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Elementarwesen

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Rudolf Steiner: Elementarwesen, Pastell auf Transparentpapier (1923)

Die Elementarwesen (auch Elementargeister, Naturgeister; eng. elementary beings) sind die unmittelbar in der Natur lebendig gestaltend wirkenden Werkmeister. Sie auch als "Elementargeister" zu bezeichnen, ist eigentlich irreführend, denn sie haben gerade kein «Ich», keinen eigenständigen geistigen Wesenskern, sondern sind dienende Glieder der höheren geistigen Hierarchien. Die Geister der Umlaufzeiten leiten ihr Tun. Elementarwesen entstehen als Abschnürungen höherer geistiger Wesenheiten, die der dritten Hierarchie (Archai, Archangeloi, Angeloi) angehören. Auch der Mensch, als vierte Hierarchie, bringt durch seine Tätigkeit unbewusst vielerlei Elementarwesen hervor. Entsprechend ihrem unselbstständigen Charakter darf ihnen niemals irgendeine moralische Verantwortlichkeit für ihr Tun zugesprochen werden. Den physischen Sinnen bleiben die Elementarwesen verborgen, sie offenbaren sich nur der imaginativen seelischen Wahrnehmung.

Eigenschaften der Elementarwesen

„Die Elementarwesen brauchen Sie sich nicht als besonders hochentwickelt vorzustellen; sie machen nicht Geburt und Tod durch wie der Mensch. Die wenigsten haben etwas durchgemacht, was einer Menschheitsentwicklung auch nur ähnlich wäre. Den meisten stehen derartige Entwicklungen auch nicht bevor. Manche kommen - wie Kometen - von anderen Planeten, verschwinden wieder und setzen ihr Dasein woanders fort. Was diese Wesenheiten vollbringen, ist nicht ohne Einfluß auf die Menschen. Manches geht da im menschlichen Astralkörper vor, was auf Wirkungen dieser Wesen zurückgeht. Nur dem, der im Astralraum sehen kann, sind solche Vorgänge, die im menschlichen Astralkörper sich abspielen können, erklärlich.“ (Lit.:GA 88, S. 74)

Bei den Elementarwesen dominiert das Form-Prinzip über Leben und Bewusstsein:

„Die Elementargeister sind solche Wesen, bei denen die Form mächtiger ist als das Leben und das Bewußtsein, deren Form also von Bewußtsein und Leben beherrscht werden muß. Sie sind das genaue Gegenteil der dhyanischen Wesenheiten. Diese können mehr als ihre Form und ihr Leben beherrschen. Bei den Elementargeistern ist die Form umfassender als Leben und Bewußtsein. Sie fordern daher anderes Leben und anderes Bewußtsein zur Beherrschung ihrer Form. Das heißt, der Elementargeist muß sich in anderem Leben und anderem Bewußtsein festsetzen, um es für sich zu verwenden. Daher ist er der Retardierende, der anderer Leben und Bewußtsein zurückhält. So sind die Elementargeister die eigentlich hemmenden Wesen der Evolution. Alle parasitischen Wesenheiten werden beherrscht von solchen Elementargeistern. Sie sind diejenigen Wesenheiten für uns Menschen, welche in der lunarischen Epoche bereits in ihrer Art vollendet waren, daher prävaliert bei ihnen die Form. Sie fluten jetzt ab, sind in absteigender Entwicklung.

Über die Entwicklung hinausgestoßen sind zum Beispiel die Tiere, die ein Skelett außen tragen, die eingehüllt sind in ihr Skelett. Ihre Innenentwicklung hat sich aufgelöst, und von außen umgeben sie sich mit einer Hornschicht (Käfer, Kerbtiere). Sie bereiten sich vor für das Abfluten in die achte Sphäre. Der alte Mond hat auch eine achte Sphäre gehabt, einen Nebenmond. Diese Wesen sind damals fertig geworden, sie sind über ihre Entwicklung hinausgegangen und sind jetzt gleich einer überreifen Frucht. In die achte Sphäre gehören zum Beispiel die Spinnen, und unter den Pflanzen die Mistel. Das Reich der Spinnen und Fliegen schreibt Goethe deshalb dem Mephisto zu. Alles Parasitäre ist ein äußerer Ausdruck von den auf dem Astralplan lebenden elementarischen Wesenheiten.

Vorher war der Mensch selbst ein Elementarwesen. Nicht alles Physische am Menschen ist bestimmt, erlöst zu werden. Es bleibt vom Menschen eine Schlacke zurück. Diese Schlacke, die da zurückbleibt, ist im Menschen fortwährend vorhanden, daher steht er unter dem Einfluß der astralischen Elementarwesen; das dazugehörige Elementarwesen hängt ihm an. Der Mensch ist daher in fortwährender Verbindung mit dem, was ein hemmender Feind, ein Störenfried seiner Entwicklung ist. Die Wesenheiten, die sich dem Menschen anhängen, nannte man in der deutschen Mythologie die Alben. Sie treten in einer unbestimmten Gestalt auf im sogenannten Alptraum. Diese Träume äußern sich etwa so, daß man glaubt, ein Wesen setzt sich einem auf die Brust. Wenn man astral sehend wird, sieht man zuerst diese Wesen (The Dweller on the Threshold in Bulwers «Zanoni»). Es ist die Widerspiegelung der astralen Bekanntschaft des Menschen mit seinem Alb, ein Sich-Wehren des Menschen gegen seinen Feind. Das Wesen ist die Projektion eines astralen Wesens in uns selbst. Es ist der [kleine] Hüter der Schwelle. Der Mensch, der die Furcht vor dem inneren Feinde nicht überwinden kann, der kehrt gewöhnlich um beim Tor der Initiation.

Auf dem höheren Gebiet des astralen Planes ist es [das Bild] der Sphinx, die in den Abgrund gestürzt werden muß, ehe man weiterschreiten kann. Der Mensch, der sich entwickeln muß, geht diesem Augenblick entgegen. Aber nicht jeder Mensch muß diese Entwicklungsstufe in gleicher Weise durchmachen. Es ist möglich, daß er wie mit verbundenen Augen hindurchgeführt wird. Dadurch, daß wir unsere moralische Natur entwickeln, können wir überwinden. Wenn man die moralische Natur vorher höherbringen kann, ehe man in der Astralwelt sehend wird, wird die Erscheinung des Hüters der Schwelle weniger furchtbar.

