Harnsäure

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Harnsäure in der tautomeren Keto- und Enol-Form

Harnsäure (2,6,8-Trihydroxypurin) - nicht zu verwechseln mit Harnstoff - ist bei vielen Tierarten und auch beim Menschen ein Stickstoff enthaltendes Stoffwechselprodukt, das beim Abbau der Purinbasen der Nukleinsäuren ensteht. Die Salze der Harnsäure heißen Urate.

Die Harnsäure wird zu 75% über die Nieren ausgeschieden, der Rest über Speichel, Schweiß und intestinale Sekretion.

Harnsäure, Stickstoff und Astralleib

Als Stickstoff-Träger hängt die Harnsäure, der Harnstoff und das ganze Nierensystem nach Rudolf Steiner eng mit dem Astralleib des Menschen zusammen.

„Jetzt, wenn Sie zum Nierensystem übergehen in exakten Versuchsreihen, so bekommen Sie ebenso einen Zusammenhang mit dem Stickstoff, und Sie haben jetzt schon aufgenommen in Ihre Betrachtung: Kohlenstoff, Sauerstoff, Stickstoff. Und die Spur von all den Rollen, die der Stickstoff spielt bei der Durchastralisierung des Organismus, brauchen Sie einfach zu verfolgen bei den Metamorphosen von Harnsäure und Harnstoff, die nur in ganz exakten Versuchsreihen durchforscht werden müssen. So daß Sie in alledem, was sich Ihnen ergeben wird in exakten Versuchsreihen in bezug auf die sekundären Absonderungen von Harnsäure und Harnstoff, bestätigt finden werden, daß das durchaus hindeutet auf ganz bestimmte Dinge, die einem zeigen, wie der Mensch durchastralisiert ist von dem Nierensystem aus. Das wird sich auch ergeben aus anderen Dingen, die in der Nierentätigkeit bis in die pathologischen Zustande hinein — wie ich morgen noch andeuten werde — eine Rolle spielen, wenn sich, sagen wir, diese oder jene Blutkörperchen im Harn finden. Das Nierensystem strahlt einfach die astralische Organisation in den menschlichen Organismus hinein. Wir dürfen nicht die physische Organisation ins Auge fassen, sondern dasjenige, was mit ihr verbunden ist als gasförmige Organisation, und der Stickstoff spielt wiederum die Rolle, daß ja das Ganze übersinnlich wäre, so wie wir ätherisch wären, wenn nicht der Sauerstoff eingreifen würde. Der Stickstoff macht das Ganze so, daß der Mensch auf der Erde wandeln kann, daß er ein Erdenmensch ist. Der Stickstoff ist dasjenige, was sich zu dritt damit verbindet.

Damit ist man fortwährend genötigt, aus den Prinzipien der Geisteswissenschaft heraus auf eine Fortsetzung der Methoden in der Anatomie und Physiologie hinzuarbeiten. Das geschieht durchaus nicht aus einer phantastischen Sache heraus. Daß sie nicht phantastisch ist, das ersehen Sie aus dem, bei dem man zunächst ankommt. Man fordert strikte: Gehe heran an das Nierensystem, untersuche so exakt wie möglich — exakter, als man es heute irgend untersucht — unter verschiedenen astralischen Voraussetzungen Harnstoff - und Harnsäureabsonderungen und so weiter, untersuche das Ganze systematisch, und du wirst alles Stück für Stück belegt finden, was in dieser Weise gesagt wird. Dadurch aber wirst du erst hineinschauen in die Konstitution des menschlichen Organismus.

So können wir sagen: Durch das Nierensystem wird alles dasjenige, was der Mensch durch die Nahrungsaufnahme in sich hereinbekommt, in den astralischen Organismus hereingefangen.“ (Lit.:GA 314, S. 112f)

Gicht

Die Ablagerung von Harnsäurekristallen in peripheren Gelenken und Geweben aufgrund eines dauerhaft erhöhten Harnsäurespiegels (Hyperurikämie) führt zu der als Gicht (auch Urikopathie oder Arthritis urica) bekannten schmerzhaften Erkrankung, die langfristig auch zu einer Nierenschädigung führen kann. Die spätere Neigung zu solchen Ablagerungen kann durch eine falsche Erziehung gefördert werden, bei der das Gedächtnis des Kindes zu stark belastet wird.

