Sankt Georg

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Sankt Georg: Darstellung in der Kirche Sogn Gieri, Graubünden, 1731

Der heilige Georg (neugriech. Άγιος Γεώργιος Ágios Geó̱rgios; * im 3. Jahrhundert evtl. in Kappadokien; † 23. April um 303 evtl. in Lydda, Palästina, oder in Nikomedia) war ein Märtyrer, der der Überlieferung zufolge zu Beginn der Christenverfolgung unter Diokletian (284–305) das Martyrium erlitt. In den orthodoxen Kirchen wird er als Groß- bzw. Erzmärtyrer verehrt.

Historische Angaben zu seiner Person sind ungewiss. Aufgrund des möglicherweise legendären Charakters des Heiligen wurde der hl. Georg in der römisch-katholischen Kirche 1969 aus dem römischen Generalkalender gestrichen, jedoch 1975 wieder eingefügt.

Der hl. Georg zählt zu den 14 Nothelfern. Er ist der Schutzpatron verschiedener Länder, Adelsfamilien, Städte und Ritterorden. Der Vorname Georg (und seine sprachlichen Abwandlungen) gehört zu den beliebtesten Vornamen in Europa.

Sein Symbol in der Heraldik ist das Georgskreuz. Das rote Kreuz auf weißem Grund ist in vielen Wappen und Flaggen enthalten. Heiligenattribute, die neben dem Georgskreuz als Erkennungszeichen des Heiligen dienen, sind der Drache (Wappentier) sowie seine Darstellung als Ritter mit Lanze; teils wird der hl. Georg auch mit dem Palmwedel des Martyriums dargestellt.

St. Georg, Erzengel Michael und der vorgeburtliche nathanische Jesus

Mythologisch ist, insbesondere in seiner Eigenschaft als Drachenbezwinger, der heilige Georg dem Erzengel Michael gleich zu setzen.

„Gegen Ende der atlantischen Zeit entwickelte sich die dritte Vorstufe. Wieder stand die Menschheit vor einer großen Gefahr. Jetzt sollte das Denken, Fühlen und Wollen untereinandergebracht werden. Die Seelenäußerungen sollten disharmoniert werden, so daß der Mensch nicht in geordneter Weise das Denken, Fühlen und Wollen hätte entwickeln können, sondern daß diese sich wie wahnsinnig untereinander gerührt hätten. Das wurde durch die dritte Vorstufe abgewendet. Noch einmal durchdrang sich die Wesenheit, die später der nathanische Jesus wurde, mit dem Christus-Impuls, und Ordnung und Harmonie wurde in den Zusammenklang von Denken, Fühlen und Wollen hineingebracht. Das empfand man noch lange in nachatlantischer Zeit. In Zeiten, die unserer Gedankenentwickelung vorangingen, gestalteten sich schon die Vorboten eines Bildes, das in unsere Zeit hereinragt, aber noch nicht richtig verstanden wird. Als am Ende der atlantischen Zeit Christus durchseelte diese Seele, welche später Jesus von Nazareth wurde, bewirkte dies, daß es eine Wesenheit gab, welche immer Herr wurde über die wild durcheinanderstürmenden Affekte, Sieger wurde über das zu dichten Gebilden werdende Denken, Fühlen und Wollen. Das stellte sich die Menschheit hin in dem Bilde vom heiligen Georg oder dem heiligen Michael, dem Drachenbesieger. Das ist unmittelbar der imaginative Ausdruck des dritten Vorboten des Ereignisses von Golgatha.“ (Lit.:GA 152, S. 123f)