In der atlantischen Rasse sind es hauptsächlich die Turanier, die sich der schwarzen Magie ergaben und in ausgiebigstem Maße mit der Elementarwelt bekannt geworden sind.“ (Lit.:GA 89, S. 133ff)

Der sinnlichen Beobachtung sind die Elementarwesen unzugänglich:

"Diejenigen, welche geistiges Anschauungsvermögen haben, nehmen aber solche Wesen wahr und können sie beschreiben. Zu den niedrigeren Arten solcher Wesen gehört alles, was die Wahrnehmer der geistigen Welt als Salamander, Sylphen, Undinen, Gnomen beschreiben. Es sollte nicht gesagt zu werden brauchen, dass solche Beschreibungen nicht als Abbilder der ihnen zugrunde liegenden Wirklichkeit gelten können. Wären sie dieses, so wäre die durch sie gemeinte Welt keine geistige, sondern eine grob-sinnliche. Sie sind Veranschaulichungen einer geistigen Wirklichkeit, die sich eben nur auf diese Art, durch Gleichnisse, darstellen lässt. Wenn derjenige, der nur das sinnliche Anschauen gelten lassen will, solche Wesenheiten als Ausgeburten einer wüsten Phantasie und des Aberglaubens ansieht, so ist das durchaus begreiflich. Für sinnliche Augen können sie natürlich nie sichtbar werden, weil sie keinen sinnlichen Leib haben. Der Aberglaube liegt nicht darin, dass man solche Wesen als wirklich ansieht, sondern dass man glaubt, sie erscheinen auf sinnliche Art." (Lit.: GA 9, S. 156)

Allerdings gibt Rudolf Steiner auch den Hinweis, dass diese Elementarwesen in einer Entwicklung begriffen sind, durch die sie später einmal auch sinnlich wahrnehmbar werden:

„Wenn wir die normalen elementarischen Reiche betrachten, also - wenn wir uns des volkstümlichen Ausdruckes bedienen - die Reiche der Gnomen, Sylphen, Undinen, Salamander, so haben wir in ihnen eigentlich Reiche, die erst noch etwas in der Welt werden wollen. Sie gehen ähnlichen Gestaltungen entgegen, die wir in unserer Sinnenwelt haben, nur anders werden sie sein, aber sie werden für solche Sinne, wie die Menschen sie heute haben, einmal wahrnehmbar werden [...]“ (Lit.:GA 219, S. 84f)

Dem gegenüber stehen anders geartete Elementarwesen, die auf dem alten Mond bereits ein sinnlich fassbares Dasein geführt haben, jetzt aber in einer absteigenden Entwicklung begriffen und nur mehr übersinnlich erfahrbar sind. Sie begleiten als gnomenartige Geisttölpel, als den Sylphen und Undinen verwandte hässliche Spinnenwesen und als salamanderartige Wärmewesen den Menschen paradoxerweise überall dort, wo dieser sich für das Wahre, Schöne und Gute begeistert. Sie werden von den regulären Naturelementarwesen zutiefst verachtet und flüchten sich vor diesen tief ins Innere des Menschen, sodass sie auch für den entwickelten geistigen Blick nur schwer entdecken sind.

Elementarwesen und Elemente

Bestimmte Elementarwesen stehen in engem Zusammenhang mit den vier Elementen.

„Also wir treten, wenn wir aufsteigen - so sagt die Geisteswissenschaft - von Erde durch Wasser, durch Luft zum Feuer und dann zum Licht, wir treten da von äußerlich Wahrnehmbarem, Sichtbarem ins Unsichtbare hinein, ins Ätherisch-Geistige. Oder, wie man auch sagt: Das Feuer steht an der Grenze zwischen dem äußerlich Wahrnehmbaren, Materiellen und dem, was ätherisch-geistig ist, was nicht mehr äußerlich wahrnehmbar ist. Was tut also ein durch die Flamme, das heißt durch das Feuer aufgezehrter Körper? Was geschieht, wenn etwas brennt? Wenn etwas brennt, so sehen wir auf der einen Seite entstehen das Licht. Das erste äußerlich Unwahrnehmbare, dasjenige, was in die geistige Welt hineinwirkt, was nicht mehr bloß äußerlich materiell ist sozusagen, gibt die Wärme, wenn sie so stark ist, daß sie eine Lichtquelle wird. Sie gibt an das Unsichtbare, an das, was nicht mehr äußerlich wahrgenommen werden kann, etwas ab, aber sie muß das bezahlen durch den Rauch. Sie muß aus dem, was vorher durchsichtig durchleuchtet war, sich herausbilden lassen das Undurchsichtige, das Rauchige. Und so sehen wir, wie in der Tat die Wärme oder das Feuer sich differenziert, sich teilt. Sie teilt sich nach der einen Seite in Licht, und damit eröffnet sie einen Weg in die übersinnliche Welt hinein. Dafür, daß sie etwas hinaufsendet als Licht in die übersinnliche Welt, dafür muß sie etwas hinuntersenden in die materielle Welt, in die Welt des Undurchsichtigen, aber Sichtbaren. Nichts entsteht einseitig in der Welt. Alles, was entsteht, hat zwei Seiten: Wenn durch Wärme Licht entsteht, so entsteht auf der anderen Seite Trübung, finstere Materie. Das ist uralte geisteswissenschaftliche Lehre.

