Max Weber

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Max Weber 1894
Weber 1917 auf der Lauensteiner Tagung

Maximilian Carl Emil Weber (* 21. April 1864 in Erfurt; † 14. Juni 1920 in München) war ein deutscher Soziologe, Jurist, National- und Sozialökonom. Er gilt als einer der Klassiker der Soziologie sowie der gesamten Kultur- und Sozialwissenschaften. Interdisziplinär wird Webers Werk global quer zu verschiedenen politischen und wissenschaftstheoretischen Lagern anerkannt. Er nahm mit seinen Theorien und Begriffsdefinitionen großen Einfluss auf die sogenannten Speziellen Soziologien, insbesondere auf die Wirtschafts-, die Herrschafts- und die Religionssoziologie. Außerdem ist das Prinzip der Wertneutralität auf ihn zurückzuführen.

Max Weber war der ältere Bruder des Kultursoziologen Alfred Weber und Ehemann der Frauenrechtlerin, Soziologin und Rechtshistorikerin Marianne Weber.

Webers Soziologie

Soziales Handeln wird von Weber dadurch definiert, dass es nach dem subjektiven Sinn der Handlung und faktisch, in dessen Ablauf, an dem Verhalten anderer orientiert ist. Er unterscheidet zudem vier Idealtypen des sozialen Handelns, je nach Art der Gründe, die dafür geltend gemacht werden können: (1) zweckrationales, (2) wertrationales, (3) affektuelles oder (4) traditionelles Handeln. Für die beiden rationalen Handlungstypen gilt, dass die Gründe auch als Ursachen des Handelns aufgefasst werden können. Die Handlungstypen dienen schließlich der empirischen Forschung als kausale Hypothesen, als Kontrastfolien für die Beschreibung des tatsächlichen Sichverhaltens.

Aus diesem Handeln sind nach Weber alle sozialen Gebilde wie Organisationen usw. aufgebaut, die andererseits dieses Handeln mitbestimmen. Weber ist jedoch kein Systemtheoretiker wie Parsons oder Luhmann, sondern Vertreter und einer der Begründer der soziologischen Handlungstheorie. Soziologische Handlungstheoretiker begnügen sich mit einem Begriffspaar Handeln und Strukturen und lehnen eine systemtheoretische Auffassung des Sozialen aus verschiedenen Gründen ab.

Webers erkenntnistheoretische Position ist der Neukantianismus Heinrich Rickerts (Wertbeziehung).

Max Weber und die soziale Dreigliederung Rudolf Steiners

Ein Vergleich der Soziallehre Rudolf Steiners mit derjenigen Webers ist ebenso lohnend wie der Vergleich mit Parsons oder Luhmann. Webers Leben und Werk fällt außerdem etwa in die gleiche Zeit wie diejenige Rudolf Steiners. Weber war mit beteiligt an der Erarbeitung der Weimarer Verfassung.

Literatur

  • Michael Heinen-Anders: Wertfreiheit als Methodenfrage. Kritik an Max Webers Thesen, GRIN-Vlg., München 2014
  • Michael Ross: Soziale Wirklichkeitsbildung. Erkenntnistheoretische, methodologische und anthropologische Grundlagen bei Max Weber und Rudolf Steiner. Tectum, Marburg 1996, ISBN 3-89608-628-6 (= Diss. phil., Dortmund 1996)
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