Weltuntergang

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Eine Szene aus der letzten Phase von Ragnarök, nachdem Surt den Weltenbrand entfacht hat (Zeichnung von Emil Doepler, 1905)

Der Weltuntergang, die durch natürliche oder übernatürliche Ursachen und insbesondere durch den Menschen selbst herbeigeführte Vernichtung der Erde, der Menschheit oder gar des ganzen Universums, wird in zahlreichen Mythen und religiösen Überlieferungen geschildert, wie etwa in der «Apokalypse des Johannes» oder in der „GötterdämmerungRagnarök der nordischen Mythologie. Nach hinduistischer und buddhistischer Auffassung geht am Ende jedes großen kosmischen Weltzeitalter (Kalpa) die gesamte äußere Welt zugrunde und geht in einen rein geistigen Zustand über, aus dem sie dannach in erneuerter Form wieder hervortritt. Ähnlich liegt auch nach theosophischer und anthroposophischer Auffassung zwischen den aufeinanderfolgenden Weltentwicklungsstufen, den Manvantaras, ein rein geistiger Zustand, der als Pralaya bezeichnet wird.

Auch die gegenwärtige Naturwissenschaft schildert eine Reihe existentieller Risiken, die zum Weltuntergang führen könnten.

Zu den Jahrtausendwenden, bei denen die luziferischen und ahrimanischen Mächte besonders stark wirken, wird die Menschheit sehr leicht von einer weit verbreiteten Weltuntergangsstimmung ergriffen.

„Als das Jahr 1000 herannahte, lebte die europäische Menschheit in großer Furcht vor dem erwarteten Ende der Welt. Man erwartete dieses in physischem Sinne als ein Sich-Auflösen der Erde in Rauch und Nebel. Es waren die ahrimanischen Geister, welche den Menschen diese Idee beibrachten, daß sich etwas Furchtbares auf dem physischen Plan abspielen werde, während sich in Wirklichkeit mancherlei in der geistigen Welt abspielte. Bei jedem Jahrtausend haben die luziferischen und ahrimanischen Geister eine besondere Macht. Die Menschheit braucht auf das Zehnersystem, das heute das Vorherrschende ist, nicht besonders stolz zu sein. Jedes Zahlensystem wird von bestimmten Geistern in die Welt gebracht, und ein jedes hat die Neigung, gewisse Tatsachen und Zusammenhänge von Tatsachen klarer zu zeigen und andere zu verdunkeln, zurücktreten zu lassen.

In dem Zehnersystem wirken nun sehr stark die ahrimanischen Impulse. Es läßt hervortreten die Tatsache, daß bei jedem Jahrtausend, also im Jahre 1000, 2000 und so weiter, ein besonders starker Angriff Luzifers und Ahrimans vereint stattfindet. In den anderen Jahrhunderten halten sie sich mehr das Gleichgewicht. In dem Jahrhundert aber, wo man schrieb 9 .., also auch in unserem Jahrhundert 19 .., wenn es gegen das neue Jahrtausend geht, vereinigen sie sich und wirken zusammen auf die Menschen ein. Diese Tatsache lebt noch in dem Volksglauben, daß während tausend Jahren Luzifer und Ahriman an der Kette liegen und daß sie dann für kurze Zeit losgelassen werden.

In den vorchristlichen Jahrtausenden 1000, 2000, 3000 v.Chr. war es so, daß dann zu gleicher Zeit ein besonders starker Einfluß der guten, fortschreitenden Mächte stattfand, der diese vereinigte luziferisch-ahrimanische Wirkung im Zaume hielt und ein besonders Gutes daraus entstehen ließ. So sehen wir, wie im Jahre 3000 v.Chr. die Pyramiden gebaut wurden. Im Jahre 2000 war es das Zeitalter Abrahams und alles, was daraus entstand; zugleich ein Höhepunkt der babylonischen Kultur. Im Jahre 1000 v.Chr. war das Zeitalter Davids. Der Bau des salomonischen Tempels wurde vorbereitet. Im Jahre Null erschien der Christus. Wir haben oft auseinandergesetzt, wie nach den Evangelien und besonders nach dem fünften Evangelium, der Christus den Kampf mit Luzifer und Ahriman aufnehmen mußte. In den nachchristlichen Zeiten aber konnten die guten, fortschreitenden Geister nicht mehr so eingreifen; die Menschheit wurde überlassen den Angriffen Luzifers und Ahrimans. Diese erreichten jedenfalls dieses, daß sie das Denken der Menschen verwirrten, daß sie einen Irrtum Zugang finden ließen, den Irrtum von dem herannahenden physischen Ende der Welt. Sie haben immer ein Interesse daran, daß die Dinge viel zu räumlich-zeitlich vorgestellt werden.“ (Lit.:GA 286, S. 109)

Literatur

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