wird immer einschneidender sein. Davor kann man die Menschheit nicht behüten, denn die Kultur muß fortschreiten. Und die Kultur unseres Zeitalters und der Zukunft muß eine solche sein, daß die Elementargeister der Geburt und des Todes, während sie bis zu einem gewissen Zeitpunkt, bisher eben nur beim physischen Entstehen und Vergehen des Menschen gewirkt haben unter der Direktion der Götter, daß diese Eiementargeister mit denselben Kräften, mit denen sie bei Geburt und Tod wirken, innerhalb von Technik, Industrie, Kommerzium und so weiter wirken.“ (S. 70f)

„Die Kultur muß vorwärtsschreiten im technischen, industriellen und kommerziellen Sinne. Aber die Kultur, die auf diese Weise vorwärtsschreitet, kann ihrem Wesen nach nicht zur Wohlfahrt der Menschen auf dem physischen Plane dienen, sondern sie kann ihrem Wesen nach nur etwas Zerstörerisches für diese Wohlfahrt in sich schließen.“ (S. 71)

In der antlantischen Zeit, namentlich in deren ersten vier Epochen, bedienten sich die Götter dieser Elementarwesenheiten, um das Wachstum der damals noch sehr weichen menschlichen Leiblichkeit so zu regulieren, wie es ihrem Seelenwesen entsprach. Später führte der Missbrauch dieser Kräfte durch die Menschen, in denen bereits ein starker Gruppenegoismus erwacht war, zum Untergang der Atlantis - der allerdings auch notwendig war, damit der Mensch in der nachatlantischen Zeit allmählich seine Individualität entfalten kann.

„Da spielt sich etwas ab, von der Zeit der fünften nachatlantischen Kulturperiode an, in der wir drinnenstehen, was ähnlich ist einer Sache, auf die ich öfter aufmerksam gemacht habe, die sich während der atlantischen Zeit abspielte; nur spielte sie sich damals während der vierten atlantischen Kulturperiode ab. Damals nämlich, in der atlantischen Zeit, bedienten sich die göttlich-geistigen Wesen, welche die Menschheitsentwickelung lenkten, bis zur vierten atlantischen Kulturepoche gewisser Elementarwesen. Dieser Elementarwesen mußten sie sich bedienen, weil damals nicht nur so wie jetzt Geburt und Tod gelenkt werden mußten, sondern weil damals, ich möchte sagen der Erde näher, etwas anderes noch gelenkt werden mußte. Erinnern Sie sich an manche Schilderungen, die ich in bezug auf die atlantische Zeit gegeben habe, wie da der Mensch noch beweglich war in seinem ganzen materiellen Wesen, wie er durch die Seele groß wachsen konnte und ein Zwerg bleiben konnte, wie sich das Äußere richtete nach dem Seelenwesen. Erinnern Sie sich an das alles. Während heute nach außen hin der Dienst, den gewisse Elementarwesen bei Geburt und Tod den göttlich-geistigen Wesen leisten, deutlich sichtbar ist, war es dazumal so, daß auch durch das menschliche Leben hindurch, wenn sich so das Äußere dem Inneren konform gestaltete, gewisse Elementarwesenheiten den Göttern dienten. Als nun die atlantische Zeit in ihre vierte Kulturperiode getreten war, da wurden gewissermaßen die Menschen wieder Herrscher über diese selben Elementarwesenheiten, welche die Götter früher gebraucht haben zum Wachstum und zur physiognomischen Ausgestaltung der Menschen im großen. Die Menschen wurden Herrscher über gewisse Götterkräfte, und sie bedienten sich dieser Götterkräfte. Die Folge davon war, daß von einem gewissen Zeitpunkt der atlantischen Zeit ab - so in der Mitte der atlantischen Zeit etwa - es im Begehren des einzelnen Menschen liegen konnte, seine Mitmenschen dadurch zu schädigen, daß er ihnen allerlei anschuf: daß er sie während des Wachstums in der Zwerghaftigkeit hielt oder zu Riesen machte, daß er den physischen Organismus sich so entwickeln ließ, daß der Betreffende ein gescheiter Mensch oder ein Idiot wurde. Das ergab in der Mitte der atlantischen Zeit etwas, was eine furchtbare Macht in den Händen der Menschen war. Und Sie wissen, ich habe darauf aufmerksam gemacht, es wurde dieses Geheimnis nicht gehütet. Aber das liegt nicht daran, daß etwa durch eine Schlechtigkeit dieses Geheimnis nicht gehütet worden ist, sondern es mußte eben nach einem gewissen welthistorischen Gesetz dasjenige, was vorher bloße Götterarbeit war, Menschenarbeit werden. Das alles aber hat innerhalb der atlantischen Zeit zu jenem großen Unfug geführt - zu allen möglichen Gewalttätigkeiten hat das geführt; Sie brauchen sich jetzt nur zu erinnern an das, was ja in der atlantischen Zeit eintrat und was hier öfter geschildert worden ist -, zu jenem Unfug, der notwendig machte, die ganze atlantische Kultur im Verlaufe der letzten vier beziehungsweise drei atlantischen Kulturperioden dem Untergang entgegenzuführen. Und von der Atlantis her ist unsere Kultur so gerettet worden, so herübergebracht worden, wie das öfter dargestellt worden ist.“ (S. 69f)

„Und geradeso wie das, was ich Ihnen angedeutet habe in bezug auf die atlantische Zeit, zum Untergang der atlantischen Zeit führte, damit eine andere Menschheit kommen konnte, so enthält dasjenige, was sich jetzt inauguriert als kaufmännische, industrielle, technische Kultur, die Elemente, welche zum Untergang der fünften Erdperiode führen. Und nur derjenige sieht klar, nur der sieht die Dinge, wie sie sind, der sich gesteht: Damit beginnen wir an dem zu arbeiten, was die Katastrophe herbeiführen muß.“ (S. 71)

Literatur

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