Äthergeographie

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Die physische Geographie - hier dargestellt durch eine physische Weltkarte - kann durch eine Äthergeographie ergänzt werden, die die ätherische Aura der verschiedenen Erdgebiete beschreibt.

Die Äthergeographie beschreibt die Besonderheiten der Äther-Aura der verschiedenen Erdgebiete, die sich zunächst aus der geographischen Verteilung der vier Ätherarten und ihrer Wechselwirkung mit den vier Elementen ergibt. Die Ätheraura hängt aber nicht nur von dem Erdgebiet als solchem ab, sondern sehr wesentlich auch von den Völkern, die dort leben oder gelebt haben. Durch die von der Erde widergespiegelten Ätherkräfte und durch die vier Elemente wirken die Volksgeister in den verschiedenen Erdgegenden unterschiedlich auf den Menschen ein. In Amerika wirken die untersinnlichen Kräfte der Elektrizität und des Magnetismus besonders stark auf den Doppelgänger.

Überblick

"Wer mit hellseherischem Bewußtsein die verschiedenen Gebiete unserer Erde durchwandert, wer mit diesem Bewußtsein den einen oder anderen Boden unserer Erde betritt, der weiß, daß in dem eigentümlichen physischen Pflanzenbild, in der eigentümlichen Konfiguration der Gesteine sich nicht alles dasjenige erschöpft, was er von diesem Boden, von diesem Bilde irgend eines Erdengebietes weiß. Wenn aber für das materialistische Bewußtsein nur von einem Abstraktum gesprochen wird, wenn wir von einem eigentümlichen Aroma, ja, von einer Aura eines bestimmten Gebietes unserer Erde sprechen, ist das wiederum begreiflich. Für das hellseherische Bewußtsein erhebt sich in der Tat über jedem Fleck unserer Erde dieses eigentümliche geistige Wolkengebilde, das man bezeichnen muß als die Äther-Aura eines besonderen Erdengebietes. Diese Äther-Aura ist anders, ganz anders über den Gefilden der Schweiz als über den Gefilden Italiens und wieder anders über den Gefilden Norwegens, Dänemarks oder Deutschlands. So wahr jeder Mensch seinen eigenen Ätherleib hat, so wahr ist über jedem Gebiete unserer Erdoberfläche eine Art Äther-Aura aufgetürmt.

Diese Äther-Aura nun unterscheidet sich sehr wesentlich von anderen ätherischen Auren, sagen wir von den ätherischen Auren der Menschen. Wenn wir einen Menschen betrachten, der im Leben steht, dann finden wir, daß die Äther-Aura des Menschen an diesen Menschen gebunden ist, so lange er lebt, das heißt von der Geburt bis zum Tode. Sie war also sozusagen verbunden mit seinem physischen Leibe und ändert sich eigentlich nur insoweit, als der Mensch im Leben eine Entwicklung durchmacht, wenn er in bezug auf Intelligenz, Moral und so weiter höher steigt. Dann aber sehen wir immer, daß diese Äther-Aura des Menschen sozusagen von innen heraus sich ändert, gewisse Einschlüsse bekommt, die von innen aufglänzen, aufleuchten. Anders ist das bei jenen Äther-Auren, welche über den verschiedenen Ländergebieten wahrzunehmen sind. Gewiß, sie haben durch lange Zeiten hindurch einen gewissen Grundton, und sie haben etwas, was durch lange Zeiten hindurch bleibt. Aber es gibt in diesen Äther-Auren auch rasch sich vollziehende Änderungen, und diese rasch sich vollziehenden Änderungen sind das, was diese Auren von den menschlichen Auren unterscheidet, die sich langsam und allmählich ändern und, wenn sie sich ändern, diese Änderung nur von innen heraus vollziehen. Diese Auren über den verschiedenen Ländergebieten ändern sich nämlich im Laufe der Entwickelung der Erdenmenschheit dann, wenn ein Volk seinen Wohnsitz verläßt und von einem anderen Erdengebiete Besitz ergreift. Das ist das Eigentümliche, daß in der Tat die Äther-Aura, die über einem bestimmten Erdengebiete ist, nicht allein abhängt von dem, was sozusagen aus dem Boden aufsteigt, sondern daß sie davon abhängt, welches Volk zuletzt seinen Wohnsitz auf diesem Erdengebiete aufgeschlagen hatte." (Lit.: GA 121, S. 35f)

Geographische Einflüsse auf den Doppelgänger

"Ein Wesen, das etwa überall das gleiche auf seine Bewohner hinaufstrahlt, ist unsere Erde durchaus nicht, sondern auf den verschiedensten Gebieten der Erde wird ganz Verschiedenes hinaufgestrahlt. Und da gibt es verschiedene Kräfte: magnetische, elektrische, aber auch viel mehr in das Gebiet des Lebendigen heraufgehende Kräfte, die aus der Erde heraufkommen, und die den Menschen beeinflussen in der mannigfaltigsten Weise in den verschiedensten Punkten der Erde, also nach der geographischen Gestaltung in verschiedener Weise den Menschen beeinflussen.

