Sternbild

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Ein Sternbild umfasst eine Gruppe von Sternen, die am Nachthimmel eine auffällige Konstellation bilden. Die heutigen Sternbilder leiten sich von den zwölf auf der Ekliptik gelegenen babylonischen Tierkreiszeichen ab, die damals mit den entsprechenden sichtbaren Sternbildern identisch waren. Durch die Präzessionsbewegung der Erde haben sich die Tierkreiszeichen aber mittlerweile um mehr als ein Zeichen gegenüber den Sternbildern verschoben. Ein weiterer Unterschied zwischen Sternbildern und Tierkreiszeichen besteht darin, dass die Tierkreiszeichen per Definition eine konstante Größe von 30° haben, während die Größe der Sternbilder innerhalb gewisser Grenzen variabel ist.

Die abendländische Astrologie, die auch als tropische Astrologie bezeichnet wird, orientiert sich am Jahreslauf und rechnet trotz der Verschiebung gegenüber den entsprechenden Sternbildern weiterhin mit dem ursprünglichen System der Tierkreiszeichen. Der tropische Tierkreis beginnt mit dem Frühlingspunkt, der unveränderlich mit dem Beginn des Tierkreiszeichens Widder gleichgesetzt wird. Tatsächlich steht aber der Frühlingspunkt heute astronomisch schon weit im Sternbild der Fische. In das Sternbild des Widders war er nach den Angaben Rudolf Steiners schon viel früher getreten, nämlich zu Beginn der Griechisch-Lateinischen Zeit im Jahre 747 v. Chr.

In der indischen Astrologie sind die Tierkreiszeichen fest an die Sternbilder gebunden, weshalb man hier von der siderischen Astrologie spricht. In diesem System wandern die Tierkreiszeichen zusammen mit den Sternbildern im Zuge der Präzession allmählich durch alle Jahreszeiten.

Im antiken Griechenland wurden auch abseits des Tierkreises gelegenen Sterngruppierungen zu Sternbildern zusammengefasst und so die Zahl der Sternbilder auf 48 erweitert. Zwischen 1600 und 1800 kamen weitere hinzu, bis schließlich 1922 die Anzahl der heutigen Sternbilder endgültig auf 88 festgelegt wurde, die das gesamte Himmelsgewölbe lückenlos abdecken.

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