Nun aber ist der Vorgang, wie wir ihn jetzt beschrieben haben, nur die Außenseite, nur der physisch-materielle Vorgang. Diesem physisch-materiellen Vorgang liegt nun etwas wesentlich anderes noch zugrunde. Wenn Sie bloße Wärme vor sich haben, also etwas, was noch nicht leuchtet, dann ist darinnen in gewisser Beziehung die Wärme selbst, die Sie wahrnehmen, das äußerlich Physische, aber es ist ein Geistiges darinnen. Wenn diese Wärme nun so stark wird, daß Leuchten entsteht und Rauch sich bildet, dann muß etwas von dem Geistigen, das in der Wärme war, in den Rauch hinein. Und dieses Geistige, das in der Wärme war, das in den Rauch, in ein Luftförmiges übergeht, also in etwas, was unter der Wärme steht, das ist jetzt in dem Rauch, in dem, was als Trübung erscheint, verzaubert. Geistige Wesenheiten, die mit der Wärme sind, müssen sich sozusagen herbeilassen, in das Dichtwerdende, in das Rauchigwerdende sich hineinverzaubern zu lassen. Und so ist denn mit allem, was sozusagen wie eine Trübung, wie eine Materialisierung herausfällt aus der Wärme, eine Verzauberung geistiger Wesen verbunden. Wir können das noch krasser hinstellen. Denken wir uns einmal, wir bringen, was ja heute schon möglich ist, die Luft zur Verflüssigung. Die Luft selber ist nichts anderes als verdichtete Wärme, sie ist entstanden aus der Wärme, indem sich Rauch gebildet hat. Das vom Geistigen ist hineingezaubert worden in den Rauch, was eigentlich im Feuer sein möchte. Geistige Wesenheiten, die man nun auch Elementarwesen nennt, sind verzaubert in aller Luft, und sie werden noch weiter verzaubert, sozusagen zu einem noch niedrigeren Dasein verbannt, wenn die Luft in Wasser übergeführt wird. Daher sieht die Geisteswissenschaft überhaupt in dem, was äußerlich wahrnehmbar ist, etwas, was aus einem Urzustände des Feuers oder der Warme hervorgegangen ist auf die Weise, daß es erst Luft oder Rauch oder Gas wurde, indem die Wärme sich zu Gas verdichtete, das Gas zu Flüssigem, das Flüssige zum Festen. Seht zurück, so sagt der Geheimwissenschafter, seht euch an irgend etwas Festes: Es war einmal flüssig, es ist erst im Verlaufe der Entwickelung zum Festen geworden; und das Flüssige war einmal gasförmig, und das Gasförmige bildete sich als Rauch heraus aus dem Feuer. Aber mit dieser Verdichtung, mit diesem Gasförmig- und Festwerden ist immer eine Verzauberung von geistigen Wesenheiten verbunden.

Blicken wir also jetzt in unsere Umwelt, sehen wir uns an die festen Steine, die Ströme von Wasser, welche hinrinnen, sehen wir das, was an Wasser verdunstet, als Nebel emporsteigt, sehen wir die Luft, sehen wir alles Feste, Flüssige, Luftförmige und Feuer: so haben wir im Grunde nichts als Feuer. Alles ist Feuer, nur eben verdichtetes Feuer. Gold, Silber, Kupfer ist verdichtetes Feuer. Alles war einstmals Feuer, alles ist aus dem Feuer geboren - aber in all diesem Verdichteten überall ein Geistiges, das darin verzaubert ruht!

Womit erreichen es also die geistig-göttlichen Wesenheiten, die um uns herum sind, daß, wie es auf unserem Planeten ist, ein Festes entsteht, daß ein Flüssiges, ein Luftförmiges entsteht? Sie schicken ihre Elementargeister, die im Feuer leben, hinunter, sie sperren sie ein in Luft, Wasser und Erde. Das sind die Boten, die Elementarboten der geistigen schöpferischen Bildnerwesen. Erst hat man diese Elementargeister im Feuer. Im Feuer fühlen sie sich, wenn wir bildlich sprechen, noch wohl, und nun werden sie sozusagen verdammt, in Verzauberung zu leben. Und wir blicken um uns herum und sagen uns: Diese Wesenheiten, denen wir alles das verdanken, was um uns herum ist, sie haben aus dem Elemente des Feuers heruntersteigen müssen, sie sind in den Dingen verzaubert.“ (Lit.:GA 110, S. 34ff)

Naturgesetze, Naturkräfte und Elementarwesen

Die Geister der Umlaufszeiten, Zeitgeister aus der Hierarchie der Urengel, dirigieren die Elementarwesen und alle rhythmisch geordneten Naturvorgänge, den Wechsel von Tag und Nacht, den Wechsel der Jahreszeiten und weiter auch jene rhythmischen Prozesse, durch die den einzelnen Tierarten eine ganz spezifische typische Lebensspanne zugemessen ist. Letztlich ist alles, was wir im weitesten Sinn mit dem Begriff „Naturgesetz“ belegen, eine Wirkung der Geister der Umlaufzeiten, während die Naturkräfte der äußere Ausdruck der Tätigkeit der Elementarwesen sind.

Über den Geistern der Umlaufszeiten steht der Planetengeist als das Ich des Planeten. Der Planetengeist der Erde ist der Erdgeist.

„So wie wir beim Menschen also sagen: hinter seinem astralischen Leib ist sein Ich, so sprechen wir davon, daß hinter all dem, was wir die Gesamtheit der Geister der Umlaufszeiten nennen, verborgen ist der Geist des Planeten selbst, der Planetengeist. Während die Geister der Umlaufszeiten die Naturgeister der Elemente dirigieren, um auf dem Erdenplaneten rhythmischen Wechsel, Wiederholungen in der Zeit, Abwechselung im Raum hervorzurufen, hat der Geist der Erde eine andere Aufgabe. Dieser Geist der Erde hat die Aufgabe, die Erde selber in Wechselbeziehung zu bringen zu den übrigen Himmelskörpern der Umgebung, sie so zu dirigieren und zu lenken, daß sie im Laufe der Zeiten in die richtigen Stellungen kommt zu den anderen Himmelskörpern. Dieser Geist der Erde ist gleichsam der große Sinnesapparat der Erde, durch den die Erde, der Erdenplanet, in das richtige Verhältnis zu der Umwelt kommt.

Wenn ich also die Aufeinanderfolge jener geistigen Wesenheiten, mit denen wir es zunächst auf unserer Erde zu tun haben und zu denen wir den Weg finden können durch eine allmähliche okkulte Entwickelung, zusammenfassen soll, so muß ich sagen: Wir haben als den äußersten Schleier die Sinnenwelt mit aller ihrer Mannigfaltigkeit, mit demjenigen, was wir ausgebreitet sehen für unsere Sinne, was wir mit dem Verstand des Menschen begreifen können. Wir haben dann hinter der Sinneswelt liegen die Welt der Naturgeister. Hinter der Welt der Naturgeister haben wir liegen die Welt der Geister der Umlaufszeiten und dahinter den Planetengeist.

