Rudolf Steiners Geburtshoroskop

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Rudolf Steiner wurde am 25. oder 27. Februar 1861 in Kraljevec, im damaligen Kaisertum Österreich, heute Donji Kraljevec in Kroatien, geboren. Die Geburtszeit wird mit etwa 23:15 MEZ angegeben.

Rudolf Steiners Geburtsdatum

Das genaue Geburtsdatum Rudolf Steiners - 25. oder 27. Februar - ist strittig. In den offiziellen Dokumenten wurde, wie damals üblich, der 27. Februar angegeben, das Taufdatum. In einer handschriftlichen Aufzeichnung Steiners steht: „Meine Geburt fällt auf den 25. Februar 1861. Zwei Tage später wurde ich getauft.“[1] Auch als Eingeweihter konnte sich Rudolf Steiner über den genauen Zeitpunkt seiner Geburt nur durch äußere Mitteilungen informieren.

„Der Mensch muß im gewöhnlichen Leben etwas durch Mitteilung annehmen, ohne daß das Mitgeteilte für ihn Erfahrung sein kann; nämlich die Kenntnis von dem, was mit ihm vorgegangen ist zwischen dem Zeitpunkte seiner Geburt und demjenigen, bis zu dem er sich durch sein eigenes Gedächtnis zurückerinnert. Wenn nun der Mensch als Geistesforscher die geistigen Erkenntniskräfte ausbildet, so sieht er zwar hinter diesen Zeitpunkt zurück; aber von der Entwicklungsperiode ab, bis zu der man sich im gewöhnlichen Leben zurückerinnert, sieht das «geistige Auge» nicht Ereignisse in der Form der Sinnenwelt, sondern dasjenige, was im geistigen Gebiete geschehen ist, während sich die entsprechenden Tatsachen in der physischen Welt abgespielt haben. Die für Sinne wahrnehmbaren Vorgänge als solche können, wenn sie nicht durch Erleben bewußt werden können, auch für die geistige Erfahrung nur durch Mitteilung erhalten werden. (Kein gesund denkender Geistesforscher wird zum Beispiel glauben, daß er auf die Mitteilungen durch seine Mitmenschen verzichten wolle und das auf diese Art zu Erfahrende durch geistiges Schauen gewinnen sollte.) - So gibt es für die Geisteswissenschaft schon im Bereiche des gewöhnlichen Lebens Erkenntnisse, die nur durch Mitteilung erhalten werden.“ (Lit.:GA 35, S. 262f)

Gemäß im Jahr 2009 aufgetauchten neuen Dokumenten ist der 27. Februar der Geburtstag und auch als solcher in den Taufschein eingetragen. Das meint jedenfalls Günter Aschoff[2]. Laut Aschoff sei Steiner zeitweise selbst fälschlicherweise davon ausgegangen, dass er am 25. Februar geboren worden sei. Endgültig geklärt ist die Geburtstagsfrage damit aber nicht. Auch Aschoff schließt sehr vorsichtig mit der Aussage: „All dies und ebenso das, was Rudolf Steiner in Vorträgen gesagt und selbst veröffentlicht hat, weist auf den 27. Februar 1861 als sein Geburtsdatum hin“. Dem englischen Astrologen und Theosophen Alan Leo hat Steiner vermutlich während des Münchner Kongresses 1907 auf dessen Frage als Geburtsstunde 23:15h gennannt. Alan Leo erstellte nach diesen Angaben das Geburtshoroskop Rudolf Steiners, das in dessen The Art of Synthesis veröffentlicht wurde[3].

Einen wesentlich anderen Sachverhalt stellt Judith von Halle in ihrem Werk "Rudolf Steiner - Meister der weissen Loge. Zur okkulten Biographie" dar. Demnach wurde das Geburtsdatum damals absichtlich gefälscht und somit ist der 25. Februar 1861 Rudolf Steiners wahrer Geburtstag. Judith von Halle schreibt in ihrem Buch “Rudolf Steiner - Meister der weißen Loge“:

