Wort

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Das Wort (griech. λόγος Logos „Wort, Rede, Sinn“; lat. verbum) ist eine elementare bedeutungstragende grammatikalische Einheit der menschlichen Sprache. Eine unzusammenhängende Ansammlung solcher Einheiten wird mit dem Plural Wörter bezeichnet, während Worte (z.B. Dankesworte, Grußworte etc.) eine eigenständige höhere geschlossene sinntragende Ganzheit bilden, die aus einer Mehrzahl von miteinander zusammenhängenden, aufeinander bezogenen Wörtern und meist auch mehreren Sätzen aufgebaut ist. Gegegebenfalls wird eine derartige bedeutsame kurze Äußerung auch mit dem Kollektivium (lat. [nomen] collectivum „Sammelname, Sammelbegriff, Sammelbezeichnung“) „Wort“ bezeichnet, beispielsweise ein „Wort der Weisheit“, ein „Machtwort“ usw. Die Singularform wird etwa auch für das Wort Gottes verwendet, oder für ein Versprechen mit dem man jemandem sein Wort gibt.

Bezeichnet ein und dasselbe Wort verschiedene Begriffe, nennt man es ein Homonym (von griech. ὁμός homós „gleich“ und ὄνυμα ónyma bzw. ὄνομα ónoma „Name“), in philosophischen Betrachtungen auch Äquivokation (von lat. aequivocus „gleichlautend“).

Stehen verschiedene Wörter (oder Zeichen) für denselben Begriff, so handelt es sich um Synonyme (griech. συνώνυμος synōnymos, aus σύν syn „zusammen“ und ὄνομα ónoma „Name“).

Der Christus als Wort Gottes

Das Wort, wie wir es aus der menschlichen Sprache kennen, ist nur der Schatten einer viel höheren schöpferischen Wirklichkeit. Darauf verweist schon der Prolog des Johannes-Evangeliums (Joh 1,1 LUT):

 Griechisch: ἐν ἀρχῇ ἦν ὁ Λόγος καὶ ὁ Λόγος ἦν πρὸς τὸν Θεὸν καὶ Θεὸς ἦν ὁ Λόγος
 Transkription: en archē ēn ho Logos kai ho Logos ēn pros ton Theon kai Theos ēn ho Logos
 Latein: in principio erat Verbum et Verbum erat apud Deum et Deus erat Verbum
 Deutsch: Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und Gott war das Wort

Nach Johannes ist das Wort in seinem höchsten Sinn, das Schöpfungswort Gottes, der Logos, identisch mit dem Christus.

„Sie müssen nur sich einmal vor die Seele stellen, wie ja im Laute Elemente des gestaltenden und wesenden Wortes gegeben sind, und wie durch das Erleben dieser Laute der mannigfaltigste, ja der wundervollste Welteninhalt gestaltet werden kann durch die Kombination der etwa 32 Lautelemente. Versetzen Sie sich einmal in eine solche Zeit - und es gab ja Zeiten, wo der Menschheit das noch eine Realität war -, versetzen Sie sich in eine Zeit, welche ganz lebhaft weste in diesen Elementen der Laute und ganz lebhaft empfand das Wunderbare, das darin liegt, aus dem Erleben dieser 32 Lautelemente heraus eine Welt gestalten zu können. Man empfand wirklich in der Sprach-Gestaltung, in der bildenden Gestaltung des Wortes, das Weben eines Geistigen, das man miterlebt im Sprechen. Man erlebte, daß in den Lauten Götter leben.

Wenn Sie diese 32 Laute nehmen, dann werden Sie sich leicht ausrechnen können, daß dabei etwa 24 Laute auf die Konsonanten und etwa sieben auf die Vokale kommen - natürlich sind die Dinge immer approximativ -, und Sie können jetzt im Sinne des Anfanges des Johannes-Evangeliums «Im Urbeginne war das Wort» ein Licht fallen lassen auf jenes Bild, das ja auch als apokalyptisches Bild gedacht werden kann: Das Alpha und das Omega ist umgeben von den sieben Engeln - den Vokalen - und von den 24 Ältesten - den Konsonanten. Und so empfand man auch, daß das Geheimnis des Weltenalls ganz in dem webte und lebte - mit der Bedeutung, die ich schon auseinandergesetzt habe -, was man in der heiligen Sprache des Kultus intonierte. Und man fühlte im Zelebrieren des Kultus die mächtige Anwesenheit desjenigen, was von dem Welteninhalt in diesem symbolischen Bilde war.“ (Lit.:GA 346, S. 88f)

Literatur

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Urs Schwendeners Nachschlagewerk Anthroposophie unter weitestgehender Verwendung des Originalwortlautes Rudolf Steiners.
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