„Wenn ich dem Kinde zuviel zumute für die Erinnerung, dann entziehe ich ihm zuviel Lebenskräfte, vitale Kräfte, und die Folge davon ist, daß ich sehen kann, wenn ich den ganzen Zusammenhang durchschaue: das Kind wird blaß, das Kind bekommt etwas, was aus entzogenen organischen Kräften herkommt, es wird ängstlich. Nun muß man ein Auge haben für dieses Blaßwerden, für dieses Ängstlichwerden. Denn wenn man fortwährend in der wüstesten Weise darauf loszielt, dem Kinde zuviel Gedächtnisstoff zuzumuten, dann bleibt es im Wachstum zurück. Dieses Zurückbleiben im Wachstum hat man verursacht durch falsche geistige Zumutung, durch einen falschen Gedächtnisstoff. Und was man da anrichtet im Organismus, das drückt sich im spätesten Alter noch aus in den mannigfaltigsten Stoffwechselkrankheiten, indem besonders eine Abladung von Harnsäure oder dergleichen im Organismus stattfindet.“ (Lit.:GA 304a, S. 134f)

Harnsäure und das richtige Gleichgewicht zwischen Ich-Organisation und Astralleib

„Ein besonders bemerkenswerter Ausscheidungsvorgang ist derjenige der Harnsäure. Bei dieser Ausscheidung ist der astralische Leib tätig. Dieselbe muß durch den ganzen Organismus hindurch geschehen. In besonderem Maße geschieht sie durch den Harn. In einer ganz fein verteilten Weise z. B. im Gehirn. Bei der Harnsäureabsonderung durch den Harn ist in der Hauptsache der astralische Leib betätigt; die Ich-Organisation ist in untergeordneter Weise daran beteiligt. Bei der Harnsäureabsonderung im Gehirn ist in erster Linie die Ich-Organisation maßgebend, der astralische Leib tritt zurück.

Nun ist im Organismus der astralische Leib der Vermittler der Tätigkeit der Ich-Organisation für ätherischen und physischen Leib. Diese muß in die Organe die leblosen Substanzen und Kräfte tragen. Nur durch diese Imprägnierung der Organe mit Unorganischem kann der Mensch das bewußte Wesen sein, das er ist. Organische Substanz und organische Kraft würde das menschliche Bewußtsein zum tierischen herabdämpfen.

Der astralische Leib macht durch seine Tätigkeit die Organe geneigt, die unorganischen Einlagerungen der Ich-Organisation aufzunehmen. Er ist gewissermaßen für sie der Wegmacher.

Man sieht: in den unteren Teilen des menschlichen Organismus hat die Tätigkeit des astralischen Leibes die Oberhand. Es dürfen da die Harnsäuresubstanzen von dem Organismus nicht aufgenommen werden. Sie müssen reichlich ausgeschieden werden. Da muß unter dem Einfluß dieser Ausscheidung die Imprägnierung mit Unorganischem verhindert werden. Je mehr Harnsäure ausgeschieden wird, desto reger ist die Tätigkeit des astralischen Leibes, desto geringer die der Ich-Organisation und damit die Imprägnierung mit Unorganischem.

Im Gehirn ist die Tätigkeit des astralischen Leibes gering. Es wird wenig Harnsäure ausgeschieden, dafür um so mehr Unorganisches im Sinne der Ich-Organisation eingelagert.

Große Harnsäuremengen bewältigt die Ich-Organisation nicht; sie müssen der Tätigkeit des astralischen Leibes verfallen; kleine Harnsäuremengen gehen in die Ich-Organisation über und bilden dann die Grundlage für die Formung des Unorganischen im Sinne dieser Organisation.

