Produktionsmittel

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Produktionsmittel sind im wirtschaftlichen Sinn alle, in der Regel wiederholt einsetzbare Mittel, die zur Produktion wirtschaftlicher Güter notwendig sind, ohne dabei selbst direkt materiell in die erzeugten Produkte einzugehen.

Im gesunden sozialen Organismus sollten die Produktionsmittel nach Rudolf Steiner nicht als Ware behandelt werden, sondern das Recht, darüber zu verfügen, sollte in die Hände derer geleitet werden, die geistig befähigt sind, damit bestmöglich umzugehen.

"Ganz genau denselben Wert, den im Wirtschaftsprozeß der Grund und Boden hat, oder besser gesagt dieselbe Bedeutung, haben aber fertiggestellte Produktionsmittel, nicht Produktionsmittel, die erst gemacht werden, sondern die fertiggestellten Produktionsmittel, die dann dazu dienen, daß mit ihnen weiter produziert wird. Diese fertiggestellten Produktionsmittel, die kann man in Wirklichkeit eigentlich auch nicht kaufen. Kauft man sie aber, dann erwirbt man in Wahrheit das Recht, sie ausschließlich zu benutzen. Also, man kauft wiederum ein Recht. Und nun sehen Sie am allerbesten an diesen Produktionsmitteln, daß, wenn sie fertig sind, sie einfach nicht verkäuflich sein dürfen, daß aufhören müssen die Produktionsmittel auf dem Wirtschafts markt einen Wert zu haben. Wenn sie fertiggestellt sind, dann sind sie gerade so wie Grund und Boden. Jetzt stellt sich die Frage, die ja eine wirklich soziale Forderung beinhaltet: Wie schaffen wir es, daß die Produktionsmittel nicht mehr länger einen Wirtschafts wert haben, wenn sie fertig sind? Wir schaffen es nur dadurch - ich habe es vorhin ja schon gesagt —, daß man alles das, was nicht in den Wirtschaftsprozeß hineingehört, in selbständige Glieder des sozialen Organismus übergehen läßt.

Was ist denn notwendig für die Produktion? Ist in Wirklichkeit Kapital notwendig? Nein! Es ist eben ein Unsinn, daß Kapital notwendig ist. Damit die Produktionsmittel bedient werden können, ist notwendig, daß geistige Arbeit da ist. Das versteht natürlich jeder Arbeiter, daß geistige Leitung, geistige Arbeit da sein muß. Und er versteht auch, daß er bald aufhören müßte zu arbeiten, wenn nicht eine geistige Leitung, geistige Arbeit, vorhanden wäre. Aber heute geht es nicht um geistige Leitung, sondern um den Privatbesitz an den Produktionsmitteln und um die Rentabilität, um die Anlagefähigkeit wiederum des im Produktionsmittel steckenden Kapitals. Deshalb ist es notwendig, daß man die Produktionsmittel herauslöst aus dem Wirtschaftsprozeß, so daß sie durch die soziale Ordnung selbst immer an den gelangen können, der die entsprechenden Fähigkeiten hat und zu dem die Arbeiter Vertrauen haben. Deshalb will die Dreigliederung des sozialen Organismus den selbständigen Geistesorganismus. Es ist einfach Unsinn, wenn gesagt wird, [daß dadurch neue Besitzverhältnisse geschaffen werden ...] In diesem Geistesleben, das ja mit den anderen Zweigen des Lebens in enger Verbindung steht, wird dann dafür gesorgt, daß die Produktionsmittel ihren Weg durch die Welt anders machen als durch Kauf. Und in dem, was ich den Rechtsstaat nenne - er hat ja wahrhaftig nichts mehr mit dem alten Staat zu tun -, wird dafür gesorgt werden, daß die Arbeitskraft ihr Recht bekommen kann. Im Wirtschaftsleben selbst bleiben dann nur noch die Warenerzeugung, die Warenverteilung und die Warenkonsumtion." (Lit.: GA 331, S. 63f)

Literatur

  1. Rudolf Steiner: Betriebsräte und Sozialisierung, GA 331 (1989), ISBN 3-7274-3310-8 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  2. Hans Georg Schweppenhäuser: Das Eigentum an den Produktionsmitteln, Institut für soziale Gegenwartsfragen e.V., Berlin 1963
  3. Hans Georg Schweppenhäuser: Macht des Eigentums, RADIUS-Verlag, Stuttgart 1970
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Literaturangaben zum Werk Rudolf Steiners folgen, wenn nicht anders angegeben, der Rudolf Steiner Gesamtausgabe (GA), Rudolf Steiner Verlag, Dornach/Schweiz
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