Dreizack

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Der indische Gott Shiva mit Dreizack (trishula), Nepal (20. Jh.)

Der Dreizack ist eine seit dem Altertum bekannte Kriegs- und Jagdwaffe, die aus einer gabelförmigen metallenen Spitze mit drei Schneiden besteht, die auf einem zumeist hölzernen Stab befestigt ist. In der griechischen Mythologie ist der von den Telchinen, den Dienern des Hephaistos, geschmiedete Dreizack das markante Symbol des Meeresgottes Poseidon und seiner römischen Entsprechung Neptunus. Sie sollen auch die ersten Götterbilder in menschlicher Gestalt errichtet haben und gelten als die Erfinder vieler nützlicher Dinge, wie z.B. der Mühle. Sie „schmieden“ gleichsam das Eisen des Blutes, das dadurch zum Träger der Ich-Kraft werden kann. So mag man im Dreizack wohl auch ein Symbol des menschlichen Ichs sehen, das sich der Seelenkräfte des Denkens, Fühlens und Wollens bedient, um in der Welt tätig zu werden.

Als Trishula oder Trishul (Sanskrit und Hindi: त्रिशूल, triśūla „Dreispeer, Dreizack“) ist der Dreizack in der indischen Mythologie ein Attrubut Shivas. Nach älteren vedischen Schriften sei er wie der Sonnenwagen Suryas und die Wurfscheibe („Chakra“) Vishnus aus Strahlen der Sonne geformt worden. Überliefert ist auch, dass die indischen Götter gemeinsam die wunderschöne weibliche Göttin Durga (Sanskrit, f., दुर्गा, durgā, wörtl.: die schwer Zugängliche, die schwer zu Begreifende) erschufen, die ihnen im Kampf gegen den fürchterlichen Dämon Mahisasur beistehen sollte. Von jedem der Götter erhielt sie dazu eine Kopie seiner typischen Waffe, von Shiva also den Dreizack. Durga ist die wohl populärste Form der Göttin (devi) im Hinduismus, die in unterschiedlichen gütigen oder strafenden göttlichen Erscheinungsformen existiert. Sie ist eine Göttin der Vollkommenheit, die als Saraswati, Lakshmi, Ambika und Ishvari sowie in anderen Formen erscheinen kann und unter anderem Kraft, Wissen, Handeln und Weisheit verkörpert. Im Tantrismus ist sie Shakti, die weibliche Urkraft des Universums.

Siehe auch