Sitte

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Als Sitte (lat. mos) gilt die Gesamtheit aller innerhalb einer bestimmten sozialen Gemeinschaft durch Tradition und Gewohnheit („Usus“) als verbindlich angesehenen moralischen Werte, Regeln und Normen. Sittlichkeit besteht darin, sich gemäß dieser sittlichen Regeln zu verhalten. Was als rechte Sitte angesehen wird, hängt stark vom kulturellen Umfeld ab („Andere Länder, andere Sitten!“), und wandelt sich beständig im Zuge der historischen Entwicklung. Der damit notwendig verbundene Wertewandel wird, namentlich von konservativen Kreisen, oft als Werteverfall empfunden. Durch die zunehmende Individualisierung werden sittliche Normen immer weniger als allgemein verbindlich angesehen. Die Zukunft liegt nach Rudolf Steiner daher in der auf Freiheit gegründeten sittlichen Autonomie des Menschen.

Der Begriff "Sittlichkeit" in der Philosophie

„Einerseits die Fähigkeit des Menschen, sein Handeln an einer sozialen Verbindlichkeit auszurichten, andererseits auch das in die gesellschaftlichen Institutionen eingearbeitete Normengefüge, insoweit es diese soziale Verbindlichkeit unterstützt. Die Begriffe ›moralisch‹, ›ethisch‹ und ›sittlich‹ werden meist synonym gebraucht. In der philosophischen Tradition hat sich jedoch eine differenziertere Verwendungsweise herauskristallisiert. Während man unter Moral die Prinzipien des guten und richtigen Handelns versteht, bezeichnet Ethik eher die Reflexion über die Geltung und Begründung solcher moralischen Grundsätze. Will man das Verhältnis von Sittlichkeit und Moral bestimmen, so kommt man in große Verlegenheit, weil es in der Philosophie unterschiedliche Auffassungen dazu gibt. (...)“ (Lit.: Lothar Assmann: „Sittlichkeit“ - Artikel im UTB-Online-Wörterbuch Philosophie )