Das ist eine sehr wichtige Tatsache. Denn das, was der Mensch zunächst ist an Leib, Seele und Geist, das hat eigentlich wenig direkten Bezug zu diesen von der Erde heraufwirkenden Kräften. Aber der Doppelgänger, von dem ich gesprochen habe, der hat vorzugsweise Bezug zu diesen von der Erde aus aufströmenden Kräften. Und indirekt, mittelbar steht der Mensch nach Leib, Seele und Geist mit der Erde in Beziehung und dem, was sie ausstrahlt an den verschiedenen Punkten dadurch, daß sein Doppelgänger die intimsten Beziehungen hegt zu demjenigen, was da heraufströmt. Diese Wesen, die als solche ahrimanisch-mephistophelische Wesen von dem Menschen eine kurze Zeitstrecke, bevor er geboren ist, Besitz ergreifen, die haben ihre ganz besondere Geschmacksnatur. Da gibt es solche Wesenheiten, denen ganz besonders die östliche Halbkugel, Europa, Asien, Afrika gefallen; die wählen sich solche Menschen, die dort geboren werden, um ihre Leiber zu benützen. Andere wählen sich Leiber, die auf der westlichen Halbkugel, in Amerika geboren werden. Dasjenige, was wir Menschen in einem schwachen Abbilde als Geographie haben, das ist für diese Wesenheiten lebendiges Prinzip ihres eigenen Erlebens; danach richten sie ihren Wohnsitz ein.

Und daraus ersehen Sie weiter, daß eine der wichtigsten Aufgaben der Zukunft sein wird, wieder weiterzupflegen dasjenige, was abgerissen ist: geographische Medizin, medizinische Geographie. Bei Paracelsus ist es aus der alten atavistischen Weisheit heraus abgerissen; seither ist es wenig gepflegt worden wegen der materialistischen Anschauungen. Es wird wieder Platz greifen müssen; und manche Dinge werden erst wiederum erkannt werden, wenn man den Zusammenhang des krankmachenden Wesens im Menschen mit der Erdengeographie, mit all den Fusionen, mit all den Ausstrahlungen, die je nach den verschiedenen Gegenden der Erde von dieser Erde herauskommen, kennenlernen wird. Also wichtig ist es schon, daß der Mensch mit diesen Dingen bekannt wird, denn sein Leben hängt ja davon ab. Er ist ja durch diesen Doppelgänger in einer ganz bestimmten Weise hineingestellt in das Erdendasein, und dieser Doppelgänger, der hat sein Wohnhaus in ihm selbst, in dem Menschen." (Lit.: GA 178, S. 63f)

Italienische und spanische Halbinsel

In Italien und Spanien wirkt der Volksgeist durch das Luftelement und den Atmungsprozess.

"Die Brücke zwischen dem rein geistigen Wesen des Erzengels und dem Volkswesen ist eine materielle, wenn auch nicht eine so festumrissene, scharf konturierte wie unser Leib. Wir fragen zum Beispiel: Wie ist das bei dem Volk, das die apenninische Halbinsel bewohnt, wie ist das bei dem Volk, das früher die Römer waren, das heute die italienisch gewordenen Germanen sind? Denn im Grunde genommen ist dort die Mehrzahl der Bewohner von heute nur umgewandeltes Germanenvolk, aber ihre Konfiguration, ihre Volksbestimmtheit bekommen sie durch etwas anderes, bekommen sie dadurch, daß in ihrem Atmungsprozeß, in die Luft ihres Atmungsprozesses, der Erzengel sich hinein, man kann nicht sagen, inkarniert, aber sich hinein, nun, sagen wir, verluftet. Und indem sie mit der Luft atmen, stehen die Bewohner der italienischen Halbinsel mit ihrem Erzengel in Verbindung. Und wer richtig studieren will, so daß er wirklich etwas erkennt von dem, was da eigentlich wirkt, der muß den eigentümlichen Zusammenhang der Bewohner dieser Halbinsel - auch der spanischen Halbinsel, aber da schon weniger - mit der Atmung, mit der Luft studieren. Er muß wissen, wie die Luft und der besondere Atmungsprozeß sich hineinleben in das menschliche Innenwesen." (Lit.: GA 174a, S. 259)

"Der Mensch atmet. Dadurch steht er in einem fortwährenden Zusammenhange mit der ihn umgebenden Luft. Er atmet sie ein, er atmet sie aus. Und wenn in einem besonderen Falle der Volksgeist durch die Konfiguration der Erde und durch Verhältnisse verschiedenster Art gerade den Umweg über die Atmung wählt und damit durch die Atmung die besondere Konfiguration, die Charakterisierung des betreffenden Volkes hervorruft, so kann man sagen: Der Volksgeist wirkt durch die Luft auf das betreffende Volk. - Das ist in der Tat namentlich in besonders hervorragendem Maße der Fall bei denjenigen Völkerschaften, die jemals die italienische Halbinsel bewohnt haben. Auf der italienischen Halbinsel ist die Luft der Vermittler für die Wirkungen des Volksgeistes auf den Menschen. Man kann sagen, die Luft Italiens ist dasjenige Mittel, dasjenige Medium, durch das der Volksgeist seine Wirkungen in den Menschen ausprägt, welche die italienische Halbinsel bewohnen, um ihnen die besondere Konfiguration zu geben, durch welche sie eben das italienische Volk sind, das alte römische Volk gewesen sind und so weiter. Man kann also gerade das, was scheinbar materielle Wirkungen sind, in seinen geistigen Untergründen erforschen, wenn man die geisteswissenschaftlichen Wege geht." (Lit.: GA 181, S. 149)

Das betrifft aber nur die Wirkungen auf den Organismus außerhalb des Hauptes. Dem wirkt entgegen das Nervensystem des Kopfes.

