Amduat

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Szene aus der 11. Stunde des Amduat, der Gott Atum

Amduat („Das, was in der Unterwelt ist“) ist die Bezeichnung eines Totenbuches der alten Ägypter, welches für sie eines der bedeutendsten Jenseitsführer darstellte.

Inhalt

In zwölf Abschnitten, die den zwölf Nachtstunden entsprechen, wird die nächtliche Fahrt des Sonnengottes Re durch die Unterwelt in einer Barke beschrieben. Dabei stößt er auf verschiedene Hindernisse, die er und seine Helfer überwinden. Hauptfeind ist Apophis, der in der siebenten Stunde erscheint und von dem Ältesten Zauberer, bei dem es sich wohl um Seth handelt, bezwungen wird. Das Amduat ist kein eigentlich durchgehender Text, sondern es handelt sich um eine Reihe von zwölf Bildern, die jeweils für eine Nachtstunde stehen und mit ausführlichen Anmerkungen versehen sind.

Das Unterweltbuch „Das, was in der Dat ist“, oder auch „Die verborgene Kammer“ ist in den Königsgräbern der Neuen Reiches gefunden worden als zum Teil vollständige Darstellung in Kurz- und Langfassung. Im Grab KV 20 des Thutmosis I. finden wir sie erstmals. Das Grab KV 34 des Thutmosis III. (1504 – 1450) im Tal der Könige ist wohl das bekannteste. Es zeigt eine vollständige Darstellung. Eine weitere sehr gut erhaltene vollständige Darstellung des Amduat ist im Grab KV 35 zu finden. Amenophis II. (Amenhotep) ist der Sohn von Thutmosis dem III. und seiner Hauptfrau Hatschepsut Meryet-Re II.. Er hatte der Tradition nach als Prinz die militärischen Aufgaben zu erfüllen und hat die Regentschaft von Tutmosis III. übernommen. Er war ursprünglich nicht der Thronfolger, der zunächst vorgesehene Thronfolger starb jedoch in jungen Jahren. Das Göttertribunal mit der Halle des Gerichtes ist im Amduat noch nicht der Mittelpunkt des Geschehens. Im Grab Sethos I. (KV 17) befinden sich einige wunderschöne ausgemalte Nachtstunden des Amduat. Weitere Darstellungen wurden gefunden: Thutmosis I., Hatschepsut, Amenhotep III., Tutanchamun, Aja, Ramses II., Merenptah, Sethos II., Siptah, Ramses V., Ramses IX. Das Amduat ist wohl das älteste vollständig erhaltene Totenbuch und trägt in sich auch Auszüge aus früheren Epochen, die bis in die Zeit der Pyramidentexte gehen. Wissenschaftlich wurde es dem Neuen Reich zugeordnet. Wahrscheinlicher ist das Mittlere Reich.

Verbreitung

Das Amduat ist im Neuen Reich fester Bestandteil der Dekoration eines Königsgrabes und nur vereinzelt bei Privatleuten belegt. In der Dritten Zwischenzeit wird es – auf Papyrus geschrieben – auch Privatleuten mit in das Grab gelegt. Auf Sarkophagen ist es bis mindestens zur 30. Dynastie bezeugt. Während es in der 18. Dynastie meist vollständig niedergeschrieben wurde, erscheinen später meist nur einzelne Stunden pars pro toto.

Literatur

  • Erik Hornung: Die Unterweltsbücher der Ägypter, Zürich, München 1992, S. 57-194 ISBN 3-7608-1061-6

Weblinks


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