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Karmittwoch

Aus AnthroWiki
(Weitergeleitet von Mittwoch der Karwoche)
Friedrich Herlin: Die Heilige Maria Magdalena salbt Christus die Füße ein, Öl auf Holz; 1462-65; Außenflügel des St. Georg Altars; Nördlingen, Städtisches Museum

Der Karmittwoch (eng. Holy Wednesday) ist der vierte Tag der Karwoche bzw. der Heiligen Woche. Nach dem Bericht des Matthäusevangeliums erfolgte an diesem Tag die Salbung des Christus in Bethanien durch Maria Magdalena und der Verrat des Judas.

„2 Ihr wisst, dass in zwei Tagen Passa ist; und der Menschensohn wird überantwortet werden, dass er gekreuzigt werde.“

Matthäus: 26,2 LUT

Die Salbung in Bethanien

„6 Als nun Jesus in Betanien war im Hause Simons des Aussätzigen, 7 trat zu ihm eine Frau, die hatte ein Alabastergefäß mit kostbarem Salböl und goss es auf sein Haupt, als er zu Tisch saß. 8 Da das die Jünger sahen, wurden sie unwillig und sprachen: Wozu diese Vergeudung? 9 Es hätte teuer verkauft und das Geld den Armen gegeben werden können. 10 Als Jesus das merkte, sprach er zu ihnen: Was bekümmert ihr die Frau? Sie hat ein gutes Werk an mir getan. 11 Denn ihr habt allezeit Arme bei euch, mich aber habt ihr nicht allezeit. 12 Dass sie dies Öl auf meinen Leib gegossen hat, hat sie getan, dass sie mich für das Begräbnis bereite. 13 Wahrlich, ich sage euch: Wo dies Evangelium gepredigt wird in der ganzen Welt, da wird man auch sagen zu ihrem Gedächtnis, was sie getan hat.“

Matthäus: 26,6-13 LUT

Der Verrat des Judas

Judas erhält für den Verrat Jesu 30 Silberstücke (Fresko von Lippo Memmi 14. Jh.)

„14 Da ging einer von den Zwölfen, mit Namen Judas Iskariot, zu den Hohenpriestern 15 und sprach: Was wollt ihr mir geben? Ich will ihn euch verraten. Und sie boten ihm dreißig Silberlinge. 16 Und von da an suchte er eine Gelegenheit, dass er ihn ausliefere.“

Matthäus: 26,14-16 LUT

Zu diesen beiden Ereignissen am Karmittwoch gibt Rudolf Steiner folgende Erläuterung:

„Es wäre nur richtig, wenn man immer gestehen würde, daß eine solche Stelle etwas recht Auffallendes hat. Und die meisten Menschen sollten sich, wenn sie ehrlich sind, gestehen, daß sie sympathisieren müßten mit denen, die da zanken, daß die Salbe vertrödelt worden ist, daß es doch recht unnötig ist, sie jemandem über den Kopf zu gießen. Die meisten werden wirklich glauben, daß es besser gewesen wäre, die Salbe für dreihundert Denare zu verkaufen und das Geld den Armen zu geben. Und wenn sie ehrlich sind, werden sie es vielleicht hart finden von dem Christus, daß er sagt: Gescheiter ist es, sie gewähren zu lassen, als die dreihundert Denare, die man bekommt, wenn man die Salbe verkaufen würde, den Armen zu geben. - Da muß man sich sagen: Es müssen doch gewisse Dinge dahinterstecken, wenn man nicht eigentlich durch die ganze Erzählung abgeschreckt werden soll. Das Evangelium tut noch etwas mehr; es ist gar nicht einmal höflich an dieser Stelle. Denn wenn sich eine Anzahl Menschen finden, die sich gestehen, daß es besser gewesen wäre, die dreihundert Denare, die man für die Salbe bekommen könnte, den Armen zu geben, so will das Evangelium sagen, daß die, welche das meinen, ähnlich denken wie ein gewisser anderer. Denn es fährt fort:

«Wo in aller Welt das Evangelium verkündet wird, wird auch von ihrer Tat geredet werden zu ihrem Gedächtnis. Und Judas Iskarioth, einer von den Zwölfen, ging hin zu den Hohenpriestern, ihn an dieselben auszuliefern. Sie aber freuten sich, wie sie es hörten, und versprachen ihm Geld zu geben. Und er suchte, wie er ihn bei guter Gelegenheit ausliefern möge.» (14, 9-11.)