"Nun begreift man aber die Sache nicht vollständig, wenn man dieses Verhältnis des Menschen zu seiner Umgebung nur einseitig ins Auge faßt. Das gäbe doch nur eine sehr einseitige Auffassung, wenn Sie bloß dieses ins Auge faßten. Sie müssen sich dabei an das erinnern, was ich schon Öfter gesagt habe: Der Mensch ist ein zwiespältiges Wesen; das Haupt und der übrige Organismus wirken für sich. - Eigentlich geschieht die Wirkung, von der ich jetzt mit Bezug auf das italienische und das französische Volk gesprochen habe, nur auf den übrigen Organismus, außerhalb des Hauptes, und von dem Haupte aus geht eine andere Wirkung. Und erst durch das Zusammengehen der Wirkung, die vom Haupte ausgeht, und jener, die vom übrigen Organismus kommt, entsteht in vollständiger Weise das, was sich dann im Volkscharakter ausprägt. Es wird die Wirkung, die vom Haupte ausgeht, sozusagen neutralisiert durch die vom übrigen Organismus ausgehende Wirkung. Daher könnte man sagen: Mit dem, was der Bewohner Italiens durch die Luft einatmet, was überhaupt für den übrigen Organismus, außerhalb des Hauptes, bestimmend ist in der Atmung, mit dem wirkt bei ihm zusammen vom Haupte aus die Konfiguration des Nervensystems des Kopfes, wie es geistig differenziert ist, also insofern der Mensch Nervenmensch des Hauptes ist." (Lit.: GA 181, S. 150)

Frankreich

In Frankreich wirkt der Volksgeist durch alles, was flüssig ist, also durch das Wasserelement, insbesondere auch durch den Wein.

"Anders ist das bei denjenigen, die das heutige Frankreich bevölkern. Da schlägt der Erzengel eine andere Brücke, da wirkt er auf den Menschen durch alles dasjenige, was in des Menschen Naturentwickelung flüssig ist. Die Franzosen trinken vielfach ihren Volkscharakter mit ihren Weinen, aber auch noch mit anderem, was in dem Organismus als flüssiges Element figuriert." (Lit.: GA 174a, S. 259)

"Bei den Völkern, die das heutige Frankreich bewohnt haben oder es heute bewohnen, wirkt der Volksgeist auf dem Umwege durch das flüssige Element, durch alles, was nicht nur als Flüssigkeit in unseren Körper hineinkommt, sondern auch als Flüssigkeit in ihm wirkt. Also durch die Art dessen, was als Flüssigkeit den Organismus kontingiert und auf ihn wirkt, vibriert und webt der Volksgeist und bestimmt dadurch den betreffenden Volkscharakter. Das ist der Fall bei den Völkern, die das heutige Frankreich bewohnt haben oder es heute bewohnen." (Lit.: GA 181, S. 149)

Diesem Einfluss auf den Flüssigkeitsorganismus wirkt der Rhythmus, die rhythmische Bewegung des Kopfes entgegen.

"Was im Organismus als Rhythmus lebt, ist ein besonderer Rhythmus für den ganzen Organismus und ein besonderer für den Kopf; der Kopf hat seinen eigenen Rhythmus. Während es in Italien die Nerventätigkeit des Kopfes ist, die zusammenwirkt mit dem, was die Luft am Menschen bewirkt, ist es in Frankreich der Rhythmus, die rhythmische Bewegung des Kopfes, das Vibrieren des Rhythmus im Kopfe mit dem, was durch die Flüssigkeit im Organismus bewirkt wird. So baut sich durch das besondere Zusammenwirken des individuellen Menschen im Haupte, mit dem, was der Volksgeist aus der Umgebung heraus bewirkt, der Volkscharakter auf." (Lit.: GA 181, S. 150)

England - Britische Inseln

Auf den Britischen Inseln wirk der Volksgeist auf den Organismus vornehmlich durch das feste Erdelement, durch alles Salzartige, dem aber die Stoffwechselprozesse des Kopfes entgegenwirken.

"Die Bewohner der britischen Insel, sie empfangen mit dem im Leibe sich entwickelnden Festen dasjenige, was ihnen der Erzengel zu geben hat. Sie nehmen es auf, indem sich die festen Bestandteile in ihrem Leibe bilden, mit der festen Organisation. Es ist natürlich nur auf einem Gebiet, wo es sich radikal ausdrückt, aber es ist trotzdem nicht bloß eine bissige Wahrheit, sondern eine geisteswissenschaftliche Wahrheit: Indem der Engländer sein Beefsteak ißt, wirkt der Erzengel an ihm. Natürlich kann das nicht - denn die einzelne Individualität sondert sich davon aus - in chauvinistischem Sinn ausgedeutet werden. Der Mensch gehört ja nur mit einem Teil seines Wesens dieser Sache an, aber insofern der Mensch dem Volk angehört, ist das in ihm wirksam. Man lernt sich über die Erde nur dadurch auskennen, daß man sich in der Zukunft nicht scheuen wird, auf diese Dinge einzugehen. Der Mensch hat eine heillose Angst vor der Wahrheit, weil durch die Wahrheit natürlich unbequeme Sachen herauskommen. Aber sobald Ernst gemacht wird mit der Wahrheit, ist es notwendig, daß man vor dieser Unbequemlichkeit nicht zurückschreckt." (Lit.: GA 174a, S. 259f)

"Wie der Volksgeist des italienischen Wesens durch die Luft, wie der des französischen Wesens durch das Wässerige geht, so geht der Volksgeist des britischen Wesens durch alles Erdige, hauptsächlich durch das Salz und seine Verbindungen im Organismus. Das Feste ist das Hauptsächlichste. Während das flüssige Element im französischen Volkscharakter wirkt, haben wir im britischen Wesen wirksam das verfestigende, das salzige Element durch alles, was durch die Luft und die Ernährung in den Organismus hineinkommt. Das bewirkt die eigentümliche Konfiguration des britischen Volkscharakters. Aber auch hier wirkt vom Kopfe aus wieder etwas neutralisierend auf das aus der Umgebung Kommende. Geradeso wie Rhythmus im übrigen Organismus und im Haupte ist, so ist auch Verdauung, Stoffwechsel im übrigen Organismus und im Haupte. Wie der Organismus des Kopfes seinen Stoffwechsel vollführt, wirkt die Art und Weise dieses Austausches der Stoffe zusammen mit dem salzigen Element im Organismus, und das bewirkt den britischen Volkscharakter. Also das Erdige im Zusammenhang mit dem Stoffwechsel des Hauptes macht den britischen Volkscharakter aus. Und man kann sagen: Indem die Volksseele durch das salzige Element wirkt, schlägt ihr entgegen vom Haupte her die Eigentümlichkeit des Stoffwechsels des Hauptes." (Lit.: GA 181, S. 151)

Amerika

In Amerika wirken besonders die unterirdischen magnetischen und elektrischen Strömungen auf den Organismus, die zu einer gewissen Besessenheit durch die Volksseele führen. Dem strahlen vom Kopf aus die Willenskräfte entgegen.