Wenn Sie dasjenige, was für das normale Bewußtsein von diesem Weltenaufbau vorliegt, vergleichen wollen mit diesem Weltenaufbau selber, dann können Sie sich das etwa so klarmachen: der äußerste Schleier der Welt wäre diese Welt der Sinne, dahinter die Welt der Naturgeister, die Welt der Geister der Umlaufszeiten und dahinter der Planetengeist. Nun müssen wir aber sagen, daß der Planetengeist sich in seiner Wirksamkeit in einer gewissen Beziehung durchdrückt bis zur Sinneswelt, so daß man in der Sinneswelt sein Abbild in gewisser Weise wahrnehmen kann, ebenso die

Zeichnung aus GA 136, S 45

Geister der Umlaufszeiten, ebenso die Naturgeister. So daß wir, wenn wir die Sinneswelt selber mit dem normalen Bewußtsein beobachten, in dieser Sinneswelt gleichsam wie in einem Aufdruck von hinten die Spur dieser Welten haben, die dahinter liegen, etwa so, wie wenn wir in der obersten Haut, die wir als die Sinneswelt weggezogen haben, eben die hinter dieser stufenweise wirksamen geistigen Wesenheiten hätten. Das normale Bewußtsein nimmt die Sinneswelt als ihre Wahrnehmungen wahr; die Welt der Naturgeister, die drückt sich in den Wahrnehmungen als das ab, was man die Naturkräfte nennt. Wo die Wissenschaft von Naturkräften spricht, da haben wir eigentlich nichts Wirkliches. Für den Okkultisten sind die Naturkräfte nichts Wirkliches, sondern sie sind die Maja, sie sind die Abprägung der Naturgeister, die hinter der Sinneswelt wirken.

Der Abdruck wiederum der Geister der Umlaufszeiten ist das, was man gewöhnlich für das normale Bewußtsein die Naturgesetze nennt. Alle Naturgesetze sind im Grunde genommen dadurch vorhanden, daß die Geister der Umlaufszeiten dirigierend als Mächte wirken. Naturgesetze sind nichts Wirkliches für den Okkultisten. Wenn der gewöhnliche Naturforscher von Naturgesetzen spricht und sie äußerlich kombiniert, so weiß der Okkultist, daß diese Naturgesetze in ihrer Wahrheit sich enthüllen, wenn der Mensch bei aufgewachtem Astralleib hinlauscht auf das, was die Geister der Umlaufszeiten sagen und wie sie die Naturgeister anordnen, dirigieren. Das drückt sich in der Maja, im äußeren Schein, in den Naturgesetzen aus. Und weiter geht gewöhnlich das normale Bewußtsein nicht. Zu dem Abdruck des Planetengeistes in der äußeren Welt geht gewöhnlich das normale Bewußtsein nicht. Das normale Bewußtsein der heutigen Menschheit spricht von der äußeren Wahrnehmungswelt, von den Tatsachen, die man wahrnimmt, spricht von den Naturkräften: Licht, Wärme, Magnetismus, Elektrizität und so weiter, Anziehungskraft, Abstoßungskraft, Schwere und so weiter. Das sind diejenigen Wahrnehmungen in der Welt der Maja, denen in Wirklichkeit die Welt der Naturgeister zugrunde liegt, der Ätherleib der Erde. Dann spricht die äußere Wissenschaft von Naturgesetzen. Das ist wiederum eine Maja. Es liegt zugrunde das, was wir heute geschildert haben als die Welt der Geister der Umlaufszeiten. Erst dann, wenn man noch weiter vordringt, kommt man auch zu der Ausprägung des Planetengeistes selber in der äußeren Sinneswelt. Die Wissenschaft tut das heute nicht.“ (Lit.:GA 136, S. 44ff)

Elementarwesen in der Natur

Die Natur-Elementarwesen leben, wie voranstehend angesprochen, in der niederen ätherischen, elementarischen Welt und wirken in den Elementen Feuer, Wasser, Luft und Erde. Es gibt allerdings auch höhere Elementarwesen, die im Lichtäther, Klangäther und Lebensäther walten.

Die Wesensglieder der Elementarwesen sind anders geartet als die des Menschen und stehen teilweise in enger Beziehung zu den Elementarreichen.

Zu den Elementarwesen gehören all die unzähligen bezaubernden oder bedrohlichen Wesen, die in den Märchen und Mythen als Feen, Elfen, Nixen, Fluß- und Quellengeister, Meerjungfrauen, Alben, Kobolde, Zwerge usw. bildhaft beschrieben werden und die, sofern es sich um echte Märchen handelt, die noch aus einer natürlichen niederen Hellsichtigkeit schöpfen, durchaus als geistige Wirklichkeiten aufgefasst werden müssen. Ein falscher, materialistischer Aberglaube würde nur entstehen, wenn man sie als physisch-sinnlich erfahrbare Realitäten auffassen wollte.

Rudolf Steiner nennt häufig folgende den Elementen zuzuordnende Gruppen von Elementarwesen:

Salamander Feuer
Sylphen Luft
Undinen Wasser
Gnome Erde

Ohne die unermüdliche Tätigkeit der Natur-Elementarwesen würde es die irdische Pflanzenwelt nicht geben. Die lebendig sich entwickelnde Pflanzengestalt wird nicht nur durch rein irdische Kräfte bestimmt, sondern sehr wesentlich durch kosmische Einflüsse geprägt. Diese kosmisch-ätherischen Kräfte werden der Pflanze durch die in der Natur wirkenden Elementarwesen einverleibt. Sie tragen das in den feineren kosmischen Ätherkräften webende lebendige ätherische Urbild der Pflanze (die Urpflanze im Sinne Goethes) in den Bereich der irdischen Elemente hinein. Die Gnomen oder Wurzelgeister führen die Lebensätherkräfte, in denen ungeheure kosmische Intelligenz waltet, bis dorthin, wo die Pflanzenwurzel in die mineralische Erde übergeht. Kosmische Weisheit wird so zu irdischer Gestaltungskraft. Die Undinen sind die eigentlichen «Weltenchemiker», welche die Klangätherkräfte (in denen sich die «Sphärenharmonie» ausdrückt) bis in das flüssige Element hineintragen und vorallem die Laubblätter der Pflanzen ausgestalten. Die Sylphen umschweben die Blüten und durchfluten das Pflanzenleben mit den Lichtätherkräften. Die feurigen Salamander schließlich durchglühen die Pflanze mit der lebendigen Energie des Wärmeäthers und lassen die Früchte und Samen reifen. So wird insgesammt ein lebendiges irdisches Abbild der urbildlichen kosmischen Lebenskräfte geschaffen.

Auch an der Gestaltung des Tierreiches sind die Elementarwesen wesentlich mitbeteiligt. Insbesondere offenbaren sie sich aber überall dort, wo einander die verschiedenen Naturreiche berühren:

„Man redet heute viel von Naturkräften, aber von Wesenheiten, die hinter diesen Naturkräften stehen, redet man recht wenig. Wenn man von Naturwesenheiten spricht, dann betrachtet der heutige Mensch das als Aufwärmung eines alten Aberglaubens. Daß jene Worte, die unsere Vorfahren gebrauchten, auf Wirklichkeit sich gründen - wenn jemand behauptet, daß Gnomen, Undinen, Sylphen und Salamander etwas Wirkliches bedeuten -, das gilt als alter Aberglaube. Was die Menschen für Theorien und Vorstellungen haben, ist in gewissem Sinne zunächst gleichgültig; wenn aber die Menschen durch diese Theorien verführt werden, gewisse Dinge nicht zu sehen und ihre Theorien im praktischen Leben anzuwenden, dann beginnt die Sache erst ihre volle Bedeutung zu gewinnen.