„Es mußte das von dem Christus durchzogene engelartige Wesen die Tat verrichten, aus der menschlichen Seele herauszustoßen, herauszubesiegen das, was aus dieser menschlichen Seele heraus muß, damit Harmonie und Ordnung im Denken, Fühlen und Wollen dasein kann. Besiegt mußte werden in der menschlichen Seele das, was in ihr das Chaos, die Unordnung hervorgebracht hatte, herausgestoßen mußte es werden. Und so erscheint uns das Bild — stellen wir es lebendig vor unser Seelenauge —, das Bild eines engelartigen Wesens, jenes Wesens, das da noch in den geistigen Welten ist, das später der Jesusknabe, der nathanische Jesusknabe wird: Das erscheint uns durchseelt von der Christus-Wesenheit, dadurch zu besonderen Taten fähig, fähig, herauszustoßen aus Denken, Fühlen und Wollen dasjenige, was als der Drache in ihm wütet und es ins Chaos hineingebracht hätte. Die Erinnerung daran waltet in all den Bildern, die als Sankt Georg, der den Drachen besiegt, in den Menschenkulturen sich geltend gemacht haben. Sankt Georg mit dem Drachen spiegelt jenes überirdische Ereignis, wo der Christus den Jesus durchseelt hat und ihn fähig gemacht hat, herauszustoßen den Drachen aus der menschlichen Seelennatur. Es war dieses eine bedeutsame Tat, die nur durch die Hilfe des Christus in dem Jesus möglich geworden war, in diesem damaligen engelartigen Wesen. Denn es mußte tatsächlich sich verbinden mit der Drachennatur dieses engelartige Wesen, mußte gleichsam Drachenform annehmen, um abzuhalten den Drachen von der Menschenseele, mußte wirken im Drachen, so daß der Drache veredelt wurde, daß der Drache aus dem Chaos in eine Art Harmonie gebracht wurde. Die Erziehung, die Zähmung des Drachens, das ist die fernere Aufgabe dieser Wesenheit. Und so kam es denn, daß zwar der Drache wirksam war, aber dadurch, daß die Wirkung in ihn gegossen war, die von dem geschilderten Wesen ausging, ist dieser Drache der Träger geworden von vielen Offenbarungen, die sich geltend gemacht haben in den irdischen Kulturen der ganzen nachatlantischen Entwickelung. Statt daß das Chaos des Drachens in rasenden oder umdämmerten Menschen aufgetreten wäre, ist die Urweisheit der nachatlantischen Zeit aufgetreten. Das Drachenblut hat der Christus Jesus gleichsam benutzt, um mit seiner Hilfe das Menschenblut zu durchdringen, damit der Mensch Träger würde der göttlichen Weisheit.“ (Lit.:GA 149, S. 54f)

„Diese drei Ereignisse, die ich jetzt angeführt habe, haben alle aus den geistigen Welten in den Menschen hineingewirkt; sie haben sich nicht vollzogen auf dem physischen Plan. Aber insbesondere von dem dritten Ereignis ist in den mythischen Vorstellungen ein gutes Andenken geblieben. Und wie in vielen Fällen uns die geistige Erkenntnis dahin führt, solche Zeichen, die in Sagen und Mythen sich erhalten haben, in der rechten Weise zu verstehen, sie sozusagen in der richtigen Weise zu vertiefen, so kann es auch mit diesem Zeichen sein. Wir alle kennen es ja, dieses Zeichen, welches ein übersinnliches Wesen darstellt - sei es der Erzengel Michael, sei es der heilige Georg - tottretend, überwindend den Drachen. Das ist die bildliche Darstellung des dritten Christus-Ereignisses: der Erzengel Michael oder Sankt Georg, der spätere nathanische Jesusknabe, durchseelt von der Christus-Wesenheit. Daher gibt es die erzengelhafte Gestalt in den geistigen Welten. Und die Überwindung des Drachens bedeutet die Unterdrückung desjenigen im menschlichen Denken, Fühlen und Wollen - also in der Leidenschaftsnatur des Menschen -, welches Denken, Fühlen und Wollen durcheinanderwerfen würde, in Unordnung bringen würde.“ (Lit.:GA 148, S. 195)

Siehe auch

Georg (Heiliger) - Artikel in der deutschen Wikipedia

Literatur

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