Geister der Form

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Die Geister der Form, auch als Exusiai (griech. ἐξουσίαι), Elohim (hebr. אלהים), Potestates (lat.) oder Gewalten bezeichnet, haben ihre Menschheitsstufe schon vor Beginn der alten Saturnentwicklung durchgemacht. Das Herrschaftsgebiet der Exusiai reicht bis zur Sonnensphäre. Ihr Name rührt davon her, dass sie die Schöpfer und Erhalter der festgefügten physischen Formen sind. Rudolf Steiner nennt sie auch Offenbarungen (Lit.:GA 102, S. 149). Sie sind jene geistigen Kräfte, die aus dem Raumlosen das Räumliche gestalten und die geistigen Kräfte aus der Ewigkeit in die zeitliche Entwicklung hinüberleiten. (Lit.: GA 184, S. 207ff)

„Der Name der heiligen Gewalten, welche mit den göttlichen Herrschaften und Mächten auf gleicher Stufe stehen, besagt, wie ich glaube, die wohlgeordnete und unverwirrbare Harmonie bei Aufnahme des Göttlichen und das Festbestimmte der überweltlichen und geistigen Gewaltstellung, welche die aus der Gewalt fließenden Kräfte nicht mit tyrannischer Willkür zu den minderen Zwecken mißbraucht, sondern unbesiegbar zum Göttlichen in schöner Ordnung empordringt und die tieferstehenden Wesen gütig aufwärts leitet, welche der gewaltschaffenden Urquelle der Gewalt soweit als möglich sich verähnlicht und sie kräftigst nach den wohlgeordneten Stufen der aus der Gewalt fließenden Macht den Engeln einstrahlt.“

Dionysius Areopagita: Himmlische Hierarchie, 8. Kapitel[1]

Aufgrund ihrer Entwicklungshöhe genügt ihnen ein planetarisches Dasein nicht mehr für ihre weitere Entwicklung und sie haben daher die Sonne zu ihrem Wohnort gewählt. Sonne und Erde wurden deshalb voneinander geschieden. Sie weben im Sonnenlicht, weshalb sie Rudolf Steiner auch als Lichtgeister bezeichnet (Lit.: z.B. GA 98, S. 229, GA 102, S. 149, GA 103, S. 53, GA 104, S. 122), und bringen die sich begegnenden Kräfte der Throne und der Dynameis in den festen Formen der Erdoberfläche zur Ruhe und prägen so entscheidend das Antlitz der Erde.

Als Elohim sind sie identisch mit den Schöpfergöttern, von denen in der Bibel gesprochen wird. Sie lenken und leiten die irdische Entwicklung von der Sonne aus. Jahve, einer der sieben Elohim, hat später den Mond zum Wohnsitz genommen, um von hier aus die weitere Menschheitsentwicklung zu leiten. Es kam dadurch in der lemurischen Zeit zur Trennung von Erde und Mond.

Während der Erdentwicklung wurden sie reif, ihr Ich hinopfern zu können. Sie gaben dadurch den Anstoß zur Entwicklung des menschlichen Ichs. Das geschah in der lemurischen Zeit:

„Wir müssen uns darüber klar sein, daß alles, was vor der lemurischen Zeit lag, eigentlich nur eine Wiederholung war des Saturn-, Sonnen- und Mondendaseins, und daß erst da die erste Keimanlage — als Möglichkeit — in den Menschen gelegt worden ist, so daß er das vierte Glied seiner Wesenheit in der Erdentwickelung annehmen konnte: das Ich. Wenn wir die ganze Strömung der Menschheitsentwickelung nehmen, müssen wir sagen: Die Menschheit, wie sie sich über die Erde verbreitet hat — Sie haben diese Weiterverbreitung genauer in der «Geheimwissenschaft im Umriß» dargestellt —, ist in der lemurischen Zeit auf gewisse menschliche Vorfahren dieser Anfangsperiode unserer heutigen Erde zurückzuführen. Und wir müssen dabei in der lemurischen Zeit einen Zeitpunkt festsetzen, nach welchem im heutigen Sinne erst richtig vom Menschengeschlecht gesprochen werden kann. Was vorher war, kann noch nicht so besprochen werden, daß man sagen könnte, es wären schon jene Iche in den Erdenmenschen vorhanden gewesen, die sich dann immer weiter und weiter inkarniert haben. Das war nicht der Fall. Vorher war das Ich des Menschen keineswegs noch abgetrennt von der Substanz derjenigen Hierarchie, die zunächst zu diesem Ich des Menschen die Veranlassung gegeben hat, von der Hierarchie der Geister der Form.“ (Lit.:GA 131, S. 177f)

Damals ging allerdings nicht die ganze Ich-Substanz der Elohim in die irdischen Inkarnationen der Menschen ein. Ein Teil wurde zurückbehalten in der geistigen Welt für den späteren nathanischen Jesusknaben, der erst zur Zeitenwende, völlig unberührt von den Folgen des Sündenfalls, zu seiner ersten irdischen Inkarnation herabstieg.

Was bei den Elohim bereits zur Vollendung gereift war, bedeutete für uns einen völlig neuen, keimhaften Anfang. Wenn die Elohim ihr Ich hingeopfert haben, so bedeutet das nicht, dass wir dieses einfach übernommen hätten. Das wäre gar nicht möglich gewesen, wir hätten dazu viele Entwicklungsstufen überspringen müssen. Vielmehr wurde durch das Opfer der Elohim unsere eigene Ich-Entwicklung angestoßen. Es kann keine Rede davon sein, dass unser Ich gleich ist jenem Ich, das die Elohim hingegeben haben. Es unterscheidet sich, bildhaft gesprochen, von diesem so, wie sich der ausdehnungslose Punkt vom Umkreis eines unendlich großen Kreises unterscheidet. Und auch wenn unser punktförmiges Ich sich einmal selbst bis zum kosmischen Umkreis ausgeweitet haben wird, wird es sich in vielfältiger Weise von jenem Ich unterscheiden, das die Elohim einstmals hingeopfert haben. Die Weltentwicklung erschöpft sich niemals in der beständigen Wiederkehr des Gleichen.

Die eigentliche Opfertat der Exusai besteht darin, dass unser Ich durch sie gedacht wird:

„... unsere Gedanken sind fast Nichtigkeiten. Wenn aber ein Wesen aus der Reihe der Exusiai denkt, so denkt es uns. Unser Ich ist gedacht. Und es ist seiend als Gedanke eines Wesens aus der Reihe der Exusiai. Sprechen wir auf der Erde «Ich» zu uns, worauf schauen wir dann? Ja, dieses Ich: wenn wir sprechen «Ich» [es wird gezeichnet: Kreis mit dem Wort «Ich», gelb], wir schauen zurück auf dieses Ich [rote Pfeile], sprechen das Wort Ich aus. Aber ein Wesen aus der Reihe der Exusiai [grüne Linie], bei dem ist dieses Ich Gedanke, aber realer, wirklicher Gedanke. Wir sind dadurch, daß wir gedacht werden von Wesen aus der Reihe der Exusiai. Und wenn wir selber zu uns «Ich» sprechen, so konstatieren wir eigentlich, daß wir von Götterwesen gedacht werden. Und in diesem Gedachtwerden von Götterwesen besteht unser höheres Sein.“ (Lit.:GA 270b, S. 56)

Literatur

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Einzelnachweise

  1. Dionysius Areopagita: Himmlische Hierarchie. Aus dem Griechischen übersetzt von Josef Stiglmayr. (Bibliothek der Kirchenväter, 1. Reihe, Band 2) München 1911, S. 47