Apostolische Briefe

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Paulusbriefe
Katholische Briefe

Die Apostolische Briefe sind 19 Lehr- und Ermahnungsschreiben des Neuen Testament, die zur frühchristlichen Briefliteratur zählen. Als Absender sind verschiedene Apostel genannt. Sie richten sich an christliche Gemeinden oder an einzelne Christen. Die Apostolischen Briefe sind eingeteilt in zwei ursprünglich getrennt überlieferte Textsammlungen.

Die erste Sammlung ist das Corpus Paulinum, bestehend aus 13 Paulusbriefen und dem Brief an die Hebräer. Die Verfasserschaft einiger paulinischer Briefe ist heute umstritten, d. h. sie könnten von Paulusschülern unter Berufung auf Paulus geschrieben worden sein, vgl. Pseudepigraphie in der Bibel. Der Hebräerbrief ist anonym überliefert und wurde in der Tradition irrtümlich zu den Paulusbriefen gerechnet und so in den biblischen Kanon aufgenommen. Die Pastoralbriefe sind eine eigene Gruppe der Paulusbriefe.

Die Paulusbriefe verkünden die spirituelle Lehre des Apostels Paulus, die sich auf seine Einweihung durch das Damaskus-Erlebnis gründet. Die Briefe wurden zwischen 50 und 60 n. Chr. niedergeschrieben und sind die ältesten erhaltenen Schriften des Urchristentums.

„Paulus wußte aus dem, was er früher gelernt hatte, daß nach und nach heranrückte an die Erde der Geist, der zuerst von Zarathustra als Ahura Mazdao auf der Sonne gesucht wurde, der dann von Moses bereits im brennenden Dornbusch und im Feuer auf Sinai erblickt wurde. Und er wußte auch, daß dieser Geist in einen Menschenleib kommen mußte. Das aber hatte Paulus, da er noch ein Saulus war, nicht begreifen können, daß dieser Mensch, der den Christus in sich tragen sollte, den schmachvollen Tod am Kreuz erleben mußte! Er konnte sich nur denken, daß der Christus, wenn er kommen würde, triumphieren müßte, daß er bleiben müßte in allem, was die Erde hat, nachdem er einmal an die Erde herangetreten war. Denjenigen, der am Kreuze gehangen hat, den konnte er sich nicht als den Träger des Christus denken. Das ist das Wesentliche in der Paulus-Anschauung, bevor der Saulus ein Paulus wurde. Und der Kreuzestod, der schmachvolle Tod am Kreuz mit allem, was damit zusammenhängt, das ist es, was zunächst den Paulus gehindert hat, anzuerkennen, daß wirklich der Christus schon dagewesen war auf der Erde. Was also mußte eintreten? Es mußte mit dem Paulus etwas geschehen, so daß er in einem gewissen Moment sich überzeugen konnte: Diejenige Individualität, die in dem Leibe des Jesus von Nazareth am Kreuz gehangen hat, war der Christus; der Christus ist dagewesen auf der Erde! Hellsehend wurde Paulus durch das Ereignis von Damaskus. Da konnte er sich überzeugen.

Wenn man als Hellseher hineinschaute in die geistige Welt, so erschien sie einem nach dem Ereignis von Golgatha verändert. Früher fand man den Christus in den geistigen Welten. Seit dem Ereignis von Golgatha konnte man in der Aura der Erde den Christus finden. Vor dem Ereignis von Golgatha war der Christus dort nicht zu sehen, nachher aber war er in der Erden-Aura zu sehen. Das ist der Unterschied. Und Saulus sagte sich: Bin ich hellsehend, so kann ich mich davon überzeugen, daß in demjenigen, der am Kreuze gehangen und als Jesus von Nazareth gelebt hat, der Christus war, der jetzt in der Erden-Aura ist. - Und er hat dasselbe in der Erden-Aura gesehen, was Zarathustra zuerst als Ahura Mazdao auf der Sonne gesehen hat. Jetzt wußte er: Der am Kreuze war, der ist auferstanden. Daher konnte er jetzt sagen: Christus ist auferstanden, ist mir erschienen, wie er dem Kephas, den anderen Brüdern und den Fünfhundert auf einmal erschienen ist! Und nun wurde er der Verkündiger des lebendigen Christus, für den der Tod nicht die Bedeutung hat wie für die anderen Menschen.“ (Lit.:GA 112, S. 153f)

Die zweite Sammlung besteht aus den sieben Katholischen Briefen, die zusammen mit der Apostelgeschichte Bestandteil des Corpus Apostolicum waren. Katholisch (griechisch καθολικός katholikós „allgemein“) hat hier keine konfessionelle Bedeutung. Sie heißen katholisch, weil sie nicht an einzelne Empfänger, sondern an die allgemeine Christenheit gerichtet sind. Allgemein gelten in der heutigen Bibelwissenschaft alle katholischen Briefe als Pseudepigraphen.

Der Begriff Epistel bezieht sich in der Liturgie ursprünglich auf Lesungen von Abschnitten der apostolischen Briefe im Gottesdienst. Später wurde er aufgeweitet auf Textlesungen aus anderen Büchern des Neuen Testaments, wie aus der Apostelgeschichte und der Offenbarung des Johannes, mit Ausnahme der Evangelien.

Mehrere von Aposteln verfasste Briefe sind vermutlich verloren gegangen, so z. B. der „Tränenbrief“ des Paulus an die Korinther (1 Kor 5,9 EU) und ein Brief an die Laodicenser (Kol 4,15 EU).

Von diesen Briefen der Bibel zu unterscheiden ist eine apokryphe Schrift unter dem Namen Epistula Apostolorum, die keinen der aus der Bibel bekannten Apostel als Verfasser hat.

Literatur

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