Seligpreisungen

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Fra Angeliko: Die Bergpredigt, Fresco im Markuskloster in Florenz, 1437-1445
Hier wird sehr richtig dargestellt, dass die Bergpredigt nicht an das Volk, sondern als höhere Unterweisung nur an seine nächsten Jünger gerichtet war.

Die Seligpreisungen, mit denen die Bergpredigt beginnt, deuten vorausweisend auf die grundlegende Veränderung in der Welt hin, die durch das Mysterium von Golgatha geschehen wird, durch das sich der Christus durch seinen Tod mit der Erde verbindet. Wichtig zu beachten ist dabei, dass der Christus den Tod vorher nicht kannte, da er ein rein geistiges Wesen war und man den Tod nur auf der Erde oder auf Welten, die auf einer vergleichbaren Entwicklungsstufe stehen, erleben kann. Nur durch den Tod auf der Erde konnte der Christus sich mit dieser verbinden.

Die Bergpredigt als esoterische Lehre für die Jünger

Rudolf Steiner weist ausdrücklich darauf hin, dass der Christus die Bergpredigt nur an seine Jünger richtete:

„Christus Jesus gab selbst die eindringlichste Lehre von der Erfüllung der Zeiten in dem, was wir die Bergpredigt nennen. Sie war durchaus keine Volkspredigt, denn es heißt: «Da Christus das Volk sah, ging er hinweg und offenbarte sich seinen Jüngern.» Da offenbarte Christus ihnen im großen und ganzen das Folgende: In alten Zeiten konnte der Mensch gotterfüllt werden in der Ekstase; außer seinem Ich war er beseligt, er hatte ein unmittelbares Erlebnis mit der geistigen Welt, aus der er geistige Kräfte herunterholen und Gesundungskräfte saugen konnte. Jetzt aber, so sagte der Christus Jesus seinen Jüngern, kann derjenige Mensch gotterfüllt werden, der in sich selber sich durchdringt mit dem Gottes- und Christus-Impuls, der in diesem Impuls selber aufgehen kann als Ich. Früher konnte nur derjenige zur geistigen Welt aufsteigen, der angefüllt war mit den Strömungen dieser geistigen Welt; nur dieser konnte seliggepriesen werden als ein Reicher des Geistes. Das war der Hellseher im alten Sinne, und der gehörte zu den seltensten Persönlichkeiten. Die meisten waren Bettler geworden im Geiste. Jetzt aber konnten diejenigen das Reich der Himmel finden, die es in ihrem Ich suchten. Das, was in einer solch bedeutsamen Epoche der Menschheit geschieht, das geschieht immer für den ganzen Menschen. Wenn auch nur ein einziges Glied seines Wesens ergriffen wird, so klingen doch alle andern mit. Alle Glieder des Menschen: der physische Leib, der ätherische Leib, die Empflndungsseele, Verstandes- oder Gemütsseele, die Bewußtseinsseele, das Ich, die höheren Seelenglieder sodann, sie leben auf durch die Nähe der Himmelreiche. Diese Lehren stimmen überein mit den großen Lehren der Urweltweisheit.“ (Lit.:GA 118, S. 145)

Die neun Seligpreisungen im Matthäus-Evangelium

Martin Luther

Fassung 1522

1 Da er aber das volck sahe, steyg er auff eynen berg, vnd satzet sich, vnnd seyne Junger tratten zu yhm,
2 vnnd er thatt seynen mund auff, leret sie, vnd sprach,
3 Selig sind, die da geystlich arm sind, denn das hymelreych ist yhr,
4 Selig sind, die da leyde tragen, denn sie sollen getrostet werden,
5 Selig sind die senfftmutigen, denn sie werden das erdreych besitzen,
6 Selig sind die da hungert vnnd durstet nach der gerechtickeyt, denn sie sollen satt werden,
7 Selig sind die barmhertzigen, denn sie werden barmhertzickeyt erlangen,
8 Selig sind die von hertzen reyn sind, denn sie werden got schawen,
9 Selig sind die fridfertigen, denn sie werden gottes kynder heyssen,
10 Selig sind, die vmb gerechtickeyt willen verfolget werden, denn das hymel reych ist yhr,
11 Selig seyd yhr, wenn euch die menschenn schmehen vnd verfolgen, vnd reden allerley arges widder euch so sie daran liegen vmb meynen willen.
12 Habt freud vnnd wonne, Es wirt euch ym hymell woll belonet werden, denn also haben sie verfolgt die propheten, die fur euch gewesen sind.

