Sechsblättrige Lotosblume

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Sakralchakra

Die sechsblättrige Lotosblume, das Sexual- oder Sakralchakra (sanskrt. Svādhisthāna „die Liebliche“) liegt etwa eine Hanbreit unter dem Nabel und ist eines der sieben hauptsächlichen seelischen Wahrnehmungsorgane im Astralleib des Menschen.

Nach den Erkenntnissen des deutschen Mystikers und Jakob Böhme-Schülers Johann Georg Gichtel steht das Sakralchakra unter der unmittelbaren Wirkung der Merkursphäre. Seine Farbe ist nach der Yoga-Lehre orange.

Die Voraussetzung zur Ausbildung der sechsblättrigen Lotosblume ist, dass Leib, Seele und Geist zur vollkommenen Harmonie gebracht sind. Durch sie gelangt man zum Verkehr mit geistigen Wesenheiten, die den höheren Welten angehören, sich aber in der Seelenwelt offenbaren. Die Entwicklung dieser Lotosblume ist alleddings nur empfehlenswert, wenn sich der Geistesschüler mit seinem Geist breits bewusst in die höhere geistige Welt erheben kann, denn nur dann kann er das Geschaute richtig beurteilen.

„Schwieriger als die Ausbildung der beschriebenen Lotusblume ist diejenige der sechsblätterigen, welche sich in der Körpermitte befindet. Denn zu dieser Ausbildung muß die vollkommene Beherrschung des ganzen Menschen durch das Selbstbewußtsein angestrebt werden, so daß bei ihm Leib, Seele und Geist in einer vollkommenen Harmonie sind. Die Verrichtungen des Leibes, die Neigungen und Leidenschaften der Seele, die Gedanken und Ideen des Geistes müssen in einen vollkommenen Einklang miteinander gebracht werden. Der Leib muß so veredelt und geläutert werden, daß seine Organe zu nichts drängen, was nicht im Dienste der Seele und des Geistes geschieht. Die Seele soll durch den Leib nicht zu Begierden und Leidenschaften gedrängt werden, die einem reinen und edlen Denken widersprechen. Der Geist aber soll nicht wie ein Sklavenhalter mit seinen Pflichtgeboten und Gesetzen über die Seele herrschen müssen; sondern diese soll aus eigener freier Neigung den Pflichten und Geboten folgen. Nicht wie etwas, dem er sich widerwillig fügt, soll die Pflicht über dem Geheimschüler schweben, sondern wie etwas, das er vollführt, weil er es liebt. Eine freie Seele, die im Gleichgewichte zwischen Sinnlichkeit und Geistigkeit steht, muß der Geheimschüler entwickeln. Er muß es dahin bringen, daß er sich seiner Sinnlichkeit überlassen darf, weil diese so geläutert ist, daß sie die Macht verloren hat, ihn zu sich herabzuziehen. Er soll es nicht mehr nötig haben, seine Leidenschaften zu zügeln, weil diese von selbst dem Rechten folgen. Solange der Mensch es nötig hat, sich zu kasteien, kann er nicht Geheimschüler auf einer gewissen Stufe sein. Eine Tugend, zu der man sich erst zwingen muß, ist für die Geheimschülerschaft noch wertlos. Solange man eine Begierde noch hat, stört diese die Schülerschaft, auch wenn man sich bemüht, ihr nicht zu willfahren. Und es ist einerlei, ob diese Begierde mehr dem Leibe oder mehr der Seele angehört. Wenn jemand z. B. ein bestimmtes Reizmittel vermeidet, um durch die Entziehung des Genusses sich zu läutern, so hilft ihm dies nur dann, wenn sein Leib durch diese Enthaltung keine Beschwerden erleidet. Ist letzteres der Fall, so zeigt es, daß der Leib das Reizmittel begebrty und die Enthaltung ist wertlos. In diesem Falle kann es eben durchaus sein, daß der Mensch zunächst auf das angestrebte Ziel verzichten muß und warten, bis günstigere sinnliche Verhältnisse - vielleicht erst in einem anderen Leben - für ihn vorliegen. Ein vernünftiger Verzicht ist in einer gewissen Lage eine viel größere Errungenschaft als das Erstreben einer Sache, die unter gegebenen Verhältnissen eben nicht zu erreichen ist. Ja, es fördert solch ein vernünftiger Verzicht die Entwickelung mehr als das Entgegengesetzte.

Wer die sechsblätterige Lotusblume entwickelt hat, der gelangt zum Verkehr mit Wesen, die den höheren Welten angehören, jedoch nur dann, wenn deren Dasein sich in der Seelenwelt zeigt. Die Geheimschulung empfiehlt aber nicht eine Entwickelung dieser Lotusblume, bevor der Schüler nicht auf dem Wege weit vorgeschritten ist, durch den er seinen Geist in eine noch höhere Welt erheben kann. Dieser Eintritt in die eigentliche Geisteswelt muß nämlich immer die Ausbildung der Lotusblumen begleiten. Sonst gerät der Schüler in Verwirrung und Unsicherheit. Er würde zwar sehen lernen, aber es fehlte ihm die Fähigkeit, das Gesehene in der richtigen Weise zu beurteilen. - Nun liegt schon in dem, was zur Ausbildung der sechsblätterigen Lotusblume verlangt wird, eine gewisse Bürgschaft gegen Verwirrung und Haltlosigkeit. Denn nicht leicht wird jemand in diese Verwirrung zu bringen sein, der das vollkommene Gleichgewicht zwischen Sinnlichkeit (Leib), Leidenschaft (Seele) und Idee (Geist) erlangt hat. Dennoch ist noch mehr notwendig als diese Bürgschaft, wenn durch Entwickelung der sechsblätterigen Lotusblume dem Menschen Wesen mit Leben und Selbständigkeit wahrnehmbar werden, welche einer Welt angehören, die von derjenigen seiner physischen Sinne so durchaus verschieden ist. Um Sicherheit in diesen Welten zu haben, genügt ihm nicht das Ausbilden der Lotusblumen, sondern er muß da noch höhere Organe zu seiner Verfügung haben. Es soll nun über die Entwickelung dieser noch höheren Organe gesprochen werden; dann kann auch von den anderen Lotusblumen und der anderweitigen Organisation des Seelenleibes"' die Rede sein.“ (Lit.:GA 10, S. 135ff)

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