Paradiesesbaum

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Berthold Furtmeyr, "Der Baum des Todes und des Lebens", Salzburger Missale (15. Jh.)

Im Paradiesesbaum sind die beiden in der Genesis genannten Paradiesesbäume, der Baum des Lebens und der Baum der Erkenntnis, innig ineinander verschlungen. Sie erscheinen damit gleichsam als zwei unterschiedliche Aspekte des einen Weltenbaums. Es drückt sich in diesem Bild eine Hoffnung für die Zukunft aus, in der die Menschheit die Folgen des Sündenfalls überwunden haben wird.

Aus den Samen des Paradiesesbaumes ist nach der Kreuzesholz-Legende jener Baum gewachsen, aus dem das Kreuzesholz geschnitten wurde, an das der Christus geschlagen wurde. An dieses Kreuz sind wir letztlich alle geschlagen, doch durch die Kraft des Christus sollen aus dem schwarzen toten Holz die 7 Rosen entkeimen, so dass es zum Rosenkreuz werde. Wir werden damit auf das Geheimnis der Auferstehung hingewiesen, der auch wir künftig teilhaftig werden sollen.

In der germanischen Mythologie wird die Erschaffung des Menschengeschlechtes auf zwei Bäume zugeführt. Odin, Wili und We erschaffen aus Esche und Ulme das Urmenschenpaar Ask und Embla. In ähnlicher Weise führen und die Abstammungslinien der beiden Jesusknaben zu den beiden ineinander verschlungenen Paradiesesbäumen zurück. Der salomonische Jesusknabe, der wiedergeborene Zarathustra, der durch viele Inkarnationen hindurch hohe Weisheit entwickeln konnte, trägt in sich die reifsten Früchte des Baums der Erkenntnis. Durch viele Erdenleben hindurch veredelte er seine Wesensglieder so sehr, dass sie nach seinem Tod erhalten blieben und seinen vorzüglichsten Schülern zur Erfüllung ihrer Mission einverleibt werden konnten. Hermes, der große ägyptische Eingeweihte, erhielt den Astralleib des Zarathustra. Moses, sein anderer Schüler, bekam den Ätherleib Zarathustras. Aus den Kräften dieses Ätherleibs, der ja ein Zeitleib ist und eng verbunden mit den Werdekräften des Kosmos, konnte Moses die Schöpfungsgeschichte schildern. Der nathanische Jesusknabe, der zur Zeitenwende zum aller ersten Mal auf Erden geboren wurde, brachte hingegen erstmals die reinen Kräfte des Baums des Lebens in das Menschengeschlecht. Und so wie die beiden Paradiesesbäume ineinander verschlungen sind, so mussten sich auch die Wesenshüllen dieser beiden Jesusknaben ineinander verschlingen, um die Inkarnation des Christus auf Erden vorzubereiten, die mit der Jordantaufe begonnen und sich mit dem Mysterium von Golgatha vollendet hat.