Yehuda Ashlag

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Yehuda Ashlag (1945)

Rabbi Yehuda Leib Ha-Levi Ashlag, (hebr. רַבּי יְהוּדָה לֵיבּ הַלֵּוִי אַשְׁלַג‎), (* 24. September 1884 in Warschau[1]; † 1954 in Jerusalem) gilt als bedeutender jüdischer Kabbalist des 20. Jahrhunderts.

Ashlag interpretierte die Kabbala systematisch neu. Er verfasste umfangreiche Kommentare zu den grundlegenden kabbalistischen Schriften „Etz Chaim“ (Baum des Lebens) von Isaak Luria und zum Sohar. Nach seinem Werk „Talmud Eser Sefirot“ (Kommentare zu den Schriften Lurias) und seinem Sohar-Kommentar wird Ashlag auch Baal HaSulam (hebr. בַּעַל הַסּוּלָם, „Meister der Leiter“) genannt.

Leben

Ashlag begann Berichten zufolge mit dem Studium der Kabbalah im Alter von sieben Jahren, nachdem ihm ein kabbalistisches Buch auf den Kopf gefallen war, als er im Bett lag. Sein Vater erklärte ihm, „dieses Buch sei für Engel geschrieben, und nicht für Menschen“. Ashlag las diese Schriften trotzdem und versteckte herausgerissene Seiten von Lurias „Baum des Lebens“ zwischen denen des Talmud, welchen er eigentlich studieren sollte. Mit neunzehn Jahren wurde er in Warschau zum Rabbiner ordiniert. In dieser Zeit studierte er auch Deutsch und las Originaltexte von Hegel, Marx, Nietzsche und Schopenhauer.[2]

1918 traf Ashlag einen nicht näher identifizierten Geschäftsmann, der sich ihm als Kabbalist zeigte. Ashlag studierte mit ihm drei Monate lang jede Nacht, bis sich sein Stolz zwischen ihn und den Lehrer stellte, der daraufhin verschwand. Zwei Monate später traf er den sichtlich geschwächten Lehrer ein letztes Mal. Nachdem er ihm noch ein kabbalistisches Geheimnis enthüllt hatte, starb der Lehrer am nächsten Tag.[2]

1921 zog Ashlag nach Israel, eine Reise, die mehrere Monate dauerte. Die ersten Jahre lebte er dort anonym und versorgte tagsüber seine Familie mit regulärer Arbeit und schrieb nachts seine Kommentare. Schließlich fanden seine Arbeiten Anerkennung und er wurde 1924 zum Rabbiner von Givat Shaul berufen, einer orthodoxen Gemeinde in Westen von Jerusalem.[2]

Ashlag war befreundet mit Abraham Isaak Kook, dem Oberrabbiner des unter britischem Mandat stehenden Palästina. Ashlags Hoffnung, in Jerusalem Kabbalisten zu treffen, die mit seinen Ansichten zur Kabbala übereinstimmten, wurde jedoch enttäuscht. 1926 ging Ashlag nach London, wo er „Panim Meirot Umasbirot“, seinen Kommentar zu Lurias „Baum des Lebens“ schrieb. 1928 kehrte er zurück nach Palästina.[2]

Abgesehen von den von Ashlag selbst veröffentlichten Werken ist das Buch „Shamati“ ebenfalls ihm zuzuordnen. Hierbei handelt es sich um direkte Niederschriften von Äußerungen Ashlags durch seinen Sohn und Nachfolger Baruch Ashlag (1906–1991).

Schriften

  • Sefer matan-Torah. Research Centre of Kabbalah, Jerusalem & New York 1982, ISBN 0943688302 (Hebräisch)
  • Ten Luminous Emanations (Englisch), Kabbalah Learning Center (Oktober 1991), ISBN 0943688906
  • Entrance to the Zohar (Englisch), Kabbalah Learning Center (Juni 1974), ISBN 0943688043
  • An Entrance to the Tree of Life of Rabbi Isaac Luria (Englisch), The Kabbalah Learning Centre (31. Dez. 1977), ISBN 0943688353

Literatur

  • Avraham Mordechai Gottlieb: HaSulam - Rabbi Yehuda Ashlag & Rabbi Baruch Shalom Ashlag. Biographie Ashlags und seines Sohnes von seinem Schüler Mordechai Gottlieb. Hebräisch.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. http://www.kabbalah.info/engkab/aboutbaalsulam.htm
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 Micha Odenheimer: Latter-day luminary: Teil 2. Haaretz, 16. Dezember, 2004. Abgerufen am 2006-10-16.
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