Geodynamik

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Die Geodynamik umfasst die natürlichen kleinräumigen und großräumigen Bewegungen an der Erdoberfläche und im Erdinneren. Großräumige Bewegungen hängen aus heutiger geologischer Sicht eng mit der Plattentektonik zusammen, wie z.B. die Hebung und Faltung der Gebirge. Kleinräumigere Bewegungen entstehen etwa durch Vulkanismus, Erdbeben, Gletscher, hydrologische Prozesse oder lokale Setzungen.

Neben den unmittelbaren geophysikalischen Ursachen sind dabei aus anthroposophischer Sicht sehr wesentlich auch geistige Faktoren zu berücksichtigen. Insbesondere sind die Geister der Bewegung neben anderen Aufgaben auch für die großräumige lebendig-bewegliche Umgestaltung unserer Erde verantwortlich.

„Wenn wir das, was physische Planetenform ist, betrachten, so ist das ein Geschöpf des Geistes der Form. Auch unsere Erdenform ist Geschöpf des Geistes der Form. Nun aber wissen Sie von unserer Erde zunächst, daß sie in sich kein Ruhendes ist, daß diese Erde einer fortdauernden inneren Veränderung und Beweglichkeit unterliegt. Sie alle werden sich aus den Schilderungen der Akasha-Chronik erinnern, daß das äußere Antlitz unserer Erde heute anders aussieht, als es zum Beispiel ausgesehen hat während der Periode der Erdenentwickelung, die wir als die atlantische Zeit bezeichnen. In dieser uralten atlantischen Zeit war die Fläche unseres Erdballs, welche heute vom Atlantischen Ozean überflutet ist, mit einem mächtigen Kontinente bedeckt, während an der Stelle, wo heute Europa, Asien, Afrika sind, kaum erst Kontinente sich bildeten. So hat sich die Masse, die Substanz der Erde umgesetzt durch innere Beweglichkeit. Der Planet ist in einer fortwährenden inneren Beweglichkeit. Bedenken Sie nur, daß zum Beispiel das, was heute bekannt ist als die Insel Helgoland, nur ein kleiner Teil dessen ist, was noch im neunten, zehnten Jahrhundert von dieser Insel Helgoland ins Meer hinausragte. Wenn auch die Zeiten, in denen Umlagerungen, innere Veränderungen des Antlitzes der Erde stattfinden, verhältnismäßig groß sind, ohne viel auf diese Dinge einzugehen, kann jeder sich sagen, der Planet ist in einer fortwährenden inneren Beweglichkeit. Und gar, wenn der Mensch nicht nur zum Planeten das Feste der Erde rechnet, sondern auch Wasser und Luft, dann lehrt ja das alltägliche Leben, daß der Planet in innerer Beweglichkeit ist. In Wölkenbildung, in Regenbildung, in all den Witterungserscheinungen, im auf- und absteigenden Wasser, in gliedern zeigt die planetarische Substanz die innere Beweglichkeit. Das ist ein Leben des Planeten. Innerhalb dieses Lebens des Planeten wirkt, wie im Leben des einzelnen Menschen der Ätherleib, dasjenige, was wir bezeichnen als die Geister der Bewegung. So daß wir sagen können: Äußere Gestalt des Planeten — Geister der Form als Schöpfer. Die innere Lebendigkeit, sie wird geregelt durch die Wesenheiten, die wir die Geister der Bewegung nennen.“ (Lit.:GA 136, S. 91f)

Wesentlichen Einfluss auf die Geodynamik hat die Menschheitsentwicklung. Weit verbreitet ist heute die Meinung, dass sich die Erde im wesentlichen genau so entwickelt hätte, wenn es denn Menschen nicht gäbe. Das ist falsch. Der Mensch war, zuerst als rein geistiges Wesen und sehr viel später auch in physisch verkörperter Gestalt, von Anfang an innig mit der ganzen Erdentwicklung verbunden und ist durch seine Willenskräfte unbewusst ganz intensiv mit den Naturkräften verwoben und hat dadurch entscheidenden Einfluss auf die Naturentwicklung - natürlich nicht der einzelne Mensch allein, aber die Menschheit als Ganzes. Die alte Lemuria wurde durch Erdbeben- und Vulkankatastrophen zerstört, die eine Folge menschlicher Verfehlungen waren, und aus ähnlichen Gründen wurde die Atlantis durch gewaltige Flutkatastrophen hinweggespült.

Bedeutsam sind dabei auch die Wirkungen der Widersachermächte Luzifer und Ahriman. Durch Luzifer erregte Leidenschaften wirken nach dem Tod wie eine schwere finstere Wolke in der geistigen Welt. Diese Kräfte werden von Ahriman dazu benützt, zur Unzeit die Wirkungen des alten Mondes, auf dem der Mensch seinen Astralleib bekommen hat, in der Erde regsam zu machen und dadurch Naturkatastrophen auszulösen. (Lit.: GA 236) Gerade dadurch aber, dass Ahriman gleichsam den behaglichen geordneten Naturlauf durcheinanderwirft, wird verhindert, dass die Erde ganz Luzifer verfällt. In bestimmten Fällen können die ahrimanischen Wesenheiten nach dem Tod dem Menschen die Instinkt- und Triebnatur entreißen und damit wäßrig-irdische Elementarwesen schaffen. Diese ahrimanischen Elementarwesen des Wäßrigen und des Festen, die unter der Erdoberfläche wirken, sind beteiligt an der Entstehung von Ebbe und Flut, Vulkanismus und Erdbeben. Sie kämpfen darum, den Menschen zu verhärten und sich ähnlich zu machen. (Lit.: GA 218, S. 142ff)

Literatur

  1. Rudolf Steiner: Die geistigen Wesenheiten in den Himmelskörpern und Naturreichen, GA 136 (1996), ISBN 3-7274-1361-1 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  2. Rudolf Steiner: Geistige Zusammenhänge in der Gestaltung des menschlichen Organismus, GA 218 (1992), London, 16. November 1922 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  3. Rudolf Steiner: Esoterische Betrachtungen karmischer Zusammenhänge, GA 236 (1977), Dornach, 29. Juni 1924 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
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