Martin Luther: Euangelion Sanct Matthes. Das funffte Capitel. 1-12, Wittenberg 1522 [1]
Fassung 2017

1 Als er aber das Volk sah, ging er auf einen Berg. Und er setzte sich, und seine Jünger traten zu ihm.
2 Und er tat seinen Mund auf, lehrte sie und sprach:
3 Selig sind, die da geistlich arm sind; denn ihrer ist das Himmelreich.
4 Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden.
5 Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich besitzen.
6 Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden.
7 Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.
8 Selig sind, die reinen Herzens sind; denn sie werden Gott schauen.
9 Selig sind, die Frieden stiften; denn sie werden Gottes Kinder heißen.
10 Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihrer ist das Himmelreich.
11 Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um meinetwillen schmähen und verfolgen und allerlei Böses gegen euch reden und dabei lügen.
12 Seid fröhlich und jubelt; es wird euch im Himmel reichlich belohnt werden. Denn ebenso haben sie verfolgt die Propheten, die vor euch gewesen sind.

Lutherbibel 2017: Mt 5,1-12 LUT

Rudolf Steiner

1. Fassung (1905)

In dieser Fassung übersetzt Rudolf Steiner die ersten acht Seligpreisungen, wobei die Reihenfolge der zweiten und dritten Seligpreisung vertauscht ist:

„Selig die Bettler um Geist, denn ihnen selbst ist das Königreich der Himmel.

Selig die Sanftmütigen, denn sie werden in sich selbst die Erde als ihren Anteil erhalten.

Selig die Leidtragenden, denn sie werden Trost in sich selbst finden.

Selig die nach Gerechtigkeit Hungernden und Dürstenden, denn sie werden in sich selbst gesättigt werden.

Selig die Mitleidigen, denn ihnen wird durch sich selbst Mitleid sein.

Selig die reinen Herzens sind, denn sie werden in sich Gott schauen.

Selig die Friedenstiftenden, denn sie werden Kinder Gottes heißen.

Selig sind die man um der Gerechtigkeit willen verfolgt, denn in ihnen selbst wird das Reich des Himmels sein.“ (Lit.:GA 268, S. 326)

2. Fassung (1910)

In dieser Fassung übersetzt Rudolf Steiner die ersten sieben Seligpreisungen in der originalen Reihefolge:

„1. Von Gott erfüllt sind die, welche Bettler sind um Geist, denn in ihnen selbst ist das Reich der Himmel.

2. Von Gott erfüllt sind die, welchen das Leid nicht abgenommen wird, (welche dem Leiden unterworfen sind), denn sie werden durch sich selbst sich Beistand suchen.

3. Von Gott erfüllt sind die, welche ihre Leidenschaften zügeln, denn ihnen wird die Erde als Los zufallen.

4. Von Gott erfüllt sind die, welche Hunger und Durst nach der Gerechtigkeit empfinden, denn sie werden durch sich selbst gesättigt werden.