"Gehen wir hinüber nach Amerika: schon äußerlich, in der äußerlichen Konfiguration, zeigt sich ja da, wie abhängig die Menschen werden von dem, was aus dem Boden ausstrahlt! In Italien aus der Luft, in Frankreich aus dem Wasser, in England aus dem, was bestimmt ist, als feste Ingredienzien in den Leib hineinzugehen, oder in ihm fest zu werden. In Amerika ist das noch anders. Sie werden überhaupt sehen, daß die geisteswissenschaftlichen Wahrheiten, an der Wirklichkeit gemessen, überall ihre Bestätigung finden. Man sucht nur heute diese Bestätigung noch nicht. Ich habe in früheren Jahren einmal angeführt, daß die Entwickelung der Bewußtseinsseele, die die Egoität des Menschen besonders heraushebt, äußerlich materiell durch den Zucker gehoben wird. Ich habe damals darauf hingewiesen, wie unendlich größer der Zuckergenuß auf den britischen Inseln ist als zum Beispiel bei dem selbstlosen russischen Volk, wo der Zuckergenuß unendlich viel geringer ist. Aber wenn man schildert, daß erst mit dem 15. Jahrhundert die Bewußtseinsseele heraufkommt, um sich zu entwickeln, so sehe man nur in der Geschichte der Zuckerproduktion nach: Sie beginnt erst mit dem 15. Jahrhundert. Woher stammt denn eigentlich unsere Zuckerproduktion? Die Menschen fangen erst mit dem 15. Jahrhundert an, auf den Zucker angewiesen zu werden. Alles, was geisteswissenschaftlich wirklich aus den geistigen Welten hervorgerufen wird, wird voll bekräftigt gerade dann, wenn es so stark geistig sich entwickelt, daß es untertauchen kann in das Materielle, wo es lebt und deshalb erkannt werden muß. Sobald man hinübergeht nach Amerika, findet man nicht bloß äußerlich, daß die Europäer, die nach Amerika hinüberkommen, nach und nach andere Arme und Hände bekommen: es nähert sich die Arm- und Handbildung derjenigen der alten Indianer an, des alten Indianervolks, das in Amerika ausgerottet worden ist. Und das gilt auch von der Konfiguration der Gesichtsbildung, wenn es auch leise und erst in der dritten, vierten Generation auftritt, und natürlich darf man sich das nicht so vorstellen, daß da in der dritten, vierten Generation ein biederer britischer Spießer nun gleich ein Indianer werden könnte, sondern es zeigt sich nur in den feineren Gesichtszügen; aber es tritt schon hervor. Diesen Dingen muß man ins Gesicht sehen, denn nur dadurch wird es möglich sein, durch die Erkenntnis richtige Liebe über die Erde hin zu entwickeln. Liebe läßt sich nur dadurch entwickeln, daß man sich wirklich in die anderen Menschen hineinfindet. Dazu ist aber notwendig, daß man sie kennenlernt. Der Volksgeist wirkt auf das amerikanische Volk durch die Untergründe von der Erde herauf, durch die in der Erde schlummernden magnetischen und elektrischen Kräfte. Das Unterirdische ist es, das da heraufstrahlt und das da in Amerika das Medium abgibt, durch das der Volksgeist das Volk dirigiert." (Lit.: GA 174a, S. 260f)

"Beim Amerikanertum ist es wieder anders, da wirkt ein unterirdisches Element. Während wir es also beim britischen Wesen zu tun haben mit dem Erdigen, mit dem Salzigen, ist beim amerikanischen Volkscharakter ein untererdiges Element wirksam, etwas, was unter der Erde vibriert. Das hat da einen vorzüglichen Einfluß auf den Organismus. Besonders durch die unterirdischen magnetischen und elektrischen Strömungen wirkt beim Volkscharakter des amerikanischen Volkes der Volksgeist herauf. Und dem strömt wieder vom Haupte her etwas entgegen, was den Einfluß der unterirdischen magnetischen und elektrischen Strömungen neutralisiert: dem strahlt entgegen, was nun wirklich menschlicher Wille ist. Das ist das Eigentümliche des amerikanischen Volkscharakters. Während wir beim britischen Volkscharakter sagen müssen, er hängt im wesentlichen ab von dem erdigen Element, insofern es der Mensch in seinen Organismus aufnimmt, und das dann in Wechselbeziehung kommt mit dem Stoffwechsel des Hauptes, so wirkt der Wille, insofern er sich beim Volke ausprägt, beim Amerikaner zusammen mit etwas, was vom Unterirdischen heraufkommt, und dies prägt den amerikanischen Volkscharakter. Mit dem hängt auch das zusammen, was ich sogar im öffentlichen Vortrage vorgebracht habe. Der Mensch kann nur mit seiner ganzen freien Persönlichkeit in Zusammenhang stehen mit dem Element über der Erde und noch bis zur Erde hin. Wenn er von unterirdischem Volks seelenhaftem beeinflußt ist, dann bildet er seine Volksseele nicht in Freiheit aus, sondern er ist dann sozusagen von der Volksseele besessen." (Lit.: GA 181, S. 151f)

Der ahrimanische Doppelgänger steht in engem Zusammenhang mit den elektrischen und magnetischen Kräften der Erde.

