Interrogatio Johannis

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Die Interrogatio Johannis oder Das geheime Abendmahl ist ein neutestamentliches Apokryphon, das ein vertrauliches Gespräch des Christus mit dem Apostel Johannes während des letzten Abendmahls schildert. Es wird darin bestritten, dass die äußere Welt eine Schöpfung Gottes sei, sondern vom Satan geschaffen wurde, was an die Lehren der Gnosis vom Demiurgen gemahnt. Charakteristisch ist auch, dass viele Worte Gottes aus dem Altes Testament dem Satan zugeschrieben werden[1].

Die Interrogatio Johannis ist stark vom Gedankengut der Bogomilen geprägt, bezieht aber auch ältere apokryphe Schriften ein[2]. Die katholischen Christen werden als Jünger Johannes des Täufers angesehen, doch sei die Taufe als bloß äußeres Ritual völlig nutzlos.

Die Schrift findet sich als Beweismittel in den Inquisitionsakten von Carcassonne. Ein zugesetzter Vermerk besagt, dass der katharische Bischof Nazarius dieses Werk 1190 aus Bulgarien nach Südfrankreich gebracht habe. Die Schrift ist in der vorliegenden lateinischen Form nicht vor dem 12. Jahrhundert entstanden.

Literatur

  • Edina Bozóky: Le livre secret des cathares = Interrogatio Iohannis / éd. critique, trad., commentaire par Edina Bozóky. Beauchesne, Paris 2009. (Inhaltsverzeichnis)

Einzelnachweise

  1. Gilles Quispel, Johannes Oort: Gnostica, Judaica, Catholica. Collected essays of Gilles Quispel. 2008, S. 11; „Die Interrogatio Johannis, eine der wenigen authentischen Quellen über die Katharer, die also nicht von den Inquisitoren der römischen Kirche stammt, besitzt dieselbe Form und denselben Inhalt wie das Apokryphon des Johannes.“
  2. Bozóky, E.: Le Livre Secret des Cathares Interrogatio Johannis, Apokryphe d'origine bogomile. Paris, 1980. Zitiert nach: Eliade, Mircea: Geschichte der religiösen Ideen, Band III/1. Freiburg : Herder, 1983, S. 177.

Weblinks


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