5. Von Gott erfüllt sind die Liebenden, denn sie werden Liebe erwecken.

6. Von Gott erfüllt sind die im Herzen Reinen, denn sie werden Gott in sich schauen.

7. Von Gott erfüllt sind die Friedenbringer, denn Söhne Gottes werden sie heißen.“ (Lit.:GA 268, S. 327)

Emil Bock

1 Als er die Menge des Volkes sah, stieg er auf den Berg. Dann setzte er sich nieder, und seine Jünger traten zu ihm.

2 Und er tat seinen Mund auf und begann sie zu unterweisen.

3 Selig die Bettler um Geist, in sich selber finden sie das Reich der Himmel.

4 Selig, die das Erdenleid tragen, in sich selber finden sie den Geistestrost.

5 Selig, die ihre Seelen zum Gleichmut erziehen, im eignen Ich empfangen sie den Sinn der Erde.

6 Selig, die hungern und dürsten nach dem Sein des Guten, ihr eigenes Tun wird ihnen den Hunger stillen.

7 Selig die Barmherzigen, denn ihnen wird wiederum Barmherzigkeit zuteil.

8 Selig, die im Herzen lauter sind, denn sie werden darinnen den Gott schauen.

9 Selig, die den Frieden in die Welt bringen, sie werden Söhne Gottes genannt werden.

10 Selig, die Verfolgung erleiden, weil sie dem höheren Leben dienen; das Reich der Himmel ist in ihnen.

11 Selig seid ihr, wenn man euch schmäht und verfolgt und Worte des Hasses und Truges gegen euch schleudert, weil

12 mein Ich in euch lebt. Freut euch und frohlocket; in den Himmeln ist euch der volle Schicksalsausgleich zubereitet. Hat man nicht vor euch die Propheten ebenso geschmäht und verfolgt?

Emil Bock: Das Neue Testament

Die Seligpreisungen und die neun Wesensglieder des Menschen

Jeder der neun Seligpreisungen des Matthäus-Evangeliums deutet auf eine Veränderung eines Wesensgliedes des Menschen hin.

„So wird in diesen wunderbaren Sätzen, die sich beziehen auf die neun Glieder der Menschennatur, gezeigt, wie das Ich sich gestaltet, wenn es ein Christus-Ich wird, für die verschiedenen Glieder der Menschennatur und sie beseligt. In grandioser, in majestätischer Weise ist im Matthäus-Evangelium (Mt 5,3-11 LUT) in den Sätzen nach der Versuchungsszene ausgedrückt, wie die Christus-Kraft für die Neungliedrigkeit des Menschen wirkt, zunächst in der Gegenwart, und dann, wie sie wirkt in der nächsten Zukunft, wo diejenigen noch Kinder Gottes genannt werden, in die hineinleuchtet das Geistselbst schon jetzt, wo aber doch solche Kinder Gottes nur in einzelnen begnadeten Exemplaren vorhanden sind. Gerade das ist das Wunderbare: das bestimmte Sprechen für die ersten Glieder, die schon da sind, und das Auslaufen in das Unbestimmte in den letzten Sätzen, die für fernere Zukünfte gelten.“ (Lit.:GA 123, S. 181)

Physischer Leib

1. Selig sind die, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich. (Vers 3 wörtlich: Selig die Armen im Geist) (Mt 5,3 EU).

Gerade dieser Satz wird häufig falsch verstanden, was man auch gut an der hier verwendeten Einheitsübersetzung erkennen kann. Steiner sagt folgendes dazu:

"Früher konnte nur derjenige zur geistigen Welt aufsteigen, der angefüllt war mit den Strömungen dieser geistigen Welt; nur dieser konnte seliggepriesen werden als ein Reicher des Geistes. Das war der Hellseher im alten Sinne, und der gehörte zu den seltensten Persönlichkeiten. Die meisten waren Bettler geworden im Geiste. Jetzt aber konnten diejenigen das Reich der Himmel finden, die es in ihrem Ich suchten [...]

Früher mußte beim Eingehen in die geistige Welt der Ätherleib sich leicht trennen von dem physischen Leib; dieser mußte also ganz besonders geartet sein. Christus Jesus sagte daher mit Hinweis auf den physischen Leib: Selig können sein die Bettler, das heißt, die arm sind an Geist, denn sie werden, wenn sie diesen vom Ich beherrschten äußeren Leib richtig entwickeln, das Reich der Himmel finden." (Lit.: GA 118, S. 145)

Ätherleib

2. Selig sind die Trauernden; denn sie werden getröstet werden. (Mt 5,4 EU)

Damit ist folgendes gemeint:

"Sodann sagte er vom Ätherleib: Früher konnten die Menschen vom leiblichen und seelischen Leid geheilt werden durch Hinaufsteigen in die geistige Welt mittels der Ekstase. Wenn sie nun gotterfüllt, gottinnig werden, dann können, die da Leid tragen, geheilt, getröstet werden und können in sich selber den Grund, den Trost finden." (Lit.: GA 118, S. 146)