Es muß im gesunden Organismus die rechte Ökonomie herrschen in der Harnsäureverteilung für die einzelnen Gebiete. Für alles, was Nerven-Sinnesorganisation ist, muß eine nur so große Harnsäuremenge geliefert werden, als durch die Ich-Tätigkeit gebraucht werden kann; für die Stoffwechsel-Gliedmaßenorganisation muß diese Tätigkeit unterdrückt werden; die astralische Tätigkeit muß in der reichlichen Harnsäureabsonderung sich entfalten können.

Da nun der astralische Leib der Wegmacher für die Ich-Tätigkeit in den Organen ist, so muß man die richtig verteilte Harnsäureablagerung als ein ganz wesentliches Glied der menschlichen Gesundheit ansehen. Denn in ihr kommt zum Ausdrucke, ob zwischen der Ich-Organisation und dem astralischen Leib in irgendeinem Organ oder Organsysteme das rechte Verhältnis besteht.“ (Lit.:GA 27, S. 62ff)

Harnsäure und die Bildung des Kopfes

Ganz besonders hängt die Harnsäure auch mit der Bildung des Kopfes zusammen:

„Der heutige Menschenkopf, der braucht die Kohlensäure. Die Kohlensäure ist eine Verbindung von Kohlenstoff, der ja im menschlichen Körper erzeugt wird, und Sauerstoff. Den Stickstoff aus der Luft läßt der Mensch weg. Studiert man nun den menschlichen Kopf heute, so kommt man darauf, daß dieser menschliche Kopf so veranlagt ist, daß er durch die Aufnahme von Kohlensäure, also Kohlenstoff und Sauerstoff, ganz gut denken kann. Aber wissen Sie, fortwährend wird dieser menschliche Kopf auch durch die Kohlensäure, weil die ja ein Gift ist und der menschliche Kopf schließlich auch aus Organen besteht, wieder ruiniert. Es ist gerade so, wie wenn Sie doch immer ein bißchen Kohlensäure statt Sauerstoff atmen würden. In den Kopf hinein atmen Sie wirklich immer ein bißchen Kohlensäure. Das ist von ungeheurer Bedeutung, denn wir atmen in unseren Kopf fortwährend dasjenige ein, was eigentlich unser Leben zerstört. Und das ist auch ein Grund, warum wir schlafen müssen, warum wir eine Zeit brauchen, wo der Kopf eben nicht dieses bißchen Kohlensäure so stark aufnimmt und seine Organe wieder herstellt...

Wenn der Mensch nun immer nur Kohlensäure geatmet hätte, so hätte er nie einen Kopf gekriegt. Der fertige Kopf, der verträgt die Kohlensäure. Aber wenn der Mensch immer Kohlensäure geatmet hätte, so hätte er niemals einen Kopf gekriegt. Er muß also früher etwas anderes geatmet haben. Nun müssen wir uns fragen, was der Mensch früher eben geatmet haben kann. Und wenn man nun wirklich die ganze menschliche Entwickelung eingehend studiert, so kommt man darauf, daß der Mensch zum Beispiel schon während des Keimlebens im Leibe der Mutter noch etwas anderes braucht als bloß Kohlensäure. Und das Interessante ist: im Leibe der Mutter ist der Mensch fast ganz Kopf...

Ja, sehen Sie, da ist der Mensch fast ganz Kopf. Aber er muß erst werden. Da braucht er auch den Stickstoff. Da braucht er den Stickstoff, der ihm aus dem Leibe der Mutter geliefert wird. Wenn der Mensch nicht im Mutterleibe den Stickstoff hätte, den er später in der Luft verschmäht, nicht an sich herankommen läßt, dann könnte er sich

Zeichnung aus GA 348, S. 291

unmöglich entwickeln. Wir kriegten einfach keinen ordentlichen Kopf, wenn wir nicht durch den Stickstoff einen kriegten. Der Mensch muß also in einem früheren Erdenentwickelungszustande, wo sein Kopf sich erst entwickelt hat, nicht den Sauerstoff aufgenommen haben, sondern den Stickstoff. Es müssen also, statt daß Kohlenstoff und Sauerstoff für ihn das Wesentliche sind, wie heute, Kohlenstoff und Stickstoff das Wesentliche gewesen sein.