Nehmen wir ein groteskes Beispiel: Wer glaubt an Wesenheiten, deren Dasein an die Luft gebunden ist oder die im Wasser verkörpert sind? Wenn zum Beispiel jemand sagt: Unsere Vorfahren haben an gewisse Wesenheiten geglaubt, an Gnomen, Undinen, Sylphen, Salamander, aber das ist alles phantastisches Zeug! - dann möchte man erwidern: Fragt einmal die Bienen. — Und könnten die Bienen reden, so würden sie antworten: Für uns sind die Sylphen kein Aberglaube, denn wir wissen ganz gut, was wir von den Sylphen haben! - Und derjenige, dessen geistige Augen geöffnet sind, kann verfolgen, welche Kraft es ist, die das Bienlein hinzieht zur Blume. «Instinkt, Naturtrieb», wie der Mensch antwortet, sind leere Worte. Wesenheiten sind es, welche die Bienen hinleiten zum Blütenkelch, um sich dort Nahrung zu suchen, und im ganzen Bienenschwarm, der nach Nahrung ausschwärmt, sind Wesenheiten tätig, die unsere Vorfahren Sylphen nannten. Überall da, wo verschiedene Naturreiche sich berühren, wird eine Gelegenheit geboten, daß sich gewisse Wesenheiten offenbaren. Zum Beispiel im Innern der Erde, da, wo sich der Stein mit der Metallader berührt, da setzen sich besondere Wesenheiten an. An der Quelle, wo das Moos den Stein bedeckt und somit das Pflanzenreich das Mineralreich berührt, setzen sich solche Wesenheiten fest. Wo Tier und Pflanze sich berühren, im Blumenkelch, bei der Berührung der Biene mit der Blüte, da verkörpern sich bestimmte Wesenheiten, ebenso da, wo der Mensch sich mit dem Tierreiche berührt. Nicht im gewöhnlichen Verlauf der Berührung ist das der Fall. Wenn zum Beispiel der Fleischer das Rind schlachtet, oder wenn der Mensch das Fleisch der Tiere ißt, nicht im normalen Verlauf des Lebens, da ist so etwas nicht der Fall. Aber wo im außernormalen Verlauf, wie bei Bienen und Blume, sich wie durch einen Überschuß von Leben die Reiche berühren, da verkörpern sich Wesenheiten. Und insbesondere da, wo des Menschen Gemüt, sein Intellekt, im Umgang mit den Tieren besonders engagiert ist, bei einem Verhältnis, wie es zum Beispiel der Schäfer zu den Schafen hat, ein Gemütsverhältnis, da verkörpern sich solche Wesenheiten.

Solche intimere Verhältnisse des Menschen zum Tiere finden wir häufiger, wenn wir zurückgehen, in alten Zeiten. In Zeiten niederer Kulturen hatte man vielfach solch ein Verhältnis, wie es der Araber zu seinem Pferde hat, nicht wie ein Rennstallbesitzer zu seinen Pferden. Da finden wir jene Gemütskräfte, die hinüberspielen von Reich zu Reich, wie zwischen dem Schäfer und den Lämmern. Oder wo Geruchs- und Geschmackskräfte entwickelt werden und hinüberstrahlen, wie zwischen der Biene und der Blume, da wird Gelegenheit geschaffen, daß sich ganz gewisse Wesenheiten verkörpern können. Wenn die Biene an der Blume saugt, dann kann der Hellseher beobachten, wie sich am Rande der Blüte eine kleine Aura bildet. Das ist die Wirkung des Geschmackes: der Stich der Biene in den Blütenkelch ist ein gewisses Geschmacksmittel geworden, die Biene empfindet den Geschmack und strahlt aus wie eine Blütenaura, und die ist Nahrung für sylphenhafte Wesenheiten. Ebenso ist das Gefühlselement, das zwischen Schäfer und Schafen spielt, Nahrung für Salamander.

Jene Frage gilt nicht für den, der die geistige Welt versteht: Warum sind dann die Wesenheiten da und sonst nicht? Nach dem Ursprung dürfen wir nicht fragen; ihr Ursprung liegt im Weltenall. Gibt man ihnen aber Veranlassung zur Nahrung, so sind die Wesenheiten da. Zum Beispiel ziehen schlechte Gedanken, die der Mensch ausströmt, schlechte Wesenheiten in die Aura des Menschen, weil sie dort Nahrung finden. Dann verkörpern sich gewisse Wesenheiten in seiner Aura.

Überall, wo sich verschiedene Naturreiche berühren, bietet sich Gelegenheit, daß gewisse geistige Wesenheiten sich verkörpern. Wo Metall an den Stein sich anschmiegt im Innern der Erde, da sieht der Seher, wenn der Bergmann das Erdreich abhackt, an verschiedenen Stellen merkwürdige Wesen wie zusammengekauert beieinander-. hocken, in einem ganz kleinen Raum. Sie stieben, sie sprühen auseinander, wenn die Erde entfernt wird. Es sind merkwürdige Wesenheiten, die zum Beispiel in gewisser Beziehung dem Menschen ganz und gar nicht unähnlich sind. Sie haben zwar keinen physischen Leib, aber sie haben Verstand. Doch der Unterschied zwischen ihnen und den Menschen ist, daß sie Verstand haben ohne Verantwortung. Daher haben sie auch nicht das Gefühl eines Unrechtes bei dem mancherlei Schabernack, den sie den Menschen spielen. Gnomen heißen diese Wesenheiten, und zahlreiche Arten von ihnen beherbergt die Erde, und sie sind da zu Hause, wo sich der Stein mit dem Metall berührt. Recht sehr gedient haben sie früher den Menschen beim alten Bergbau, nicht beim Kohlenbergwerk, aber im Metallbergbau. Die Art, wie man in alten Zeiten Bergwerke angelegt hat, die Kenntnis davon, wie sich die Schichten lagern, die wurde durch diese Wesenheiten vernommen. Und die am besten veranlagten Flöze kannten diese Wesenheiten, die da wissen, wie sich im Innern der Erde die Schichten lagern, und die daher die beste Anleitung geben konnten, wie man das bearbeiten soll. Wenn man nicht mit den geistigen Wesenheiten arbeiten will und sich nur auf das Sinnliche verläßt, dann gerät man in eine Sackgasse. Von diesen geistigen Wesenheiten muß man ein gewisses Verfahren lernen, um die Erde zu erforschen. Ebenso findet eine Verkörperung statt von Wesenheiten an der Quelle. Wo der Stein die Quelle berührt, da verkörpern sich die Wesen, die an das Element des Wassers gebunden sind: die Undinen. Da wo Tier und Pflanze sich berühren, da wirken die Sylphen. Die Sylphen sind gebunden an das Element der Luft, sie leiten die Bienen zu den Blüten. So verdanken wir fast alle nützlichen Erkenntnisse der Bienenzucht den alten Traditionen, und gerade bei der Bienenzucht können wir viel von ihnen lernen. Denn was heutzutage als Wissenschaft über die Bienen existiert, ist vollständig von Irrtum durchzogen, und die alte Weisheit, die sich fortgepflanzt hat durch Tradition, wird dadurch nur beirrt. Die Wissenschaft erweist sich da als etwas Unbrauchbares. Nützlich sind nur die alten Handgriffe, deren Ursprung unbekannt ist, weil der Mensch damals als Leitfaden die geistige Welt benützte.

