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Grundsätzlich kann zwischen '''manifesten Eigenschaften''' und [[dispositionellen Eigenschaften]] unterschieden werden. Erstere sind tatsächlich realisiert und daher der [[Beobachtung]] zugänglich. Begrifflich sind sie daher als '''Beobachtungsbegriffe''' zu fassen. Letztere sind nur der [[Möglichkeit]] nach vorhanden und können daher nicht beobachtet werden. Begrifflich werden sie durch [[Dispositionsbegriff]]e gefasst.
Grundsätzlich kann zwischen '''manifesten Eigenschaften''' und [[dispositionellen Eigenschaften]] unterschieden werden. Erstere sind tatsächlich realisiert und daher der [[Beobachtung]] zugänglich. Begrifflich sind sie daher als '''Beobachtungsbegriffe''' zu fassen. Letztere sind nur der [[Möglichkeit]] nach vorhanden und können daher nicht beobachtet werden. Begrifflich werden sie durch [[Dispositionsbegriff]]e gefasst.
== Tropen ==
Eine einzelne partikuläre Eigenschaft, z.B. ein ganz bestimmte „Röte“, wird in der zeitgenössischen [[Philosophie]] auch als '''Trope''' (von {{ELSalt|τρόπος}} ''tropos'' „Wende, Veränderung“; {{EnS|trope}}) bezeichnet. Der Begriff wurde [[Wikipedia:1953|1953]] von dem US-amerikanischer [[Philosoph]]en [[Wikipedia:Donald Cary Williams|Donald Cary Williams]] (1899-1983) eingeführt<ref>D.C. Williams: ''On the Elements of Being'', Review of Metaphysics 7: 3-18 & 171-192 (1953)</ref>. Er sah darin eine Alternative zu allen bisherigen nominalistischen und realistischen Versuchen, das [[Universalienproblem]] zu lösen. Seiner Ansicht nach sind die Eigenschaften, d.h. die Tropen, die eigentlichen und einzigen Bestandteile der [[Wirklichkeit]]. Sie bilden gleichsam ein „Alphabet des Seins“ (''Alphabet of Being''), aus dem alle anderen, komplexeren Entitäten aufgebaut sind. Diese seien aber ''keine'' [[Universalien]], sondern ''Partikularien'' (''abstract particulars, individual properties, individual qualities, property instances'') mit einzigartiger räumlich-zeitlicher Struktur.
Konkrete [[Ding]]e seien aus Bündeln von Eigenschaften (Tropen) zusammengesetzt, ohne dass dazu eine innere [[Substanz]] nötig wäre, die sie zusammenhält. Universelle Eigenschaften, die vielen Objekten gemeinsam sind, führt Williams auf die Ähnlichkeit der an ihnen beteiligten Tropen zurück. So enthalten etwa verschiedene rote Gegenstände ähnliche Farbtropen, die der Klasse „Rot“ angehören. Haben zwei Gegenstände die gleiche Farbe, so enthalten sie zwar ''numerisch'' unterschiedene, aber exakt gleiche Farbtropen. ''Keith Campbell''<ref>Keith Campbell: ''Abstract Particulars'', Oxford: Blackwell (1990), S. 2</ref> und ''Michael C. LaBossiere''<ref>Michael C. LaBossiere: „Substances and Substrata“, AJP 72: 360-370 (1994)</ref> erläutern den Unterschied zwischen Tropen und Universalien am Beispiel von sechs Erbsen, die exakt den gleichen grünen Farbton haben: Für den Tropen-Theoretiker liegen dann sechs exakt gleiche Grün-Tropen vor, während der Universalien-Realist in ihnen sechs Instanzen der einen und einzigen „Grünheit“ sieht. Letztere Position wurde etwa von [[David Armstrong]] vertreten<ref>[[David Armstrong|D.M. Armstrong]]: ''Universals. An Opinionated Introduction'', Boulder Colo./San Francisco/London 1989</ref>. Williams hingegen bezog eine [[Nominalismus|nominalistisch]]-[[Naturalismus|naturalistische]] Position. Die Existenz eigenständiger überräumlich-überzeitlicher [[idee]]ller Universalien bestritt er. Damit fehlt allerdings das geistige Band, dass die Tropen gesetzmäßig miteinander verbindet.
Eine [[Metaphysik|metaphysische]] Theorie die sowohl Tropen als auch Objekte, von denen diese abhängen, umfasst, entwickelte [[Edmund Husserl]] in seinen ''Logischen Untersuchungen''<ref>E. Husserl: ''Logische Untersuchungen'', III, Halle 1900/1901</ref>.


== Siehe auch ==
== Siehe auch ==

Version vom 28. November 2019, 03:54 Uhr

Eine Eigenschaft (lat. attributum, proprietas, qualitas; eng. property; franz. propriété) ist ganz allgemein etwas, das einer Sache, einer Person, einem Begriff oder einer anderen Eigenschaft eigen ist. Handelt es sich dabei um eine Eigenschaft, die zum Wesen der Sache gehört, so ist sie eine wesentliche Eigenschaft oder Wesenseigenschaft. Alle zufälligen und mithin unwesentliche Eigenschaften, die also nicht unmittelbar das Sosein berühren, werden auch Akzidentien genannt.

Eigenschaften in Naturwissenschaft und Technik

Bei der Beschreibung von Zustandsgrößen kann in Naturwissenschaft und der Technik zwischen den Eigenschaften des Körpers und den des Materials (Stoffeigenschaft) unterschieden werden:

Einteilung der Eigenschaften (Größen) in Naturwissenschaft und Technik:
Extensive Größe“:
Körper-Eigenschaften,
abhängig von der Größe eines Körpers,
z. B. Masse, Länge, Gewicht usw.
Intensive Größe“:
Stoffliche Eigenschaften,
unabhängig von der Größe eines Körpers,
z. B. Dichte, Konzentration, Farbe, Geschmack usw.

In der Informatik bezieht sich der Ausdruck Attribut in unterschiedlichen Zusammenhängen auf die Eigenschaften unterschiedlicher Objekte. So werden alle über den eigentlichen Inhalt von Dateien notwendigen und zusätzlichen Eigenschaftszuschreibungen als Dateiattribute bezeichnet, sogenannte Tags erhalten durch die Ergänzung von „Attributnamen“ und „Attributwerten“ zusätzliche Eigenschaften und in der objektorientierten Programmierung wird zwischen dem Merkmal einer Klasse und dem eines Objekts unterschieden.

Primäre und sekundäre Eigenschaften

Seit Demokrit unterscheidet man zwieschen primären Eigenschaften und sekundären Eigenschaften, so auch bei John Locke. Primäre Eigenschaften sind dabei Eigenschaften, die dem Ding an sich (Kant) unmittelbar und direkt zukommen, sekundäre Eigenschaften hingegen sind Eigenschaften, die ihm "nicht" direkt zukommen, die also erst eine Konstruktion unseres Gehirns sind, wie Farbe, Geruch oder Geschmack.

Manifeste und dispositionelle Eigenschaften

Grundsätzlich kann zwischen manifesten Eigenschaften und dispositionellen Eigenschaften unterschieden werden. Erstere sind tatsächlich realisiert und daher der Beobachtung zugänglich. Begrifflich sind sie daher als Beobachtungsbegriffe zu fassen. Letztere sind nur der Möglichkeit nach vorhanden und können daher nicht beobachtet werden. Begrifflich werden sie durch Dispositionsbegriffe gefasst.

Siehe auch

Einzelnachweise