Existentialismus

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Jean-Paul Sartre (um 1950)

Der Existentialismus ist die französische Ausformung der Existenzphilosophie, die in der Zeit nach dem 2. Weltkrieg nachhaltig von Jean-Paul Sartre, Simone de Beauvoir, Albert Camus und Gabriel Marcel geprägt wurde.

Charakteristisch ist die Aussage Sartres in seinem 1946 veröffentlichten Essay «Der Existentialismus ist ein Humanismus»: „Die Existenz geht der Essenz voraus“ (l’existence précède l’essence). Sartre gibt dazu folgende Begründung:

„Der atheistische Existentialismus, für den ich stehe, ist zusammenhängender. Er erklärt, dass, wenn Gott nicht existiert, es mindestens ein Wesen gibt, bei dem die Existenz der Essenz vorausgeht, ein Wesen, das existiert, bevor es durch irgendeinen Begriff definiert werden kann, und dass dieses Wesen der Mensch oder, wie Heidegger sagt, die menschliche Wirklichkeit ist. Was bedeutet hier, dass die Existenz der Essenz vorausgeht? Es bedeutet, dass der Mensch zuerst existiert, sich begegnet, in der Welt auftaucht und sich danach definiert.“ (Lit.: Sartre 1989, S. 11)

Literatur

  • Jean-Paul Sartre: Das Sein und das Nichts. Versuch einer phänomenologischen Ontologie, Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg 1990, ISBN 978-3498060602
  • Sartre, Jean-Paul: Ist der Existentialismus ein Humanismus? Ullstein, Frankfurt 1989 - ISBN 3-548-34500-X
  • Karen Swassjan: Jean Paul Sartre. Ein blinder Zeuge der Anthroposophie, in: Der Europäer Jg. 9 / Nr. 8 / Juni 2005, S. 8-16 Volltext