"Aber ein gewisser Teil des Erdbodens zeigt die meiste Verwandtschaft mit jenen Kräften. Wenn der Mensch sich dorthin versetzt, kommt er in ihr Bereich; sobald er dort weggeht, ist es ja wieder nicht so, denn das sind geographische, das sind nicht ethnographische, nicht nationale, sondern das sind rein geographische Dinge. Dasjenige Gebiet, wo am meisten Einfluß hat auf den Doppelgänger das, was von unten heraufströmt, und wo es dadurch, daß es beim Doppelgänger am meisten Verwandtschaft eingeht mit dem Ausströmenden, also sich auch wieder der Erde mitteilt, das ist dasjenige Erdengebiet, wo die meisten Gebirge nicht von Westen nach Osten, in der Querrichtung hin, sondern wo die Gebirge hauptsächlich von Norden nach Süden gehen - denn das hängt auch mit diesen Kräften zusammen -, wo man den magnetischen Nordpol in der Nähe hat. Das ist das Gebiet, wo vor allen Dingen Verwandtschaft entwickelt wird mit der mephistophelisch-ahrimanischen Natur durch die äußeren Verhältnisse. Und durch diese Verwandtschaft wird vieles bewirkt in der fortschreitenden Entwickelung der Erde. Der Mensch darf heute nicht blind durch die Entwickelung der Erde gehen; er muß solche Verhältnisse durchschauen. Europa wird sich zu Amerika nur dann in ein richtiges Verhältnis setzen können, wenn solche Verhältnisse durchschaut werden können, wenn man weiß, welche geographischen Bedingtheiten von dorther kommen. Sonst aber, wenn Europa fortfahren wird, in diesen Dingen blind zu sein, dann wird es mit diesem armen Europa so gehen, wie es mit Griechenland gegenüber Rom gegangen ist. Das darf nicht sein; die Welt darf nicht geographisch amerikanisiert werden." (Lit.: GA 178, S. 70)

Mitteleuropa

In Mitteleuropa wirkt ganz besonders das Wärmeelement, das in unmittelbar Beziehung zum menschlichen Ich steht. Das eigentümliche ist, dass hier die Wärme sowohl durch den Kopf als auch durch den restlichen Organismus wirkt. Wärme kommt Wärme entgegen.

"Und gehen wir nach Mitteleuropa; da ist es gut, die Menschen selbst nachdenken zu lassen. Aber einiges kann doch gesagt werden: Da ist eigentlich etwas stark Labiles, etwas sehr stark Intimes, was mit der materiellen Ausgestaltung des Volksgeistes, mit der materiellen Auswirkung des Volksgeistes zusammenhängt. Da ist es im wesentlichen die Wirkung von Wärme auf Wärme. Die Wärmedifferenzen, die auftreten zwischen äußerem Warmsein und innerem Warmsein, Wärme des Winters, des Frühlings, des Sommers, kurz alles, was sich in den Wärmeverhältnissen ausdrückt, das ist das Medium, durch das der Volksgeist in Mitteleuropa wirkt. Alles das, was aus" den Wärmeverhältnissen heraus auf die Blutzirkulation und die Atmung wirkt, das ist der Umweg, durch den der Volksgeist hier wirkt. Sie können das auch im Seelischen verfolgen. Wir haben noch die Möglichkeit — wenn wir nicht gerade Fritz Mauthner sind - , im Element der Sprache etwas von der Nachwirkung, ich möchte sagen, des Durchwärmtseins zu fühlen. Wenn man nicht von allen guten Geistern der Sprache verlassen ist, so ist man ßoch im Deutschen zum Beispiel imstande, in die Sprache sich hineinzufühlen, nicht bloß beim abstrakten Element stehenzubleiben, sondern sich hineinzufühlen in den Geist der Sprache, weil Wärme in Wärme physisch verwandt dem Seelischen ist. Nichts ist physisch so verwandt mit dem Seelischen als die Seelenwärme und Seelenkälte mit der physischen Wärme und physischen Kälte. Dasjenige, was in der Empfindungsseele lebt, ist schon viel fremder der Luft; dasjenige, was in der Verstandes- oder Gemütsseele lebt, ist viel fremder dem Element des Wassers, und gar dasjenige, was in der Bewußtseinsseele lebt, ist fremd dem Beefsteak, will sagen der Erde. Und gar furchtbar fremd ist, was in der menschlichen Seele zum Ausdruck kommt, demjenigen, was an magnetischen und elektrischen Kräften vom Unterirdischen hereinstrahlt in die menschliche Entwickelung im amerikanischen Volkscharakter. Daher ist so vieles da, was im amerikanischen Volkscharakter so aussieht, als ob der Amerikaner von dem, was er treibt, besessen ist, im Gegensatz zum Mitteleuropäer, der bei allem, was er treibt, mit dem Seelischen dabei sein muß, der daher auch mystische Wärme entwickeln kann, während der Amerikaner so leicht spiritistische Gesinnung entwickeln, besessen sein kann von irgendeinem Geistigen, wie man auch besessen wird von dem, was nicht mehr unmittelbar in den Menschen hereinströmt, wie Luft, Wasser, Erde, sondern nur vom Unterirdischen der Erde aus heraufwirkt, um die Volksstrukturen zu bilden." (Lit.: GA 174a, S. 261f)

"Nun kann man die Frage aufwerfen: Wie steht es nun bei den mitteleuropäischen Völkern? Wir reden ja mehr von geographischen Verhältnissen, haben also Mitteleuropa nicht in einem sozialpolitischen Verhältnis im Auge. Ich habe auch nicht nach Rassenverhältnissen die Fragen beantwortet, sondern es sind, wie Sie sehen, spirituell- geographische Verhältnisse. Wir können also von einem Mitteleuropa sprechen, zu dem Frankreich und Italien nicht gehören.

