Titurel

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Titurel ist, auch nach dem von Wolfram von Eschenbach erhaltenen Titurel-Fragment, der Stammvater der Gralshüter, übergibt aber schon zu Beginn der Erzählung die Gralsherrschaft seinem Sohn Frimutel und tritt dann nicht mehr in Erscheinung. Die Fragmente Wolframs erzählen in Strophenform die Liebesgeschichte von Sigune und Schionatulander, deren tragisches Ende dann in Wolframs Parzival zu finden ist. Der um 1270 von Albrecht von Scharfenberg verfasste „Jüngere Titurel“ bringt mit über 6300 siebenzeiligen Strophen („Titurelstrophe“) eine umfangreiche Erweiterung des Themas und verküpft es bereits mit der Lohengrin-Sage und dem Priesterkönig Johannes. Albrecht dichtete das Epos in der Maske Wolframs und gibt sich erst in der 5883. Strophe als „Albrecht“ zu erkennen[1].

Nach Rudolf Steiner war Titurel ein hoher Eingeweihter und hat auch die Legende von Flor und Blancheflor inspiriert, die bedeutsam für die Rosenkreuzer-Einweihung ist. Die durch Titurel eingeweihten Geistesschüler wurden in gewissem Sinn alle «Parzival» genannt.

„Die Sage vom heiligen Gral besagt, daß die Schale mit dem gesammelten Blut von Golgatha von Engeln nach Europa gebracht wird. Titurel nimmt diese Schale in Empfang. Er erhält sie schwebend über den europäischen Landen, und erst nach Jahrhunderten ließ sich Titurel mit ihr aus geistigen Höhen auf die Erde herab und gründete auf dem Berg des Heils (Montsalvatsch) die Mysterienstätte des heiligen Gral. Das konnte er erst, nachdem einige Menschen reif waren dafür, das Geheimnis des Grals zu empfangen. Ein jeder, der zu dieser Einweihung reif war, wurde genannt ein Parzival.

Karl der Große, der aus dem Orient herkam - er war die Wiederverkörperung eines hohen indischen Adepten -, war ein Werkzeug der geistigen Individualität, die durch den Namen Titurel symbolisiert wird. Flore und Blanscheflur, Rose und Lilie genannt, werden in geistiger Beziehung Eltern Karls des Großen genannt. Sie standen wirkend über diesem Mysterium.[2]

Ein «Parzival» hatte durch lange Meditationen und Konzentrationen seine Seele von allen irdischen Wünschen und Selbstsuchten gereinigt. Er war ein Katharer und kam als solcher zu König Titurel. Indem er alle Kräfte, die er durch die langen Übungen erlangt hatte, anstrengte, gelang es ihm, sein höheres Ich herauszuheben. Er stand sich selbst gegenüber.“ (Lit.:GA 266a, S. 506f)

Literatur

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Email: verlag@steinerverlag.com URL: www.steinerverlag.com. Freie Werkausgaben gibt es auf fvn-rs.net, archive.org und im Rudolf Steiner Online Archiv.
Eine textkritische Ausgabe grundlegender Schriften Rudolf Steiners bietet die Kritische Ausgabe (SKA) (Hrsg. Christian Clement): steinerkritischeausgabe.com
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Urs Schwendeners Nachschlagewerk Anthroposophie unter weitestgehender Verwendung des Originalwortlautes Rudolf Steiners.
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Einzelnachweise

  1. Es ist mittlerweile umstritten, ob der sonst ganz unbekannte Albrecht von Scharfenberg tatsächlich der Verfasser des „Jüngeren Titurel“ ist; der Dichter wird daher meist nur mehr als „Albrecht“ genannt.
  2. Eine andere Aufzeichnung vermerkt hier: «Sie standen wirkend den Mysterien vor, in die Parzival später eindrang.»