Pädagogik

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Motto für die Pädagogik

Durchdringe dich mit Phantasiefähigkeit,
habe den Mut zur Wahrheit,
schärfe dein Gefühl für seelische Verantwortlichkeit.
                                Rudolf Steiner (Lit.:GA 269, S. 174)

Die Pädagogik (griech. παιδαγωγία paidagogía, "Erziehung, Unterweisung"; abgeleitet von παῖς pais ‚ "Knabe, Kind" und ἄγειν ágein , "führen, leiten") beschäftigt sich mit Theorie und Praxis der Erziehung und Bildung des Menschen. Ihre Grundlagen werden heute vorwiegend in der Erziehungswissenschaft wissenschaftlich erforscht und erarbeitet, die aber im Sinn der Waldorfpädagogik zur viel umfassenderen Erziehungskunst erweitert werden muss, wenn sie dem ganzen Menschen gerecht werden soll.

Die Wissenschaft kann ihrem Wesen nach nur das erfassen, was allgemein gültig ist. Die Kunst hingegen entspringt aus dem individuellen schöpferischen Tun. Die künsterlische Gesinnung und Befähigung ist daher besonders geeignet, das individuelle Wesen des Kindes zu erfassen.

„Wenn man den Menschen mit abstraktem wissenschaftlichem Inhalt erziehen will, so erlebt er nichts von Ihrer Seele. Von Ihrer Seele erlebt er nur dann etwas, wenn Sie ihm künstlerisch entgegentreten, denn im Künstlerischen muß jeder individuell sein, im Künstlerischen ist jeder ein anderer. Das wissenschaftliche Ideal ist ja gerade, daß jeder so wie der andere ist. Es wäre eine schöne Geschichte - so sagt man heutzutage -, wenn jeder eine andere Wissenschaft lehrte. Das kann ja nicht sein, weil die Wissenschaft reduziert ist auf dasjenige, was für alle Menschen gleich ist. Im Künstlerischen ist aber jeder Mensch eine Individualität. Durch das Künstlerische kann daher auch ein individuelles Verhältnis des Kindes zu dem sich regenden und betätigenden Menschen Zustandekommen, und das ist notwendig. Zwar hat man dadurch nicht, wie in den ersten Kinderjahren, ein totales physisches Empfinden des anderen Menschen, wohl aber die totale Empfindung von der Seele desjenigen, der einem als Führer gegenübersteht.

Die Erziehung muß Seele haben, aber als Wissenschafter kann man nicht Seele haben. Seele kann man nur haben durch dasjenige, was man künstlerisch ist. Seele kann man haben, wenn man die Wissenschaft künstlerisch gestaltet durch die Art des Vorbringens, aber nicht durch den Inhalt der Wissenschaft, so wie sie heute aufgefaßt wird. Die Wissenschaft ist keine individuelle Angelegenheit. Daher begründet sie kein Verhältnis zwischen Führendem und Geführtem im volksschulpflichtigen Alter. Da muß der ganze Unterricht von Kunst, von menschlicher Individualität durchdrungen sein, und mehr als alles ausgedachte Programmatische bedeutet eben die Individualität des Unterrichtenden und Erziehenden. Diese ist es, die in der Schule wirken muß.“ (Lit.:GA 217, S. 160)

Siehe auch

Portal
 Wikipedia:Portal: Pädagogik – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Pädagogik

Literaturhinweise

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Literaturangaben zum Werk Rudolf Steiners folgen, wenn nicht anders angegeben, der Rudolf Steiner Gesamtausgabe (GA), Rudolf Steiner Verlag, Dornach/Schweiz
Email: verlag@steinerverlag.com URL: www.steinerverlag.com. Freie Werkausgaben gibt es auf fvn-rs.net, archive.org und im Rudolf Steiner Online Archiv.
Eine textkritische Ausgabe grundlegender Schriften Rudolf Steiners bietet die Kritische Ausgabe (SKA) (Hrsg. Christian Clement): steinerkritischeausgabe.com
Die Rudolf Steiner Ausgaben basieren auf Klartextnachschriften, die dem gesprochenen Wort Rudolf Steiners so nah wie möglich kommen.
Hilfreiche Werkzeuge zur Orientierung in Steiners Gesamtwerk sind Christian Karls kostenlos online verfügbares Handbuch zum Werk Rudolf Steiners und
Urs Schwendeners Nachschlagewerk Anthroposophie unter weitestgehender Verwendung des Originalwortlautes Rudolf Steiners.
Ausführliche bibliografische Informationen mit Volltextsuche in allen derzeit verfügbaren Online-Ausgaben bietet die Steinerdatenbank.de.