Also muß der Mensch einmal, so wie er heute atmet, Kohlenstoff mit dem Stickstoff verbunden geatmet haben, also den Stickstoff aufgenommen haben. Aber Kohlenstoff und Stickstoff, was ist denn das? Das ist nämlich Zyan. Und wenn es als Säure auftritt, so ist es die Blausäure, Zyansäure. Das heißt mit anderen Worten: Einmal muß es so gewesen sein, daß der Mensch aus der Luft nicht den Sauerstoff, sondern den Stickstoff aufgenommen hat, in sich Zyan entwickelt hat, ein noch stärkeres Gift. Und dieses noch stärkere Gift hat ihn befähigt, heute mit Kohlensäure zu denken. Dazumal hat er sich durch das noch stärkere Gift die Organe erst gemacht.

Wir kommen also jetzt zu einer alten Entwickelung, wo der Mensch, statt wie heute Kohlensäure zu entwickeln, Zyan entwickelt hat. Und wie er heute Kohlensäure ausatmet, so hat er dazumal Blausäure ausgeatmet, ein noch stärkeres Gift. Und da kommen wir von dem Menschen und seiner heutigen Atmung zu einem alten Zustande, wo die Luft ebenso, wie sie heute Kohlensäure enthält durch das Leben, dazumal voller Blausäure, voller Zyan war. [...]

Nun denken Sie sich einmal, wenn ich Stickstoff atme statt Sauerstoff, dann entsteht natürlich etwas anderes als das menschliche Blut. Denn Sie wissen, in der Lunge verbindet sich gerade das Blut, das blau geworden ist, mit dem Sauerstoff und wird zu dem roten Blut. Nun ist das so, daß wenn der Mensch Sauerstoff atmet, dann nimmt er ins Blut den Sauerstoff auf. Wenn er aber Stickstoff einatmet, dann nimmt er ins Blut den Stickstoff auf. So wie unser Blut, das richtige Blut, wirkt, in dem beim gesunden Menschen niemals Harnsäure ist, so kriegt man durch Aufnahme von Stickstoff ins Blut, wenn das nur ein bißchen nicht recht stimmt beim Menschen, Harnsäure ins Blut hinein.

Damals, als der Mensch seinen Kopf gekriegt hat, war sein Blut eigentlich nur Harnsäure, weil der Stickstoff also da fortwährend sich damit verbunden hat statt Sauerstoff. Sein Blut war nur Harnsäure. Und der Mensch, der heute noch als Menschenkeim da in dem schwimmt, was die Mutter um ihn herum bildet, schwimmt da gewissermaßen in dem, wo die Harnsäure leicht hinein kann. Da ist überall Harnsäure in seiner Umgebung. Die braucht er in seinem Keimzustande. Ja, früher, wo er seinen Kopf gekriegt hatte und Blausäure ausatmete, also die Blausäure für sich verwendete, und Stickstoff und Kohlenstoff verband, also innerlich Harnsäure hatte, da schwamm er ja in Harnsäure. Da war Harnsäure überall außer ihm. Die Welt war einmal so, daß Harnsäure und Blausäure eigentlich eine ebenso große Rolle gespielt haben wie heute etwa Wasser und Luft.“ (Lit.:GA 348, S. 289ff)

Siehe auch

Literatur

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Literaturangaben zum Werk Rudolf Steiners folgen, wenn nicht anders angegeben, der Rudolf Steiner Gesamtausgabe (GA), Rudolf Steiner Verlag, Dornach/Schweiz
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