Die Eigentümlichkeit des in Mitteleuropa wirkenden Volksseelentums ist es, daß - wie ich für andere Gebiete auseinandergesetzt habe, daß durch Luft, Wasser, durch das Salzige und so weiter gewirkt wird - in unmittelbarer Weise durch die Wärme gewirkt wird. Der Volksgeist wählt in Mitteleuropa den Umweg, das Medium der Wärme. Und zwar ist das nun nicht ganz unmittelbar fest bestimmt, es kann individualisiert werden. Es kann Menschen geben in Mitteleuropa, bei denen diese Wirkung des Volksgeistes verschieden sein kann, einmal aus dem übrigen Organismus und einmal auf das Haupt; auch je nachdem direkt die äußere Luft wärmt, oder indem durch die Speisen oder durch das Atmen gewärmt wird. Das alles ist Medium für den Volksgeist. Und was nun hier dieser Wirksamkeit entgegenwirkt, ist wieder die Wärme, so daß in Mitteleuropa die Wärme, insofern sie äußere Wirkungen hat, Medium für den Volksgeist ist. Und was ihr entgegenkommt, ist wieder die von innen kommende, selbsterzeugte Eigenwärme. Daher kann man sagen: Was im Organismus durch den Volksgeist als Wärme wirkt, dem kommt entgegen die Eigenwärme des Hauptes. Wirkt die Wärme des Volksgeistes durch das Haupt, so strömt ihr da die Wärme des übrigen Organismus entgegen. Wärme wirkt zu Wärme, und sie wirkt namentlich so, daß sie vorzugsweise von der größeren oder geringeren Lebendigkeit der Sinneswirksamkeit, geradezu der Wahrnehmungsfähigkeit abhängt. Ein Mensch, der regeren Geistes ist, der mit Liebe die Dinge um sich herum ansieht, entwickelt größere Eigenwärme. Ein Mensch, der flüchtig, oberflächlich ist, der nicht viel empfindet, der über alles hinweggeht, entwickelt weniger Eigenwärme. Dieses Mitleben mit der Umgebung, indem der Mensch ein Herz oder ein offenes Auge für die Umgebung hat, das ist es, was der Wärme, die durch den Volksgeist wirkt, entgegenschlägt, so daß da Wärme an Wärme schlägt. Das ist das Eigentümliche der Wirkungsweise des Volksgeistes in Mitteleuropa, und darauf beruht vieles im Wesen des Volkscharakters, weil Wärme zu Wärme so innig verwandt ist. Die andern Wirkungsweisen sind alle nicht so verwandt: der Wille ist mit dem Elektrischen nicht in derselben Weise verwandt, das Salzige ist mit dem Verdauungselement des Kopfes nicht so verwandt und die andern angeführten Wirkungen ebenfalls nicht. Aber Wärme bewirkt den [mitteleuropäischen Charakter, der sich auch darin ausspricht, mehr oder weniger in alles aufgehen zu können. -Wir wollen nicht von Werturteilen reden, sondern nur charakterisieren, daher kann es jeder auffassen, wie er will: als Tugend oder als Untugend. - Wärme an Wärme: biegsam macht das, plastisch, in alles sich hineinfindend, auch in fremde Volkscharaktere. Oh, wenn wir die Geschichte verfolgen, so zeigt sie, wie die einzelnen deutschen Stämme in fremde Völkerschaften hineingenommen sind, fremdes Element angenommen haben. Das wird Ihnen alles bekräftigen, was jetzt gesagt worden ist." (Lit.: GA 181, S. 155f)

Russland

In Russland wirkt vornehmlich der von der Erde zurückgespiegelte Lichtäther, hier aber vornehmlich durch das Haupt und nicht durch den restlichen Organismus. Noch weiter im asiatischen Osten ist derart auch der Klangäther tätig. Dem schlägt entgegen, was von der Herzorganisation und vom Atemrhythmus kommt. Diese Kräfte werden gezielt im Yoga geschult.

"Im russischen Volkscharakter, in dem, was sich im Osten vorbereitet - wir werden über solche Dinge noch übermorgen weiterreden - , da wirkt der Volksgeist, der aber erst berufen ist in der Zukunft, durch sein Volk eine besondere Rolle zu spielen, da wirkt der Volksgeist durch das Licht, und zwar so durch das Licht, daß er nicht durch das unmittelbar von der Sonne herstrahlende Licht wirkt, sondern durch das Licht, das sich erst einsaugt in die Vegetation und in die Erde selbst und wieder zurückstrahlt. Die von der Erde, namentlich von der Vegetation zurückgestrahlte Sonnenkraft, die vom Boden aus wirkende Sonnenkraft ist dasjenige, was der russische Volksgeist benützt als sein Medium, um die Volksstruktur, die Volksorganisation zu bewirken." (Lit.: GA 174a, S. 262)

