Stofflicher Leib

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Der stoffliche Leib bzw. Körper des Menschen ist nicht identisch mit dem physischen Leib. Der physische Leib war zunächst eine zwar ihren Gesetzmäßigkeiten nach physische, aber nur übersinnlich erfahrbare, immaterielle Formgestalt des Menschen, die Rudolf Steiner auch als Phantom bezeichnet hat. Durch die luziferische Versuchung und den Sündenfall wurde der Mensch aus dem Paradies auf die feste Erde herabgestürzt und kam so immer mehr in den Einflussbereich Ahrimans. Das Phantom wurde dadurch nach und nach zerstört und es lagerte sich die mineralische irdische Materie, die in gewissem Sinn nichts anderes ist als zerbrochene, zerstörte Form, in die physische Formgestalt ein und machte so den physischen Leib auch sinnlich sichtbar. Der stofferfüllte Leib kann derart auch als mineralischer Leib bezeichnet werden.

„Physischsein und Mineralischsein sind zwei ganz verschiedene Dinge. Der menschliche physische Leib ist physisch, weil er von ganz denselben Gesetzen beherrscht wird wie die Steine; der menschliche physische Leib ist zu gleicher Zeit mineralisch, weil er die mineralischen Stoffe in sich imprägniert hat.“ (Lit.:GA 102, S. 202f)

„Man muß sorgfältig unterscheiden zwischen physischem Leib und mineralischem Leib. Ein physischer Leib ist derjenige, welcher von den physischen Gesetzen beherrscht wird, die man gegenwärtig in dem Mineralreiche beobachtet. Der gegenwärtige physische Menschenleib ist nun nicht bloß von solchen physischen Gesetzen beherrscht, sondern er ist außerdem noch durchsetzt von mineralischem Stoffe. Auf dem Saturn [gemeint ist hier nicht unser heutiger Saturn, sondern der sog. alte Saturn, der ein früherer Entwicklungszustand unserer Erde war] äußerten sich die physischen Gesetze nur durch Wärmewirkungen. Und aus Wärmekörpern besteht der ganze Saturn. Diese Wärmekörper sind die erste Anlage des gegenwärtigen physisch-mineralischen Menschenleibes. Dieser hat sich aus jenem dadurch gebildet, daß dem ersteren sich die später erst gebildeten gasförmigen, flüssigen und festen Stoffe eingegliedert haben.“ (Lit.:GA 13, S. 159)

Zur Zeit des Mysteriums von Golgatha hatte die Verstofflichung des physischen Leibes ihren Höhepunkt erreicht. Durch das Mysterium von Golgatha wurde der Anstoß dazu gegeben, dass die physische Formgestalt des Menschen künftig vollkommen wieder hergestellt werden kann. Der Christus ist als erster der Auferstehung teilhaftig geworden und von seinem Auferstehungsleib geht die Kraft aus, durch die künftig immer mehr Menschen der Auferstehung teilhaftig werden können.

Siehe auch

Literatur

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Literaturangaben zum Werk Rudolf Steiners folgen, wenn nicht anders angegeben, der Rudolf Steiner Gesamtausgabe (GA), Rudolf Steiner Verlag, Dornach/Schweiz
Email: verlag@steinerverlag.com URL: www.steinerverlag.com. Freie Werkausgaben gibt es auf fvn-rs.net, archive.org und im Rudolf Steiner Online Archiv.
Eine textkritische Ausgabe grundlegender Schriften Rudolf Steiners bietet die Kritische Ausgabe (SKA) (Hrsg. Christian Clement): steinerkritischeausgabe.com
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