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Asita

Aus AnthroWiki
Asita erkennt in dem neugeborenen Knaben den künftigen Buddha; Pakistan, Gandhara-Gebiet, 3./4. Jahrhundert; Schiefer
Simeons Lobgesang im Tempel, Rembrandt van Rijn (1631)

Asita, nach Buddhaghosa wegen seiner dunklen Hautfarbe so genannt, war ein asketischer Einsiedler, der in buddhistischen Quellen beschrieben wird und im alten Indien lebte. Er wurde auch Kaladevala (Kala Devala) oder Kanhasiri (Kanha Siri) genannt. Asita war ein Weiser und der Lehrer von Sīhahanu, dem Großvater des historischen Buddha Siddhartha Gautama, und später auch von dessen Vater Suddhodana. Als dessen Ausbildung abgeschlossen war, entsagte Asita mit der Erlaubnis des Königs der Welt und lebte zu dessen Wohlgefallen. Und so kam er auch später noch morgens und abends, um König Suddhodana zu sehen, der ihm so großen Respekt entgegenbrachte, wie er es getan hatte, als er noch sein Schüler war. Dies, so wird erzählt, sei eine besondere Eigenschaft der Shakya-Könige gewesen.[1]

Mit der Zeit entwickelte Asita verschiedene magische iddhi-Kräfte, wie sie u. a.im Visuddhi Magga[2] beschrieben werden. Von da an lebte er oft den ganzen Tag mit seinem Bewusstsein in den Götterwelten. Einmal, als er sich in Tāvatimsa aufhielt, sah er die ganze Stadt mit Pracht geschmückt und die Götter in großem Jubel versunken. Als er nach dem Grund dafür fragte, erfuhr er, dass Siddhattha Gotama, der dazu bestimmt war, der Buddha zu werden, geboren worden war.

„Zu dieser Zeit wohnte der große Weise Asita, der die fünf außergewöhnlichen Kräfte besaß, an den Hängen des Himāvat (des göttlichen Himalaya), dem König der Berge, zusammen mit Naradatta, dem Sohn seiner Schwester. Als der Bodhisattva geboren wurde, sah er viele erstaunliche Wunder, und er nahm viele göttliche Söhne wahr, die freudig am Himmel schwebten, Banner schwenkten und "Buddha!" riefen. Als er dies sah, dachte er bei sich: "Ausgezeichnet! Das muss ich sehen!" Mit seinem göttlichen Auge blickte er über ganz Jambūdvīpa und sah, dass König Śuddhodana in der Stadt Kapilavastu ein Prinz geboren worden war. Es war ein Prinz, der im Licht des Verdienstes strahlte, der von allen verehrt wurde und dessen Körper mit den zweiunddreißig Zeichen eines großen Wesens geschmückt war.“ (Lit.: Lalita Vistara)

Nachdem Asita diese Vision erlebt hatte, ging er sofort zum Haus von Suddhodana und bat darum, das Kind zu sehen. Anhand der glücksverheißenden Zeichen auf seinem Körper erkannte er, dass es der Erleuchtete werden würde, und er war überglücklich. Doch als er erkannte, dass er selbst zu diesem Zeitpunkt nicht mehr auf der Erde leben, sondern in einer Arūpa-Welt wiedergeboren[3] sein würde und so die Predigt des Buddha nicht mehr hören könnte, weinte er und war traurig. Nachdem er den König hinsichtlich der Zukunft des Kindes beruhigt hatte, suchte Asita den Sohn seiner Schwester, Nalaka, auf und weihte ihn zum Priester, damit er bereit wäre, von der Lehre des Buddha zu profitieren, wenn die rechte Zeit gekommen sei. Wenig später verließ Asita seinen irdischen Leib und ging im Leben zwischen Tod und neuer Geburt in die Arūpa-Welt (d. h. in das höhere Devachan) ein.

Das Lalita Vistara hat zwei unmittelbar aufeinanderfolgende Versionen von Asitas Prophezeihung, eine in Prosa und eine in Versen, die sich in den wichtigsten Details nur geringfügig von der Pāli-Version unterscheiden. In der ersten wird sein Neffe Naradatta genannt, und Asita selbst wird als ein großer Weiser dargestellt, der im Himālaya wohnt, aber Suddhodana unbekannt ist.

Diese Erzählung hat eine oft bemerkte Parallele in der Kindheitslegende des nathanischen Jesus.[4] Im Lukasevangelium heißt es:

„25 Und siehe, in Jerusalem lebte ein Mann namens Simeon. Dieser Mann war gerecht und fromm und wartete auf den Trost Israels und der Heilige Geist ruhte auf ihm. 26 Vom Heiligen Geist war ihm offenbart worden, er werde den Tod nicht schauen, ehe er den Christus des Herrn gesehen habe. 27 Er wurde vom Geist in den Tempel geführt; und als die Eltern das Kind Jesus hereinbrachten, um mit ihm zu tun, was nach dem Gesetz üblich war, 28 nahm Simeon das Kind in seine Arme und pries Gott mit den Worten: 29 Nun lässt du, Herr, deinen Knecht, / wie du gesagt hast, in Frieden scheiden. 30 Denn meine Augen haben das Heil gesehen, / 31 das du vor allen Völkern bereitet hast, 32 ein Licht, das die Heiden erleuchtet, / und Herrlichkeit für dein Volk Israel. 33 Sein Vater und seine Mutter staunten über die Worte, die über Jesus gesagt wurden. 34 Und Simeon segnete sie und sagte zu Maria, der Mutter Jesu: Siehe, dieser ist dazu bestimmt, dass in Israel viele zu Fall kommen und aufgerichtet werden, und er wird ein Zeichen sein, dem widersprochen wird, - 35 und deine Seele wird ein Schwert durchdringen. So sollen die Gedanken vieler Herzen offenbar werden.“