Weil nämlich Judas Iskarioth besonderen Anstoß nahm an dem Vergießen der Salbe! Es werden die, welche Anstoß nahmen an dem Vergießen der Salbe, dem Beispiele des Judas Iskarioth beigesellt. Das Evangelium ist also gar nicht einmal höflich, denn es läßt ganz deutlich merken, daß die, welche an dem Vergießen der Salbe Anstoß nahmen, ebenso sind wie der Judas Iskarioth, der nachher den Herrn für dreißig Silberlinge verkaufte, indem es sagen will : Seht ihr, so sind dieMenschen, welche die Salbe für dreihundert Denare verkaufen wollen; denn der Judas hängt am Geld. Das Evangelium sollte gar nicht in irgendeiner Weise beschönigt werden, denn das Beschönigen verhindert die objektive, richtige Erklärung. Man muß den Punkt finden, worauf es ankommt. Und wir werden noch mehr Beispiele finden, die uns zeigen, daß das Evangelium sich sogar daran hält, Nebenpunkte auch zuweilen in etwas anstößiger Weise zu geben, wenn der Hauptpunkt in besonders klares Licht gerückt werden soll.

Worauf kommt es hier an dieser Stelle an? Darauf, daß das Evangelium sagen will : Nicht bloß das Sinnensein ist es, auf das der Mensch zu sehen hat, nicht bloß das ist es, was im Sinnensein Wert und Bedeutung haben kann, sondern die übersinnliche Welt ist es, die der Mensch vor allen Dingen in sich hereinnehmen soll; und wichtig ist es auch, auf dasjenige zu sehen, was im Sinnensein keine Bedeutung mehr hat. Der Leib des Christus Jesus, dessen Salbung vor dem Begräbnis hier von der Frau nur vorausgenommen wird, hat keine Bedeutung, wenn er entseelt ist; aber man soll für das etwas tun, was jenseits des Sinnenseins Wert und Bedeutung hat. Das soll besonders stark herausgehoben werden. Daher wird zu diesem Herausheben gerade etwas verwendet, worauf selbst das natürliche Menschenbewußtsein glaubt den allergrößten Wert legen zu müssen im Sinnensein.

Daß man dem Sinnensein zuweilen etwas entziehen muß, um es dem Geist zu geben, dem zu geben, wohinein das Ich einrückt, wenn es leibbefreit ist, dafür wählt hier das Evangelium ein besonderes Beispiel. Es wählt gerade hier ein recht pietätlos scheinendes : daß den Armen entzogen wird, was dem Geiste gegeben, was dem Ich gegeben wird, wenn es leibbefreit ist. Es sieht nicht auf das, was das irdische Dasein wert macht, sondern auf das, was in das Ich hineinkommen kann und von dem Ich ausstrahlen kann. Das wird hier in besonders kräftiger Weise hingestellt. Daher wird es in Verbindung gebracht mit dem Judas Iskarioth, der den Verrat begeht, weil er sein Herz besonders hingedrängt fühlt zu dem Sinnensein, weil er sich unter diejenigen mischt, welche das Evangelium hier in wenig höflicher Form als die rechten Banausen bezeichnet, trotzdem es stark ist, worauf hier hingedeutet wird. Dem Judas ist es nur um das zu tun, was im Sinnensein Bedeutung hat, wie diejenigen, welche glauben, daß das, was man für die dreihundert Denare bekommen kann, mehr Bedeutung hat als das, was über das Sinnensein hinausgeht.“ (Lit.: GA 139, S. 158ff)

Literatur

Literaturangaben zum Werk Rudolf Steiners folgen, wenn nicht anders angegeben, der Rudolf Steiner Gesamtausgabe (GA), Rudolf Steiner Verlag, Dornach/Schweiz Email: verlag@steinerverlag.com URL: www.steinerverlag.com.
Freie Werkausgaben gibt es auf steiner.wiki, bdn-steiner.ru, archive.org und im Rudolf Steiner Online Archiv.
Eine textkritische Ausgabe grundlegender Schriften Rudolf Steiners bietet die Kritische Ausgabe (SKA) (Hrsg. Christian Clement): steinerkritischeausgabe.com
Die Rudolf Steiner Ausgaben basieren auf Klartextnachschriften, die dem gesprochenen Wort Rudolf Steiners so nah wie möglich kommen.
Hilfreiche Werkzeuge zur Orientierung in Steiners Gesamtwerk sind Christian Karls kostenlos online verfügbares Handbuch zum Werk Rudolf Steiners und Urs Schwendeners Nachschlagewerk Anthroposophie unter weitestgehender Verwendung des Originalwortlautes Rudolf Steiners.

Weblinks

Commons: Mittwoch der Karwoche – Weitere Bilder oder Audiodateien zum Thema