„Es ist von großer Bedeutung, dass die Lebensdaten korrekt wiedergegeben werden, mit denen der Mensch ins Erdendasein tritt. Dies können wir auch einsehen anhand eines historischen Beispiels, welches nun allen bekannt sein dürfte. Wie tragisch sich die Verfälschung oder mutwillige Unterschlagung der wahren Lebensdaten gerade bei einer hoch entwickelten Individualität - nicht nur für deren persönliches Schicksal, sondern auch für das Schicksal ganzer Völkergemeinschaften, in dem Falle für diejenigen Europas - auswirken kann, zeigt sich an keinem anderen Menschen so deutlich wie an jenem, den man schließlich Kaspar Hauser nannte. So wie bei Kaspar Hauser geschehen war, sollte auch das Karma Rudolf Steiners in andere Bahnen gelenkt werden. …....... Drei oder vier Tage nach der Geburt des Knaben Rudolf Steiner nahm ein anderer Erfüllungsgehilfe derselben Macht die besagten falschen Einträge in das Geburtsregister vor, wodurch das Schicksal des Knaben in andere Bahnen gelenkt werden sollte ….. Wir sehen also, die schwarzen Logen sind sich durchaus darüber bewusst: Es ist möglich, zu verhindern, dass ein Meister seine Wirksamkeit entfaltet auf der Erde dadurch, dass man das Gefäß in welches er einziehen will, beschädigt oder zerstört. …....... So hatte der kleine Rudolf eines Tages eine bewegende innere Schau auf dasjenige, was sich kurz nach seiner Geburt zugetragen hatte: Vor seinem inneren Auge enthüllte sich die Verfälschung seiner Lebensdaten, die durch den Eintrag in das Geburtsregister herbei geführt worden war. ….... Im Juli 1879 – das ist der Beginn des Michael-Zeitalters – nur fünf Tage nach Erhalt seines Matura-Zertifikates.............er ist mittlerweile achtzehn Jahre alt und hat durch die Matura eine gewisse Rechtskraft erhalten.......verlangt er eine Auszugs-Abschrift aus dem Geburtsregister, einen sogenannten Taufschein; einen solchen benötigt er für seine Immatrikulation in Wien. Bei dieser Gelegenheit bestand Rudolf Steiner auf die Korrektur der Einträge beziehungsweise auf einen wahrheitsgemäßen Eintrag seiner Lebensdaten auf der gewünschten Auszugs-Kopie, dem Taufschein. Es muss ein ungeheuerlicher Kraftakt für den jungen Rudolf Steiner gewesen sein, mit dem immer noch dort tätigen Schreibdiener, jenem Diener der schwarzen Loge, um die Korrektur seiner Lebensdaten zu ringen. Es ist der außergewöhnlichen Ich-Kraft des jungen Rudolf Steiner zuzuschreiben, dass es ihm schließlich gelang, die Korrektur seines ersten Vornamens durchzusetzen. …........ Doch gelang es Rudolf Steiner nicht, auch die Korrektur seines Geburtsdatums zu erwirken. … Dass der 25. Februar nicht auch als der amtlich bezeugte Geburtstag Rudolf Steiners eingetragen wurde, ist alles andere als eine Lappalie – es ist in Wahrheit eine Katastrophe, die in ihrer Tragweite bislang wohl nur von wenigen Menschen erkannt wird und die sich in ihren Konsequenzen bis in unsere Zeit hinein gezogen hat. Denn seit jenem Juli-Tag im Jahre 1879 und erst recht als Begründer der Geisteswissenschaft, war er aufgrund dieses Eintrags dazu verpflichtet - man müsste eigentlich sogar sagen “verdammt“ - fortan zeitlebens selbst das falsche Geburtsdatum anzugeben. << Ein weiteres Indiz ist folgender Auszug aus dem Brief von Eugenie von Bredow, datiert auf den 25. Februar 1921 (in ihren Räumlichkeiten hatte Steiner 1906 über Richard Wagners “Parsifal“ vorgetragen!) : >> Heute an dem Tage, der eigentlich der Tag der Geburt in dieser Verkörperung Ihrer Individualität gewesen sein soll, während wir bis dahin immer den 27. Februar dafür ansahen, möchte ich Ihnen in treuem Gedenken die wärmsten Wünsche für Ihr Wohlergehen aussprechen.>>“ (Lit.: Judith v. Halle, S.180ff)

Den Ausführungen Judith von Halles widerspricht Thomas Meyer:

„Steiner selbst muss infolge gewisser Unklarheiten in dem ihm dokumentarisch oder mündlich Überlieferten vorübergehend sogar selbst angenommen haben, dass der 25. sein wahrer Geburtstag sei. Denn es existiert tatsächlich ein undatiertes handschriftliches Dokument, auf dem er den 25. – allerdings nur dieses eine Mal – als Geburtstag vermerkt, obwohl er sonst immer den 27. angegeben hatte...

Einen letzten Anlauf zur exoterischen Klärung dieser Sache unternahm Steiner im Herbst 1923, bei einem Besuch seiner Schwester Leopoldine in Horn. Am 9. Dezember ließ er im Goetheanum unter dem Titel «Mein Lebensgang» die erste Folge seiner autobiographischen Aufzeichnungen erscheinen, in welcher der Satz steht: «In Kraljevec bin ich am 27. Februar 1861 geboren.»

