Synthese

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Als Synthese (von griech. σύνθεσις, sýnthesis, "die Zusammensetzung, Zusammenfassung, Verknüpfung") im allgemeinsten Sinn bezeichnet man die Verbindung von zwei oder mehr Elementen zu einer neuen, gegebenenfalls höheren Einheit.

Chemie

Von dem deutschen Chemiker Hermann Kolbe (1818-1884) wurde der Begriff 1845[1] für die Synthese von chemischen Verbindungen in die Chemie eingeführt.

Die Synthese komplexer organischer Verbindungen aus einfach gebauten, möglichst käuflich erhältlichen Grundsubstanzen wird als Totalsynthese oder Vollsynthese[2] bezeichnet. Weitgehend synonym dafür ist auch die Bezeichnung De-novo-Synthese (von lat. de novo „von Neuem“) gebräuchlich. In der Biochemie wird der Begriff „De-novo-Synthese“ für die in lebenden Organismus stattfindende Synthese komplexer Biomoleküle aus einfachen Vorläufern wie Monosacchariden oder Aminosäuren verwendet - im Gegensatz zu deren Regeneration aus nur partiell abgebauten komplexen Verbindungen.

Für die Planung einer Totalsynthese wird häufig die von E. J. Corey[3] eingeführte Methode der Retrosynthese angewendet. Das komplexe Zielmolekül wird dabei gedanklich in einfachere Bausteine zerlegt, für deren Verknüpfung bereits Synthesewege bekannt sind. Dieser Weg wird schrittweise solange fortgesetzt, bis man bei einfachen Grundbausteinen anlangt, die entweder käuflich erwerbbar sind oder deren Synthese bereits in der Literatur beschrieben ist. In der Regel eröffnen sich dabei mehrere alternative Wege, die in ihrer Gesamtheit den Synthese-Baum darstellen. Es obliegt der Erfahrung und dem Geschick des Chemikers, den vielversprechensten Weg auszuwählen, der durchaus nicht immer der kürzeste ist.[4]

Dialektik

In der Dialektik Hegels ist die Synthese die Aufhebung des Widerspruchs von These und Antithese.

Einzelnachweise

  1. Hermann Kolbe: Beiträge zur Kenntnis der gepaarten Verbindungen, Ann. Chem. & Pharm. 115 (1860) S. 145.
  2. Naturwissenschaftliche Rundschau, Band 28, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, 1975, S. 221 eingeschränkte Vorschau in der Google Buchsuche
  3. Für seine Arbeiten wurde E. J. Corey 1990 mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet (Nobelpreisvortrag).
  4. E. J. Corey, X-M. Cheng: "The Logic of Chemical Synthesis" Wiley New York 1995 ISBN 0-471-11594-0.