"Das Geheimnis der russischen Geographie besteht darinnen, daß das, was der Russe von der Erde aufnimmt, zuerst das der Erde mitgeteilte Licht ist, das von der Erde wieder zurückgeht. Also der Russe nimmt eigentlich aus der Erde dasjenige auf, was aus den äußeren Regionen zu der Erde erst hinströmt; der Russe liebt seine Erde, aber er liebt sie eben aus dem Grunde, weil sie ihm ein Spiegel ist des Himmels. Dadurch aber hat der Russe, wenn er noch so territorial gesinnt ist, in dieser territorialen Gesinnung etwas - wenn es auch heute noch auf einer kindlichen Stufe ist - außerordentlich Kosmopolitisches: weil die Erde, indem sie sich durch den Weltenraum bewegt, mit allen möglichen Partien des Erdenumkreises in Beziehung kommt. Und wenn man nicht dasjenige in die Seele aufnimmt, was von unten nach oben strömt in der Erde, sondern dasjenige, was von oben nach unten und wiederum hinaufströmt, dann ist es etwas anderes, als wenn man aufnimmt das, was - direkt von der Erde ausströmend - in eine gewisse Verwandtschaft zur Menschennatur gesetzt wird. Das aber, was der Russe an seiner Erde liebt, womit er sich durchdringt, das gibt ihm manche Schwäche, aber auch vor allen Dingen eine gewisse Fähigkeit, jene Doppelgängernatur zu überwinden, von der ich Ihnen vorhin gesprochen habe. Daher wird er berufen sein, in dem Zeitalter die wichtigsten Impulse zu liefern, in welchem diese Doppelgängernatur endgültig bekämpft werden muß, in der sechsten nachatlantischen Kulturperiode." (Lit.: GA 178, S. 69f)

"Wenn wir das östliche Wesen betrachten, das erst nach und nach sich aus dem Chaos erhebend, in seiner ureigenen Gestalt aufleuchten wird, so tritt einem dort etwas Eigentümliches entgegen. Wie der Volksgeist beim Italienertum durch die Luft wirkt, wie er beim französischen Volke durch das Wasser, beim Engländer durch das Erdige und beim Amerikaner durch ein unterirdisches Element wirkt, so wirkt der Volksgeist beim russischen, slawischen Element durch das Licht. In der Tat wirkt im vibrierenden Licht der Volksgeist, auf den es im Osten ankommt. Und wenn sich einmal aus den embryonischen Hüllen losgelöst haben wird, was im Osten nach der Zukunft wachsen wird, dann wird sich zeigen, daß auch die Wirkungsweise des Volksgeistes im europäischen Osten etwas ganz anderes ist als die Wirkungsweise des Volksgeistes im Westen. Denn, wenn ich auch sagen muß: Es wirkt der Volksgeist durch das Licht - , so ist das Kuriose doch das, daß er nicht durch das hinvibrierende Licht unmittelbar wirkt, sondern er wirkt, indem das Licht sich zuerst in den Boden senkt und vom Boden zurückgeworfen wird. Und dieses vom Boden zurück aufsteigende Licht ist es, dessen sich der Volksgeist beim Russen bedient, um auf ihn zu wirken. Aber das wirkt nicht auf den Organismus, sondern das wirkt gerade auf das Haupt, auf die Denkungsgesinnung, auf die Art der Ausbildung der Vorstellungen, der Empfindungen und so weiter. Hier ist also die Wirkungsweise des Volksgeistes gerade entgegengesetzt derjenigen im Westen, wo er aus dem übrigen Organismus wirkt und ihm vom Haupte etwas entgegenschlägt. Im Osten wirkt er durch das Licht. Das aus dem Boden zurückströmende Licht ist das Mittel für den Volksgeist, und das wirkt vorzugsweise auf das Haupt. Und was da nun zurückwirkt, das kommt jetzt vom übrigen Organismus, besonders vom Herzensorganismus her. Was da zurückkommt, schlägt jetzt umgekehrt nach dem Kopfe hin und ändert die von dort ausgehende Wirkung. Es ist heute noch im Chaos, noch in embryonischen Hüllen. Es ist der Atmungsrhythmus, der da zum Kopfe schlägt und das neutralisiert, was auf dem Umwege durch das Licht vom Volksgeist kommt. Was im nächsten Osten so herauskommt, das ist in einem höheren Maße noch vorhanden, wenn wir weiter nach Osten gehen. Das ist überhaupt das Eigentümliche des asiatischen Ostens, daß der Volksgeist zum Teil auch noch durch das Licht wirkt, das vom Boden aufgenommen und zurückgestrahlt wird und das auf das Haupt wirkt. Oder der Volksgeist wirkt auch durch das, was nicht mehr Licht ist, was aber überhaupt nicht sichtbarlich ist: die Sphärenharmonie, die ja auch alles durchvibriert und die für eine geistige Menschheit des asiatischen Ostens gleichkommt einer Volksgeist-Wirkung, indem der Volksgeist direkt durch die Sphärenharmonie wirkt, die aber von der Erde zurückgestrahlt wird und auf das Haupt wirkt. Und dem wirkt entgegen der Atmungsrhythmus. Und darin liegt das Geheimnis, das darin besteht, daß die Geistsucher des Orients immer in einer besonderen Ausbildung des Atmens gesucht haben mit dem Geist in Zusammenhang zu kommen. Wenn Sie Joga studieren, werden Sie sehen, es macht Ansprüche, die Atmung in einer besonderen Weise auszubilden. Das beruht darauf, daß der einzelne als Glied der ganzen Menschheit, nicht als einzelner, durch den Volksgeist die Geistigkeit zu finden sucht; er sucht sie auf die Weise, wie es wirklich innerhalb seines Volkscharakters gegründet ist. Je weiter wir also nach dem Osten kommen, desto mehr finden wir dies. Natürlich würde sich an mehr oder weniger vorkommenden Verfeinerungen dieser Volkscharakterauswirkungen, aber auch an Entartungen dieser Volkscharakterauswirkungen zeigen lassen, wie manchmal in Abirrung sich so etwas zeigt. Einzelne Völkerschaften und ganze Rassen teilen in ausgesprochenem Maße diese Abirrungen, indem zum Beispiel Disharmonien eintreten, wenn die Haupteswirkung mit der Wirkung des übrigen Organismus zusammenstimmt und so weiter. Aber auf einzelne Disharmonien gerade einzugehen, ist heute vielleicht nicht besonders anzuraten, da man ja heute aus diesen oder jenen Gründen von einem Volke aus andere Völker lieben muß. Es gebieten so die Verhältnisse; manches könnte da statt mit der Vernunft mit dem Gemüte aufgefaßt werden, und es würde dann vielleicht nicht verstanden werden. Wenn einmal andere Zeiten gekommen sind, kann man vielleicht auch über die östlichen Völker und ähnliche Probleme sprechen." (Lit.: GA 181, S. 153ff)