Astralleib

3. Selig sind die, die keine Gewalt anwenden; denn sie werden das Land erben. (Mt 5,5 EU)

Mit diesen Worten bezieht sich Christus auf den Astralleib:

"Weiter sagte er vom Astralleib: Früher mussten diejenigen, die wilde, stürmische Leidenschaften und Impulse im Astralleib hegten, dadurch besänftigt werden, dass ihnen Gleichmut, Gelassenheit und Läuterung zuströmte von den geistig-göttlichen Wesenheiten. - Jetzt aber sollten die Menschen durch die Kraft ihres eigenen Ich unter der Einwirkung Christi die Kraft finden, ihren Astralleib zu läutern. Die Stätte, wo der Astralleib sich läutern kann, ist jetzt die Erde geworden. Daher musste dieser Einschlag für den Astralleib so dargestellt werden, dass gesagt wurde: Selig und gotterfüllt im Astralleib können nur diejenigen sein, die sich das Gleichnis, Gleichmaß erwerben, und ihnen wird als Los, als Lohn aller Trost und alles Gute auf der Erde zufallen." (Lit.: GA 118, S. 146)

Empfindungsseele

4. Selig sind die, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden satt werden. (Mt 5,6 EU)>

Jetzt spricht der Christus von der Empfindungsseele.

"Auf die Empfindungsseele bezieht sich die vierte Seligpreisung. Wer sich in seiner Empfindungsseele recht läutern und eine höhere Entwickelung durchmachen will, der wird in seinem Ich einen Einschlag des Christus bekommen; er wird einen Durst im Herzen nach Gerechtigkeit verspüren, gottinnig werden und sein Ich wird in sich selber gesättigt sein." (Lit.: GA 118, S. 146)

Verstandes- oder Gemütsseele

5. Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden. (Mt 5,7 EU)

"Das nächste Glied ist die Verstandes- oder Gemütsseele. Das Ich schlummert dumpf in der Empfindungsseele und erwacht erst in der Verstandes- oder Gemütsseele. Wenn wir mit unserem Ich in der Empfindungsseele schlummern, dann können wir nicht in allen Menschen das finden, was sie erst zu wirklichen Menschen macht: das Ich. Bevor der Mensch das Ich in sich entwickelt hat, muss er seine Empfindungsseele in höhere Welten hinaufwachsen lassen, um dort etwas wahrnehmen zu können. Wenn er aber in der Verstandes- oder Gemütsseele sich entwickelt, kann er den Menschen neben sich wahrnehmen. Bei allen bisher genannten Gliedern müssen wir uns an das erinnern, was in früheren Reichen gegeben war. Erst in der Verstandes- oder Gemütsseele kann sich die Seele mit dem erfüllen, was von Mensch zu Mensch strömt. Es wird in dem Satzgefüge der fünften Seligpreisung etwas Besonderes eintreten müssen; es muss Subjekt und Prädikat gleich sein, weil hingedeutet werden soll auf das, was das Ich in sich entwickelt. Dieser fünfte Satz sagt: «Wer Mitleid und Barmherzigkeit entwickelt, der wird Barmherzigkeit wiederfinden.» Das ist eine Kreuzprobe, die wir hier bei einem okkulten Dokument machen. Christus hat in bezug auf die einzelnen Glieder der menschlichen Natur alles verheißen, alles stimmt." (Lit.: GA 118, S. 146)

Bewusstseinsseele

6. Selig sind die, die ein reines Herz haben; denn sie werden Gott schauen. (Mt 5,8 EU)

"Auf die Bewusstseinsseele bezieht sich der nächste Satz der Seligpreisungen. Durch sie kommt das Ich als reines Ich derart zur Entwickelung, dass es den Gott in sich aufnehmen kann. Wenn also der Mensch so weit heraufdringen kann, dann kann er den Tropfen des Göttlichen, sein Ich in sich wahrnehmen. Er kann durch seine gereinigte Bewusstseinsseele Gott schauen. Dieser sechste Satz der Seligpreisungen muss sich also auf das Gottschauen beziehen. Der äußere physische Ausdruck für das Ich und die Bewusstseinsseele ist das physische Blut, und worin sich dieses besonders zum Ausdruck bringt, das ist das menschliche Herz als Ausdruck des gereinigten Ich. Christus sprach daher: «Selig werden die sein, die reinen Herzens sind, denn sie werden Gott schauen.» Damit ist geradezu bis in diese Intimität herein angedeutet, dass unser Herz, der Ausdruck des Ich, des Göttlichen im Menschen ist." (Lit.: GA 118, S. 147)