Aus dieser Tatsache ergibt sich, dass die exoterische Abklärung zu einem Abschluss gelangt war. Die ein einziges Mal dokumentierte Abweichung des Geburtsdatums ist damit als durch Steiner selbst korrigiert zu betrachten. Wenn er noch im Dezember 1923 Gründe für den 25. Februar gehabt hätte, dann hätte er in seiner Autobiographie zweifellos dieses Datum angegeben. Er hat es nicht getan.“ (Lit.: Thomas Meyer, S. 7-9[4][5])

Geburtshoroskop für den 25. Februar 1861, 23:15 MEZ

Durch den amerikanischen Astrologen Christopher A. Weidner wurde für Rudolf Steiner für den 25.02.1861, 23:15 MEZ, Kraljavec folgendes Placidus-Geburtshoroskop berechnet:

Geburtshoroskop von Rudolf Steiner für den 25.2.1861, 23:15 MEZ

Geburtshoroskop für den 27. Februar 1861, 23:15 MEZ

Dem englischen Astrologen und Theosophen Alan Leo hat Steiner vermutlich während des Münchner Kongresses 1907 auf dessen Frage als Geburtsstunde 23:15h gennannt. Alan Leo erstellte nach diesen Angaben das Geburtshoroskop Rudolf Steiners für den 27. Februar 1861, das in dessen The Art of Synthesis (1912 schon in 3. Auflage erschienen) veröffentlicht wurde.

Geburtshoroskop von Rudolf Steiner für den 27.2.1861, 23:15 MEZ, erstellt von Alan Leo

Ein Geburtshoroskop für den 27. Februar erstellte auch der Astrologe Manfred Magg: Rudolf Steiner - Geburtshoroskop. Magg weist dabei insbesondere auf wesentlichen Unterschiede in Hinblick auf die Mondstellung hin. Geht man von einer Geburt am 27. aus, steht der Mond im Tierkreiszeichen Waage, was aus seiner Sicht plausibel erscheint (PDF). Das Horoskop ist für 23:15 Uhr erstellt. Die genaue Geburtszeit liegt allerdings nach Magg wahrscheinlich etwas früher, etwa gegen 22:58 oder 23:09 Uhr.

Geburtshoroskop von Rudolf Steiner für den 27.2.1861, 23:15 MEZ

Literatur

  • Software: AstroStar Profi 5.1, United Soft Media Vlg.(Lizenzausgabe der AstroGlobe GmbH, Freiburg), München 2013 (für WinXP/WinVista/Win7/Win8), - mit Begleitbuch des Astrologen Christopher A. Weidner
  • Software: Astrostar Profi 7.0, United Soft Media Vlg.(Lizenzausgabe der AstroGlobe GmbH, Freiburg), München 2016 (für Win8.1/Win10), - mit Begleitbuch des Astrologen Christopher A. Weidner
  • Judith von Halle: Rudolf Steiner - Meister der weissen Loge. Zur okkulten Biographie, Vlg. für Anthroposophie, Dornach 2011, ISBN 978-3037690307, S. 93 ff
  • Robert A. Powell: Hermetische Astrologie 1, Urachhaus Vlg., Stuttgart 2001, S. 44 ff
  • Rudolf Steiner: Philosophie und Anthroposophie, GA 35 (1984), ISBN 3-7274-0350-0 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
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Literaturangaben zum Werk Rudolf Steiners folgen, wenn nicht anders angegeben, der Rudolf Steiner Gesamtausgabe (GA), Rudolf Steiner Verlag, Dornach/Schweiz
Email: verlag@steinerverlag.com URL: www.steinerverlag.com. Freie Werkausgaben gibt es auf fvn-rs.net, archive.org und im Rudolf Steiner Online Archiv.
Eine textkritische Ausgabe grundlegender Schriften Rudolf Steiners bietet die Kritische Ausgabe (SKA) (Hrsg. Christian Clement): steinerkritischeausgabe.com
Die Rudolf Steiner Ausgaben basieren auf Klartextnachschriften, die dem gesprochenen Wort Rudolf Steiners so nah wie möglich kommen.
Hilfreiche Werkzeuge zur Orientierung in Steiners Gesamtwerk sind Christian Karls kostenlos online verfügbares Handbuch zum Werk Rudolf Steiners und
Urs Schwendeners Nachschlagewerk Anthroposophie unter weitestgehender Verwendung des Originalwortlautes Rudolf Steiners.
Ausführliche bibliografische Informationen mit Volltextsuche in allen derzeit verfügbaren Online-Ausgaben bietet die Steinerdatenbank.de.

Einzelnachweise

  1. Erstmals dokumentiert in Beiträge zur Rudolf-Steiner-Gesamtausgabe, Beiträge 49-50
  2. vgl. "Rudolf Steiners Geburtstag am 27. Februar 1861 - Neue Dokumente, in: Das Goetheanum, Nr. 9/2009, S. 3ff (PDF
  3. Alan Leo: The Art of Synthesis, 3. Auflage, L. N. Fowler & Co, London 1912, S. 207
  4. Thomas Meyer: Der 27. Februar 1861: Rudolf Steiners wahrer Geburtstag, in: Der Europäer, Jg.15, Nr. 11 (Sept. 2011), S. 7-9, PDF:[1]
  5. vgl. auch Taja Gut: Aller Geistesprozeß ist ein Befreiungsprozeß - Der Mensch Rudolf Steiner, Pforte Vlg., Dornach 2003, S. 11 (Als Geburtstag wird hier der 25.02.1861 genannt).