Pangu

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Pangu im Sancai Tuhui

Pangu (chin. 盤古 / 盘古, Pángǔ) ist in der chinesischen Mythologie das erste Lebewesen auf der Erde. Aus dem Urchaos in der Form eines Hühnereis entstand das kosmische Prinzip Yin und Yang (zwei sich ergänzende Pole, die sowohl Ursprung als auch das Wesen aller Dinge sind). Aus diesem Ei wurde auch Pangu geboren.

Pangu steht als Weltachse im Mittelpunkt von Himmel und Erde. Seine Gestalt muss anfangs zwergenhaft gewesen sein. Nach 18.000 Jahren lichtete sich das Chaos und zerteilte sich in yin (Erde) und yang (Himmel). Jeden Tag wuchs der Himmel nach oben und die Erde verfestigte sich und sank nach unten. Im selben Maß wuchs Pangu, bis er nach weiteren 18.000 Jahren zu einem Riesen geworden war, dessen Körper von der Erde bis zum Himmel reichte.

Er beschloss sein Leben durch eine Selbstopferung und bildete aus seinem Körper in einer Kosmogonie das Universum. Sein Odem wurde zum Wind, seine Stimme zum Donner, das linke Auge zur Sonne, das rechte bildete den Mond, aus seinem Leib bildeten sich die vier Pole und die fünf Hauptgebirge, sein Blut ergab die Flüsse, Zähne und Knochen ergaben die Metalle, sein Haar die Pflanzen, sein Speichel den Regen und das an ihm haftende Ungeziefer die Menschheit. Aus Samen und Knochenmark wurden Perlen und Jade.

Ähnliche Urwesen, die aus sich heraus die Welt erschufen, waren in der Mythologie der Kalmücken Manzaschiri, dessenj Name vom Bodhisattva Manjushri abgeleitet ist, und der indische Urmensch Purusha.[1].

Literatur

  • Josef Guter: Lexikon der Götter und Symbole der Alten Chinesen. Marix, Wiesbaden 2004, ISBN 3-937715-04-5, S. 256f

Weblinks

Commons-logo.png Commons: Pangu - Weitere Bilder oder Audiodateien zum Thema
  • Micha F. Lindemans: Pan-gu. Encyclopedia Mythica

Einzelnachweise

  1. Uno Harva: Die religiösen Vorstellungen der altaischen Völker. FF Communications N:o 125. Suomalainen Tiedeakatemia, Helsinki 1938, S. 111; Pierre Grimal (Hrsg.): Mythen der Völker. Fischer, Frankfurt 1977, Band 2, S. 268–270


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