Der Gegensatz von Ost und West

"An dem heute Auseinandergesetzten wird auch im eminentesten Maße der große Gegensatz zwischen dem asiatischen Orient und dem amerikanischen Okzident ersichtlich. Man möchte sagen: Das Licht, und sogar noch was über dem Licht im Ätherischen liegt, ist es, dessen sich die Volksseele im Osten bedient, um an den Menschen heranzukommen, wenn es auch rückstrahlend ist von der Erde. Das unterirdische Element, was unter der Erde ist, ist es im Westen. - Das kann uns tief hineinführen in das organisch-seelische Leben des ganzen Erdenorganismus in seinem Zusammensein mit der Menschheit. Es ist durchaus nicht die Absicht, dabei irgendeinen Teil der Erdenbevölkerung zu verletzen, oder einem andern Teil Schmeicheleien zu sagen. Aber wahr ist es doch: Auf der einen Seite das nach dem Geistigen hingerichtete Fluten im Orient, nach unten zu Schwere entwickelnd, den Menschen an die Erde fesselnd, ist mehr das Wesen nach dem Westen hin. Ob das mit dem amerikanischen Volkscharakter mehr oder weniger übereinstimmt, überlasse ich jedem selbst zu beurteilen. Eine aufsteigende Flut, möchte ich sagen, im Osten; ein Abebben, ein In-die-Erde-Hineinwirken im Westen. So ist das Leben." (Lit.: GA 181, S. 156f)

Die Bedeutung des Mysteriums von Golgatha

"Was müßte denn geschehen - fragen wir das einmal -, was wäre denkbar, daß es geschehen würde, damit diese Abhängigkeit von dem Fleck Erde auf irgendeine Weise gemildert würde, damit der Mensch irgendwie aus dieser hier charakterisierten Notwendigkeit zu einer gewissen Freiheit heraufgehoben würde?

Dazu müßte einmal während der Menschheitsentwickelung auf der Erde etwas geschehen sein, was dieser Abhängigkeit des Menschen von dem Fleck Erde geradezu widersprechen würde. Wir haben jetzt alle Impulse besprochen, welche den Menschen von seinem Fleck Erde abhängig erscheinen lassen. Ich sagte: Es müßte auch etwas geschehen sein, was jener Abhängigkeit widerspricht, etwas, was diesen Verhältnissen ins Gesicht schlagen würde. - Es ist doch zu verstehen: Dies, was auf der Erde leben würde, was anders ist als alles, was durch diese Abhängigkeit wirkt, das würde auf diese Verhältnisse ausgleichend, neutralisierend wirken. Was kann das sein?

Im Beginne unserer Zeitrechnung geschah das Mysterium von Golgatha. Wir haben von ihm im Laufe der Zeit viele Eigentümlichkeiten hervorgehoben. Aber man braucht sich nur eine ganz augenfällige, ganz allgemeine, allgemein bekannte Eigenschaft des Mysteriums von Golgatha einmal vor die Seele zu führen, und man wird sehen, daß selbst durch etwas so an der Oberfläche der Dinge Liegendes, dieses Mysterium von Golgatha sich als etwas Besonderes, Einziges in das Erdenleben hineinstellt. Der Christus Jesus lebte unter einem Volke, das einen ausgesprochenen Volkscharakter hat, das alles, was es tut, aus einem ausgesprochenen Volkscharakter heraus tut. Was aber mit dem Christus Jesus geschieht, was aus dem Volkscharakter heraus sich vollzieht: das Mysterium von Golgatha, der Tod auf Golgatha, das steht in vollständigem Widerspruch mit diesem Volkscharakter. Denn weder nimmt das Volk, aus dem heraus das Mysterium von Golgatha sich abspielt, dieses in sein Bekenntnis auf, noch bekennt es sich zu dem Christus Jesus persönlich, individuell, sondern es tötet ihn, es ruft: Kreuzige ihn! Kreuzige ihn! - Es geschieht etwas, was nicht für ein Volk bestimmt sein kann; es geschieht etwas, was nur einen Sinn hat, wenn es in Widerspruch gedacht wird mit dem, was aus den Volkscharakteren heraus erfolgen kann, was das Volk von sich aus abweist, aus sich heraus annulliert, vernichtet. Das ist das Geheimnis des Mysteriums von Golgatha." (Lit.: GA 181, S. 158f)

Literatur

  1. Georg Wilhelm Schmidt, Jörgen Beckmann: Ätherforschung: Grundlage für die Regeneration von Pflanzen und den Wiederaufbau der Landschaft, Edition Zukunft, Barsinghausen 2013, ISBN 978-3897992566
  2. Rudolf Steiner: Die Mission einzelner Volksseelen im Zusammenhang mit der germanisch-nordischen Mythologie, GA 121 (1982), ISBN 3-7274-1210-0 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  3. Rudolf Steiner: Mitteleuropa zwischen Ost und West, GA 174a (1982), ISBN 3-7274-1741-2 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  4. Rudolf Steiner: Individuelle Geistwesen und ihr Wirken in der Seele des Menschen, GA 178 (1992), ISBN 3-7274-1780-3 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  5. Rudolf Steiner: Erdensterben und Weltenleben. Anthroposophische Lebensgaben. Bewußtseins-Notwendigkeiten für Gegenwart und Zukunft, GA 181 (1991), ISBN 3-7274-1810-9 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
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