Die Salamander kennen die Menschen heutzutage auch, denn wenn einer sagt: Es strömt mir etwas zu, ich weiß nicht woher -, so ist das meistens die Wirkung der Salamander.

Wenn der Mensch zu den Tieren in intime Verbindung tritt, wie der Schäfer zu seinen Schafen, dann erhält er Erkenntnisse zugeraunt von Wesenheiten, die in seiner Umgebung leben. Dem Schäfer wurde zugeraunt sein Wissen, das er in bezug auf seine Schafherde hat, von den Salamandern in seiner Umgebung. Diese alten Erkenntnisse sind heutzutage geschwunden und müssen nun durch wohlgeprüfte okkulte Erkenntnisse wieder gewonnen werden.

Denken wir diese Gedanken weiter, so werden wir uns sagen müssen: Wir sind ganz umgeben von geistigen Wesenheiten! Wir gehen durch die Luft, und sie ist nicht nur chemische Substanz, sondern jeder Windhauch, jeder Luftstrom ist die Offenbarung geistiger Wesenheiten. Wir sind umgeben und ganz und gar durchdrungen von diesen geistigen Wesenheiten, und der Mensch muß in Zukunft, wenn er nicht ein ganz trauriges, sein Leben ausdörrendes Schicksal erfahren soll, eine Kenntnis haben von dem, was um ihn lebt. Ohne diese Erkenntnis wird er nicht mehr weiterkommen können.“ (Lit.:GA 98, S. 88ff)

Vom Menschen geschaffene Elementarwesen

Die Elementarwesen wirken tätig in der Natur, sie sind aber zugleich eng verwandt mit den inneren Kräften des menschlichen Seelenlebens, mit Denken, Fühlen und Wollen. Mit jedem Gedanken, den wir bilden, erzeugen wir neue Elementarwesen. Was wir als Gedächtnisschatz dadurch in uns tragen, ist in Wahrheit eine grosse Summe von uns selbst geschaffener Elementarwesen. Hier auf Erden erleben wir sie nur als schattenhafte Erinnerungsgedanken; ihr wahres Wesen zeigt sich erst im Leben zwischen Tod und neuer Geburt oder durch geistige Schulung (siehe z.B. -> Rosenkreuzer-Schulung). Unser ganzes Seelenleben wird von den verschiedensten Elementarwesen begleitet. Das Denken, Fühlen und Wollen des Menschen, überall, wo er ernsthaft nach dem Wahren, Schönen und Guten strebt, ist sogar mit ganz eigentümlich gestalteten Elementarwesen verbunden, die in vieler Hinsicht den in der Natur schaffenden Elementarwesen entgegengesetzt sind.

Es gibt auch andere Elementarwesen, die vom Menschen (unbewusst) künstlich erzeugt werden. Dazu zählen etwa die Phantome, Spektren, Dämonen und Geister, die sich als Abschnürungen der menschlichen Wesensglieder bilden. Namentlich werden durch die Technik und das moderne Wirtschaftsleben Elementarwesen hervorgebracht. Es besteht zunehmend die Gefahr, dass die Elementarwesen den luziferischen und ahrimanischen Einflüssen unterworfen werden.

"Der Mensch schuf zu der Natur hinzu die Maschinen. Diese sieht der Mensch zunächst in aller Abstraktion an. Er wirtschaftet mit ihnen in aller Abstraktion. Er hat seine Mathematik, er hat seine Geometrie, seine Mechanik. Er konstruiert damit seine Maschinen und sieht sie so in aller Abstraktion an. Aber er wird sehr bald eine gewisse Entdeckung machen. So sonderbar es dem heutigen Menschen noch erscheinen mag, daß diese Entdeckung gemacht wird, der Mensch wird die Entdeckung machen, daß bei all dem Maschinellen, das er dem Wirtschaftsleben einverleibt, die Geister wieder wirken werden, die er früher in der Natur wahrgenommen hat. In seinen technischen Wirtschaftsmechanismen wird er wahrnehmen: er hat sie fabriziert, er hat sie gemacht, aber sie gewinnen ein eigenes Leben nach und nach, zunächst allerdings nur ein Leben, das er noch ableugnen kann, weil es sich im Wirtschaftlichen kundgibt. Aber er wird es immer mehr und mehr bemerken durch das, was er da selber schafft, wie das ein eigenes Leben gewinnt, wie er es, trotzdem er es aus dem Intellekt heraus geboren hat, mit dem Intellekt nicht mehr erfassen kann. Vielleicht kann man sich heute noch nicht einmal eine gute Vorstellung davon machen, dennoch wird es so sein. Die Menschen werden nämlich entdecken, wie ihre Wirtschaftsobjekte durchaus die Träger von Dämonen werden." (Lit.: GA 200, S. 91ff)

Die Könige der Elementarwesen

Die «Könige» der Elementarwesen sind Engelwesen aus der Dritten Hierarchie, die in den Veden als Devas bezeichnet werden. Agni ist der Herr der Salamander, Vayu beherrscht die Sylphen, Varuna die Undinen und Kshiti die Gnome; für Letztere wird oft auch Prithivi genannt, die große göttliche Erdmutter, vergleichbar der Gaia der griechischen Mythologie. Sie steht im weiteren Sinn auch für das feste Erdelement überhaupt.

