X

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Xx

X, x [ʔɪks] ist der 21. Buchstabe des klassischen und der 24. Buchstabe des modernen lateinischen Alphabets. Er bezeichnet die Verbindung der beiden Konsonanten [k] und [s], also [ks]. Die Römer übernahmen das Alphabet von den Griechen in seiner westgriechischen Form. Hier hatte der Buchstabe X den Lautwert [ks], im Gegensatz zum Ostgriechischen, wo er [kʰ] lautete.

Der Buchstabe X hat in deutschen Texten eine durchschnittliche Häufigkeit von 0,03 %. Er ist damit der 26.-häufigste und zweitseltenste Buchstabe in deutschen Texten (inklusive ß).

X ist außerdem die römische Ziffer mit dem Dezimalwert 10.

Herkunft

Phönizisches Samech Griechisches Xi Griechisches Chi Etruskisches X Lateinisches X
Phönizisches Samech Griechisches Xi Griechisches Chi Etruskisches X Lateinisches X

Der lateinische Buchstabe X ist wahrscheinlich gleich den im Etruskischen nicht benötigten Zeichen B D O über das in Süditalien (Magna Graecia) heimische Westgriechisch eingewandert. Vorbild für das Zeichen des Buchstabens ist das westgriechische Ksi, welches – im Unterschied zum bis heute bekannten ostgriechischen Ξ – X-förmig aussah.[1] Dass dieses X-Zeichen im Ostgriechischen und zu klassischer Zeit im Hochattischen den Lautwert /kh/ oder /x/ hatte, hat mit dem interdialektischen Lautwechsel von /s/ zu /h/ (vgl. septem – ἑπτά hepta), also ksi – khi – chi zu tun.

Unsere Zeichentradition setzt im Westgriechischen ungefähr 800 v. Chr. an. Anders dagegen die Lauttradition: Im phönizischen Alphabet taucht mit dem Samech oder auch Samek das erste Mal das Ka in der Nähe des Es im Namen des Buchstabens auf, der aber noch den Lautwert [s] hatte.

Über die Herkunft des Zeichens gibt es mehrere Meinungen: Er könnte einen Stützpfeiler symbolisieren oder aber das Gerippe eines Fisches. Deutlich ist, dass das Zeichen Ξ für die ostgriechische Konsonantenverbindung Ksi sich davon ableitet. Es steht an derselben Stelle im Alphabet und trägt denselben Zahlenwert, nämlich 60.

Im uns bekannten hochklassischen attischen Alphabet hat das Samech insofern wahrscheinlich zwei Nachkommen: einmal als Chi, das zu Beginn für den Lautwert [ks] stand und dann zum [ch] hin entwickelt wurde. Bei der Schreibung des Chi wurden die waagrechten Balken mit der Zeit weniger stark betont und der Buchstabe bekam seine X-Form. Im Ostgriechischen änderte sich bei einigen Wörtern der Lautwert des Chi bis zur klassischen Antike allerdings zu einem behauchten K [kʰ] – im Neugriechischen wurde daraus der Laut [x]. Der zweite Nachkomme ist dann das Xi, das vorher mit dem nun für das Chi verwendeten X-förmigen Zeichen geschrieben wurde, so dass ein neues Zeichen notwendig wurde. Dazu griff man auf das Samech zurück und führte es als Buchstabe Ξ von neuem ein. Beim Xi wurde mit der Zeit der senkrechte Strich des Samech weggelassen.

Anders als im Osten wurde der X-artige Buchstabe im Westen weiterhin für den Lautwert [ks] verwendet, wenn auch unter dem neuen Namen Xi. Dass wir „iks“ sagen und nicht „ksi“, hat mit Marcus Terentius Varro zu tun. Bis zu seiner Zeit buchstabierte man a, be, ke, de, e, fe, ge, ha, i, ka, le, me, ne, o, pe, qu, re, se, te, v (u), xe. Varro teilte die Laute in mutae (stumme Laute) und semivocales (Halbvokale) und bestimmte in seinem Werk De lingua latina, dass die Halbvokale (l, m, n, f, s, r) mit anlautendem e gesprochen werden sollten, der Rest aber den alten Namen behalten solle. Das lateinische X mit dem Lautwert [ks] wurde wohl wegen des enthaltenen s zu den Semivokalen gerechnet und erhielt demzufolge ein e vorangestellt („eks“). Unter dem späteren Einfluss des i aus dem griechischen Xi („ksi“) wurde der Anlaut dann zu einem i („iks“).

Siehe auch

Weblinks

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Einzelnachweise

  1. DTV-Brockhaus-Lexikon, Mannheim und München 1989, Band XX, S. 179


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