Geistselbst

7. Selig sind die, die Frieden stiften; denn sie werden Söhne Gottes genannt werden. (Mt 5,9 EU)

"Der gegenwärtige Mensch kann wohl die drei Seelenglieder ausbilden, aber in ferner Zukunft erst die höheren Glieder: Geistselbst, Lebensgeist und Geistesmensch. Diese können im Menschen noch nicht in sich selber leben, er muss dazu aufschauen zu höheren Wesen. Sein Geistselbst ist noch nicht in ihm; es ergießt sich erst später über ihn. Er ist noch nicht genügend entwickelt, um das Geistselbst völlig in sich aufzunehmen, er steht in dieser Beziehung erst im Anfang der Entwickelung, ist nur gleichsam ein Gefäß, um es allmählich in sich aufzunehmen. Das deutet auch der siebente Satz der Seligpreisung an. Das Geistselbst kann ihn zunächst nur durchwärmen, durchweben. Allein die Tat Christi bringt es auf die Erde herunter als die Kraft der Liebe und Harmonie. Daher sagt Christus: Selig sind die, welche das Geistselbst als erstes geistiges Glied zu sich herunterholen, denn sie werden Gottes Kinder werden. - Das weist die Menschen hinauf in die höheren Welten." (Lit.: GA 118, S. 147f)

Lebensgeist

8. Selig sind die, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihnen gehört das Himmelreich. (Mt 5,10 EU)

"Fernerhin wird Bezug genommen auf dasjenige, was für die Zukunft herbeigeführt werden soll, was aber von der Gegenwart mehr und mehr angefochten und mit allen Kräften und Mächten verfolgt wird. Es ist angedeutet in dem achten Satz der Seligpreisungen: Gotterfüllt oder selig sind diejenigen, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden, denn sie werden erfüllt sein in ihrem Selbst von den Reichen des Himmels, vom Lebensgeist, von Buddhi." (Lit.: GA 118, S. 148)

Geistesmensch

9. Selig seid ihr, wenn ihr um meinetwillen beschimpft und verfolgt und auf alle mögliche Weise verleumdet werdet. (Mt 5,11 EU)

"Im Anschlusse daran finden wir noch Hinweise auf die besondere Mission des Christus selber, auch in dem Sinne, dass die intimen Schüler des Christus selig sein können, wenn sie um seinetwillen Verfolgung leiden müssen: eine leise Andeutung auf das Atma, das erst in ferner Zukunft uns zuteil werden wird, ist damit verbunden." (Lit.: GA 118, S. 148)

Die vier Seligpreisungen im Lukas-Evangelium

Im Gegensatz zu den neun Seligpreisungen des Matthäus-Evangeliums erwähnt das Lukas-Evangelium nur vier, wobei die erste Seligpreisung des Lukas-Evangeliums mit der ersten Seligpreisung des Matthäus-Evangeliums korrespondiert, die zweite mit der vierten, die dritte mit der zweiten und die vierte mit der neunten Seligpreisung bei Matthäus:

20 Und er hob seine Augen auf über seine Jünger und sprach: Selig seid ihr Armen; denn das Reich Gottes ist euer.
21 Selig seid ihr, die ihr jetzt hungert; denn ihr sollt satt werden. Selig seid ihr, die ihr jetzt weint; denn ihr werdet lachen.
22 Selig seid ihr, wenn euch die Menschen hassen und euch ausstoßen und schmähen und verwerfen euren Namen als böse um des Menschensohnes willen.
23 Freut euch an jenem Tage und springt vor Freude; denn siehe, euer Lohn ist groß im Himmel. Denn das Gleiche haben ihre Väter den Propheten getan.

Lukas-Evangelium: 6,20-23 EU

Literatur

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