"In den Kultuszeremonien sollen durch bestimmte Handlungen nicht widersprechende, sondern harmonische Wesenheiten erschaffen werden. Der Mensch ist zunächst nicht imstande, diese Dinge in Harmonie zu bringen. Aber für alles, was der Mensch so schafft auf dem Astralplan, gibt es gewisse dirigierende Wesenheiten. So haben wir eine Welt von Elementarwesen um uns mit einem König. Bei den Indern werden genannt der König der Gnomen: Kshiti, der alleroberste Gnom; das oberste Wesen unter den Undinen: Varuna; das oberste Wesen unter den Sylphen: Vayu; und alles, was im Feuer sein Bewußtsein hat, wird dirigiert durch den König des Feuers: Agni. Bei allem Feuer- und Wasserwirken und so weiter haben wir es zu tun mit diesen bestimmten Devawesenheiten. Alles Feuer, das wir hier auf der Erde haben, ist der Stoff, der aus den Wesen, die zu Agni gehören, gewoben ist. Zeremonielle Magie ist die niedrigste Art der Zauberei und besteht darin, daß man sich gewisse Kunstgriffe aneignet auf dem physischen Plane, um bestimmte Gebilde und Wesenheiten auf dem Astralplan zu schaffen. Es gibt Schulen, in denen zeremonielle Magie heute noch getrieben wird. Ein solches Treiben verursacht einen großen Hang zur Astralwelt und bewirkt sehr häufig Selbstmord, weil dann der Mensch fast nur in der astralen Welt tätig ist und sich abgewöhnt hat, die physische Welt um ihrer selbst willen zu nehmen. Er hat den Hang zur anderen Welt ausgebildet und der physische Körper ist ihm dann oft hinderlich.

Nun werden Sie auch den Zusammenhang mit dem Feuerdienst begreifen, der in der Religionsgeschichte hervorgetreten ist. Die Anhänger des Zarathustra versuchten, durch das Feueropfer der Priester gewisse Gebilde auf dem astralen Plane tatsächlich zu schaffen. Auf der Erdkugel geht jetzt alles physisch vor sich. Aber man kann aus dem Gesagten sehen, daß sich fortwährend astrale Wesenheiten bilden unter dem Einflusse unserer Taten. Alle Handlungen sind begleitet von astralen Wesenheiten. Das sind unsere Skandhas, die unser Karma vollziehen. Aber auch alle physischen Tatsachen lassen astrale Wesenheiten im Astralen zurück. So zum Beispiel entspricht auch dem Kölner Dom eine ganz bestimmte Wesenheit auf dem Astralplan. Durch alles, was auf der Erde geschieht, wenn alle physische Materie umgearbeitet ist und die Erde sich auflöst, wird von selbst der nächste astrale Globus gebildet. Er ist einfach da als die astralen Wesenheiten, als die Wirkungen aller früheren physischen Vorgänge. Darum muß der Mensch fortwährend im Karma wirken. Er muß die grotesken astralen Wesenheiten, die er verpfuscht hat, im nächsten Leben wieder zurechtbringen, sonst wären diese als sinnlose Geschöpfe für den nächsten Globus da. Das ist Karma, das der Mensch ausbessern muß. Was da im Großen vorgeht auf der Erde, das geht beim Menschen auch im Kleinen vor." (Lit.: GA 93a, S. 219)

Elementarwesen im Bündnis mit den Widersachern

Es besteht zunehmend die Gefahr, dass die Elementarwesen den luziferischen und ahrimanischen Einflüssen unterworfen werden. Die in den niederen Elementen webenden Elementarwesen werden zum Bündnis mit Ahriman gedrängt, wenn ihnen der Mensch nicht bewusst erkennend gegenübertritt:

"Wollen wir nichts wissen von der geistigen Welt, dann ist dieser ganze Chor verfallen den ahrimanischen Mächten, dann kommt das Bündnis zwischen Ahriman und den Naturgeistern zustande. Das ist heute das, was in der geistigen Welt schwebt als überragender Entschluß: das Bündnis zustande zu bringen zwischen den ahrimanischen Mächten und den Naturkräften. Es ist sozusagen der Kompromiß im Werke zwischen den ahrimanischen Mächten und den Naturgeistern, und es gibt keine andere Möglichkeit, dies zu verhindern, als dadurch, daß sich die Menschen in ihrer Erkenntnis an die geistige Welt wenden und dadurch bekannt werden mit den Naturgeistern, ebenso wie sie bekannt wurden mit Sauerstoff, Stickstoff, Wasserstoff, Kalzium, Natrium und so weiter. Es muß also hingesetzt werden neben eine Wissenschaft des Sinnlichen, des Physischen, eine Wissenschaft des Geistes. Und zwar müssen wir mit dieser Wissenschaft des Geistigen absolut Ernst machen. Indem wir bloß in pantheistischer Weise herumreden vom Geist, kommen wir ihm nicht nahe. Wir dürfen nicht jene Mutlosigkeit haben, die sich davor zurückhält, von konkreten geistigen Wesenheiten zu reden." (Lit.: GA 211, S. 206ff)

Die in den höheren ätherischen Elementen lebenden Elementarwesen werden sich hingegen mit Luzifer verbünden, wenn der Mensch die Vertiefung in sein Inneres versäumt:

"Der Monotheismus ist entsprungen der Offenbarung der ätherischen Welt an die Erdenmenschheit. Aber indem wir zu diesen Lichtwesen hinaufgehen, zu den elementarischen Wesen des Äthers, kommen wir zu einer anderen äußeren Welt. Diese Welt ist jedoch nicht nur im physischen Licht enthalten, sondern auch in demjenigen, was als Geistiges zu uns herniederströmt mit jedem Sonnenstrahl: Da finden wir solche Wesenheiten, wie wir sie in den irdischen Elementen finden. Aber in jenen ätherischen Elementen finden wir Wesenheiten, die nun wiederum die Menschheit nicht so mit der Erde verbinden wollen, wie es in der Absicht der ahrimanischen Mächte liegt, welche die Erde in ihrer Entwickelung aufhalten, sondern sie wollen den Menschen nicht zur vollen Erkenntnis des Irdischen kommen lassen, sie möchten dessen Entwickelung aufhalten, bevor die Erde an ihr Ziel gelangt. Die ahrimanischen Wesenheiten möchten die Erde so weit bringen als es ihren Zwecken dienlich ist; die anderen Wesenheiten sind darauf aus, das, was in der Menschheitsentwickelung vom Anbeginn veranlagt ist, nicht bis zur vollen Entfaltung kommen zu lassen, es in früheren Stadien festzuhalten. Da aber konnten sie den Entschluß fassen - und das ist der andere Entschluß, der uns entgegentritt, wenn wir hinaufschauen in die höheren Sphären - eines Bündnisses nun zwischen Luzifer und den Elementarmächten des Ätherischen. Während Ahriman mit seinen Mächten einziehen kann in die menschliche Wesenheit, wenn sich der Mensch der Erkenntnis des Geistigen verschließt, kann Luzifer mit den Mächten, die im Ätherischen sind, in den Menschen einziehen, wenn der Mensch die rechte Vertiefung in sein Inneres versäumt. Und so stehen heute die feindlichen Mächte von oben und unten da vor dem Menschen." (Lit.: GA 211, S. 206ff)

