Zukunft

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Die Zukunft ist jener Teil der Zeit, die nach unserem irdischen Erleben noch nicht da ist, die erst auf uns zukommt und im christlich-religiösen Sinn eine Zeit der Erwartung auf die Ankunft (lat. adventus) des (ätherischen) Christus ist. Was im Sinnlichen noch nicht vorhanden ist, ist aber im Ätherischen bereits wirksam. Die Zukunft ist, so gesehen, das Lebendige, noch nicht Abgestorbene, Entwicklungsfähige. Man kann in diesem Sinn auch von lebendigen Zukunftskräften sprechen, die uns aus dem gegenläufiger Zeitstrom in der Astralwelt entgegen kommen und zunächst in der Ätherwelt wirksam werden.

„Nicht wahr, im physischen Leben, da sind wir uns ganz klar darüber: Dasjenige, was erst in der Zukunft geschieht, das ist heute noch nicht da. Das ist aber im ätherischen Leben nicht so. Im ätherischen Leben ist die Zeit gewissermaßen eine Art Raum, und das, was einmal da sein wird, wirkt auch schon auf das Vorhergehende, wie auch auf das Nachfolgende. Aber das ist nicht wunderbar, denn das tut es im Physischen auch.

Wenn man die Goethesche Metamorphosenlehre wirklich versteht, so wird man sich sagen: In der Wurzel wirkt schon die Blüte der Pflanze. - Das tut sie auch. Und so ist es für alles, was im Ätherischen ist.“ (Lit.:GA 222, S. 95f)

Die Zukunftskräfte sind es auch, die den Menschen aus dem vorgeburtlichen Leben zur irdischen Inkarnation herunterführen. Diese Kräfte werden heute vornehmlich während des Schlafes erlebt:

„Die noch nicht verkörperten Seelen erleben etwas; mit denen leben wir im fünften nachatlantischen Zeitalter beim Schlafen zusammen und in allen Ereignissen, die ähnlich sind denjenigen, die solche Seelen in der geistigen Welt erleben. - Dagegen leben wir mit demjenigen, was wir beim Wachen verschlafen, vom Aufwachen bis zum Einschlafen, in den Erbschaften des alten irdischen Lebens. Was zurückgeblieben ist vom Indertum, vom Persertum, vom Ägyptertum, was aber auf der Erde erlebt worden ist geistig, mit dem leben wir ganz zusammengekrampft egoistisch in unserem Inneren, weil wir es ja in unsere Inkarnation hereintragen. Mit dem leben wir bei Tage, die Gegenwart verschlafend - denn die hat sehr viele geistig erfaßbare Ereignisse —, aber uns zusammenkrampfend mit den Vorstellungen, die wir von früher haben, die wir sogar in unserer Sprache hartnäckig festhalten, denn die Sprache enthält vielfach für uns kristallisiertes altes Weisheitsgut... Die Dinge, die in den Worten kristallisiert sind, die sind altes Geistesleben. Die Worte gebrauchen wir heute gedankenlos, die Dinge aber ruhen in den Tiefen unseres Wesens. Wenn die Sprache sich aus uns entringt, dann ist es so, daß wir da miterleben alte Erdenzeiten. Vom Aufwachen bis zum Einschlafen erleben wir geistig alte Erdenzeiten, auch schlafend; und vom Einschlafen bis zum Aufwachen erleben wir diejenigen Ereignisse, die zum Herabsteigen der Seelen ins irdische Leben weisen.

Sehen Sie, das sind Realitäten, das sind Wirklichkeiten. Diese Wirklichkeiten muß sich eine neuere Menschheit wohl einprägen, wenn sie nicht durchaus nur mit den Niedergangskräften sich bekanntmachen will, sondern auch mit den Aufgangskraften. Es wäre viel besser, wenn eine größere Anzahl von Menschen des Abends vor dem Einschlafen etwas anderes machen würde, als was heute die Menschen machen. Denken Sie nur einmal, was das Letzte bei vielen Menschen ist, wenn sie abends schlafen gehen. Für die heutige Menschheit wäre es richtig zu sagen: Ich möchte hineingehen in diejenige Welt, in der Aufgangskräfte sind, in der die Kräfte erlebt werden, welche die Seelen hier in die irdische Welt herunterführen; in der diese Kräfte geistig erlebt werden. Zukunftskräfte erlebt der Mensch heute zwischen Einschlafen und Aufwachen. Und er sollte daher eine gewisse Begierde entwickeln nach denjenigen Lehren, die von der geistigen Welt reden, die ein Bewußtsein darüber entwickeln, was durchlebt wird von den Seelen, wenn sie in einem ähnlichen Zustande sind, aber bewußt, wie die Seelen sonst zwischen Einschlafen und Aufwachen. Da heraus, aus dieser Welt muß kommen dasjenige, was die großen Impulse gibt, um die Zivilisation weiterzubringen, um die Zivilisation wiederum zu heilen. Da heraus müssen die geistigen, die staatlichen und auch die sozial-wirtschaftlichen Impulse kommen, welche als Heilkräfte unserer Zivilisation sich entfalten müssen.“ (Lit.:GA 203, S. 237ff)

Siehe auch

Literatur

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