Lukas: 2,25-35 EU

Tatsächlich war laut Rudolf Steiner der im Lukasevangeliums bei der Darstellung des Jesusknaben im Tempel (Lk 2,25-35 EU) erwähnte jüdische Prophet Simeon der wiedergeborene indische Weise Asita, der erkannte, dass der Astralleib des nathanischen Jesusknäbleins von dem verklärten Nirmanakaya des Buddha Shakyamuni umleuchtet war. Dieser Nirmanakaya des Buddha war es auch, der den Hirten auf dem Felde als jene Engelschar erschienen war, die ihnen die Geburt des Erlösers angezeigt hatte.

„Asita, der große indische Weise, kam, als der Gotama Buddha ein kleines Kind war, in den Königspalast des Vaters des Buddha weinend. Dies aus dem Grunde, weil er als Seher hat wissen können, daß dieses Königskind der «Buddha» werden wird, und weil er sich als ein alter Mann fühlte, der es nicht mehr erleben wird, wie der Sohn des Suddhodana zum Buddha werden wird. Dieser Weise wurde in der Zeit des Jesus von Nazareth wiedergeboren. Es ist derselbe, der uns im Lukas-Evangelium als jener Tempelpriester vorgeführt wird, welcher in dem nathanischen Jesus-Knaben den Buddha sich offenbaren sieht. Und weil er dies sah, deshalb sagte er: «Laß, Herr, deinen Diener in Frieden fahren, denn ich habe meinen Meister gesehen!» Was er damals in Indien nicht sehen konnte, das sah er durch den Astralleib dieses Jesus-Knaben, der uns als der des Lukas-Evangeliums entgegentritt: den zum Buddha gewordenen Bodhisattva.“ (Lit.: GA 15, S. 75)

Literatur

Literaturangaben zum Werk Rudolf Steiners folgen, wenn nicht anders angegeben, der Rudolf Steiner Gesamtausgabe (GA), Rudolf Steiner Verlag, Dornach/Schweiz Email: verlag@steinerverlag.com URL: www.steinerverlag.com.
Freie Werkausgaben gibt es auf steiner.wiki, bdn-steiner.ru, archive.org und im Rudolf Steiner Online Archiv.
Eine textkritische Ausgabe grundlegender Schriften Rudolf Steiners bietet die Kritische Ausgabe (SKA) (Hrsg. Christian Clement): steinerkritischeausgabe.com
Die Rudolf Steiner Ausgaben basieren auf Klartextnachschriften, die dem gesprochenen Wort Rudolf Steiners so nah wie möglich kommen.
Hilfreiche Werkzeuge zur Orientierung in Steiners Gesamtwerk sind Christian Karls kostenlos online verfügbares Handbuch zum Werk Rudolf Steiners und Urs Schwendeners Nachschlagewerk Anthroposophie unter weitestgehender Verwendung des Originalwortlautes Rudolf Steiners.

Einzelnachweise

  1. Asita, Eintrag auf palikanon.com
  2. Visuddhi Magga XII auf palikanon.com
  3. Zu beachten ist, dass es sich nach der buddhistischen Seelenwanderungslehre bei der Wiedergeburt in den sogenannten sechs Daseinsbereichen nicht notwendigerweise um fleischlich-körperliche Inkarnationen handelt. Vielmehr wird hier der karmisch bedingte Weg der Seele durch die verschiedenen Bereiche der Seelenwelt nachgezeichnet, namentlich vor allem auch durch solche, die im Leben zwischen Tod und neuer Geburt durchwandert werden.
  4. In Rudolf Steiners Bibliothek findet sich das Werk von Richard Pischel: Leben und Lehre des Buddha, Leipzig 1906, wo es heißt:
    „Bereits in einem der ältesten Werke des südlichen Kanons, dem Suttanipata, findet sich folgende Erzählung. Der Heilige Asita, mit vollerem Namen Asita Devala oder Käla Devala, «der Schwarze Devala», sah bei einem Besuche, den er den Göttern im Himmel machte, daß die Götter sich in großer Freude befanden. Auf seine Frage nach der Ursache, wurde ihm gesagt, daß im Lande der Sakya, im Dorfe Lumbini, ein Knabe geboren sei, der einst ein Buddha werden würde. Als Asita dies hörte, begab er sich vom Himmel zu Suddhodana und ließ sich den Knaben zeigen. Als er ihn, der wie das Feuer glänzte, gesehen hatte, nahm er ihn auf die Arme und pries ihn als das höchste der lebenden Wesen. Plötzlich aber fing er an zu weinen. Die Frage der Sakya, ob dem Knaben ein Leid drohe, verneinte er; er weine, weil er sterben werde, ehe der Knabe Buddha geworden sei. [. . .] Diese Erzählung kennt auch die Nidanakatha, ferner Asvaghosa, der Verfasser des Buddhacarita, «Leben des Buddha», der im 1. Jahrhundert vor Chr. unter König Kaniska lebte, der Lalitavistara und das Mahavastu. Sie gehört also zu dem ältesten Bestände der Lebensbeschreibungen des Buddha. Ihre Ähnlichkeit mit der Erzählung von Simeon, die uns Lukas 2, 25-36 berichtet, ist längst bemerkt worden.“ (Pischel, S. 17f.)