Erlösung der Elementarwesen durch den Menschen

„Können wir als Menschen für diese Elementargeister etwas tun? Das ist die große Frage, die sich die heiligen Rishis aufwarfen. Können wir etwas tun, um das, was da verzaubert ist, zu erlösen? Ja, wir können etwas tun! Denn das, was wir Menschen tun hier in der physischen Welt, ist auch nichts anderes als der äußere Ausdruck geistiger Prozesse. Alles, was wir tun, hat zu gleicher Zeit seine Bedeutung in der geistigen Welt. Nehmen wir einmal folgendes an: Ein Mensch steht gegenüber irgendeinem, sagen wir, Bergkristall oder einem Stück Gold oder dergleichen. Er schaut das an. Was geschieht, wenn ein Mensch einfach anglotzt, anschaut mit seinem sinnlichen Auge irgendeinen äußeren Gegenstand, was geschieht da? Da ist ein fortwährendes Wechselspiel zwischen dem verzauberten Elementargeist und dem Menschen. Dasjenige, was da in der Materie drinnen verzaubert ist, und der Mensch, sie haben etwas miteinander zu tun. Nehmen wir nun an, der Mensch glotzt nur den Gegenstand an, so daß ihm nur auffällt, was ans Auge herandringt; da geht immer etwas von diesen Elementarwesen in den Menschen herein. Fortwährend geht etwas von den verzauberten Elementarwesen in den Menschen herein, von früh bis abends. Indem Sie wahrnehmen, geht von Ihrer Umgebung fortwährend eine Schar von Elementarwesenheiten, die verzaubert war und die fortwährend verzaubert wird durch die Verdichtungsprozesse der Welt, fortwährend geht eine solche Schar von Wesenheiten in Sie hinein. Nehmen wir nun einmal an, der Mensch, der so die Gegenstände anglotzt, hätte gar nicht die Neigung, nachzudenken über die Gegenstände, in seiner Seele irgend etwas leben zu lassen vom Geist der Dinge. Er macht sich's bequem, geht nur so durch die Welt, verarbeitet es aber geistig nicht, nicht mit Ideen, nicht mit Gefühlen, mit gar nichts, er bleibt sozusagen ein bloßer Anschauer dessen, was ihm materiell in der Welt entgegentritt. Da gehen diese Elementargeister in ihn herein und sitzen nun in ihm, sind in ihm drinnen und haben nichts anderes gewonnen im Weltprozeß, als daß sie hereingestiegen sind aus der Außenwelt in den Menschen. Nehmen wir aber an, der Mensch sei ein solcher, der die Eindrücke der Außenwelt geistig verarbeitet, der mit seinen Ideen, Begriffen sich Vorstellungen macht über die geistigen Grundlagen der Welt, der also ein Stück Metall nicht einfach anglotzt, sondern über das Wesen nachdenkt, die Schönheit der Sache nachfühlt, der seinen Eindruck vergeistigt; was tut der? Der erlöst durch seinen eigenen geistigen Prozeß das Elementarwesen, das überströmt von der Außenwelt zu ihm; der hebt es herauf zu dem, was es war, der befreit das Elementarwesen aus seiner Verzauberung. So können wir durch unsere eigene Vergeistigung diejenigen Wesenheiten, die in Luft, Wasser und Erde verzaubert sind, wir können sie entweder einsperren in unser Inneres, ohne sie zu verändern, oder aber wir können sie dadurch, daß wir uns selber immer mehr und mehr vergeistigen, befreien, erlösen, sie wiederum zu ihrem Elemente zurückführen. Sein ganzes Leben hindurch auf der Erde läßt der Mensch aus der Außenwelt Elementargeister in sich her einfließen. In demselben Maße, in dem er die Dinge bloß anglotzt, in demselben Maße läßt er diese Geister einfach in sich hineinwandern und verändert sie nicht; in demselben Maße, in dem er die Dinge der Außenwelt in seinem Geist zu verarbeiten sucht durch Ideen, Begriffe, Gefühle der Schönheit und so weiter, in demselben Maße erlöst und befreit er diese geistigen Elementarwesen.

Und was geschieht also jetzt mit diesen Elementarwesen, die sozusagen von den Dingen aus in den Menschen eingetreten sind, was geschieht mit ihnen? Sie sind zunächst im Menschen. Auch die erlösten müssen zunächst im Menschen bleiben, aber nur bis zum physischen Tod des Menschen. Wenn der Mensch durch die Pforte des Todes tritt, dann tritt ein Unterschied ein zwischen denjenigen Elementarwesen, die bloß hereingewandert sind und die der Mensch nicht wiederum hinaufgeführt hat zu einem höheren Elemente, und zwischen jenen, die der Mensch durch seine eigene Vergeistigung zu ihrem früheren Element zurückgebracht hat. Die Elementarwesen, die der Mensch nicht verändert hat, die haben zunächst gar nichts gewonnen dadurch, daß sie herübergewandert sind von den Dingen zum Menschen; die anderen aber, die haben das gewonnen, daß sie mit dem Tode des Menschen wiederum in ihre ursprüngliche Welt zurückkehren können. Der Mensch ist in seinem Leben ein Durchgangspunkt für diese Elementarwesenheiten. Und wenn nun der Mensch durch die geistige Welt durchgegangen ist und in einer nächsten Verkörperung wiedergeboren wird, da kommen bei der Wiederverkörperung des Menschen, indem der Mensch durchgeht durch die Pforte der Geburt, alle die Elementarwesen, die der Mensch vorher nicht befreit hat, wieder zurück in die physische Welt; die aber, die er befreit hat, die bringt er nicht wieder mit, wenn er heruntersteigt, die sind zurückgekehrt zu ihrem ursprünglichen Elemente.“ (Lit.:GA 110, S. 36ff)

Literatur

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