Assimilation

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Als Assimilation (lat. assimilatio, "Angleichung"; von lat. similis, "ähnlich") wird die im Pflanzen-, Tier- und Menschenreich im Zuge der Ernährung schrittweise erfolgende Umwandlung körperfremder in körpereigene Stoffe bezeichnet. Die Pflanze bedient sich dazu ausschließlich toter mineralischer Ausgangsstoffe und erzeugt aus Kohlenstoffdioxid und Wasser durch Photosynthese primär den Traubenzucker, aus dem dann sekundär alle anderen Pflanzensubstanzen gebildet werden, wobei für die Eiweißbildung auch eine geeignete mineralische Stickstoffquelle nötig ist. Bei Mensch und Tier müssen die aufgenommenen Nahrungsstoffe zuerst durch die Verdauung soweit zerlegt werden, dass sie alle arttypischen Eigenschaften der tierischen oder pflanzlichen Nahrungsquelle verlieren, d.h. aller ätherischer Qualitäten entkleidet werden. Die so abgetöteten Nahrungsstoffe werden dann durch den Ätherleib ergriffen und daraus körpereigene Substanzen aufgebaut.

Die Geistesforschung zeigt, dass die Nahrungsstoffe dabei sehr unterschiedliche Wege nehmen müssen, wenn der Organismus nicht Schaden nehmen soll. Alle mineralischen Stoffe, die wir aufnehmen, müssen in den Wärmeäther übergeführt werden, die pflanzliche Nahrung in das Luftelement und das Tierische in das Wasserelement; nur das, was unmittelbar vom menschlichen Ich ergriffen und durchformt wird, darf sich bis zum festen Erdelement verdichten:

„Alles, was wir an Mineralischem aufnehmen, muß im Menschen so weit getrieben werden, daß folgendes Geltung hat. Sie wissen, wir haben eine Eigenwärme; wir haben in unserer Blutwärme beim gesunden Menschen ungefähr siebenunddreißig Grad. Wir haben in unserer Blutwärme etwas, was die äußere Wärme im Mittel überragt. Alles, was wir mineralisch aufnehmen, muß aber in unserem Organismus so verwandelt, so metamorphosiert werden, daß das, was in unserer Blutwärme über die mittlere Wärme der äußeren Umgebung geht, was höher ist als die mittlere Wärme der äußeren Umgebung, daß das wohlgefällig das Mineralische aufnimmt. Wenn Sie ein Bröselchen Kochsalz genießen, so muß dieses Kochsalz von Ihrer Eigenwärme, nicht von der Wärme, die Sie mit der äußeren Welt gemein haben, sondern von Ihrer eigenen Wärme aufgesogen werden, muß wohlgefällig aufgenommen werden. Alles Mineralische muß sich in Wärmeäther verwandeln. Und in dem Augenblicke, wo der Mensch in seinem Organismus etwas hat, was irgendein Mineral verhindert, daß es sich in Wärmeäther verwandelt, in dem Augenblicke ist er krank.

Gehen wir weiter, gehen wir zu dem Pflanzlichen, das der Mensch aufnimmt. Das Pflanzliche nimmt der Mensch auf; er selber gehört der Welt an, indem er das Pflanzliche auch in sich entwickelt. Der Mensch enthält Mineralisches, das aber hinneigt, fortwährend hintendiert, Wärmeäther zu werden. Das Pflanzliche tendiert fortwährend hin im Menschen, luftig zu werden, gasartig zu werden. So daß der Mensch das Pflanzliche in sich hat als Luftreich. Alles, was im Menschen von Pflanzen hineinkommt, oder was er selbst als innere Pflanzenorganisation entwickelt, muß luftig werden, muß in ihm Luftgestalt annehmen können. Wenn es nicht Luftgestalt annimmt, wenn seine Organisation so ist, daß sie ihn verhindert, alles, was pflanzlich sein will in ihm, in Luftgestalt übergehen zu lassen, ist er krank. Alles Tierische, das der Mensch aufnimmt, oder das er selber in sich ausbildet als Tierisches, alles das muß im Menschen, wenigstens zu irgendeiner Zeit, die flüssige, die wäßrige Form annehmen. Der Mensch darf nichts in sich haben von Tierischem, nicht von innerlich erzeugtem Tierischen, nicht von aufgenommenem Tierischen, das nicht in ihm den Vorgang durchmacht, daß es einmal in ihm flüssig wird. Ist der Mensch nicht imstande, sein eigenes Tierisches oder fremdes Tierisches flüssig zu machen, um es dann wiederum in Festes überzuführen, dann ist er krank. Nur das, was im Menschen die rein menschliche Form gebiert, was beim Menschen davon herkommt, daß er ein aufrecht gehendes Wesen ist, daß er in sich Impulse zum Sprechen und Denken hat, nur das, was ihn zum eigentlichen Menschen macht, was ihn über das Tier hinaushebt, das darf in das feste Irdische - und das macht nur zehn Prozent unserer Gesamtorganisation höchstens aus -, das darf in das Feste, in das Festgestaltete, in die Form hineingehen. Geht irgend etwas vom Tierischen oder Pflanzlichen in die menschliche feste Form hinein, so ist der Mensch krank.

Alles Mineralische muß im Mensch einmal Wärmeäther werden. Alles Pflanzliche muß im Menschen das Durchgangsstadium des Luftartigen durchmachen. Alles Tierische muß im Menschen das Durchgangsstadium des Wäßrigen durchmachen. Alles Menschliche darf allein die irdisch-feste Form in ihm immer behalten. Das ist eines der Geheimnisse der menschlichen Organisation.“ (Lit.:GA 230, S. 163f)

Literatur

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